Entwicklung Bieber-Waldhof West, Offenbach, 1. Preis rheinflügel severin, Düsseldorf, mit [f] landschaftsarchitektur, Solingen
Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse.





Otto Linne Preis 2019, 1. Preis Leonie Kümpers, Matthis Gericke, HafenCity Universität Hamburg
Im städtebaulichen Ideenwettbewerb für ein Neubaugebiet mit rund 600 Wohneinheiten legt die Stadt Offenbach den Fokus auf die Einbindung der ökologisch bedeutsamen Strukturen des Areals. Das Gebiet im Stadtteil Waldhof-West zählt als wertvoller Freiraum, die Neugestaltung soll den nicht zu bebauenden Landschaftsraum der Bieber gestalterisch und funktional integrieren und aufwerten. Der Siegerentwurf sieht ein dichtes Stadtquartier im Westen vor, das sich fächerförmig zum grünen Landschaftsraum öffnet. Zwei Grünfinger greifen tief in das Quartier hinein und verzahnen sich mit diesem. Die Spitze des nördlichen Grünfingers bildet ein zentraler Quartiersplatz mit freiem Blick über den Landschaftsraum – als Schnittstelle zwischen Natur- und Stadtraum vermittelt der Platz zwischen beiden Gegensätzen. Ein Verbund von Wohnhöfen formt die bauliche Grundstruktur und ermöglicht eine Mischung verschiedener Wohntypologien für gemeinschaftliches Wohnen. Das Rückgrat des Quartiers bildet ein zentraler Fuß- und Radweg in Nord-Süd-Richtung. Die öffentlichen Erschließungsflächen sind stark reduziert, Stellplätze bietet eine zentral gelegene Quartiersgarage.


Otto Linne Preis 2019, 1. Preis Annika Schridde, Universität Kassel
Fünf Preisträger gingen aus dem diesjährigen Otto Linne Preis für urbane Landschaftsarchitektur hervor, darunter zwei erste Preise. Der Nachwuchspreis, den die Hamburger Behörde für Umwelt und Energie seit 2009 international auslobt, wird benannt nach dem früheren Hamburger Gartenbaudirektor. Dieser prägte als Gartenreformer vor rund 100 Jahren das soziale Grün der Hansestadt. Auf heute übertragen steht Otto Linne beispielhaft als Namensgeber für einen unkonventionellen und nicht alltäglichen Umgang mit dem Stadtgrün. Unter dem Motto „Wandse wo bist Du?“ sollten die Studierenden und Absolventen Ideen für eine Hamburger Landschaftsachse entlang des Wandse Grünzugs entwickeln.
Leonie Kümpers und Matthis Gericke erhielten den 1. Preis für ihre 28 Aktionen entlang der 14 Kilometer langen Strecke. Mithilfe der Aktionen machen die beiden Architekturstudenten der HafenCity Universität Hamburg auf den Wasserlauf aufmerksam und stärken den Stellenwert des Grünzugs in der öffentlichen Wahrnehmung.


Parco Viarno, Lugano, 1. Preis Westpol Landschaftsarchitekten, Basel, mit Demattè Fontana Architekten, Zürich
Die diesjährige Wettbewerbsaufgabe sieht vor, die von Fritz Schumacher entworfene Grüne Magistrale, den Wandse-Grünzug, neu zu beleben. 21 Arbeiten stellten sich der Aufgabe, die maßstabübergreifendes und prozesshaftes Denken forderte. Der zweite 1. Preis erhält Annika Schridde, Studentin der Landschaftsarchitektur an der Universität Kassel. Ihre Idee orientiert sich an der Graswurzelbewegung „Fridays for futur“, die künftige Nutzer direkt anspricht und zum basisdemokratischen Mitgestalten auffordert. Hier bestimmen nicht die Planer und Politiker über Form, Aussehen und Nutzung, und holen sich hinterher die Bestätigung der Nutzer ein. Mithilfe eines von Schridde ausgeklügelten Fragenquartetts können die Menschen vor Ort den Grünzug nach eigenen Vorstellungen gestalten, die Autorin gibt dabei nur den groben Rahmen vor. Ihr Ziel ist, dass die Anwohner und künftigen Nutzer die Fläche „mit frischer Farbe bemalen“ und so zusätzliches Leben einhauchen.





Lugano soll auf einer Fläche von knapp drei Hektar einen neuen Stadtpark erhalten. Vorgabe des zweistufigen Realisierungswettbewerbs war, die bestehende Villa Viarnetto, der ursprüngliche Sitz der gleichnamigen Klinik, in die neue Parkstruktur zu integrieren. Mit „un giardino per la città“ überzeugten Westpol Landschaftsarchitekten im zweistufigen Realisierungswettbewerb: Als zeitgemäßer Garten bildet der Park eine Metapher für den Wandel eines privaten Wohngartens zu einem öffentlichen Freiraum. Bei dieser Neuinterpretation des Ortes verfolgten die Planer das Ziel, seine wichtigsten historischen Spuren zu erhalten, und vorhandene prägende Elemente herauszuarbeiten. Die Villa bildet den zentralen Fixpunkt, um das sich ein orthogonales System aus Terrassen und Gärten anordnet. Eine großzügige Parklandschaft mit natürlichem Charakter umgibt die kleinteilige Gartenstruktur. Sie integriert den vorhandenen Wald, wandelt diesen zu einem Kastanienwald, und wird von mäandrierenden Wegen durchzogen.


























