Rathausvorplatz Bayreuth, 1. Rang HAHN HERTLING VON HANTELMANN, Berlin
Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse.




Neugestaltung Marktplatz und Bohl in St. Gallen, 1. Preis Lorenz Eugster, Zürich, mit Brassel Architekten, Zürich, und Flühler Architektur, St. Gallen
Die Prinzipien „fließender Raum“ und „Platz in Platz“ bilden die Basis des Siegerentwurfs von HAHN HERTLING VON HANTELMANN für den Rathausvorplatz in Bayreuth. Mit ersterem stärken sie die ursprüngliche Idee des Rathausquartiers als offene Stadtlandschaft mit fließenden Übergängen. Nur wenige grüne Setzungen brechen den Platzraum auf und schaffen eine durchlässige Raumbildung. Die ehemalige Raumkante zum Luitpoldplatz deuten die Planer durch Bäume an – Hochstämme mit lichter Krone, die mit wohldefinierter Lücke den Haupteingang zum Rathaus inszenieren. Die Pflanzenpolster schaffen einen Platz im Platz. Dieser Binnenraum nimmt die Lauf- und Blickbezüge nach außen auf und verzahnt sie mit dem Umfeld. Trotz der Durchlässigkeit der Polster, ordnen sie den Platzraum in verschiedene Bereiche. Die Vorder- und Rückseiten werden dabei aber nicht gewichtet. Der Platz erschließt sich erst nach und nach, was die Jury als reizvoll erachtet. Ebenso begrüßt sie, dass die Planer das verbindende Thema Wasser aufgreifen und einen weiteren „Wassertrittstein“ zwischen Rotem Main und Mühlengraben schaffen.




MORO „lebendige Regionen“, Region Stuttgart, 1. Preis SPACE4, Stuttgart, Daniel Schönle Architektur und Stadtplanung, Stuttgart
Marktplatz und Bohl bilden den Kern der St Gallener Altstadt und sind wichtige Halte- und Umsteigeorte des ÖPNV. Der Siegerentwurf stellt die bisherige verkehrsbedingte räumliche Trennung von Marktgasse, Marktplatz und Bohl infrage. Er rückt die ursprüngliche, nordsüdlich gerichtete Hauptachse, die Marktgasse, in den Mittelpunkt. Diese Achse steht als großer flexibel nutzbarer Raum für Feste und Markt zur Verfügung; Marktplatz und Bohl bilden die angrenzenden „Platznischen“ als Orte des lebendigen Alltags, so die Intention der Verfasser. Die Schnittstelle bildet einen offenen, großzügigen urbanen Raum, der flexible Szenarien für vielseitige Nutzungen zulässt. Dafür muss die in der Achse liegende „Rondelle“, ein Markt- und Imbisspavillon aus den 1950er Jahren, weichen. Ersatz bietet eine Pavillon-Doppelstruktur im nordwestlichen Bereich des Marktplatzes. Die Jury lobt den Siegerentwurf als „mutigen Befreiungsschlag“. Der Entwurf biete mit der neugeschaffenen Leere einen Mehrwert und damit das eigentliche „Kapital“ für ein wiederbelebtes Zentrum.






Mit einer „Landschaftsparkroute“ beteiligt sich die Region Stuttgart am Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) als eine von zwölf Modellregionen. Dafür will sie den bestehenden Museumsradweg von Weil der Stadt nach Nürtingen aufwerten, landschaftliche Zusammenhänge vermitteln, sowie die Heimatverbundenheit stärken. Die Szenographen SPACE4 und Daniel Schönle Architektur und Stadtplanung setzen auf emotionale und interaktive Themeninszenierung, taktile Elemente und digitale Vertiefung mit Hörbeiträgen. Der Radfahrer steht im Mittelpunkt, die Infostationen dienen als erlebnisorientierte Einstiegsorte. Die Gestaltung setzt dabei durch ihre Farbigkeit auf eine hohe Wiedererkennung. Die Elemente in Signalfarbe kennzeichnen das „Abholen“ an der Auftaktstation, das „Leiten“ in Form von Wegweisern und Bodenmarkierungen, sowie das „Orientieren“ an Haltestationen mit Karten- und Standortinformationen. Sogenannte „Ausblicke“ fokussieren als wegbegleitende Infoelemente Kultur, Kunst und Naturgeschichte der Region. Ein wiedererkennbares Zeichen entlang der Route bilden die Infostationen in archetypischer Hüttenform, die zugleich die Präsentation schützt.
























