Wettbewerbsübersicht Juli 2019 (1/2)

Quartiers- und Landschaftspark Berlin TXL, 1. Rang Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin

Sobald der zukünftige Flughafen BER eröffnet ist, kann die Umwandlung des Flughafenareals Berlin-Tegel starten: Geplant ist ein neuer Stadtteil – das Schumacher Quartier mit über 5.000 Bewohnern samt zentralem Quartierspark – sowie ein angrenzender großer Landschaftspark. Weidinger Landschaftsarchitekten überzeugte mit einem Konzept, das die lokale Heidelandschaft aufgreift und sich als ökologische Brücke von der Tegeler Stadtheide übers Flugfeld bis ins neue Stadtquartier erstreckt. Der Entwurf transformiert das Heidethema über das gesamte Areal – vom extensiv gegliederten Landschaftspark im Westen bis zum intensiv gestalteten Quartierspark im Osten. Letzterer erhält seine räumliche Fassung durch eine baumbestandene Promenade im Norden und ein kleinteiliges Gartenband im Süden. In die adaptierte offene Heidelandschaft integrieren sich unterschiedliche Bereiche und Teilräume: Präriestauden-Beete, Kiefernhaine, Rasenflächen mit Parkbäumen, Lounges, Spiel- und Bewegungsbereiche reihen sich entlang der Nordseite des Parks und verknüpfen den langgezogenen Parkraum wie eine Kette. Einen räumlichen Eindruck vermittelt die Animation.

Alle Bilder: © Weidinger Landschaftsarchitekten

Schützenbastion Stralsund, 1. Preis Holzwarth Landschaftsarchitektur mit TRU Architekten, Berlin

Ein grüner Altstadtring soll die historischen Wallanlagen von Stralsund wieder erlebbar machen. Das Konzept von Holzwarth Landschaftsarchitekten gemeinsam mit TRU Architekten überzeugte die Jury mit einer neu gebauten Schützenbastion. Diese zeichnet die historische Form nach und erhebt sich barrierefrei Richtung Süden. Obwohl Teil des Grünen Rings, setzt sich das Bauwerk deutlich vom Parkraum ab – mit Cortenstahl umhüllt, bildet es eine baulich prägnante Kante vor der ruhig gestalteten vorgelagerten Rasenfläche. Auf der Bastion ergänzt die neue Platzfläche in polygonaler Form die Platzabfolge von Altem und Neuem Markt.

Die einzelnen Bastionen bilden mit unterschiedlichen Schwerpunkten eine zusammenhängende Freiraumkette, aus der die Schützenbastion herausragt – sie ist zugleich einer der beiden großen Zugänge zur Altstadt. Mit breiter Freitreppe und einem urbanen, multifunktional nutzbaren Platz verknüpft die Bastion den Parkraum mit der Altstadt. Die Planer erhalten die Alleen und Baumreihen entlang der Wallstraßen, stellen aber die Uferbereiche frei, um das historische Stadtbild wieder erlebbar zu machen.

Alle Bilder: © Holzwarth / TRU

Stadtpark Esbjerg Bypark, Dänemark, 1. Preis Topotek 1, Berlin, mit Henning Larsen Architects, Kopenhagen

Für das grüne Herzstück der dänischen Stadt Esbjerg entwickelte Topotek 1 in Zusammenarbeit mit Henning Larsen Architects eine zukunftsorientierte Version eines Stadtparks. Der Entwurf für die Neugestaltung des 30.000 m² großen Esbjerg Byparks akzentuiert die charakteristischen Merkmale des Parks, indem er die ortsspezifische Historie sowie die besonderen topographischen Bedingungen respektiert. So betont ein abgestuftes Amphitheater für über 2 000 Besucher die starke Neigung und markant kurvige Topographie des Parks. Die Terrassierung ermöglicht Sichtbezüge auf Hafen und Meer, die südlich des Parks anschließen.

Die Mitte des Amphitheaters bildet ein abgesenktes Gebäude, dessen Flachdach als Bühne fungiert. Das Gebäude selbst dient der Veranstaltungstechnik. Das Spiel mit Wasser hebt zusätzlich die differenzierte Topographie des Parks hervor. So kann sich die Bühne im Sommer zum Wasserbassin und im Winter zur Eisbahn wandeln. Ein erhöhtes Ringelement aus Beton dient als informelle Begrenzung des Spielbereichs im Osten des Parks. Mit Wasser gefüllt dient der Ring im Sommer als weiteres Spielelement.

Alle Bilder: © Topotek 1 / Henning Larsen Architects