03.11.2022

Event

TU Wien feiert 50 Jahre Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und Gartenkunst

von Eva Berger
Die Aula im Hauptgebäude der TU Wien.
Die Aula im Hauptgebäude der TU Wien. Foto: TU Wien

An der TU Wien besteht eine lange Tradition im Gebiet Landschaftsarchitektur. Der „Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung“ feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.Bis heute ist die Einrichtung eine Brücke zwischen den Studienrichtungen Architektur und Raumplanung.

Im Jahr 1972 wurde mit dem Aufbau der Studienrichtung Raumplanung an der Technischen Hochschule in Wien (ab 1975: TU Wien) das Institut für Landschaftspflege, Landschaftsgestaltung und Gartenkunst gegründet. Heute trägt die Einrichtung den Namen Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung.

„Brückeninstitut“ zwischen Architektur und Raumplanung

Zum Aufbau dieses Instituts wurde Ralph Gälzer (1931-2007) als Professor berufen. Der aus Wien stammende Landschaftsarchitekt war von 1966 bis 1972 in Hannover im Stadtplanungsamt sowie in der städtischen Grünverwaltung tätig. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 konnte er das Institut für Landschaftspflege, Landschaftsgestaltung und Gartenkunst zu einer wichtigen Einrichtung in Lehre sowie Forschung an der Fakultät für Architektur und Raumplanung ausbauen.

Der Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung bildet die „Brücke“ zwischen den Studienrichtungen Architektur und Raumplanung. Das Studium Landschaftsarchitektur wird an der TU Wien nicht angeboten.
Der Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung bildet die „Brücke“ zwischen den Studienrichtungen Architektur und Raumplanung. Das Studium Landschaftsarchitektur wird an der TU Wien nicht angeboten. Foto: TU Wien

In der Schriftenreihe des Instituts erschienen die Ergebnisse innovativer Projekte und internationaler Tagungen zur Landschaftsplanung und zur Gartenkunst. Seit 1981 trug das Institut den geänderten Titel „Institut für Landschaftsplanung und Gartenkunst“. Es diente aber weiterhin als „Brückeninstitut“ der Ausbildung von Studierenden der Architektur und der Raumplanung sowie als vielseitige Forschungseinrichtung.

Von der Lehrkanzel für Blumen- und Ornamentzeichnen zum Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung

Der Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung hatte bereits Vorläufer an der Fakultät für Architektur. Ab 1935 wurden an der Lehrkanzel für Ornamentik und Raumkunst, gegründet 1843 als Lehrkanzel für Blumen- und Ornamentzeichnen des seit 1815 bestehenden Polytechnischen Instituts, Vorlesungen von Hans Pfann (1890-1973) zur Gartenkunst und Gartentechnik gehalten. Nach der Emeritierung von Pfann im Jahr 1961 hatte Josef Oskar Wladar (1900-2002) bis 1975 Lehraufträge für Landschafts- und Gartengestaltung und Grünlandplanung inne. Er unterrichtete ab 1972 bis 1975 am neu gegründeten Institut.

Der Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung befindet sich im Hauptgebäude der TU Wien.
Der Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung befindet sich im Hauptgebäude der TU Wien. Foto: TU Wien

Nach der Emeritierung von Ralph Gälzer leitete Johannes Schaffer bis zur Nachbesetzung der Professur durch Richard Stiles im Jahr 1994 das Institut, das seit 2004 im Rahmen der Umstrukturierung der Fakultät „Forschungsbereich Landschaftsplanung und Gartenkunst“ und ab 2022 „Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung“ benannt ist.

Seit der 2020 erfolgten Emeritierung von Richard Stiles führte Annalisa Mauri den Forschungsbereich. 2021 wurde die Professur nachbesetzt, es teilen sich Susann Ahn und Thomas Hauck die Professorenstelle zur Hälfte.

Wir wünschen dem Forschungsbereich an der TU Wien …

In Österreich ist der Forschungsbereich Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung einer der wenigen Institutionen dieser Aufgabengebiete. Dort wurde und wird seit vielen Jahrzehnten kontinuierlich und intensiv zu den zahlreichen Themen der Landschaftsplanung, der Landschaftsarchitektur, der Gartengeschichte, der Gartenkultur sowie der Gartendenkmalpflege gelehrt und geforscht.

Diese Kernkompetenzen sind gerade in den herausfordernden Zeiten des Klimawandels gesucht und gefragt. Dem Forschungsbereich ist daher für die Zukunft zu wünschen, dass die Ergebnisse in Lehre und Forschung in der Öffentlichkeit sowie von Seiten der Politik und Verwaltung Berücksichtigung finden.

Ebenfalls interessant: Die Landschaftsarchitektur-Profession in Österreich beleuchten wir in unserer Februarausgabe 2022.

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