Todesfalle Böschungsmatte

Verformte Schildkrötenpanzer und der Mageninhalt von Walkadavern zeigen uns deutlich, dass Plastik im Meer verheerende Schäden anrichtet. Aber auch an Land leidet Flora und Fauna unter den verschiedenen Formen von Plastik im Ökosystem. Und Delfine sind nicht die einzigen Tiere, deren Leben in Plastiknetzen ein Ende findet. Prof. Dr. habil. Ulrich Walz plädiert für Böschungsmatten ohne Kunststoff.

Natter
Eine Natter verhedderte sich in einem Kunststoffnetz und konnte sich nicht mehr befreien. (Foto: Ulrich Walz, 24.05.2019)

 

Im Landschaftsbau verwendete Matten zur Böschungsstabilisierung enthalten teilweise Kunststoffnetze. In diesen können sich jedoch Tiere verfangen und qualvoll verenden, wie der Fund einer toten Ringelnatter in Sachsen belegt. Das Tier hatte sich beim Versuch durch diese Matte zu schlüpfen, mit den Schuppen in den feinen Kunststofffäden verheddert.

Böschungsmatten: Kokos statt Kunststoff

Darüber hinaus ist die Verwendung solcher Matten vor dem Hintergrund der Vermeidung von Kunststoffrückständen (Mikroplastik) im Ökosystem höchst bedenklich. Im Gegensatz zu den mittlerweile verbotenen Trinkhalmen, Wattestäbchen etc. werden solche Kunststoffnetze direkt in naturnahe Ökosysteme eingebracht. Alleine schon aus diesem Grund sollte man überdenken, ob diese Matten eine geeignete Lösung darstellen.

Die Verwendung dieser Matten im Landschaftsbau im Vegetationsbereich ist daher insgesamt als sehr kritisch zu bewerten und abzulehnen. Es stehen genügend alternative Materialien wie zum Beispiel Kokos- oder Jutematten, Direktansaat-Verfahren oder Ähnliches zur Verfügung.