Der zweistufige Wettbewerb Superscape 2018 sucht bis zum 12. März 2018 Architekturkonzepte die Architektur im digitalen Kontext betrachten. Alle zwei Jahre verleiht das österreichische Immobilienunternehmen JP den Preis an Absolventen der Studiengänge Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Design .

Superscape 2018

In der ersten Wettbewerbsphase sind Teilnehmer eingeladen Konzeptskizzen zum Thema „URBAN RENEWAL – Aufbruch, Umbruch und Bestand im digitalen Zeitalter“ einzureichen. Die Jury sucht im Anschluss die Nominierten der Shortlist aus. In der zweiten Wettbewerbsphase haben die ausgewählten Teilnehmer Zeit bis Ende August 2018 ihre Konzepte auszuarbeiten. Eine zweite Jurysitzung ermittelt den Gewinner der Superscape 2018 und präsentiert ihn während einer Galaveranstaltung im Oktober 2018. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und die Teilnehmer der Shortlist bekommen eine Aufwandsentschädigung von 2 000 Euro.

Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Das diesjährige Thema der Superscape dreht sich um Digitalisierung und Städtebau. Wachsende Städte veränderten im 20. Jahrhundert Gebäudetypologien und bestehende Strukturen. Im 21. Jahrhundert stellen sich Architektur und Städtebau den Herausforderungen der Digitalisierung und der steigenden Urbanisierung. Datensammlung, Sharing-Kultur und die Spannung zwischen digitaler und analoger Welt verändern auch unsere Lebensweisen, wie wir kommunizieren und konsumieren. Dies wirkt sich direkt auf den städtische Raum aus: immer mehr Typologien werden überflüssig während Smart Cities und Smart Homes versuchen auf den digitalen Wandel einzugehen. Der Wettbewerb Superscale lädt die Teilnehmer ein, einen Blick in die Zukunft zu werfen: Wie sehen unsere Städte im Jahr 2050 aus?

Die Auslobungsunterlagen und mehr Informationen findet ihr hier.

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Städtebauwettbewerb: das produktive Quartier der Zukunft

Vorbildfunktion in Winnenden

Die Stadt Winnenden sucht in einem internationalen Städtebauwettbewerb Ideen für ein gemischtes Quartier der Zukunft. Die Ausschreibung erscheint im Rahmen der und in Zusammenarbeit mit der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27). Einreichungsschluss ist der 10. Februar 2021.

 

Gemeinsam mit der IBA’27 schreibt die Stadt Winnenden einen anonymen und offenen internationalen Städtebauwettbewerb aus: Gesucht sind Vorschläge für ein gemischtes Quartier der Zukunft.

Die Große Kreisstadt Winnenden mit ihren rund 28 000 Einwohnern liegt etwa 25 km nordöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Kernstadt besteht aus sieben Stadtteilen und ist eingebettet zwischen Weinbergen, Streuobstwiesen und den Ausläufern des Schwäbischen Waldes. Über die Bundesstraße B14 und den Bahnhof (Regionalverkehr und S-Bahn) besteht eine sehr gute Verkehrsanbindung nach Stuttgart.

Das vom Wettbewerb betroffene Gebiet mit einer Fläche von etwa 5,5 Hektar liegt zwischen dem Bahnhof Winnenden und der Bundesstraße B14. Dort soll ein neues Quartier entstehen, das beweist, dass sich Wohnen und Arbeiten in hoher Dichte und hybriden Gebäuden ergänzen können.

 

Als IBA’27-Projekt kann das neue Stadtquartier zum Vorbild werden, wie eine enge Verzahnung der Funktionen sowohl den Mangel an Wohnungen als auch an Produktionsflächen in der Region Stuttgart platzsparend und nachhaltig lindern kann.

Das geplante Quartier soll den Flächenbedarf regionaler Unternehmen mit neuartigen Wohnmodellen und verkehrsberuhigten öffentlichen Räumen mit hoher Aufenthaltsqualität verbinden. Angepasste architektonische Formen können Lärm von Betrieben und Verkehr abschirmen. Gemeinschaftliche Angebote, Gastronomie und andere Dienstleistungen sollen von Bewohner*innen und Arbeitskräften gemeinsam genutzt werden.

 

Einreichung bis Mitte Februar

Hinzu kommt ein ambitioniertes Nachhaltigkeitskonzept, das Kreisläufe schließt. Ziel ist es, das neue Stadtquartier zu einem vielbeachteten Beispiel zu machen, wie intelligente und mutige Planung einen Mehrwert für Wirtschaft, Menschen und Umwelt schafft.

 

Einreichungsschluss für den anonymen und offenen Wettbewerb ist der 10. Februar 2021. Die Jury entscheidet voraussichtlich am 23. und 24. Februar 2021.

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es hier.

IBA’27

Wie wollen wir zukünftig leben, wohnen und arbeiten? Hundert Jahre nach Eröffnung der Stuttgarter Weissenhofsiedlung 1927 widmet sich die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) dieser Frage.

Mit der IBA soll der Aufbruch in die Zukunft exemplarisch sichtbar und erlebbar werden – durch neuartige Bauprojekte in der ganzen Region. Die IBA’27 stellt dabei die Menschen in den Mittelpunkt. Im Dialog will sie gemeinsam neue Antworten finden, wie der gesellschaftliche, technologische und ökologische Wandel erfolgreich gelingen kann.

Gesteuert wird sie von der IBA’27 StadtRegion Stuttgart GmbH unter Leitung des Intendanten Andreas Hofer und der kaufmännischen Geschäftsführerin Karin Lang.

Hitze-Benchmarking im Städtevergleich – wie schneiden Kommunen ab?

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Panorama einer Gebäudereihe unter grauem Himmel, fotografiert von Wolfgang Weiser

Die Hitzewellen schlagen neue Rekorde, Städte ächzen unter Temperaturen, die früher allenfalls im Mittelmeerraum für Gesprächsstoff sorgten. Doch wie misst man eigentlich, wie gut eine Kommune mit der Hitze klarkommt? Hitze-Benchmarking ist das neue Spielfeld für alle, die wissen wollen, wo ihre Stadt wirklich steht – und wer beim Schutz vor Hitzestress noch hinterherhinkt. Zeit für einen schonungslos ehrlichen Blick auf Methoden, Daten und die deutschen Vorreiter und Nachzügler.

  • Einführung in das Hitze-Benchmarking: Warum der Vergleich von Städten in Sachen Hitzeschutz wichtiger ist denn je.
  • Grundlagen, Methoden und Indikatoren: Was wird gemessen, wie werden Kennzahlen gebildet?
  • Praktische Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – wer setzt Maßstäbe, wer hat Nachholbedarf?
  • Die Rolle von Datenerhebung, Urban Data Platforms und digitalen Werkzeugen für das Benchmarking.
  • Herausforderungen: Von fehlender Standardisierung bis zu politischen Blockaden und Datenlücken.
  • Chancen für innovative Stadtentwicklung: Wie Benchmarking Klimaresilienz, Planung und Kommunikation revolutionieren kann.
  • Risiken: Wo Benchmarking in die Irre führen kann und warum soziale Aspekte nicht fehlen dürfen.
  • Fazit und Ausblick: Was Städte jetzt tun müssen, um beim Hitzeschutz nicht abgehängt zu werden.

Hitze-Benchmarking: Spielwiese für ambitionierte Städte oder lästige Pflicht?

Hitze-Benchmarking klingt auf den ersten Blick nach einem weiteren akademischen Buzzword, das sich in den Kanon von Nachhaltigkeitsberichten und Klimaschutzstrategien einreiht. Doch dahinter steckt weit mehr als nur ein weiteres Indikatorenset für den Statistikschrank im Bauamt. Im Kern geht es um eine brandaktuelle Frage: Wie gut ist eine Stadt wirklich auf die zunehmenden Hitzebelastungen vorbereitet, und wie schlägt sie sich im Vergleich zu anderen? Gerade im Kontext des Klimawandels, der selbst im Norden Deutschlands für tropische Nächte und überhitzte Plätze sorgt, ist die Fähigkeit, Hitze zu managen, zu einer Überlebensfrage urbaner Resilienz geworden.

Hitze-Benchmarking ist dabei alles andere als trivial. Es handelt sich um einen anspruchsvollen Prozess, der weit mehr verlangt als die bloße Erfassung von Temperaturwerten. Vielmehr geht es um die Entwicklung und Anwendung von Kriterien, die es erlauben, Städte systematisch und nachvollziehbar miteinander zu vergleichen. Das Ziel ist klar: Städte sollen voneinander lernen, ihre Schwachstellen erkennen und im besten Fall einen produktiven Wettbewerb entfachen, bei dem am Ende die Lebensqualität der Bevölkerung gewinnt.

Doch wie sieht das in der Praxis aus? Die Versuchung ist groß, einfach auf die jährlichen Hitzetage oder die maximale Tagestemperatur zu schielen und daraus einen Rang zu basteln. Aber damit würde man der Komplexität urbaner Hitzebelastung kaum gerecht. Wie werden Grünflächen einbezogen, wie das Verhalten der Bevölkerung, wie die Bauweise, die Versorgung mit Wasser und Schatten? Wer nur auf harte Zahlen schaut, übersieht schnell die weichen Faktoren, die oft über Wohl und Wehe in heißen Sommern entscheiden.

Ein weiterer Stolperstein: Benchmarking kann schnell zur politischen Bühne werden. Wer ganz vorne landet, rühmt sich als Klima-Vorreiter, wer hinten steht, wird mit Kritik überzogen. Das birgt Chancen, aber auch Risiken: Denn manchmal werden Zahlen schöner gerechnet, als es der Realität entspricht. Umso wichtiger ist es, dass die Methoden transparent, nachvollziehbar und im besten Fall sogar open source sind. Nur so können Kommunen den Prozess als Lernchance nutzen, statt sich im Wettbewerb zu verlieren.

Die gute Nachricht: Immer mehr Städte erkennen das Potenzial des Benchmarkings – und setzen es gezielt als Steuerungsinstrument ein. In der Schweiz etwa wurde schon vor Jahren ein systematischer Vergleich der Hitzebelastung in den größten Städten durchgeführt. In Deutschland zieht man nach, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Qualität. Fest steht: Wer beim Thema Hitze-Benchmarking mitmischt, betritt ein Feld, das in Zukunft an Bedeutung nur noch gewinnen wird.

Was wird gemessen – und wie? Die Kunst der richtigen Indikatoren

Wer ernsthaft wissen will, wie gut seine Stadt beim Hitzeschutz abschneidet, kommt an der Frage nach den richtigen Indikatoren nicht vorbei. Doch was genau wird eigentlich unter die Lupe genommen? Hier beginnt die eigentliche Kunst des Benchmarkings, denn die Auswahl und Gewichtung der Messgrößen entscheidet darüber, ob das Ergebnis mehr Licht als Schatten wirft. Die naheliegendsten Kandidaten sind meteorologische Größen: Hitzetage, Tropennächte, mittlere Tageshöchsttemperaturen und die Anzahl der aufeinanderfolgenden Tage mit Temperaturen über 30 Grad. Das klingt einleuchtend, greift aber zu kurz, wenn man die Komplexität urbaner Hitzebelastung abbilden will.

Deshalb gehen ambitionierte Benchmarking-Initiativen längst weiter. Sie beziehen Flächennutzungsdaten ein – etwa den Anteil versiegelter, entsiegelter und begrünter Flächen. Auch die sogenannte thermische Belastung, also die gefühlte Temperatur unter Berücksichtigung von Wind, Luftfeuchtigkeit und Strahlung, gewinnt an Bedeutung. Wer es ganz genau wissen will, schaut auf die Verfügbarkeit von Trinkwasserstellen, Schattenplätzen, öffentlichen Parks und sogar die Durchlüftungssituation in Straßenschluchten. Gerade letztere ist in vielen Städten ein blinder Fleck, der erst in den letzten Jahren durch neue Stadtklimamodellierungen in den Fokus rückte.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Vulnerabilität der Bevölkerung. Nicht jeder leidet gleich unter Hitze: Alte Menschen, Kleinkinder, Menschen mit Vorerkrankungen und sozial Benachteiligte sind besonders gefährdet. Deshalb wird in modernen Benchmarking-Tools auch die soziale Dimension berücksichtigt – etwa durch die Auswertung von Krankenhausaufnahmen bei Hitzewellen, die Zahl hitzebedingter Arbeitsausfälle oder die Verteilung von Pflegeeinrichtungen in besonders betroffenen Stadtteilen. Wer hier differenziert misst, erkennt schnell, dass Hitzeschutz weit mehr ist als das Pflanzen von Bäumen.

Doch wie kommt man an all diese Daten? Hier schlägt die Stunde der Urban Data Platforms und digitalen Zwillinge, die in immer mehr Kommunen entstehen. Sie verknüpfen Echtzeitdaten aus Wetterstationen, Satellitenbildern, Sensoren im öffentlichen Raum und Gesundheitsstatistiken zu einem digitalen Gesamtbild. Moderne Tools erlauben sogar, Simulationen zu fahren: Was passiert, wenn eine neue Grünfläche entsteht, ein Platz entsiegelt oder eine Frischluftschneise freigehalten wird? Solche Szenarien sind heute keine Spielerei mehr, sondern Teil professioneller Stadtplanung.

Am Ende bleibt die Frage: Wer legt fest, welche Indikatoren entscheidend sind? Hier gibt es noch reichlich Diskussionsbedarf. Während einige Städte auf internationale Standards wie die Sustainable Development Goals zurückgreifen, entwickeln andere eigene Leitfäden, die lokale Besonderheiten berücksichtigen. Klar ist: Wer zu kurz springt, verpasst die Chance, wirklich relevante Erkenntnisse zu gewinnen. Nur ein breit angelegtes, anpassungsfähiges Set von Indikatoren wird dem Anspruch eines aussagekräftigen Benchmarkings gerecht.

Praxisbeispiele: Wer glänzt, wer schwitzt? Der Städtevergleich im DACH-Raum

Ein Blick auf die Städte im deutschsprachigen Raum zeigt ein buntes Bild: Während einige Kommunen beim Hitzeschutz schon fast olympiareif agieren, befinden sich andere noch im Aufwärmtraining. München zum Beispiel hat sich in den letzten Jahren mit seinem preisgekrönten Klimaanpassungskonzept bundesweit einen Namen gemacht. Hier werden regelmäßig Stadtklimakarten, Hitzeaktionspläne und detaillierte Analysen zu Hitzebelastungen in den einzelnen Stadtvierteln veröffentlicht. Das Benchmarking erfolgt nicht nur intern, sondern auch im Vergleich mit anderen Metropolen – etwa im Rahmen der European Green Capital Initiative.

Wien wiederum gilt als Vorreiter in Sachen urbaner Klimaresilienz. Die österreichische Hauptstadt setzt auf ein engmaschiges Netz von Sensoren, eine umfassende Begrünungsstrategie und digitale Tools zur Simulation von Hitzeströmen. Das Benchmarking erfolgt hier nicht nur auf Basis von Temperaturdaten, sondern verknüpft auch soziale Indikatoren wie die Anzahl klimafreundlicher Schulhöfe oder die Versorgung älterer Menschen mit Schattenplätzen. Der jährliche Hitzebericht der Stadt ist öffentlich einsehbar und dient anderen Kommunen als Blaupause.

In der Schweiz hat Zürich Maßstäbe gesetzt. Die Stadt hat ein eigenes Hitze-Monitoring-System etabliert, das regelmäßig die Belastung in verschiedenen Quartieren auswertet. Besonders spannend: Die Daten werden nicht nur von der Verwaltung genutzt, sondern sind auch für Bürger und Wissenschaft zugänglich. So entsteht ein gemeinsamer Lernprozess, der das Benchmarking zu einer echten Austauschplattform macht. Andere Schweizer Städte wie Basel und Genf ziehen nach, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Und Deutschland? Neben den Metropolen gibt es auch überraschende Vorbilder im Mittelstand: Freiburg etwa punktet mit seinem Klimaanpassungskonzept und einer konsequenten Einbindung von Bürgern in die Hitzeschutzplanung. Auch kleinere Städte wie Ulm oder Potsdam entwickeln eigene Benchmarks, die auf lokale Besonderheiten eingehen. Allerdings bleibt festzuhalten: Noch sind die Methoden, Datenquellen und Indikatoren sehr unterschiedlich. Ein bundesweites, verbindliches Benchmarking existiert nicht – was den Vergleich erschwert und ein echtes Lernen voneinander oft verhindert.

Dennoch zeigen die Beispiele: Wo der politische Wille, fachliche Kompetenz und technische Infrastruktur zusammenkommen, entstehen innovative Lösungen. Städte, die sich dem Benchmarking offen stellen, profitieren doppelt: Sie erkennen schneller, wo Nachholbedarf besteht – und können gezielt in klimaresiliente Maßnahmen investieren. Das wiederum zahlt sich nicht nur im Wettbewerb um die besten Plätze im Ranking aus, sondern vor allem in der Lebensqualität der Bevölkerung.

Herausforderungen und Chancen: Wie gelingt echtes Hitze-Benchmarking?

So verheißungsvoll das Konzept klingt, so steinig ist der Weg zur echten Vergleichbarkeit. Die größte Hürde ist die fehlende Standardisierung. Jede Stadt kocht noch ihr eigenes Süppchen, was Indikatoren, Messmethoden und Datenquellen angeht. Das erschwert nicht nur den direkten Vergleich, sondern birgt auch die Gefahr, dass wichtige Aspekte unter den Tisch fallen. Gerade bei der Erfassung sozialer Dimensionen und der Integration von Vulnerabilitätsdaten gibt es große Lücken. Hier wären nationale Leitlinien oder sogar einheitliche europäische Standards ein echter Gewinn.

Ein weiteres Problem: Daten sind nicht immer frei verfügbar. Während größere Städte oft auf eine Vielzahl von Messstationen und digitalen Plattformen zurückgreifen können, tun sich kleinere Kommunen schwer. Die Gründe sind vielfältig: knappe Budgets, fehlende Fachkompetenz und manchmal auch schlicht politische Zurückhaltung. Wer Benchmarking als lästige Pflicht empfindet, wird kaum die Ressourcen mobilisieren, die für ein aussagekräftiges Monitoring nötig sind.

Hinzu kommt ein kultureller Aspekt: Nicht jede Kommune will sich öffentlich vergleichen lassen. Die Angst, im Ranking schlecht abzuschneiden, blockiert häufig die Bereitschaft zur offenen Datenlage. Dabei könnte gerade der offene Umgang mit Schwächen und Stärken dazu beitragen, gezielte Förderungen zu erhalten, Partnerschaften zu schmieden und von den Besten zu lernen. Ein transparenter Wettbewerb, der nicht auf Bloßstellung, sondern auf gegenseitige Unterstützung setzt, wäre hier ein wichtiger Impuls.

Auf der technischen Seite eröffnen digitale Zwillinge und Urban Data Platforms völlig neue Möglichkeiten. Sie erlauben eine bisher ungeahnte Granularität und Aktualität der Daten – von der Echtzeitüberwachung der Hitzebelastung in einzelnen Straßenzügen bis zur Simulation künftiger Bebauungsmaßnahmen. Gleichzeitig stellen sie hohe Anforderungen an Datenschutz, Governance und Interoperabilität. Wer hier nicht sauber arbeitet, riskiert Vertrauensverluste und Fehlsteuerungen.

Doch die Chancen überwiegen: Ein gut konzipiertes Hitze-Benchmarking kann zur Triebfeder innovativer Stadtentwicklung werden. Es schafft Klarheit darüber, wo die größten Risiken liegen, setzt Anreize für Investitionen in Kühlinfrastruktur und sensibilisiert Politik, Verwaltung und Bürgerschaft für die Herausforderungen des Klimawandels. Wer Benchmarking klug mit Beteiligungsformaten und transparenter Kommunikation verbindet, macht aus einem scheinbar trockenen Statistikprojekt ein echtes Zukunftsinstrument.

Fazit: Hitze-Benchmarking als Schlüssel für klimaresiliente Städte

Die Zeiten, in denen Hitzeschutz eine Randnotiz im Stadtentwicklungsplan war, sind endgültig vorbei. Hitze-Benchmarking ist gekommen, um zu bleiben – und wird in den nächsten Jahren zum Maßstab erfolgreicher Stadtplanung avancieren. Städte, die sich dem Vergleich stellen, gewinnen eine wertvolle Standortbestimmung und einen Kompass für gezielte Investitionen in Klimaresilienz. Sie profitieren von der Erfahrung anderer, erkennen eigene Schwächen und können ihre Maßnahmen zielgerichtet weiterentwickeln. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung, die Methoden zu standardisieren, soziale Aspekte konsequent einzubeziehen und den offenen Austausch zu fördern.

Wer heute beim Hitzeschutz und dessen Benchmarking nur auf die Pflicht setzt, wird morgen von Städten überholt, die daraus eine Kür machen. Die Zukunft urbaner Resilienz entscheidet sich nicht nur auf dem Papier, sondern im lebendigen Vergleich der besten Ideen, mutigsten Maßnahmen und klügsten Datenstrategien. Hitze-Benchmarking ist kein Selbstzweck – es ist der Prüfstein für eine Stadtentwicklung, die nicht nur überlebt, sondern auch in heißen Zeiten lebenswert bleibt. Denn eines ist sicher: Der nächste Rekordsommer kommt bestimmt.