Auszeichnung für den Skanderbeg Platz, Tirana

Seit 1999 beobachtet und reflektiert das Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) die Entwicklung des öffentlichen Raums in europäischen Städten. Alle zwei Jahre zeichnet es Projekte, die beispielhaft öffentlichen Raum schaffen, aufwerten und beleben, mit dem European Prize for Urban Public Space aus.

In diesem Jahr würdigte das CCCB die Umgestaltung des Skanderbeg Platzes in der albanischen Hauptstadt Tirana. Das Brüsseler Büros 51N4E verwandelte den Stadtraum in eine von ideologischen Symbolen und motorisiertem Individualverkehr befreite Agora. Davor war der Platz inkohärent und bei den Bürgern noch als Schauplatz für Propagandaaufmärsche der kommunistischen Diktatur in Erinnerung. Der Preis bestärkt die junge Demokratie Albaniens, der die Erfahrung und die Mittel fehlen, weiter in den öffentlichen Raum zu investieren.

Vielfalt öffentlicher Räume: Lobende Erwähnungen

Die Jury wird der Komplexität des öffentlichen Raums gerecht indem sie mit den weiteren „Lobenden Erwähnungen“ eine Vielfalt an städtischen Interventionen würdigt: den Rad- und Fußgängertunnel „Cuypers Passage“ in Amsterdam von Benthem Crouwel Architects, eine temporäre Freilichtbühne im ukrainischen Dnipro, die eine NGO aus Musikern, Designern, Architekten, Kuratoren und Kulturmanagern mithilfe eines Crowdfunding realisieren konnte, den Zollverein Park in Essen von der Planergruppe GmbH Oberhausen, die Umgestaltung der „Superblocks“ in Barcelona, zu fuß- und fahrradfreundlichen öffentlichen Räumen (siehe Garten + Landschaft 06/2018) von Area d’Ecologia, Urbanisme i Mobilitat und der Stadtverwaltung Barcelona. Auch das Projekt PC Caritas, im belgischen Melle von BAVO, architecten de vylder vinck taillieu, erhält eine Lobende Erwähnung. Der alte, teils offene Pavillion, der zu einem Krankenhaus für psychisch Kranke gehört, wurde vor dem Abriss bewahr. Nun bietet der Pavillon den Patienten und deren Familien einen ruhigen Rückzugsraum.

Laut CCCB lässt sich am Befinden der öffentlichen Räume erkennen, wie gesund die Demokratie in unseren Städten ist. Umso wichtiger ist dessen Engagement, das mit Publikationen, Ausstellungen und Events die Augen für Schieflagen offen hält. Mit dem Preis gibt es uns ein Leitmotiv für die Stärkung einer offenen und befähigten Stadtgesellschaft in die Hand.

 

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Darüber hinaus fördert sie Städtebau und Landesplanung in Wissenschaft und Praxis. Beispielsweise im Stiftungsrat der Bundesstiftung Baukultur, im Bundeskongress zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundesbauministeriums oder als Vorsitzende der Landesgruppe Bayern der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL).