Kornmarkt in Osterode am Harz, 1. Preis TGP Landschaftsarchitekten, Lübeck
Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen monatlich über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse.





Parkbogen Ost, Sellerhäuser Bogen, Leipzig, 1. Preis SINAI Landschaftsarchitekten, Berlin
Die historische Altstadt von Osterode am Harz zählt mit ihrer Bausubstanz, der zu großen Teilen erhaltenen Stadtmauer und ihrem mittelalterlichen Stadtgrundriss als Flächendenkmal von überregionaler Bedeutung. TGP Landschaftsarchitekten stellen in ihrem Entwurf Straßenraum und Platzabfolge gestalterisch und funktional in den verloren gegangenen baugeschichtlichen Kontext und führen Gebäude und Freiräume zu einem erlebbaren Gesamtbild zusammen. Grundlage bildet dabei ein Materialkanon für alle Straßen und Plätze der Altstadt, sowie eine einheitliche Pflasterung des Straßenraums als homogener und verbindender Teppich. Wie eingewebte Intarsien heben sich darin die Plätze mit ihrer kleinformatigen Pflasterung hervor, ebenso wie die mittig im Straßenraum liegende Entwässerungsrinne, die zugleich lineares Leitelement bildet. Ein Großteil der Bäume bleibt erhalten, wichtige Wegeverbindungen und Blickachsen werden jedoch freigestellt, störende Baumreihen dabei aufgelöst. Die Planer sehen vor, die entnommenen Eichen wieder einzupflanzen und als Baumgruppen auf dem Kornmarkt zu bündeln.




Freiflächen im Innovationspark Augsburg, 1. Preis SARL Miething, Paris, mit Mila Architekten, Berlin
Leipzig plant seit einigen Jahren, aus dem stillgelegten S-Bahnbogen ein grünes Parkband mit Aktivflächen zu entwickeln, das den Leipziger Osten umfasst. SINAI Landschaftsarchitekten aus Berlin schlagen in ihrem Siegerentwurf zur Gestaltung des Teilbereichs Sellerhäuser Bogen einen Höhenpark vor, der nicht allein die Höhe als Erlebnis thematisiert, sondern auch den Wechsel der Ebenen. Die Dammkrone verknüpft sich dabei stets mir der Basisebene der angrenzenden Stadträume, der Bogen entwickelt sich zur vernetzenden Struktur über die Höhe hinweg. Die Identität des zukünftigen Parks speist sich dabei aus dem Wechselspiel einer zeitgemäßen Programmatik und den der historischen Nutzung entlehnen Codes und Materialien. Der Park selbst besteht aus drei Ebenen – die Basisebene des angrenzenden Stadtraums, die Höhenebene der Dammkrone mit nutzbaren Seitenbereichen sowie die Böschungszone als verbindende Ebene mit Rampen und Treppen. Signifikante Baukörper besetzen als „follies“ neuralgische Orte im Park und schaffen ein übergeordnetes System. Sie bilden Stationen zur Orientierung und helfen, die jeweiligen Parkabschnitte zu unterscheiden.






Auf knapp 70 Hektar entsteht ein Forschungs- und Entwicklungscampus mit Hochschule und beigeordneten Nutzungen, rund 16 Hektar dieses Innovationsparks sind als öffentliche Freiflächen vorgesehen. Der Siegerentwurf sieht eine zeitlich, räumlich und programmatisch unterschiedlich bespielbare Matrix vor. Diese lässt ausreichend Flexibilität zu, um auf aktuell noch nicht definierte Nutzer und Nutzungen des Parks adäquat reagieren zu können, bietet aber dennoch Lösungen für die Zwischenzustände. Die Matrix setzt sich aus einem feinmaschigen Wegenetz zusammen, das die zentralen öffentlichen Räume integriert. Innerhalb dieser Struktur treten die Quartiersplätze durch eine neue Typologie separat hervor. An der Ostseite des Innovationsparks bildet ein naturnah geformter und an der umgebenden Geografie orientierter Landschaftsraum das Rückgrat der Freiflächen. Dieser Freiraumkorridor soll sich sukzessive zum Wald aufbauen, mit einem Raster aus Bäumen und Lichtungen. Die Baumschicht zieht sich zwischen die orthogonale Baustruktur und verwebt die beiden Freiraumtypologien zu einer Einheit.
















