Spinnerei Hof: Neue Entwicklungschance

Gemeinsam mit Johannes Wenzel und ASP Architekten hat Koeber Landschaftsarchitektur den Wettbewerb auf dem alten Spinnerei-Gelände in Hof für sich entschieden. Durch das Projekt soll im Zentrum von Hof ein neues Wohnquartier entstehen. Alles zum Projekt, lesen Sie hier.

Lange hat die Stadt Hof gerungen, bis sie einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb ausschrieb. Noch länger lag das Gelände einer alten Spinnerei inmitten der Stadt brach. Es gab viel Streit um das Areal in der Schützenstraße. Nun hat der Wettbewerb aber frische Ideen gebracht. Der Entwurf des Sieger*innenteams und einige andere Konzepte sind öffentlich zu sehen. Obwohl die Preisträger*innen schon im November 2020 gekürt wurden, erfolgt die Ausstellung coronabedingt erst 2021.

Leidvolle Geschichte in Hof

Die Stadtentwicklung der Stadt Hof ist reich an Versuchen. Mehrfach wollten Investor*innen in Hof etwas bauen. Nicht selten sind Interessenbekundungen von Verwaltung oder Rat abgewiesen worden. Entweder passte das Vorhaben nichts ins aktuelle Konzept. Oder im Laufe der Planung und baurechtlichen Prüfung wurde deutlich, dass das angedachte Vorhaben nicht umzusetzen ist. Immer wieder wünschte der Stadtrat, diese Herangehensweise zu ändern. Im Herbst 2019 gelang dies. Er wurde proaktiv tätig. Die Stadt Hof lobte einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb für die Neugestaltung des Areals der alten Spinnerei aus. Nun rückt die Chance näher, das Gelände an der Schützenstraße in ein neues Wohnquartier zu verwandeln.

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Städtebauliches Konzept

 

Aufbauend auf der Geschichte des Ortes sieht der neue Entwurf drei unterschiedliche Bereiche vor: Erstens einen dichten urbanen Kern, der die Abmessungen der ehemaligen Fabrikanlage einnimmt. Zweitens eine öffentliche Wasserfläche im Süden des Geländes. Und drittens das Areal der Villen im Norden des Areals. Sie werden demnach punktuell nachverdichtet. Dabei bleiben die Qualitäten des Baumbestands aber erhalten. Mit dieser Idee wird die Geschichte des Ortes in die Gegenwart transportiert. Sie bleibt erlebbar und bildet die Grundlage für ein neues Stück Stadt in Hof. Daraus wächst außerdem eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnformen und Gewerbeflächen. Mit Funktionen wie erstens Produktion, zweitens Dienstleistung und drittens Wohnen sowie Freizeit entsteht insgesamt also eine sozial und ökologisch integrierte, neue Nachbarschaft. Die Dichte der Bebauung schafft räumliche Nähe jedoch bei geringer Versiegelung. Gleichzeitig besteht zudem eine Vielfalt an Begegnung. Der öffentliche Freiraum trägt zu dieser Qualität bei. Seine Wirkung strahlt dann bis in die naheliegende Innenstadt aus.

Siegerentwurf für Hof

Neun Architekturbüros aus ganz Deutschland reichten beim Wettbewerb Entwürfe ein. Drei davon nahm die Jury in die engere Auswahl. Unter den Juroren waren auch Vertreter*innen des Gelände-Eigentümers. Das war der Stadt Hof wichtig, um die Chancen für die Realisierung des Vorhabens zu steigern. Als Sieger*innen aus dem Wettbewerb ging das Büro ASP Architekten aus Stuttgart zusammen mit Johannes Wenzel aus Coburg und Koeber Landschaftsarchitektur aus Stuttgart hervor. Der Entwurf des Teams hat durch einen hohen Identifikationswert überzeugt. Dazu verspricht er gute Wohnqualität, viele Freiräume und einem geringen Konfliktpotenzial mit der benachbarten Feuerwehr. Das sei ein maßgeschneiderter Ansatz für die alte Spinnerei, heißt es in der Begründung der Wettbewerbsjury.

Interessiert an weiteren aktuellen Wettbewerbsergebnissen? Nach der Schließung eines Kaufhauses hat der Altstädter Markt Rendsburg an Vitalität und Attraktivität verloren. Der freiraumplanerische Realisierungswettbewerb Neugestaltung Altstädter Markt in Rendsburg soll dem Entgegenkommen und das Herz der norddeutschen Stadt wieder beleben.