06.05.2020

Wettbewerb

Wettbewerbsübersicht April 2020

von Heike Vossen
den das Architektenteam aus Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten gewonnen hat. © Herzog & de Meuron

Masterplan Grasbrook, 1. Rang Gewinner Herzog & de Meuron, Basel, Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse. Hier die Wettbewerbsübersicht April 2020.

Drei Planungsteams stellten sich der finalen zweiten Runde des wettbewerblichen Dialogs, den das Architektenteam aus Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten gewonnen hat. © Herzog & de Meuron, Vogt Landschaftsarchitekten
Im neue Stadtteil Grasbrook am Hamburger Hafen sollen rund 3.000 Wohnungen und 16.000 Arbeitsplätze entstehen. © Herzog & de Meuron, Vogt Landschaftsarchitekten
Zentrales Element bildet der große Park als Mittelpunkt der Halbinsel, eingebunden in städtebaulich robuste Strukturen wie Uferpromenaden und Verbindungs- und Sichtachsen nach außen. © Herzog & de Meuron, Vogt Landschaftsarchitekten
Die neue grüne Mitte mit Überseeplatz und überdachter Überseemeile. © Herzog & de Meuron, Vogt Landschaftsarchitekten
Der Stadtpark dient als „Generator des neuen Stadtteils“ und kann als erstes angelegt werden. © Herzog & de Meuron, Vogt Landschaftsarchitekten

Bahnhofsquartier in Radolfzell am Bodensee, 1. Preis bb22 architekten + stadtplaner, Frankfurt am Main

3.000 Wohnungen und 16.000 Arbeitsplätze samt großem Park und Wasserspiel sollen im neuen Hamburger Stadtteil Grasbrook entstehen, dessen kürzlich entschiedener Wettbewerb das Team Herzog & de Meuron mit Vogt Landschaftsarchitekten zum Sieger kürte. Das Verfahren ermöglichte, die Freiraumplanung auf „Augenhöhe“ gleichberechtigt mit dem Städtebau zu entwickeln. Zentrales Element bildet der große Park als Mittelpunkt der Halbinsel, die bisher noch als abgeschottetes Hafenareal existiert. Dieser Stadtpark „Vedelhöfft“ entspricht dem Volksparkgedanken und bildet gemeinsam mit dem am Ufer gelegenen Überseeplatz und der gläsern überdachten Überseemeile das Zentrum des neuen Stadtteils. Der Park kann als erstes angelegt werden – das ermöglicht, diesen als „Generator des neuen Stadtteils“ zur Identitätsbildung einzusetzen: Bereits zu Beginn der Quartiersentwicklung kann er den zukünftigen Anwohnern und Anrainern zur Verfügung stehen. Eine unaufgeregte Gliederung prägt die städtebauliche Struktur. Sie konzentriert sich räumlich auf den zentralen Park und enthält robuste Strukturen wie Promenaden am Wasser und Verbindungs- und Sichtachsen nach außen.

Vier Planungsbüros nahmen am städtebaulichen Ideenwettbewerb „Bahnhofsquartier“ teil, aus dem bb22 architekten + stadtplaner als Sieger hervorging. © Martin Hinz
Eine Folge von Solitärbauten bildet die neue Stadtkante und lässt so wichtige Sichtachsen zwischen Altstadt und Bodensee frei. © bb22 architekten + stadtplaner
Die Höhenentwicklung des neuen Quartiers orientiert sich am Bestand und konkurriert nicht mit der Altstadtsilhouette. © bb22 architekten + stadtplaner
Entlang der zum Ufer gewandten Südseite leitet die neue Promenade als Rad- und Fußweg zum Ufer. © bb22 architekten + stadtplaner
Querschnitt Bahnhofsquartier © bb22 architekten + stadtplaner

Die Neugestaltung des Bahnhofsquartiers soll zwischen Bodenseeufer und Altstadt vermitteln, da die in Radolfzell trennenden Gleisanlagen an zentraler Stelle nur durch die Bahnhofsunterführung überwunden werden können. Der Siegerentwurf plant mit der Neubebauung eine vorgelagerte, zweite Stadtkante zum Ufer hin, die jedoch nicht mit der Altstadtsilhouette konkurriert. Durch eine Folge von Solitären hält sie wichtige Sichtachsen zwischen Altstadt und See frei und akzentuiert die Blickbezüge. Die Höhenentwicklung des neuen Quartiers orientiert sich am Bestand, als eigenständiges Ensemble erhält das Bahnhofsquartier jedoch eine doppelte Erschließung, was eine neue Geländekante zum Bodensee hin ermöglicht. Entlang der zum Ufer gewandten Südseite leitet die neue Promenade als Rad- und Fußweg zum Ufer und stärkt damit räumlich und visuell die Verknüpfung zu Ufer und See. Stadtgraben, Grünflächen und Wegesystem docken an der neuen Stadtkante an, neue Plätze und Aufweitungen reagieren dabei auf die bestehenden Strukturen und Sichtachsen. Der Siegerentwurf punktete durch seinen sensiblen Umgang mit dem Bestand, sowie einer angemessenen Dichte und Maßstäblichkeit, wie die Jury hervorhob.

Scroll to Top