Landesgartenschau Schweinfurt: Planorama gewinnt Wettbewerb

Entwurf Planorama LGS Schweinfurt 3D-Visualisierung

Visualisierung: David Willner für Planorama Landschaftsarchitektur

Planorama Landschaftsarchitekten sind kürzlich zum Sieger des Wettbewerbs für die Landesgartenschau Schweinfurt gekürt worden. Ihre Entwurfsidee verwandelt nun einerseits ein ehemaliges Kasernengelände in einen Bürgerpark. Dieser definiert andererseits 2026 das Herzstück der bayrischen Landesgartenschau.

Landesgartenschau Schweinfurt und Konversion

Nach Wettbewerbserfolgen für die Gartenschauen in Wassertrüdingen und Furth im Wald gestalten Planorama Landschaftsarchitekten nun außerdem auch die bayrische Landesgartenschau 2026 in Schweinfurt. Das Berliner Büro konkurrierte dabei mit 18 Planungsbüros. Die Jury wählte nichtsdestotrotz den Entwurf von Planorama einstimmig zum Sieger. Der Oberbürgermeister von Schweinfurt freut sich über die Chance. In seiner Stadt verwandeln sich damit künftig schließlich zehn Hektar Asphalt in grüne Landschaft.

Als die amerikanischen Streitkräfte bekannt gaben, dass sie ihren Standort in Schweinfurt verlassen würden, starteten Überlegungen zur Umnutzung des Kasernengeländes. Bis 2014 hatten immerhin 12 000 Menschen in der Stadt einen Bezug zu den US-Streitkräften. Den Mittelpunkt ihres Lebens bildeten dabei die Ledward Barracks im Nordwesten der Stadt. Deren zehn Hektar großes Gelände bekommt nun eine neue Nutzung. Es wird hierzu zum Mittelpunkt der bayrischen Landesgartenschau Schweinfurt 2026.

Planorama überzeugt Jury der Landesgartenschau Schweinfurt

Was in fünf Jahren als Landesgartenschau startet, wird langfristig zum Bürgerpark. Den hatten sich die Schweinfurter*innen gewünscht. Sie waren bereits früh in die Diskussion um die Entwicklung der freiwerdenden Kasernenflächen eingebunden. In verschiedenen Beteiligungsveranstaltungen wünschten sie sich mehr Raum für Freizeitnutzungen. Außerdem waren neue Grünflächen Thema. Den Gedanken nahm der Wettbewerb zur Landesgartenschau Schweinfurt auf. Planorama Landschaftsarchitekten aus Berlin setzen den Wunsch in ein überzeugendes Gestaltungskonzept um. Ihr Park definiert sich überdies durch ein Wechselspiel aus offenen Grünflächen und geschlossenen Räumen.

Ökologische und alltagstaugliche Gestaltung

Große Teile des zehn Hektar großen Herzstücks leben von extensiven und artenreichen Wiesen- und Rasenflächen. Der vorhandene Baumbestand wird aus diesem Grund in die Wiesenflächen integriert und durch Neupflanzungen ergänzt. Die offenen und mit Gehölzen bepflanzten Flächen stehen für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Sie bieten gleichzeitig Raum für Erholungs- und informelle Sportaktivitäten. Wichtig ist, dass die Nutzungsangebote den Bedürfnissen der Schweinfurter*innen entsprechen. Sie sollen außerdem helfen diese integrativ zusammen zu führen.

Klimaangepasste Vegetation

Bauliche Anlagen machen den Landesgartenschau Schweinfurt weniger aus. Er überzeugt vielmehr durch eine gartenkünstlerische Verwendung von Vegetation. Die reagiert auf ökologische und stadtklimatische Anforderungen. Inmitten des neuen Gartenschauparks liegt eine befestigte Platzfläche. Das westlich davon liegende Zwischenplateau verwandelt sich nach dem Entwurf in ein Klimawäldchen. Nahe diesem liegen außerdem ein Umweltbildungspfad und ein kleiner Veranstaltungsort inmitten einer Lichtung. Das Wäldchen lebt von naturnahen und klimaangepassten Gehölzen. Hier wächst eine Mischung aus altem Baumbestand, Jungpflanzungen und Flächen mit spontane Sukzessionsvegetation. Die Bepflanzung soll eine den Klimaveränderungen angepasste, dauerhaft stabile und pflegeextensive Struktur bilden. Dafür kommen heimische Baumarten wie Elsbeere, Speierling, Feldahorn, Wildbirne oder Eichen vor. Exoten mit hoher Trockenheits- und Hitzetoleranz runden das Bild zudem ab.

Blick zurück und in die Zukunft

Mit dem Erhalt einer ehemaligen Panzerhalle der amerikanischen Kaserne soll ein Stück Vergangenheit bewahrt bleiben. Als Witterungsschutz kann ihre freitragende Dachkonstruktion auch nach der Landesgartenschau noch wichtige Dienste leisten. Neben der Neunutzung des Geländes der ehemaligen Ledward Barracks plant Schweinfurt weitere Projekte, die exemplarisch für eine klimagerechte Stadtentwicklung stehen. So entsteht auf dem Kessler Field, nordwestlich des Kasernenstandorts eine klimagerechte Wohnsiedlung mit verschiedenen Wohn- und Haustypologien. Auch der Bahnhofsvorplatz wird neu gestaltet. Beide Projekte sollen als Modellprojekte der Klimaanpassung gefördert werden.

„Schweinfurter Modell“

Der Zuschlag für die Landesgartenschau gibt auch den modellhaften Projekten klimagerechter Stadtentwicklung Rückenwind. Er ist für ihre Realisierung mit Fördergeldern von großer Bedeutung. Nach Willen des Stadtrats soll das „Schweinfurter Modell“ entstehen. Die Landesgartenschau soll Motor und Impulsgeber für klimaangepasste, nachhaltige Stadtentwicklung sein. Die neuen Stadträume werden nach der Schau den Bürger*innen der Stadt zur Verfügung stehen. Damit sind die 11,3 Millionen Euro geplanter Investitionen als dauerhaftes Investment zu sehen.

Korrespondenzprojekte der Landesgartenschau

Das Herzstück der Landesgartenschau Schweinfurt ist der zehn Hektar große Bürgerpark. Er gleicht die Freiraumdefizite der angrenzenden Wohnquartieren aus. Diese stammen vornehmlich aus den 1950er und 1960er Jahren. Ergänzt wird er überdies durch Korrespondenzprojekte. Die reihen sich wie Perlen an einem grünen Band durch die Stadt auf. Sie begleiten den Weg von den Ledward Barracks bis zum Ufer des Mains in der Innenstadt. Auch die Perlen an dem grünen Band, der Schelmsrasen, der Spitalseeplatz und die Gutermann-Promenade sind Teil der Gartenschau und ihres Ausstellungskonzepts.

Planoramas Landesgartenschauen in Bayern

Die Landesgartenschau in Schweinfurt reiht sich eine Reihe von bayrischen Gartenschauen ein. Seit 1980 bringen sie Grün ins Grau der Städte. Sie schaffen damit Räume für Erholung. In vierzig Jahren haben die zuständigen bayrischen Ministerien über 70 Millionen Euro in Landes- und Regionalschauen investiert und insgesamt 521 Hektar Grün- und Erholungsflächen geschaffen. Auch das junge Büro Planorama Landschaftsarchitektur ist kein Neuling in der Szene. Es hat bereits die bayrische Landesgartenschau in Wassertrüdingen geplant, die 2019 stattfand. Auch im Furth im Wald werden 2025 die Ideen der Berliner Landschaftsarchitekt*innen die Gartenschau prägen. Ihr Konzept wurde ebenso dort einstimmig zum Siegerentwurf gekürt. Ein Jahr später sind die Ideen dann in Schweinfurt zu besichtigen.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit für Gartenschauen von Planorama Landschaftsarchitekten wie in Wassertrüdingen und Furth im Wald.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.