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“Die kreative Stadt ist nicht planbar, aber gestaltbar”

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dass Veränderungen auch Chancen bedeuten. (Foto: Johanna Springer)

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Kreativität ist ein Motor für Kommunikation, Partizipation, Integration und Prosperität einer Stadt. Dort, wo sich eine urbane Kultur, wo sich Zwischennutzungen und selbstorganisierte Räume entwickeln, blüht die Stadt, wird sie vielfältig und interessant.
 Das Hamburger Büro urbanista unterstützt Akteure der Stadt, ihre Projekte auf breitem Wissen zu gründen. Mit ihrer Forschung und ihren Konzepten für urbane Kontexte setzen die Stadtplaner Impulse für die Zukunftsentwicklung von Orten. Bei allen Projekten spielt die kommunikative Kraft ihrer Ideen eine zentrale Rolle. Mit dem offenen Stadt-Labor Nexthamburg verfolgt urbanista das Ziel, gemeinsam mit vielen Menschen die Zukunft unserer Städte und unserer Gesellschaft vorauszudenken. Im Kontext unserer Oktober-Ausgabe „Kreative Stadt“ sprachen wir mit Julian Petrin, Gründer des Büros urbanista darüber, wie man als Planer die kreative Stadt fördern kann, welche Rolle die Städte selbst und private Projektentwickler spielen und über beispielhafte Projekte. 

G+L: Herr Petrin, lässt sich eine kreative Stadt überhaupt planen? Kreative suchen sich ja eigentlich lieber selbst ihre Orte.
Julian Petrin: Auch vorgegebene Orte werden angeeignet. Wichtig ist, dass diese Orte spannend sind. Und es muss klar sein, dass die Akteure nicht nur Steigbügelhalter für eine in ein oder zwei Jahren folgende Immobilien­wirtschaft sind. Letztlich gilt: Solche Orte werden oft entdeckt oder angeeignet, ohne dass man danach ruft. Da muss eine Stadt aufmerksam sein und rechtzeitig reagieren, wenn ein bestimmter Ort ins Visier der Kreativszene gerät. Dann muss sie Nutzungen ermöglichen, die Eigentümer mit den Nutzern zusammenbringen und einen Prozess stiften und begleiten, sodass sich ein solches Cluster entwickeln kann. Passender als Planung finde ich in diesem Zusammenhang übrigens den mittlerweile etwas überstrapazierten Begriff des Kuratierens oder besser noch des Ermöglichens. Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Eigentümer ist das ehemalige Kraftwerksgelände Bille von Vattenfall. Die Stadt Hamburg und Vattenfall haben beide die kreative Energie erkannt, die sich an diesem Ort ansiedeln kann und haben, was außergewöhnlich ist, eine Ausschreibung für kulturelle Nutzungen gemacht. Und es funktioniert, dort entsteht ein wunderbarer Stadtbaustein. Man kann also nicht pauschal sagen, die Kreativszene geht nicht dorthin wohin man sie einlädt, man muss es nur gut machen.

Was können Städte oder Projektentwickler für eine gelungene Koexistenz von kreativen Nutzungen und klassischen Gewerbe- und Wohnnutzungen tun?
… sehr unterschiedliche Dinge. Ein Beispiel, bei dem ein Projektentwickler auf ganz andere Weise als üblich agiert, sind die ehemaligen Esso Häuser in Hamburg, auch als Paloma-Viertel bekannt. Das ist aktuell für mich eines der ambitioniertesten und spannendsten Projekte, bei dem man versucht, nicht wertschöpfungsorientierte Nutzungen zu integrieren. Ein Teil der fast 28 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche steht dort für ein „Subkultur-Cluster“ und für Nachbarschaftsorte, begehbare Dächer etc., die nicht zum üblichen Marktzins finanziert werden können. Das ist eine Investition ins Quartier, die der Eigentümer mitträgt – wenn er insgesamt nicht draufzahlt.

 

Und das funktioniert?
Ja, das zeigt das Projekt. Aber nicht wertschöpfungsorientierte Nutzungen sind nicht einfach in der Umsetzung. Für das erwähnte Nachbarschaftscluster zum Beispiel muss man erst einmal jemanden finden, der sich traut, solch komplizierte und möglicherweise sich nicht gut rechnende Bausteine umzusetzen.

Worin sehen Sie den wichtigsten Part von Planern in diesen Prozessen?
Ein guter Planer – oder besser, ein guter Kurator – hat eine Haltung bzw. eine Idee davon, was er beigetragen möchte. Kuratieren heißt nicht, man nimmt sich zurück, verknüpft nur unsichtbare Fäden und schaut was passiert. Als Kuratoren können wir identifizieren, welche Potenziale es an einem Ort gibt. Potenziale für die Neuverknüpfung von Akteuren und Szenen, um das Miteinander zu fördern und dadurch zu Projekten zu kommen, die spannend und nachhaltig sind, die sich selber tragen. Man muss die passenden Orte finden und schauen, was eine Stadt an Begabungen und Potenzialen hat, um diese neu zu erfinden. Das ist das, was die Amerikaner Placemaking nennen: Nicht mehr das Planen, sondern das Verknüpfen von Potenzialen eines Ortes mit einer klaren Zielrichtung.
Ein gutes Beispiel ist unser aktuelles Konzept für die Innenstadt von Offenbach. Der Stadt geht es nicht darum, die klassische Innenstadt rund um den Einzelhandel wiederzubeleben, sondern mal ganz anders zu denken. Wir haben daher ein Modell entwickelt von hybriden Orten, die sich zwischen Kultur-, Einzelhandels- und Freizeitnutzungen bewegen und Akteure aus der Stadtmacher-Szene mit Akteuren der Immobilienwirtschaft zusammenbringen. Das sind Projektentwicklungen, die man vordenken muss.

Das ganze Interview mit Julian Petrin lesen Sie in Garten + Landschaft 10/2019.

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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6-Seen-Wedau: Längste Klimawand der Welt

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Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt soll entstehen. (Foto: Redaktion Jensen media)
Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt soll entstehen. (Foto: Redaktion Jensen media)
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Der Bau des neuen Wohngebiets „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ hat begonnen und startet mit einem Rekord: Die längste Klimawand der Welt mit einer Länge von 2,6 Kilometer soll entstehen.

3 000 Wohneinheiten & 40 000 Quadratmeter Natur

Das neue Wohngebiet „6-Seen-Wedau – Wohnen am Wasser“ in Duisburg ist das derzeit größte Stadtentwicklungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. Teil des Wohngebiets ist eine 2,6 Kilometer lange und 10 Meter hohe grüne Lärmschutzwand. 13 000 Kletterpflanzen werden die längste Klimawand der Welt ausstatten. Sie soll den künftigen Bewohner*innen von 6-Seen-Wedau Lärmschutz vor dem angrenzenden Bahnverkehr gewähren und zugleich 40 000 Quadratmeter Natur bieten. Darüber hinaus stellt die Klimawand einen geschützten Lebensraum für die in der Region lebenden Zauneidechsen dar.

Das Wohngebiet entsteht auf den ehemaligen Bahnflächen des Rangierbahnhofs Wedau und wird in den nächsten Jahren fertiggestellt. Die Klimawand soll schon Ende 2022 komplett sein. 6-Seen-Wedau wird bis zu 3 000 Wohneinheiten in vier unterschiedlich gestalteten Quartieren bieten.

Foto: Redaktion Jensen media
Foto: Redaktion Jensen media

Die „Rau Klimawand R3“ in 6-Seen-Wedau

Die Klimawand in 6-Seen-Wedau kommt vom Spezialanbieter „Rau Lärmschutzwände“ mit Sitz in Berlin. „Die Lärmschutzwand in Duisburg-Wedau sprengt wirklich alle bisherigen Dimensionen. Toll, dass sich die Stadt und die Duisburger GEBAG als Baugesellschaft für diese besonders nachhaltige und ökologische Lösung des Lärmschutzes entschieden haben“, sagt Henning Knief, Geschäftsführer der Rau Lärmschutzwände – Geosystem GBK GmbH aus Berlin.

Der Luftschalldämmungswert der Klimawand liegt bei 68 dB. Die gesamte Länge des Neubaugebiets ist von der Wand geschützt. Die Bahnstrecke zwischen Duisberg-Wedau und Ratingen ist viel befahren, weshalb der Schutz wichtig ist.

Aber auch die Umweltfreundlichkeit der Wand spielt eine wichtige Rolle. Michael Streck, Projektleiter der GEBAG Flächenentwicklung, sagt dazu: „Die Nähe zur Natur spielt für Investoren und zukünftige Anwohner schon jetzt eine große Rolle: Wir haben über 800 Anregungen von 300 Bürgerinnen und Bürgern in unsere Stadtteilplanung einfließen lassen – viele große Grünflächen sollen das Stadtbild mitprägen. Klar, dass wir auch bei der Wahl unserer Lärmschutzwand eine umweltfreundliche Lösung finden wollten“, so Streck.

Nachhaltiger Bau

Bei der Klimawand in 6-Seen-Wedau ist der Name Programm, denn auch in ihrer Herstellung ist sie ressourcensparend. „Beton ist in der Herstellung wahnsinnig energieaufwändig und entspricht einfach nicht mehr unserem heutigen Verständnis von Ökofreundlichkeit. Für die Füllung unserer Klimawand wurde durch ein kluges Bodenmanagement sowohl zugeliefertes als auch örtlich angefallenes Material verwendet, das bei der Umsetzung des neuen Stadtteils sowieso angefallen wäre“, so Henning Knief.

Dabei wurde lokal gewonnener Erdboden in den Stahlkorb der Mauer gefüllt, was die Begrünung der Mauer durch örtliche Pflanzen begünstigt. Die Kletterpflanzen brauchen nur die übliche anfängliche Pflege und sind danach quasi wartungsfrei. Sie haben außerdem eine lange Lebensdauer von mindestens 80 Jahren und können große Mengen an CO2 aufnehmen. So wird die Wand schon nach wenigen Jahren eine positive Klimabilanz aufweisen.

Zum Schutz der örtlichen Fauna erklärt Michael Streck: „Auf dem Wall wurden Ersatzquartiere für die heimischen Zauneidechsen eingerichtet. Außerdem finden sich im Lärmschutzwall einige Durchlässe für die Zauneidechsen, sodass sie je nach Tageszeit unkompliziert und sicher auf die sonnigere Seite wechseln können.“

Über das Projekt in Duisburg-Wedau

Das neue Wohnquartier in Wedau soll etwa 60 Hektar groß sein und sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen bieten. Das „Team Wedau“ hat über 800 Anregungen von Bürger*innen gesammelt, um das Quartier am Wasserturm, die Neue Gartenstadt, das Seequartier und das Quartier am Uferpark partizipativ zu gestalten. „Wir haben das gesamte Wohngebiet sehr großflächig geplant. Wir wollen nicht nach dem Maximalprinzip alles mit Immobilien zupflastern, sondern den Quartieren mit ihren individuellen Ansprüchen an Wohnen und Architektur genügend Platz zur Entfaltung geben“, so Projektleiter Michael Streck.

Die Sechs-Seen-Platte, die dem neuen Wohngebiet 6-Seen-Wedau seinen Namen gibt, besteht aus dem Masurensee, dem Warmbachsee, dem Böllertsee, dem Wildförstersee, dem Wolfssee und dem Haubachsee in Duisburg-Wedau. Zukünftige Anwohner*innen profitieren von der hohen Freizeitqualität der Umgebung. Das neue Bauprojekt wertet das neue Viertel auf und bietet viele Grün- und Erschließungsflächen, die auch für Investor*innen interessant sind. Zentrale Bauten wie der denkmalgeschützte Ziegelwasserturm bleiben bestehen. Insgesamt soll 6-Seen-Wedau durch die unmittelbare Nähe zur Natur und durch viele Grünflächen geprägt werden – allen voran die längste Klimawand der Welt, die sicherlich auch Besucher*innen von außerhalb anziehen wird.

Nicht nur Lärmschutzwände können klimafreundlich gestaltet werden, sondern auch Dächer. Erfahren Sie hier alles Wichtige zum Thema Dachbegrünung.

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