Weiterentwicklung des Riesenrads

Ein altes Wahrzeichen kehrt nach Berlin zurück: das Riesenrad im Spreepark. In neuem Gewand bringt die Ikone die Geschichte und die Zukunft des Spreeparks zusammen. Als schwebende Tragkonstruktion fährt das Riesenrad demnächst direkt über dem Wasserspiegel.

Berlin hat die Pläne zur Wiederaufstellung des Riesenrads im neuen Spreepark enthüllt. In einem digitalen Pressegespräch haben die Berliner Staatssekretärin für Umwelt und Klimaschutz und der Geschäftsführer des Unternehmens Grün Berlin den Entwurf für das neue Riesenrad Spreepark gezeigt. Dieser folgt genauso dem neuen Ansatz für Nachhaltigkeit, wie die zukünftige Entwicklung des gesamten Spreeparks. Denn für den Spreepark Berlin hat die Stadt gemeinsam mit den Bürger*innen ein neues Konzept erarbeitet. Das sieht vor, dass der alte Vergnügungspark, also die alte Vergnügungsstätte, zu einem modernen und umweltverträglichen Park für Kunst und Kultur wird. Trotz dieser neuen Ausrichtung bliebt der Spreepark mit seinem Riesenrad ein Ort für alle Berliner*innen. 

Genau wie der gesamte Spreepark sich verändern wird, erfährt auch das Riesenrad eine Weiterentwicklung. Dabei werden große Teile seiner alten Konstruktion aufgearbeitet und wiederverwendet. Darüber hinaus kommen neue dazu, so wie beispielsweise ein diagonal abgehängtes Tragwerk. Die neue Konstruktion des Wahrzeichen im Spreepark schwebt in Zukunft direkt über dem Spiegel eines 3 000 Quadratmeter großen Wasserbeckens.

Bei dieser Reise über dem Wasser sitzen den Besucher*innen demnächst allerdings in neuen Gondeln. Denn die alten sind nicht sanierungsfähig. Dabei orientiert sich die Form der neuen Gondeln an denjenigen, die das erste Riesenrads früher zwischen 1969 bis 1989 prägten. Auch das Wasserbecken wird neu gestaltet. Es wird kreisrund und bekommt einem barrierefreien Zugang. Damit wird das Riesenrad Spreepark für alle Menschen ohne Einschränkungen zugänglich. Das neue Gewässer dient aber zugleich als Rückhalteraum und als Regenwasserspeicher. Aus dessen Bestand können später die Grünanlagen des Spreeparks bewässert werden und gleichzeitig trägt das Gewässer zu einem kühlen Mikroklima am Ort bei. 

Nachhaltiger und bürgernaher Spreepark

Mit der Rückkehr des Riesenrads bekommt nicht nur der neue Spreepark ein Wahrzeichen zurück. Seine neue und überarbeitete Form passt hervorragend zur Grundidee des nachhaltigen, bürgernahen Kunst- und Kulturparks in Berlin. Dabei reflektiert die fahrende Stahlkonstruktion einerseits die Geschichte des Spreeparks. Auf der anderen Seite weist die neue Gestaltung in die Zukunft. In der sind innovatives Wassermanagement, kreative Freiräume und viel Grün von Bedeutung. Nicht nur für die Senatorin für Umwelt kommen mit dem Riesenrad im Spreepark Kindheitserinnerungen hoch. Auch demnächst sind romantische Momente, Spaß und Kontemplation auf der Fahrt durch die Lüfte zu erleben.

Neubau des Wasserbeckens

Der Neubau des Wasserbeckens mit einer Terrasse, mit einer Stufenanlage und einer begehbaren Flachwasserzone steht in direktem Zusammenhang zur Sanierung des Riesenrads. Die Wasseranlage entsteht sozusagen direkt am Fusse des Riesenrads und bietet hier einen attraktiven Aufenthalts- und Erlebnisbereich. Darüber hinaus ist das hier, in diesem Becken und in anderen, im Park verteilten Zisternen gesammelte Regenwasser nicht nur Dekoration. Es steht vielmehr der Bewässerung von rund 10 200 Quadratmeter Vegetationsfläche zur Verfügung. Außerdem kann die offene Wasserfläche dazu beitragen, die direkte Umgebung zu kühlen. Die Uferkanten des alten Wasserbeckens hatten harte und sozusagen tote Steilwände. Das ändert sich nun. Der Rand des neuen Beckens wird als Lebensraum nutzbar sein. Auf entsiegelten Flächen und teils flachen Uferzonen entstehen neue, hochwertige Lebensräume für verschiedenste Pflanzen und Tiere.

Eröffnung 2025

Der Bau des neue Riesenrads im Spreepark erfolgt in den kommenden Jahren. Ende 2024 soll das Riesenrad und auch das Wasserbecken fertig sein. Der Beginn des Betriebs ist für Frühjahr 2025 geplant. Derzeit laufen die Planungen, die das interdisziplinäre Team von schlaich bergermann und realities:united betreut. Für Ende 2022 ist die europaweite Vergabe der Sanierungsplanung, der Sanierung und schließlich der Transformation des Riesenrads vorgesehen. Neben der Vorbereitung der Vergabe stellt die Festsetzung des bezirklichen Bebauungsplans für den Wiederaufbau und die Entwicklung des neuen Spreeparks einen wichtigen Meilenstein dar. Denn der B-Plan wird erst die Grundlage für die Umsetzung aller baulichen Maßnahmen sein.

Die Auslegung aller Unterlagen und die Einsehbarkeit für die Öffentlichkeit erfolgt im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Der Abschluss des Bebauungsplanverfahren ist für 2023 vorgesehen. Bisher gehen die zuständigen Planer*innen davon aus, dass die Sanierung und die Neugestaltung des Riesenrads sowie der Bau des Wasserbecken voraussichtlich 6,4 Millionen Euro kosten werden. Ein großer Teil der Gelder, etwa 2,88 Millionen Euro, stammen aus dem Bundesprogramm Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Den anderen Teil der benötigten Summe, also etwa 3,52 Millionen Euro, stellt das Land Berlin zur Verfügung. 

Hier erfahren Sie mehr über das neue Nutzungskonzept des Spreeparks.

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Blick auf das Ufer der Südpanke

Foto: bbzl böhm benfer zahiri

Mitten im urbanen Berlin, zwischen Charité und Bundesnachrichtendienst, ist die Südpanke wieder erlebbar. Lange lag der Fluss verrohrt unter der Erde. Nun bildet er das Rückgrat des neuen Grünzugs Südpanke. An seinen Ufern sind 2,9 Hektar neue Grün- und Freiflächen entstanden, von denen kurzum künftig Menschen, Klima und Biodiversität profitieren.

Mit der Öffnung des letzten Bauabschnitt des Grünzügs Südpanke steht den Berliner*innen ein neuer Grünraum zur Verfügung. Anlass für seine Gestaltung war die Offenlegung der Südpanke. Dieser kleine Fluss zweigt in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße von der Spree ab und mündet drei Kilometer weiter nördlich in die Panke. Lange floss die Südpanke unterirdisch unbemerkt durch Hinterhöfe und entlang von Rückseiten großer Gebäudestrukturen. Nun ist das Wasser wieder erlebbar und seine Ufer wieder nutzbar. Heute ist die Südpanke Rückgrat für einen neuen Grünzug, der das historische Berliner Stadtzentrum mit den Freiräumen im Berliner Norden verbindet. Damit ist die Stadt der Umsetzung seiner Charta für das Berliner Stadtgrün ein Stück näher gekommen.

Zweiter Bauabschnitt beendet

Nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts des Grünzugs Südpanke im Sommer 2021 liegen somit insgesamt 700 Meter des Gewässers frei. Sie bilden das Rückgrat für den neuen Grünzug Südpanke. Er quert mitten durch Berliner Häuserblöcke und verbindet den Invalidenpark im Süden mit den Grünflächen des Südpankeparks im Norden. Damit ist anders gesprochen eine neue, grüne Querverbindung entstanden, die knapp drei Hektar naturnahe Grünflächen in die Stadt bringt. In die sind Spiel- und Liegewiesen, ein Kleinkinderspielplatz, eine Kletterwald und weitere Freizeitangebote eingebettet. Auch Radfahrer*innen und Fussgänger*innen profitieren vom neuen Grünzug. Er bietet ihnen auf jeden Fall einen attraktive, durchgehende Nord-Süd-Verbindung entlang des neugestalteten Südpanke-Ufers.

Zwei Ufer der Südpanke

Als Rückgrat für den neuen Grünzug schlängelt sich die Südpanke in verschiedenen Abschnitten, mit leichten Richtungswechseln, durch den Freiraum. Sie gliedern den Flussraum, ermöglichen unterschiedliche Ausblicke auf die Umgebung und schaffen zudem verschiedene Licht- und Schattenexpositionen. Zu weiterer Abwechslung im Grünzug trägt die unterschiedliche Gestaltung der Ufer bei. Während das Westufer der Südpanke mit einer steinernen, urbanen Gestaltung zum Sitzen einlädt, prägt hingegen Natur das das östliche Ufer. Hier sind die Böschungen naturnah gestaltet und locken beispielsweise mit Spiel- und Liegewiesen.

Biodiversität und Klima

Neben dem Gewinn an Lebensqualität für die Menschen, hilft der offene Gewässerlauf und seine Ufer das urbane Mikroklima zu verbessern. Sie tragen somit zur Stärkung der Klimaresilienz und Biodiversität bei. Der offengelegte Wasserlauf bringt obendrein Kühlung in den dicht bebauten Teil Berlins und bietet Pflanzen und Tieren neue Lebensräume. Hier finden Insekten demzufolge Rückzugsräume und Nahrung. Neben dem Neubau des Bundesnachrichtendienstest im Norden des Grünzugs bieten zudem Böschungen und Wiesenflächen sogar ein Habitat für Wildbienen.

Entwurf von bbzl Landschaftsarchitekten

Über die Gestaltung des Grünzugs Südpanke entschied 2007 ein Wettbewerb. Aus dem ging das Berliner Büro bbzl landschaften städtebau architektur als Sieger hervor. Sie überzeugten mit ihrem Konzept für eine grüne Verbindung zwischen Chausseestraße und Habersaathstraße, mit ihrem Entwurf für eine zusammenhängende Abfolge von grünen Abschnitten. Sie begleiteten auch die Realisierung des Grünzugs zusammen mit dem Büro Grigoleit aus Berlin als Experten für Ingenieur- und Wasserbauwerke.

Entrées in den Grünzug Südpanke

An vier Stellen bieten Entrées Zugang in den Grünzug. Hierdurch kommen Stadt und Natur zusammen. Außerdem finden die Berliner*innern Zugang zu einen Bereich, der lange hinten und dazwischen lag. Die Eingänge in den neuen Grünzug liegen an der Invalidenstraße im Süden, in unmittelbarer Nähe zum Invalidenpark. Auf halben Weg nach Norden, liegt zwischen Wohnbebauung und Kraftweg ein westlicher Zugang zum neuen Grünraum. Schließlich wird der Grünzug Südpanke weiter nördlich durch die Ida-von Arnim-Straße gequert. Nördlich der Straße geht es weiter, bis die neue, offengelegte Südpanke mit ihren grünen Ufern dann an den Südpanke-Park anschließt.

Bauabschnitte und Baukosten

Während der erste Bauabschnitt des Grünzugs Südpanke schon in den Jahren 2010 bis 2012 erfolgte, musste der zweite Teil jedoch warten. Zunächst musste der Neubau des Hauptsitzes des Bundesnachrichtendienstes fertig gestellt werden. Erst als der Komplex und sein unmittelbares Umfeld gebaut, erst als der Bausicherheitszaun entfernt war, startete 2018 der zweite Bauabschnitt des Grünzugs Südpanke. Ingesamt hat sein Bau 9,85 Millionen Euro gekostet. Dabei ging der kleinere Teil in den Landschaftsbau. Mit 6,95 Millionen musste die größere Summe in den Wasserbau investiert werden.

Grüne Vernetzung

Heute, fast 15 Jahre nach dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Grünzugs Südpank reiht sich der neue Freiraum in die Reihe der 20 grünen Hauptwege Berlins ein. Neben den 2,9 Hektar neu geschaffenem Grünflächen mit großen Gras- und naturnahen Wiesenzonen, mit Kletter- und Spielangeboten bietet der Grünzug entlang der Südpanke eine wichtige Wegeverbindung jenseits urbanen Verkehrs. Ganz nah am Wasser können Radfahrer*innen und Fussgänger*innen ihren Weg finden. Gleichzeitig finden die Berliner*innen ein neues Stück Grün inmitten der Stadt. Wie wichtig dies ist, hebt die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hervor: „Der Grünzug an der Südpanke stärkt die nachhaltige Entwicklung Berlins im Sinne unserer Charta für das Berliner Stadtgrün. Klima- und Artenschutz gehen Hand in Hand mit mehr Lebensqualität und verbesserter Mobilität für Menschen“, sagt Regine Günther.

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