18.03.2022

Fachmedien

250 Things a Landscape Architect Should Know – Buchrezension

von Rosa Schaberl
B. Cannon Ivers
B. Cannon Ivers


Klappentext

Welches Wissen ist für Landschaftsarchitekt*innen unabdingbar? Diese Grundfrage stellt sich das Buch „250 Things a Landscape Architect Should Know“ und findet darauf sehr unterschiedliche, oft überraschende oder sogar humoristische Antworten. Inspiriert von dem Buch „250 things a architect should know“ des kürzlich verstorbenen Architekten und Architekturkritiker Michael Sorkin, führt sein ehemaliger Student B. Cannon Ivers seine Idee fort und interpretiert sie neu. Wie ihm das gelingt, das lesen Sie hier.

Statements von 50 Autor*innen aus Praxis und Lehre, aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien sowie Australien und aus neuen Studios, ebenso wie aus international etablierten Büros. Unter anderem AW Faus (SINAI), Leonard Grosch (LOIDL), Andreas Kipar (LAND), Martin Rein-Cano (TOPOTEK), Peter Latz und Günther Vogt – um nur den deutschsprachigen Raum zu benennen. Es ist eine ebenso spannende, wie sicherlich herausfordernde Kuration für den Herausgeber B. Cannon Ivers, die sich aber definitiv gelohnt hat. Denn die so unterschiedlichen Statements machen nicht nur die individuellen Haltungen erfahrbar, die globale Positionierung des Buches „250 Things a Landscape Architect Should Know“ bietet auch spannende Einblicke in unterschiedliche geografische Gegebenheiten, sowie soziale und politische Umstände.

Das Buch selbst besitzt keinen Klappentext. Gelistet sind „nur“ die 50 Landschaftsarchitekt*innen, die das Buch mit ihren Statements zu dem machen was es ist. Man ist wohl zurecht davon ausgegangen, dass der erklärende Titel in Kombination mit all den ausgezeichneten Namen ein genügend großes Versprechen an die Käufer*innen bzw. Leser*innen einlöst.

250 Things a Landscape Architect Should Know: Beste Aussage

„Superman is Boring. The model of a singular heroic lead designer (think:Superman) no longer fits in an increasingly connected and multicultural world.“

Mit diesem Wissen aus dem Buch kann man angeben

Zum ersten Mal, ist es nicht das Wissen aus dem Buch mit dem man angeben kann. Es ist das Buch selbst, das wieder in Erinnerung ruft, was man eigentlich alles schon mal gewusst hat. Forschungsfelder und Fachrichtungen, die man universitär gestreift, aber nicht vertieft hat. Ehemalige Ansichten und Ideale, die durch die Arbeitspraxis möglicherweise zu einem blinden Fleck wurden. Vieles wird wieder in Erinnerung gerufen, vieles wieder in den Scheinwerfer gerückt. Zurück bleibt nach der Lektüre ein wohliges Gefühl von Stolz auf die eigene Profession und vielleicht kann man damit doch ein wenig angeben. Und sollte dies nicht genügen, sind es vielleicht die Statements aus anderen Ländern bzw. Kontinenten die dann noch gänzlich neue Perspektiven auftun.

Mehr Trend oder Klassiker

Ein baldiger Klassiker. Schon nach dem ersten durchlesen, überlegt man ob man wohl in den nächsten vier oder doch erst sechs Monaten wieder Zeit hat das Buch noch einmal durchzublättern. Definitiv aber dann im nächsten Urlaub.

Kurzer Satz zum Buch „250 Things a Landscape Architect Should Know“

Ein Titel, ein Text, ein Bild, eine Bildunterschrift, eine Nummer und ein Name – es ist dieses ruhige, aber gerade deswegen gelungene grafische Konzept von Lisa Petersen (Bureau Est), das die Wirkungskraft der Statements noch hervorhebt. Es geht ganz klar um die Ansichten und Ideen – um die Inspiration und Gedankenanstöße. Und ja, auch um die Schreibstile, die ebenso unterschiedlich wie einnehmend sind. Landschaftsarchitekt*innen können zwar weiterhin behaupten, dass sie besser zeichnen als schreiben können. Dieses Buch beweist: sie können Beides. Ein Genuss zu lesen, ist es auf alle Fälle.

Hier erhalten Sie das Buch „250 Things a Landscape Architect Should Know“ (Verlag Brikhäuser, 2021, Hardcover, ISBN 9783035623352).

In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Die Rezension der Dissertation „Unbestimmte Räume in Städten: Der Wert des Restraums“. Hier stellt sich Dorothee Rummel die Frage, welchen Wert unbestimmte Räume für die Stadt haben.

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