Das Zielbild aller Maßnahmen und Wirkungen von "wissenschafft" für Mühldorf im Jahr 2053. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid
Das Zielbild aller Maßnahmen und Wirkungen von "wissenschafft" für Mühldorf im Jahr 2053. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid
Mühldorf am Inn, eine kleine Mittelstadt im Zeitenwandel, soll mit dem Projekt „wissenschafft….“ eine Zukunft aufgezeigt werden, in der Bildung als zentrales Schlüsselelement funktioniert. Darüber hinaus behandelt der Entwurf, der im Rahmen einer Projektarbeit im Master Urbanistik an der Technischen Universität München entstand, die Handlungsfelder Wohnraum, Freizeit und Mobilität.

Nicht nur in unserer Septemberausgabe 2023 machen wir Raum für Projekte aus dem Studium. Auch hier, auf unserer Webseite, stellen Studierende ihre eigenen Arbeiten selbst vor. Die Projekte finden Sie alle auf unserer Themenseite „Studium“ – und die Septemberausgabe gibt’s in unserem Shop.

Über das Projekt

Das Projekt „wissenschafft….“ stellt für eine alternative Zukunft der Kreisstadt Mühldorf am Inn, neben einer innovativen Mobilitätsstrategie, neuen Wohnformen und einem vielfältigen Freizeitangebot, besonders die Aus- und Weiterbildung in den Mittelpunkt.

Das Projekt hat vier Handlungsfelder zum Erreichen der Ziele. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid
Das Projekt hat vier Handlungsfelder zum Erreichen der Ziele. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid

Gegen drohenden Fachkräftemangel

Grundlegende Fakten zeigen zunächst, dass es sich um eine wachsende Stadt handelt. Neben einem generellen Zuzug verzeichnet Mühldorf ein starkes Wachstum im Anteil an der älteren Bevölkerungsschicht und ein, im gesamtbayerischen Vergleich, schnell steigendes Durchschnittsalter. Dadurch werden in der Zukunft Probleme wie Fachkräftemangel verstärkt auftreten und Lösungen für das Aufrechterhalten von Versorgung und Angeboten sowie fehlende Arbeitskräfte müssen gefunden werden. Auffällig ist außerdem die Überrepräsentation des motorisierten Individualverkehrs gegenüber anderen nicht-motorisierten Verkehren, wie zum Beispiel dem Fuß- und Radverkehr.

Maßnahmen im Handlungsfeld Mobilität beinhalten On-Demand-Services und den Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid
Maßnahmen im Handlungsfeld Mobilität beinhalten On-Demand-Services und den Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid

„Bildung“ als zentrales Thema

Nach einer Analyse allgemeingültiger Trends gemäß ihrem Grad gegenseitiger Beeinflussung wurde das Handlungsfeld „Bildung“ als das Kernstück der Strategie herausgearbeitet. Ein verstärkter Ausbau von Aus- und Weiterbildungsangebote soll erfolgen, um ein Umfeld zu schaffen, das durch Bildungsangebote überregional Attraktivität ausstrahlt. Eine Verlegung des bereits vorhandenen TH Campus an einen attraktiven Standort nahe des Bahnhofzentrums und eine gleichzeitige Vergrößerung des Kursangebotes soll eine Anziehungswirkung insbesondere auf junge Menschen herstellen. Daneben soll eine Bündelung der vielfach vorhandenen außerakademischen Bildungseinrichtungen im neuen Bildungszentrum, nebst wirtschaftlichen Vorteilen, einen generationenübergreifenden Ort des Wissensaustausches und der Innovation schaffen.

Dort soll auch die ältere Bevölkerungsschicht in der Stadt aktiviert und einbezogen werden, da sie als Wissensträger wertvolle Potentiale für die Stadtentwicklung bietet. Sekundäre Effekte bisher genannter Wirkungen sollen dazu führen, dass sich sowohl bestehende Unternehmen in Mühldorf niederlassen als auch Neugründungen vor Ort etablieren, was zur Schaffung von Arbeitsplätzen führt. Letztendlich soll dadurch ein gesundes Stadtwachstum gefördert werden, was zu einer positiven Veränderung der Altersverteilung führt. Humankapital soll lokal generiert und gehalten werden, womit dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann.

Der neue Standort der TH wird zu einem Ort des Austauschs, des Wissens und der Innovation. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid
Der neue Standort der TH wird zu einem Ort des Austauschs, des Wissens und der Innovation. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid

Fokus auf On-Demand-Mobilität

Um diese Ziele zu erreichen, müssen darüber hinaus weitere Handlungsfelder mitbedacht werden. So gilt es Wohnraum zu schaffen, Freizeitangebote zu verbessern und eine zukunftsfähige Mobilität sicherzustellen. Eine innerstädtische Verdichtung, welche zu bezahlbarem Wohnraum für verschiedenste Bevölkerungsgruppen führt, wie beispielsweise Wohnungen für Studenten und Auszubildende, gekoppelt mit einem zukunftsgerichteten Mobilitätkonzept, das den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vor allem im Hinblick auf On-Demand-Systeme fördert, bildet den erweiterten Rahmen der Entwurfsstrategie.

Miteinhergehend soll die Aufenthaltsqualität der Stadt verbessert werden. Ein autofreier, lebendiger Stadtplatz, sowie eine bessere Anbindung des Inn-Ufers und gegenüberliegender Auwälder sollen ungenutzte Qualitäten verfügbar machen und die Stadt den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen entsprechend lebenswerter gestalten.

Innerstädtische Quartiere werden entwickelt und neuer Wohnraum für verschiedene Bevölkerungsgruppen geschaffen. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid
Innerstädtische Quartiere werden entwickelt und neuer Wohnraum für verschiedene Bevölkerungsgruppen geschaffen. Bild: Jana Alina Oelze, Julia Carstens, Markus Kurz, Mudar Alsaid

Der Entwurf entstand im Rahmen von „Mühldorf 2053“, einem Interdisziplinären Projekt im Master Urbanistik an der Technischen Universität München. Mehr über die Hintergründe zum Projekt gibt es hier zu lesen, und die Entwürfe weiterer Studierenden finden Sie hier.

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Nominierung Experimentelle Landschaftsarchitektur, Bauen im Detail – Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022

Die Nominierten des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis stehen fest. Noch bis zum 12. August 2022 können bdla-Mitglieder über die Gewinner*innen abstimmen. Auf Garten + Landschaft werden wir Ihnen die 15 Projekte in Kurzportraits vorstellen. Im Folgenden: die drei Nominierten in der Kategorie Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail.

Update: Das Voting wurde verlängert. bdla-Mitglieder können noch bis zum 16. September, 18:00 Uhr, hier abstimmen.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis 2022 lobte Anfang des Jahres 2022 einen Hauptpreis sowie Auszeichnungen in fünf Kategorien aus. Die Kategorie Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail kürt Projekte, die unter anderem neue Herangehensweisen zeigen und / oder mit dem Bestehenden experimentell umgehen. Für die Kategorie sind die folgenden drei Projekte nominiert:

  • Taxispark in München, Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten GmbH,
  • Rhönexpress Bahnradweg, TOPONEO Engel & Schneider Landschaftsarchitekten PartG mbB sowie
  • Container Collective in München, Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten GmbH

Nominiert in der Kategorie Experimentelle Landschaftsarchitektur, Bauen im Detail

Taxispark in München

Der heutige Taxispark war ab 1919 ein Erholungspark für Kriegsbeschädigte. Ab 2007 lag das Areal in Gern, München, jedoch brach. Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten gestalteten im Zeitraum von 2015 bis 2018 einen Park, der die ehemalige Nutzung berücksichtigt. Die Planer*innen integrierten zum Beispiel den alten Brunnen, das Denkmal für Kriegsbeschädigte sowie einen Wassertank des ehemaligen Schwimmbeckens in die Neugestaltung. Anstelle der alten Umkleiden erinnert heute eine Pergola an die ursprüngliche Nutzung. Ein wesentlicher Aspekt war außerdem der Schutz des wertvollen Baumbestands. Die Wege sind deswegen so angelegt, dass diese einen möglichst großen Abstand zu den Bäumen haben. Das Konzept entwickelten die Planer*innen in einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsverfahren.

Rhönexpress Bahnradweg von Zeitlofs bis Wildflecken

Aus einer stillgelegenen Eisenbahnstrecke von Zeitlofs bis Wildflecken entstand ein Radweg. Er trägt den Namen „Rhönexpress Bahn-Radweg“ und ist ein touristischer Themenradweg. Auf einer Strecke von 26 Kilometern erwarten den Radfahrenden verschiedene Landart-Elemente: Schienenlinierung auf dem Asphalt erinnern an die ehemaligen Bahngleise. Birken mit mitwachsendem roten Textilgewebe sollen die Rückeroberung der Bahnstrecke durch die Natur symbolisieren. In Kombination zu den Birken begleiten den Radweg Skulpturen in Form von Andreaskreuzen in Grün-weiß. Außerdem erhielten die Planer*innen von TOPONEO Engel & Schneider Landschaftsarchitekten entlang der Strecke Bahnübergangshäuschen, die heute Ereignisse der Bahngeschichte in Form von Graffiti-Darstellungen dokumentieren. Zum Beispiel die Besuche von König Ludwig I., Kaiserin Elisabeth von Österreich und Elvis Presley.

Container Collective in München

Das Container Collecitve ist eine Art „Pop Up City“. Auf dem ehemaligen Anlieferhof der Pfanni-Werke am Münchner Ostbahnhof entwickelte sich eine temporär genutzte Fläche mit Schiffscontainern, Holzkisten als mobile Pflanztröge sowie Holzpaletten und bunt gewürfelten Stühlen. Die Planer*innen von Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten gestalteten einen urbanen Platz, der mit seinen Elementen Bezug zu den Pfanni-Werken nimmt und zudem den stetigen Veränderungen vor Ort Raum bietet. Die Ausstattung kann zum Beispiel kurzerhand für Veranstaltungen umrangiert werden.

Das Pflanzkonzept stellt eine schnelle und temporäre „low budget“-Begrünung dar. In manchen Bereichen wurde lediglich der Bestandsasphalt aufgeschnitten und schnellwachsende Pioniergehölze gepflanzt. Die Pflanztröge beinhalten Sträucher, Stauden und Gräser sowie Kräuter, Obstgehölze und Beerensträucher zum Naschen. Circa 25 Pflanztröge nutzt der Werksgarten-Verein für den Gemüseanbau. Der Austausch zwischen den lokalen Akteur*innen wie Künstler*innen und Handwerker*innen und Landschaftsarchitekt*innen war von Anfang an ein wichtiger Teil des Projekts.

Abstimmung noch bis zum 12. August 16. September

Zum zweiten Mal findet der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis statt. Der Preis möchte die Bedeutung der Landschaftsarchitektur für die Gesellschaft zeigen sowie die Profession in der Öffentlichkeit präsentieren. Die Gewinner*innen werden im Rahmen der Preisverleihung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises am 11. November 2022 bekannt gegeben. Bis zum 12. August 16. September, 18:00 Uhr – Update: das Voting wurde verlängert – können bdla-Mitglieder noch über die Gewinner-Projekte für den Hauptpreis sowie in den fünf folgenden Kategorien abstimmen:

  • Bauwerksbegrünung und Biodiversität,
  • Blaue und Grüne Infrastruktur,
  • Urbanität, Bestand, Stadt und Platz,
  • Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport sowie
  • Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail

Zum Mitglieder-Voting geht es hier.

Mehr zum Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis: Hier geht es zu den nominierten Projekten in der Kategorie Blaue und Grüne Infrastruktur.

Fahrradständer: Vier Punkte, die Sie beim öffentlichen Einsatz beachten sollten

Das Fahrrad gilt als Schlüsselfaktor für das Gelingen der Verkehrswende in unseren Städten. Es hilft, Klima und Umwelt zu schonen, spart Platz und ist leise. Darüber hinaus trägt es durch die erforderliche körperliche Aktivität auch noch zur Gesundheit seiner Nutzer*innen bei. Doch damit der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad möglichst leichtfällt, braucht es durchdachte Infrastruktur – und dabei sind nicht nur sinnvoll geplante und gut gepflegte Fahrradwege gemeint. Schließlich muss ein Fahrrad am Ende einer Fahrt auch sicher abgestellt werden können. Was hier beachtet werden muss, ist nur auf den ersten Blick trivial.

Im Gespräch mit dem Münchner Fahrradständerspezialisten Gronard finden wir im ersten Teil dieser fünfteiligen Serie heraus, worauf es wirklich ankommt, wenn Sie öffentliche Fahrradständer in Ihrer Kommune anbieten wollen. Für G+L nahm sich Lothar Gronard, Senior-Geschäftsführer des Familienunternehmens, Zeit, um uns vier wichtige Aspekte zur Planung von Fahrradständern, Abstellanlagen und Co. auf den Weg zu geben.

Punkt 1: Das Regelwerk

Geht es an die Planung einer Fahrradabstellanlage, gehören selbstverständlich zunächst das Bauplanungs- und Bauordnungrecht sowie spezifische kommunale Satzungen geprüft. Sogenannte Fahrradabstellanlagen- oder Fahrradabstellplatzsatzungen geben Aufschluss über die geforderte Größe, Beschaffenheit und Mindestanzahl von Abstellplätzen, aber auch deren Abstand zueinander und zu anschließenden Verkehrsflächen. Ergänzend dazu stehen technische Regelwerke und Richtlinien hilfreich bei der Planung zur Seite. Hier seien die ADFC-Richtlinie TR6102 und die aus ihr hervorgegangene DIN-Norm 79008 genannt.

Ein empfehlenswertes Nachschlagewerk ist die Publikation „Hinweise zum Fahrradparken“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV. Sie enthält unter anderem Handreichungen zur Bedarfsermittlung, Finanzierung und rechtlichen Aspekten im Zusammenhang mit der Planung und dem Betrieb von Fahrradabstellanlagen.

Zu berücksichtigen ist, dass Verordnungen für Fahrradabstellanlagen nur bei Neu- und Umbauten, nicht jedoch im Bestand Gültigkeit haben. Zudem hat jedes Bundesland seine eigene Landesbauordnung, die zu beachten ist. Mit einer eigenen Stellplatzsatzung können Städte und Gemeinden spezifische Richtlinien für ihre örtlichen Bedürfnisse erlassen und dadurch gezielten Einfluss auf die Verkehrsentwicklung vor Ort nehmen. Im Gegensatz zu bundeseinheitlichen Regelungen lassen sich kommunale Stellplatzsatzungen viel differenzierter auf den jeweiligen Einzelfall und die lokale Strategie für das Mobilitätsmanagement anpassen.

Bei der Planung einer Fahrradabstellanlage müssen entsprechende Baurechte und lokale Satzungen befolgt werden. Darüber hinaus helfen Richtlinien und Normen wie die Technische Richtlinie 6102 des ADFC oder die DIN-Norm 79008 dabei, Fahrradabstellanlagen sinnvoll zu konzipieren. Foto: Gronard
Bei der Planung einer Fahrradabstellanlage müssen entsprechende Baurechte und lokale Satzungen befolgt werden. Darüber hinaus helfen Richtlinien und Normen wie die Technische Richtlinie 6102 des ADFC oder die DIN-Norm 79008 dabei, Fahrradabstellanlagen sinnvoll zu konzipieren. Foto: Gronard

Punkt 2: Räder- und Nutzungsmix

Eine detaillierte Bedarfsanalyse für den vorgesehenen Standort sollte ebenso selbstverständlich sein wie das gründliche Studium örtlicher Vorgaben. Nur, wenn Sie wissen, welches Aufkommen von Fahrrädern zu erwarten ist, wie lang die Abstellzeiten bei unterschiedlichen Nutzungsprofilen sind und welche Bedürfnisse die Nutzer*innen haben, können Sie die Komponenten Ihrer Abstellanlage auch sinnvoll zusammenstellen und dimensionieren.

Wer also wird die Abstellanlage künftig nutzen? Wie viele Kurzzeitparkende wird es im Vergleich zu denjenigen geben, die ihr Rad für längere Zeit abstellen? Welche Art von Fahrrädern wird abgestellt? Die Antworten auf diese Fragen geben Ihnen wertvolle Anhaltspunkte, um ihre Anlage nutzer*innengerecht auszustatten. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Stellkonzepte fürs Rad. Beachten Sie hier in erster Linie die Bedürfnisse der Nutzer*innen und lassen Sie sich weniger von optischen Überlegungen leiten. Entscheidend für die Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage ist deren Nutzwert. Generell sollte daher auf Fahrradständer zurückgegriffen werden, die es durch entsprechende Bügel erlauben, auch den Rahmen mitanzuschließen. Ein weiteres Detail ist die maximale Reifenbreite, die in den Fahrradständer passt. Dem Trend zu immer breiteren Reifen am Fahrrad sollten Abstellanlagen entsprechend Rechnung tragen. Ebenso im Trend: das elektrifizierte Fahrrad. Für die Nutzer*innen von E-Bikes ist es ein besonderes Komfortmerkmal, wenn Lademöglichkeiten in der Abstellanlage zur Verfügung stehen. Wer ein teures E-Bike für längere Zeit abstellen möchte, freut sich darüber hinaus über die zusätzliche Sicherheit, die abschließbare Fahrradboxen oder auch Fahrradhäuser bieten.

Zwar beliebt, aber weniger gut geeignet sind Fahrradanlehnen – also meist aus Flachstahl bestehende, ungefähr hüfthohe, auf dem Kopf stehende U-Profile. Sie sind je nach Ausführung zwar schick, weil sie schlicht sind und nicht sofort als Fahrradständer ins Auge fallen. Doch ihr Nutzwert ist deutlich geringer als der anderer Ständerformen. Dadurch, dass das Fahrrad an solchen Anlagen nur mäßig gegen Umstoßen und Hin- und Herrollen gesichert ist, ist etwa ist das Risiko von Beschädigungen besonders an Rahmen und Lenker erhöht. Dazu kommt, dass diese Art von Fahrradständern nur für ein Rad zur gleichen Zeit geeignet ist. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu einer Doppel- oder sogar Dreifachbelegung. Die Folge: Lenker und Kabel verheddern sich oder es wird versehentlich das Nachbarrad mitangeschlossen.

Gut konzipierte Fahrradständer erlauben nicht nur das Anschließen des Vorderrads, sondern auch des Rahmens – etwa wie hier am Beispiel des Fahrradständers "Felix" von Gronard.
Gut konzipierte Fahrradständer erlauben nicht nur das Anschließen des Vorderrads, sondern auch des Rahmens – etwa wie hier am Beispiel des Fahrradständers "Felix" von Gronard.

Punkt 3: Wohin mit den Fahrradständern?

Akzeptanz und Nutzung von Fahrradständern sinken bei gestressten Pendler*innen rapide, wenn sie nicht nah genug am nächsten Verkehrsmittel sind. Wer am frühen Morgen zur Arbeit muss, hat in der Regel wenig Lust, noch mehrere hundert Meter vom Fahrradständer zum Zug zu rennen. Deswegen sollten Fahrradabstellanlagen möglichst nah an den Abgängen eines Bahnhofs und generell eines Gebäudes geplant werden. Für Langzeitparker*innen hingegen liegt die Priorität eher auf der Sicherheit des Abstellplatzes. Dazu gehört etwa eine gute Beleuchtung, aber auch eine Überdachung, die überdies die grundsätzliche Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage drastisch erhöht. Es ist eine gute Praxis, eine Anlage an Orten mit viel Passant*innenverkehr zu platzieren, denn das senkt durch die soziale Kontrolle die Wahrscheinlichkeit von Vandalismus.
Die Anlage sollte außerdem barrierefrei zugänglich sein. Schon scheinbar kleine Absätze oder etwas zu steile Rampen können den Zugang zur Anlage für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen deutlich erschweren. Mit Schließfächern und Servicestationen für Reifenluft und kleinere Reparaturen runden Sie die Infrastruktur Ihrer Anlage fahrradfreundlich ab.

Auch wenn Sie mit Platzmangel zu kämpfen haben, gibt es eine Lösung: Mit Doppelstockparkern bringen Sie auf der gleichen Stellfläche doppelt so viele Fahrräder unter. Beachten Sie dabei aber, dass die Verkehrsraumbreite bei Doppelstockparkern geringfügig größer sein muss, um das problemlose Hantieren mit der oberen Parkschiene zu ermöglichen. Denken Sie auch an den Platz, den etwa Lastenfahrräder oder Fahrräder mit Anhänger benötigen. Zwar brauchen diese Arten von Fahrrädern normalerweise keinen Umfallschutz, aber deutlich breitere Fahrwege.

Dort wo der Platz knapp ist und Bauvolumen teuer, helfen Doppelstockparker bei der optimalen Platzausnutzung. Foto: Gronard
Dort wo der Platz knapp ist und Bauvolumen teuer, helfen Doppelstockparker bei der optimalen Platzausnutzung. Foto: Gronard

Punkt 4: Qualität lohnt sich

Billige Fahrradständer mögen eine attraktive Option sein, um den Haushalt zu schonen. Häufig machen sie optisch kaum einen Unterschied zu teureren Produkten. Die Reue kommt dann allerdings bereits nach wenigen Jahren, wenn das billige Produkt so verrostet ist, dass niemand mehr sein Rad hineinstellt. Oder auch schon deutlich früher, wenn die Funktionalität nicht gegeben ist. Wie erwähnt, sollten Bedienung und Funktion bei der Wahl von Fahrradständern oberste Priorität haben; ganz nach dem Motto „form follows function“. Moderne Fahrradständer hoher Qualität und Funktionalität haben ihren Preis. Dafür können Sie sich gut und gerne die nächsten 20 bis 30 Jahre auf deren problemlose Funktion verlassen. Das relativiert den Anschaffungspreis im Vergleich zum billigen Produkt, das im selben Zeitraum unter Umständen mehrmals neu angeschafft werden muss.

Achten Sie darauf, dass die Fahrradständer, die Sie anschaffen, nach DIN 79008 geprüft sind. Damit stellen Sie sicher, dass diese sinnvollen und durchdachten Anforderungen an deren Funktion und Sicherheit entsprechen.

Zertifizierte Qualitätsfahrradständer mögen bei der Anschaffung kostenintensiver sein, als Billigware. Auf die gesamte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren gesehen, kommt Qualitätsware wegen der hervorragenden Haltbarkeit jedoch in der Regel günstiger. Foto: Gronard
Zertifizierte Qualitätsfahrradständer mögen bei der Anschaffung kostenintensiver sein, als Billigware. Auf die gesamte Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren gesehen, kommt Qualitätsware wegen der hervorragenden Haltbarkeit jedoch in der Regel günstiger. Foto: Gronard
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