googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Solar Geoengineering für’s Klima?

Building design
Die Sonne in unserem Griff? Quelle: Unsplash
Die Sonne in unserem Griff? Quelle: Unsplash
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Die Folgen des Klimawandels kennt inzwischen jeder. Aber was wäre, wenn die Erderwärmung verhindert werden könnte, indem man die Sonne verdunkelt? Die USA hat hierzu einen Bericht veröffentlicht. Dies sei möglich mithilfe von Solarem Geoengineering. Doch das Thema ist umstritten. Erfahren Sie hier mehr.

Solares Geoengineering für 1,5-Grad-Ziel

Der Weltklimarat definiert Geoengineering als „eine breite Gruppe von Methoden und Technologien, die darauf zielen, vorsätzlich das Klimasystem zu ändern, um die Folgen des Klimawandels abzumildern“. Eine Unterform ist das Solare Geoengineering (englisch: Solar Radiation Management, SRM). Es bezweckt, den Temperaturanstieg durch die Einflussnahme auf die Sonneneinstrahlung zu verringern. 

SRM-Methoden zur Reflexion von Sonnenlicht:

  • Oberflächen aufhellen
  • Tiefliegende Meereswolken durch Meersalz-Aerosole aufhellen
  • Aerosol-Partikel in die Stratosphäre einführen
  • Zirrus-Wolken mit Aerosolen impfen, damit sie mehr Infrarotstrahlung aufnehmen, als sie Sonnenlicht reflektieren würden
  • Weltraumbasierte Methoden, wie Sonnenschutz aus dem Weltall und Mondstaub für geringere Sonneneinstrahlung 
Eine Barriere zwischen Erde und Sonne schaffen. Quelle: Unsplash
Eine Barriere zwischen Erde und Sonne schaffen. Quelle: Unsplash

Solares Geoengineering ist kaum erforscht

Solares Geoengineering weckt das Interesse der Politik vieler Nationen. Auch die EU prüft derzeit Maßnahmen zur Ablenkung von Sonnenstrahlen. Hierzu hieß es im ersten Entwurf: „Diese Technologien bringen neue Risiken für Menschen und Ökosysteme mit sich, könnten aber auch das Machtgefälle zwischen Nationen vergrößern, Konflikte auslösen und eine Vielzahl ethischer, rechtlicher, politischer und Governance-Fragen aufwerfen“.

Vor ein paar Monaten veröffentlichte die USA einen Bericht, der die potentielle Verdunkelung der Sonne thematisiert. Hier baten 60 Wissenschaftler*innen, rund um den renommierten Klimaforscher James E. Hansen Alarm, um die nähere Erforschung von SRM. Die Forschenden wollen die Auswirkungen des Geoengineerings erforschen, bevor diese im Kampf gegen den Klimawandel praktisch eingesetzt wird. Dabei positionieren sie sich wie folgt: „Während wir die Erforschung voll unterstützen, bedeutet das nicht, dass wir die Nutzung von solarem Geoengineering unterstützen“. Das weiße Haus betonte bezüglich des Reports, dass es keine Pläne für ein umfassendes Forschungsprogramm gibt, welches sich auf die Veränderung der Sonneneinstrahlung konzentriert. 

Unser Planet braucht Hilfe. Doch welche? Quelle: Unsplash
Unser Planet braucht Hilfe. Doch welche? Quelle: Unsplash

Solares Geoengineering ist unvorhersehbar

Der Brief zeigt, dass es erhebliche Wissenslücken im Bereich SRM gibt. Zurückführen lässt sich dies auf die bisherige Uneinheitlichkeit in der Forschung. Des Weiteren verweist er auf Forschungsbereiche, die zum besseren Verständnis für die Vorteile wie auch Risiken von SRM dienen können. Denn SRM hat sowohl klimatische, aber auch soziale und ökologische Auswirkungen. Man muss verstehen: SRM wirkt nicht nur lokal oder regional, es kann die gesamte Welt verändern.

Geoengineering klingt also verlockend, aber seine tatsächliche Wirksamkeit bleibt ungewiss. Dafür müsste man die Methoden anhand praktischer Experimente testen. Doch das ist eben riskant. Das Weltklima ist ein komplexes System aus Wechselwirkungen und Abhängigkeiten. Und diese Zusammenhänge kennt der Mensch noch nicht ausreichend. Das bedeutet, wenn wir etwas in Kraft setzen, können wir die Konsequenzen nur bedingt erahnen. Temperatur, Niederschlag und Sonneneinstrahlung sind zum Beispiel dafür verantwortlich, welche Art der Tier- und Pflanzenarten in einem bestimmten Gebiet existieren. SRM könnte auf einmal Niederschlagsmuster, wie den Monsunregen, verändern. Man stelle sich hier die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und Lebensgrundlage vieler vor.

Solares Geoengineering ist kein All-Heilmittel

Viele Kritiker*innen weisen auf die Ironie hin, dass die Arbeit zur Erforschung von SRM lieber der des Klimawandels gewidmet werden sollte. Oder ist SRM ein Art Science-Fiction Ablenkungsmanöver? Denn der Hauptauslöser der Erderwärmung bleibt die CO₂-Emission. SRM Befürworter*innen sehen dagegen die Notwendigkeit für ein Experiment auf Erdsystemniveau. Das wäre aber ein Experiment mit acht Milliarden Menschen. 

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
POTREBBE INTERESSARTI ANCHE
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Die Mitte von Berlin bleibt grün

Building design
Die Perspektive zeigt die geplanten Stufen am Ufer der Spree.

1. Preis an Büro RMP Lenzen: Stufen am Ufer der Spree mit Blick auf Dom (Visualisierung: RMP Lenzen)

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Es geht um eine prominente Fläche in Berlins historischer Mitte: Eingespannt zwischen dem neuen Humboldt-Forum und dem Fernsehturm bekommen das Rathaus- und Marx-Engels-Forum eine neue Gestaltung. Das Büro RMP Stephan Lenzen hat den Wettbewerb für die grüne Mitte von Berlin gewonnen.

Dort wo die Wurzeln der Stadt Berlin liegen, wird demnächst nicht wieder gebaut. Die Freifläche von Rathaus- und Marx-Engels-Forum bleiben Grün. Allerdings erhält das Areal eine neue Gestaltung, die in einer Freitreppe zur angrenzenden Spree mündet. Die Berliner Senatsverwaltung hat im Frühjahr zu einem Wettbewerb eingeladen. Nach einer ersten Phase durften die Bürger*innen mitreden. Daraufhin entwickelten insgesamt 21 Landschaftsarchitekturbüros ihre Ideen in der zweiten Phase des Wettbewerbs weiter. Die Landschaftsarchitek*innen vom Büro RMP Stephan Lenzen überzeugten schließlich die Jury. Sie schlugen ein zentrales Band vor, das denkmalgeschützte Bereiche des Rathausforums mit dem Marx-Engels-Forum verbindet. Dieses grüne Band endet in einer großen Treppe am Ufer der Spree. Gegenüber, auf der anderen Seite des Wasser, strahlt die Ostfassade des neuen Humboldt-Forums.

 

Viel Geschichte inmitten von Berlin

 

Früher hiess die Freifläche inmitten des alten Berlins „Park an der Spree“. Als eine der zentralsten Grünflächen im Ortsteil Mitte geht sie auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Der hatte das dortige Heilig-Geist-Viertel beschädigt, was schließlich die DDR-Führung veranlasst hat, es abzureißen. Seitdem ist die Fläche zwischen Karl-Liebknecht-Straße im Norden, dem Park am Fernsehturm im Osten, der Rathausstraße im Süden und der Spree im Westen unbebaut. Mittendrin stand lange ein Denkmalensemble, das jedoch beim Bau der U-Bahn an den nordwestlichen Rand rücken musste. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über die Zukunft des Marx-Engels-Forums diskutiert. Die Ideen waren vielfältig. Sie reichten vom Wiederaufbau des Heilig-Geist-Viertels bis zur Gestaltung eines Parks am Marx-Engels-Forum. Letztere hat sich schließlich durchgesetzt. 

Wettbewerbsaufgabe Marx-Engels-Forum

Die Gestaltung eines Parks auf dem Marx-Engels-Forum galt es nun, im Rahmen des Ideen- und Realisierungswettbewerb zu konkretisieren. Die Teilnehmer*innen waren gefragt, sich mit dem Gründungsort Berlins, mit den im Boden verborgenen historischen Schichten und der Umgebung auseinanderzusetzen. Am Ende der langen Debatte um die Zukunft dieses Ortes entstanden Bürgerleitlinien zur künftigen Entwicklung des Rathaus- und des Marx-Engels-Forums. Darin heißt es, dass ein Freiraum zu entwerfen ist, der den Dimensionen und der Bedeutung des Standortes gerecht wird und die Identität des Ortes stärkt. Darüber hinaus soll er die bewegte Geschichte erlebbar machen und gleichzeitig vielfältige und intensive Nutzungen ermöglichen. 

In der ersten Phase fragte der Wettbewerb zunächst nach einer Vision und einer Idee für das gesamte Marx-Engels-Forum. Erst die Teilnehmer*innen der zweiten Phase mussten ihre Vision herleiten. Darüber hinaus skizzierten sie im Ideenteil des Wettbewerbs einen Zwischenzustand für das Jahr 2030. In einem dritten Realisierungsteil war dann die konkrete Umsetzung für 2024 aufzuzeigen. Diese stufenweise Herangehensweise geht auf die angestrebte, schrittweise Realisierung des Projekts zurück. Die wird einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Entsprechend müssen die Ideen auf einer klaren Haltung basieren und viel Flexibilität für die prozesshafte Umsetzung bieten. 

 

Marx-Engels-Forum: überzeugender Entwurf von RMP Lenzen

 

Die Landschaftsarchitekt*innen vom Büro RMP Lenzen lieferten die überzeugendste Lösung für die neue Gestaltung von Rathaus- und Marx-Engels-Forum. Sie entwarfen einen Freiraum, der von einer markanten Figur geprägt ist. Er sieht vor, das Rathaus- und das Marx-Engels-Forum von Bebauung freizuhalten. Der grüne Raum verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität mit Flächen zum Flanieren, zum Ausruhen, zum Genießen von spektakulären Aussichten auf Dom, Humboldt-Forum und Fernsehturm. RMP Lenzen bestückt den neuen Raum mit viel Grün und mit vielen schattenspendenden Bäumen. Aber auch Wasser gehört dazu, das zur Kühlung beiträgt sowie Versickerungsflächen, die zu einem künftigen Regenwassermanagement passen. Insgesamt sieht der Beitrag zum Wettbewerb Marx-Engels-Forum einen modernen, klimaresilienten Stadtraum vor, der vielfältige Nutzungen ermöglicht. 

Gut Ding braucht Weile

Mit der Idee, zunächst einen Grünraum im Herzen des alten Berlin anzulegen, bleiben Chancen für nächste Generationen erhalten. Für die nahe Gegenwart hat das Preisgericht empfohlen, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit von RMP Lenzen zu realisieren. Damit geht eine kontroverse Debatte zu Ende. Wohl kaum ein Ort in Berlin hat mehr Planungen und Diskussionen erlebt als das Marx-Engels-Forum. Aber für den Bausenator steht fest, dass die Stadt Berlin richtig gehandelt hat. Sie hat hier nach dem Fall der Mauer keine überstürzte Planung realisiert. Nun kann vor dem Hintergrund aktueller Planungen für den Alexanderplatz und den Molkenmarkt und unter dem Vorzeichen von Klimaanpassung und Mobilitätswende in Ruhe gestaltet werden.

Sie möchten mehr über Projekte der Hauptstadt erfahren? Wir haben die nächsten Planungsschritte auf dem ehemaligen Flughafenareal Berlin Tegel für Sie zusammengefasst.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Wettbewerbsübersicht Dezember 2018 (2/2)

Building design
Bewegung und Begegnung. © KCAP GmbH mit Ramboll Studio Dreiseitl

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Kulturquartier Lagarde-Campus, Bamberg – 1. Preis hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, mit Sauerzapfe Architekten, Berlin

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse im Dezember.

Straßenräume in Wiehl – 1. Preis Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn

Die Konversion der Lagarde-Kaserne soll in Bambergs Osten einen lebendigen, nutzungsgemischten Stadtteil schaffen – mit dem „Kulturquartier Lagarde“ als attraktive Quartiersmitte. Zwei Stadtplätze prägen zukünftig die neue Mitte und sollen mit ihrer frühzeitigen Schaffung einen wichtigen Baustein zur Entwicklung des Quartiers bilden. Der Siegerentwurf sieht zwei Baumhaine vor, welche die beiden Plätze verbinden, aber jedem einzelnen einen eigenen Charakter zugestehen. Der Lagarde-Platz südlich der Reithalle gestaltet sich als grüner Quartiersplatz, der stellvertretend für das gesamte Quartier, seine Transformation, sowie die nachhaltige Neuausrichtung steht. Der Platz ist Endpunkt der Grünverbindung Richtung Ostpark und zugleich urbanes Entrée des Quartiers. Als belebter Gegenpol dazu präsentiert sich der Kulturhof zwischen Reit- und Posthalle: Er ist unprätentiös und flexibel bespielbar, so die Jury. Außerdem bildet der Stadtplatz einen wichtigen Ankerpunkt für die Stadtverbindung zur Innenstadt.

Planungsdialog Hafner in Konstanz – 1. Preis KCAP, Zürich, mit Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen

Ein Transitraum wird zum Aufenthaltsraum, so die Entwurfsintention von Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten für das Zentrum von Wiehl. Ihr Siegerentwurf überwindet die starke Trennung des zergliederten Stadtraums und definiert Rathaus- und Hem-Platz als zentralen Platz am Kreuzungspunkt der Stadtachsen. Zukünftig prägt Naturstein das Zentrum – Farbnuancen und Materialwechsel berücksichtigen dabei die historische Differenzierung von Fahrbahn, Fußgängerbereich und Platzfläche. Der durchgehende Belag ermöglicht es, die angrenzenden Flächen anzubinden. Zusätzlich integriert eine breite winkelförmige Freitreppe die Kirche in den Stadtraum. Ein neuer Weg zwischen Rathaus und Kirche verbindet barrierefrei zur südlich gelegenen Wiehlaue. Um den Blick in die Flussaue zu ermöglichen, stellt der Entwurf die Wiehlbrücke frei. Zusätzliche Treppen und Bastionen vergrößern die Kontaktzone zum Fluss. Die neuen Stadtbäume bilden mit auffälliger Blüte und Herbstfärbung einen spannenden Kontrast zur Aue. Prägende Möblierungselemente wie die Baumbänke entwickeln die Planer in Anlehnung an regionaltypische Gestaltungselemente und Materialien.

In Konstanz soll mit rund 2800 Wohneinheiten der neue Stadtteil Hafner entstehen. Das Planungsteam aus KCAP und Ramboll Studio Dreiseitl überzeugte die Jury mit einer prägnanten Entwurfsidee, dem sogenannten „Hafner-Ring“. Zusätzlich zur großen grünen Mitte bildet das grüne Infrastrukturband eine freiraum- und städtebaulich relevante Struktur für den Stadtteil mit seinen zukünftig rund 8000 Bewohnern. Das grüne Band zieht sich mit robusten und multifunktional nutzbaren Erholungs- und Erlebnisräumen im Bogen durch das neue Stadtquartier und verbindet es mit dem historischen Kern Wollmatingen. Das Siegerteam sieht für das rund 60 Hektar große Areal keine strikte Trennung zwischen Wohnen und Gewerbe vor. Stattdessen mischen die Planer die Nutzungen. Das Quartier ist weitgehend autofrei konzipiert und stellt die Lebensqualität in den Vordergrund. Die Jury sieht in dem Entwurf das größte Innovationspotential, um den Stadtteil zukunftsfähig zu gestalten, sowie an Veränderungen der nächsten Jahre anzupassen.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });