Weitere Wettbewerbsergebnisse im März 2021

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen regelmässig über die spannendsten Wettbewerbe. Hier sind weitere Wettbewerbsergebnisse im März 2021.

IGA Metropole Ruhr 2027 Zukunftsgarten Bergkamen/Lünen; 1. Preis Greenbox Landschaftsarchitekten, Köln

 

Alle Bilder: Greenbox

2027 wird die Metropole Ruhr eine Internationale Gartenschau (IGA) ausrichten. Einer von fünf Standorten werden die beiden Kernflächen in Bergkamen und Lünen sein, die einen gemeinsamen Zukunftsgarten unter dem Motto „Landschaft in Bewegung“ als Ziel haben. Der Siegerentwurf stärkt die räumlich unterschiedlichen Charaktere der beiden sieben Kilometer voneinander entfernten Landschaftsräume und formuliert daraus das gestaltprägende Leitkonzept als gemeinsame Klammer „Talwunder und Bergwelten“.

Basis dazu bilden die offene und an den Rändern bewaldete Talebene von Lünen und die bergige Haldenlandschaft Bergkamens. Die Talwunder in Lünen umfassen ruhige Aktionsräume wie Wandern, Waldbaden und Entspannen. Räumlich zeichnet sich der Bereich durch offene Bereiche, Waldrundwege und Experimentierfelder für den temporären IGA-Bereich aus. Highlight wird der kreisrunde Panoramasteg „Talrund“ mit mittig gesetztem Gastronomie- und Wellnessangebot. Analog dazu bieten die Bergwelten auf der Halde Bergkamen den Aussichtspunkt „Bergrund“. Eine ebenfalls kreisrunde, mit Netzen und Stegen versehene Landmarke. Die Bergwelten bieten vielfältige Aktionsbereiche wie Bikepark und Schluchten und Hänge für den Klettersport.

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Neugestaltung Bozner Platz in Innsbruck, AT; 1. Preis EGKK Landschaftsarchitektur, Wien

 

Alle Bilder: EGKK Landschaftsarchitektur

Aus dem von Fahrverkehr geprägten Bozner Platz in Innsbruck soll ein Freiraum entstehen, der das Miteinander sämtlicher Nutzergruppen ermöglicht. Die Fußgänger*innen sollen dabei den Platz- und Verkehrsraum überall frei queren können, ohne sich auf definierte Querungszonen zu beschränken. Leitidee des Entwurfs ist der ursprüngliche Landschaftsraum des Areals im frühen 19. Jahrhundert. Geprägt von Baumhainen, Feldern. Die Verfasser*innen greifen die Elemente auf und transformieren sie auf den heutigen Stadtplatz. Als Hauptelement legt sich ein Baum-Karree aus Gleditschien in die Platzmitte und umfasst dabei die bestehende Brunnenanlage. Die Fläche unterhalb des Baumdachs ist wassergebunden und dient als Versickerungszone für Regenwasser und zur Bewässerung der Bäume. Die seitlich anschließenden baumfreien Pflasterflächen lassen sich multifunktional für Veranstaltungen nutzen. Diese zentrale Platzmitte ist als konsumfreie Verweilzone ausgelegt, die Randbereiche entlang der Platzkante als Vorzone von Erdgeschossnutzungen wie Gastronomie. Der Fahrverkehr integriert sich zwischen Platzmitte und Gebäudevorzonen zurückhaltend in das Platzgefüge.

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„Gebaute Orte für Demokratie und Teilhabe“, bundesweiter Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung

 

455 Projekte nahmen am bundesweiten Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung teil, die drei gleichrangige Preise mit je 20.000 Euro dotierte und drei Auszeichnungen mit je 15.000 Euro. Ungeachtet ihrer Unterschiedlichkeit ist allen Preisträgern gemein, dass sie die demokratischen Werte stärken und die Teilhabe unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen unterstützen. Ein Preisträger unter der federführenden Gestaltung der Landschaftsarchitekt*innen kerck + partner ist der Lern- und Dokumentationsort Bückeberg bei Hameln. Auf dem Bückeberg fand zwischen 1933 und 1937 das Reichserntedankfest statt, der Ort zählt damit zu den zentralen Orten der nationalsozialistischen Inszenierungspolitik.

Der Entwurf, der aus einem gewonnenen Gestaltungswettbewerb 2017 hervorgeht, sensibilisiert durch punktuelle Interventionen. Sie erhalten die damaligen Geländeeingriffe, dechiffrieren und entlarven sie aber über ein begleitendes Informationssystem als manipulative NS-Inszenierungen. Der außerschulische Lernort ist frei zugänglich und lässt sich auch außerhalb von Führungen erkunden. Die Blaue Bude in Dinslaken des Vereins Forum Lohberg knüpft an die im Ruhrgebiet verbreitete „Büdchen“-Kultur an und schafft auf wenigen Quadratmetern einen Ort der Identifikation und des sozialen Miteinanders. Der Interkulturelle Garten “Bunte Erde” in Chemnitz des gleichnamigen Vereins ist ein gemeinsam gestalteter und bewirtschafteter Garten, der allen offen steht und aktiv zum Wandel des Stadtteils zu einer aktiveren Wertegemeinschaft beigetragen hat.

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.