06.04.2020

Gesellschaft

Krönend

von Jessica Mankel
wo Kunst ihren Platz findet – bis September 2020 “Brick House” der Künstlerin Simone Leigh. Foto: Timothy Schenck.

Vor rund einem Jahr wurde die High Line in New York City endlich fertiggestellt. Für ihren krönenden Abschluss über Manhattans Kreuzung zwischen der 30th Street und der 10th Avenue ist auch Simone Leighs Skulptur „Brick House“ verantwortlich. Bis September 2020 ruht die Frauenbüste als Teil des neuen Wahrzeichens inmitten der Hochhäuser.

Eine ganz eigene Welt, die der Straße verborgen bleibt, zeigt sich aus der Vogelperspektive. Foto: Timothy Schenck.
"The Spur" ist das letzte Teilstück der New Yorker High Line und ein neues Wahrzeichen, wo Kunst ihren Platz findet - bis September 2020 "Brick House" der Künstlerin Simone Leigh. Foto: Timothy Schenck.
In Simone Leighs Frauenbüste "Brick House" sind architektonische Konzepte und Prozesse aus Westafrika und dem amerikanischen Süden eingebunden. Foto: Timothy Schenck.

Majestätisch und überblickend ruht „Brick House“, eine knapp fünf Meter hohe Bronzebüste einer afro­ amerikanischen Frau, über New Yorks 10th Avenue. Platziert ist sie auf „The Spur“, dem finalen Abschnitt von Manhattans 1980 stillgelegter Hochbahntrasse. „The Spur“ als neues Wahrzeichen und Knotenpunkt der High Line schafft im Rahmen seines Teilstücks „High Line Plinth“ Interaktion zwischen Passanten und zur Architektur: Hier prägt Kunst im 18­Monatsrhythmus temporär das Stadtbild, schenkt eine sichtbare Plattform, kritisiert unreflektiertes Monumentalisieren.

Simone Leighs „Brick House“ ist die erste Skulptur und noch bis September zu sehen. In dem Werk sind architektonische Konzepte und Prozesse aus Westafrika und dem amerikanischen Süden eingebunden. Aussehen und Namen der erhabenen schwarzen Frauengestalt seien angelehnt an die Stärke, Ausdauer und Integrität eines Ziegelsteinhauses. In dem offenen Raum inmitten der Hochhäuser bricht die Skulptur mit den Maßstäben und nimmt die auffordernde Haltung ein, über Gesellschaft, Werte, Körper und Architektur nachzudenken.

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Video: Friends of the High Line

Dieser Beitrag ist in Ga+La 04/2020 erschienen. Hier geht’s zum Shop. 

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