Spotify Playlist im Juli 2019

Von Morcheeba bis Sia

Wir, die G+L Redaktion, haben einen Spotify-Account, mit dem wir die Musik teilen möchten, die uns bei der Heftproduktion begleitet hat.  Stellen Sie sich auf Ohrwürmer ein, die mal gute Laune machen, mal zum Nachdenken anregen, die die perfekte Hintergrundmusik beim Lesen der G+L-Lektüre sind. Was es mit der Playlist zum Heftthema „Prozesse“ auf sich hat, erklärt hier G+L-Redakteurin Anja Koller.

Eigentlich geht es im Leben immer um Prozesse, ja das Leben selbst ist ein Prozess. Wenn Planungs- und Gestaltungsprozesse optimiert werden, Hürden aus dem Weg geräumt, Interessen gehört und gebündelt, Partizipation gelebt wird, dann geht es immer ums Vorwärtskommen, ums Vorwärtsgehen. In unserem aktuellen Heft „Kooperative Prozesse in der Planung“ sprechen wir über Zusammenarbeit, über Mut, Neues zu wagen, über interdisziplinäres Denken, über Wege zum Besseren. Wir fragen etwa, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und -nehmer ausmacht, schauen auf die BUGA Heilbronn und damit auf die Entstehung eines nachhaltigen Quartiers. Und da sind da noch Landschaftskonzepte, die man sprichwörtlich on the go entwickelt.

Auch die Magazinherstellung ist ein einziger Prozess. Wir starten mit dem Brainstorming, diskutieren, recherchieren, kontaktieren, redigieren, lektorieren, finalisieren, kontrollieren…. Und dazu brauchen wir einfach wohl klingendes Liedgut.

Die passende Musik, um Prozessgestaltung in Melodien zu verpacken, muss wohl erst noch gefunden werden. Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser eine Idee? Die Redaktion jedenfalls hat beim Heftmachen wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie zwar nicht singen kann, es aber trotzdem einfach tut. Von Morcheeba über Queen bis hin zu Sia: wir machen vor keinem Künstler dieser Welt Halt. Es gibt einfach Prozesse, die muss man nicht optimieren. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Musikhören….

Welche Songs, Sänger und Bands uns bei der Herstellung der aktuellen G+L 07/2019 begleitet haben, können Sie in der aktuellen Playlist anhören.

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Grünflächen und Gewächse steigern die Aufenthaltsqualität in Innenstädten – keine Frage. Im Rahmen einer Bachelorarbeit hat die niederländische Studentin Djemie Brands von der Universität Wageningen weitere positive Effekte ausmachen können, die städtisches Grün auf Passanten hat: Neben einer längeren Verweildauer beeinflusst Bepflanzung außerdem das Konsumverhalten. Potentielle Kunden verbringen insgesamt mehr Zeit vor und in den Geschäften und geben dort mehr Geld aus.

Ein ganzer Strauß positiver Effekte

Die Ergebnisse der Arbeit: Menschen fühlen sich in der Umgebung von gepflegten Gewächsen sicherer – eine niedrigere Kriminalitätsrate in begrünten urbanen Gegenden bestätigt das. Das blumige Umfeld stärkt die soziale Interaktion: Grüne Ecken sind bevorzugte Treffpunkte und beeinflussen Stimmung und Atmosphäre. Darüber hinaus finden eine längere Interaktion zwischen den Menschen und ein allgemein längerer Aufenthalt statt. Und das wirkt sich auf die Ökonomie aus: Das Konsumverhalten in den Geschäften vor Ort steigt.

Gezielte wirtschaftliche Stärkung

Werden nun alle Flächen vor unseren Konsumtempeln grün? Vielleicht! Denn, die Erkenntnisse, die Brands gewonnen hat, zeigen, dass die Begrünung unserer Umwelt eine relativ einfache Möglichkeit der wirtschaftlichen Stärkung unserer Städte darstellt. Mit Hilfe von Pflanzen können gezielt bestimmte Straßenzüge und Ladenzeilen hervorgehoben und revitalisiert werden, ohne hohe Summen zu investieren. Natürlich sind für eine wirtschaftlich erfolgreiche Innenstadt viele weitere Aspekte wichtig. Eine, dem Angebotsportfolio angepasste Begrünung könnte dabei jedoch wichtiger Baustein sein, ein Einzelhandelskonzept oder eine Öffentlich-private-Partnerschaft zu unterstützen.

Feministische Stadtplanung – Die G+L im Juli 2023

Coverbild: Coline Beulin via Unsplash
Coverbild: Coline Beulin via Unsplash

Frauen würden bis heute in der Stadtplanung benachteiligt – diese Aussage stützt nicht nur die Urbanistin Leslie Kern („Feminist City“), sondern auch neuste Berichte der Vereinten Nationen. Wir wollen wissen: Ist dem wirklich so? Was unterscheidet die feministische von der maskulistischen Stadt? Und wie müssen wir Planer*innen auf diese gesellschaftliche, zunehmend höchst emotional geführte Debatte reagieren? Im Juli finden wir Antworten.

Feminismus – ein negativ besetztes Wort

Als Feministin würde ich mich selbst nie bezeichnen. Dabei bin ich mit jeder Faser meines Seins für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern – in persönlichen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Belangen. Ich denke auch, dass Frauen insbesondere im beruflichen Kontext weiterhin oftmals Nachteile haben und fehlende Aggressivität kein Grund für weniger Gehalt sein darf. Und ich stehe klar gegen jede Form des männlichen (aber auch weiblichen) Machtmissbrauchs auf jeder Ebene. Macht mich all das zur Feministin? Nein. Mich Feministin zu nennen, käme für mich gar einer Abwertung gleich. Das Wort ist negativ besetzt. Man assoziiert damit eine aggressive, unsachliche Form der weiblichen Pseudo-Behauptung. Vollkommen bescheuert. Natürlich kann Feminismus objektiv, ruhig und zielgerichtet sein.

Eine Stadt für alle

Aber: Ich kann nachvollziehen, dass Menschen, ohne viel über feministische Stadtplanung zu wissen, allein bei dem Begriff schon die Augen verdrehen. Sie würden es sicherlich nicht tun, machte die Bezeichnung direkt deutlich, dass es hierbei um weit mehr gehen kann als nur die Berücksichtigung weiblicher Bedürfnisse in der Stadtentwicklung; sondern eigentlich um eine Stadt für alle, eine Stadt der kurzen Wege, eine grundsätzlich sichere und inklusive Stadt. So verstehen zumindest wir in der Redaktion nach intensiven Recherchen und Expert*innen-Gesprächen feministische Stadtplanung. Und ich kann nachvollziehen, dass sich der Begriff der feministischen Stadtplanung eher verselbstständigt hat und nun gerne für mediale und politische Zwecke genutzt wird (was ja nicht unbedingt nur schlecht sein muss).

Feministische Stadtplanung – Was heist das überhaupt?

Umso wichtiger ist es für uns, dass wir das Thema im vorliegenden Heft aufs Tableau bringen und neben ausgewählten Expert*innen auch eine Stichprobe an Landschaftsarchitekt*innen und Stadtplaner*innen (konkret 564 Planer*innen) zu Wort kommen zu lassen. Hierfür haben wir eigens eine Online-Umfrage zur Frage „Brauchen wir eine feministische Stadtplanung?“ durchgeführt. Das Ergebnis: Bei Weitem nicht alle Befragten können sagen, was feministische Stadtplanung genau ist – und die Meinungen dazu sind sehr geteilt. Wir in der Redaktion bezweifeln, dass eine Umfrage zur Frage „Brauchen wir eine Stadt für alle?“ ein ähnlich geteiltes Meinungsbild zeichnen würde. Wir müssen uns also der Frage stellen: Wie zuträglich ist der Begriff der feministischen Stadtplanung ihren tatsächlichen Zielen? Schreiben Sie mir, was Sie aus der Ausgabe für sich mitnehmen. Ich freue mich, es zu lesen.

Das Juli-Heft „Feministische Stadtplanung“ gibt es hier im Shop.

Im Juni haben wir uns im Rahmen unserer Stadt-Spezial-Serie mit Hitze in der Stadt beschäftigt. Mehr dazu hier.