5 Fakten zum Empire State Building

Am 1. Mai 2021 feierte das Empire State Building – eines der berühmtesten Gebäude der Welt – seinen 90. Geburtstag. Die Architekturikone in New York City erlebte in den letzten neun Jahrzehnten Fahrstuhlstürze von über 300 Metern, eine Flugzeugkollision und sollte ursprünglich als Anlegemast für Zeppeline aus Europa dienen. Hier haben wir für Sie fünf spannende Fakten zum Empire State Building zusammengefasst.

Als sich in den goldenen Zwanzigern der USA die Wirtschaft von einem Rekord in den nächsten aufschwang, begann in New York ein Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt. Mehrfach korrigierten die Planer*innen des Empire State Buildings und des nahegelegenen, ebenfalls im Art-déco-Stil entworfenen Chrysler Buildings ihre Skizzen vor allem in eine Richtung: nach oben.

Den letzten Bleistiftstrich im Rennen zogen die Architekt*innen des Büros Shreve, Lamb and Harmon: Mit 102 Stockwerken und einer Dachhöhe von 381 Metern löste das Empire State Building nach nur elf Monaten das Chrysler Building als höchstes Gebäude der Welt ab und sollte diesen Titel schließlich über die kommenden 40 Jahre tragen.

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Jetzt feierte das Empire State Building am 1. Mai 2021 seinen 90. Geburtstag. Wir sagen: herzlichen Glückwunsch! Unzählige Geschichten haben sich seit dem ersten Spatenstich rund um den berühmtesten Wolkenkratzer der Welt entsponnen. Fünf besonders interessante stellen wir Ihnen hier vor.

Sky Exposure Plane bestimmt Formensprache

Konstruiert ist das Gebäude als genietete Stahlrahmenkonstruktion mit eingesetzten Fassadenelementen aus über 5 000 Kubikmeter Granit und Indiana-Kalkstein, der ihm seine Farbe verleiht. Seine Form mit den charakteristischen Rücksprüngen wurde nicht zuletzt vom New Yorker „Zoning Law“ mitbestimmt. Nach einer als „Sky Exposure Plane“ benannten Bauregelung dürfen Gebäude eine imaginäre, ab einer bestimmten Höhe abgeschrägten Grenze nicht überschreiten, um eine übermäßige Abschattung benachbarter Gebäude und Straßenzüge zu verhindern. Mit anderen Worten: Mit zunehmender Höhe muss sich der Querschnitt eines Gebäudes in New York verjüngen.

Schneller und billiger fertig als geplant

Die Fertigstellung des Empire State Buildings hat bei einem durchschnittlichen Bautempo von viereinhalb Stockwerken pro Woche nur ein Jahr und 45 Tage gedauert und damit kürzer als geplant. Doch nicht nur das: Die Bauherr*innen dürfte zusätzlich gefreut haben, dass außerdem die Baukosten unter Budget lagen. Der traurige Grund dafür war allerdings auch die Ende 1929 beginnende Great Depression, die die Lohnkosten purzeln ließen. Die damals knapp 41 Millionen Dollar Baukosten entsprächen heute über einer halben Milliarde Dollar.

1945: Ein Bomber fliegt ins Empire State Building

Es war ein nebliger Samstagmorgen, als Colonel William Smith seine B-25 in die 28. Juli 1945 in die Nordseite des 79. Stockwerks steuerte. Sein eigentliches Ziel: der Flughafen Newark im benachbarten Bundesstaat New Jersey. Moderne Instrumentenflugtechnologie stand zu dieser Zeit nicht zur Verfügung. Als der Pilot seine Flughöhe verringerte, um dem Nebel zu entkommen, fand er sich mitten in Manhattan wieder. Es gelang ihm noch, mehrere Wolkenkratzer zu umfliegen, dann traf sein Flugzeug das Empire State Building. Es riss ein brennendes Loch von sieben Metern Durchmessern in die Fassade. 14 Personen, darunter die dreiköpfige Crew, kamen dabei ums Leben.

Betty Lou Oliver, eine junge Aufzugführerin, stürzte 75 Stockwerke in einem Fahrstuhl in die Tiefe, als Teile des Triebwerks des Bombers in die Fahrstuhlschächte eindrangen und dabei die Aufzugseile durchschnitten. Vermutlich durch die mehreren hundert Meter bereits im Schacht befindlichen Kabel und das durch den Sturz gebildete Luftkissen gebremst, überlebte Oliver trotz schwerer Verletzungen.

Der Wolkenkratzer als Landeplatz für Zeppeline

In der Überzeugung, dass transatlantische Zeppelinflüge das Reisekonzept der Zukunft werden würden, sollte die Spitze des Gebäudes einen Ankermast für die Luftschiffe darstellen, über den Passagier*innen aus Übersee mit Hilfe einer open-air-Gangway quasi mitten in New York hätten aussteigen können. Tatsächlich stellte sich heraus, dass das Manövrieren der Zeppeline wegen der turbulenten Aufwinde über Manhattan zu gefährlich war. Das Vorhaben wurde, noch bevor ein Mensch je über den Mast ausgestiegen wäre, eingestellt.

Das Empire State Building soll zu einem grünen Beispiel der Nachhaltigkeit werden

2009 beschloss die Betreiber*innengesellschaft des Empire State Buildings grüne Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mit einem Volumen von 550 Millionen Dollar. Zu den Maßnahmen gehörten beispielsweise die thermische Aufrüstung der über 6 500 Fenster des Baus. Außerdem eine Versorgung des Gebäudes mit Elektrizität aus 100 Prozent Windkraft, effizientere Klimaanlagen, Sonsorik zur Überwachung und Steuerung des Raumklimas und eine vom Umgebungslicht beeinflusste Lichtsteuerung. 40 Prozent der Kohlenstoffemissionen des Gebäudes konnten so in den letzten zehn Jahren eingespart werden. Die Kosten der Maßnahmen hatten sich sogar schon nach fünf Jahren ausgezahlt. Erfahren Sie hier mehr zum Rebuilding-Projekt.

Näher am Boden, aber nicht weniger majestätisch und überblickend: Die Skulptur „Brick House“ von der Künstlerin Simone Leigh ist krönender Abschluss der High Line, einer Wiederbelegung der 1980 stillgelegte Hochbahntrasse in Manhattan. Lesen Sie hier mehr dazu.