Bitte-Danke

Der öffentliche Raum einer Stadt ist für alle da. Und genau diese Mischung unterschiedlicher Nutzer ist erwünscht und trägt zu einem friedlichen Miteinander und einer lebenswerten Stadt bei. Das bestätigt auch Dirk Wurm, Ordnungsreferent der Stadt Augsburg, in unserem Interview für die Februarausgabe der Garten + Landschaft.

Doch nicht immer und überall gelingt diese wünschenswerte Theorie auch in der Praxis. So hat sich der Elias-Holl-Platz auf der Rückseite des Rathauses in der Augsburger Altstadt zum beliebten Jugendtreff entwickelt. Was den Ort einerseits belebt, trägt andererseits besonders bei Anwohnern zum Unmut bei: Sie beschweren sich über Gegröle und laute Musik bis in die Nacht hinein. Auch der Rathausplatz selbst hat sich gewandelt. Beschränkte sich das Leben auf dem Platz  früher vor allem auf die  gastronomischen Angebote der umgebenden Cafés, sitzen die Leute mittlerweile im Sommer auch auf dem sonnenwarmen Pflaster des Platzes und genießen dort ihr Feierabendbier. „So groß die Vorteile sind, dass es dort seit Kurzem einen City-Supermarkt gibt, bringt es auch Nachteile mit sich“, so Dirk Wurm. „Wir brauchen diese Nahversorgung in der Innenstadt, denn sie soll ja auch wohnortnah sein. Wir müssen dann aber auch mit den Herausforderungen umgehen können“.

Kleine Maßnahmen um Herausforderungen zu begegnen

Dafür gibt es mehrere Wege, auf die das Augsburger Ordnungsreferat setzt: auf temporäre Angebote zum Beispiel, wie diesen Winter eine Eislaufbahn am Königsplatz. Oder bunte Sitzmöbel auf dem Elias-Holl-Platz während der Sommermonate. „Das sind“, so Dirk Wurm „kleine Maßnahmen, die einem Platz ein anderes Ansehen bei der Bevölkerung verleihen, und die ihn dadurch auch eher nutzt.“  Er habe in den vergangenen Jahren eines gelernt, so Wurm: „Wenn sich unterschiedliche Nutzergruppen zwar vielleicht nicht mischen, aber zumindest berühren, dann tolerieren und akzeptieren sie sich. Damit verringern sich auch die Konflikte.“

Kleines Büchlein mit Charme

Ein weiterer außergewöhnlicher Weg ist eine Broschüre, die das Ordnungsreferat auf den öffentlichen Plätzen und Parks der Stadt verteilt und das auch online verfügbar ist. „Bitte, Danke. Gebrauchsanweisung für Platz und Park“ heißt dieses kleine Büchlein, das auf verbindliche Verhaltensregeln im öffentlichen Raum hinweist. Mit einem gewissen Augenzwinkern und ungezwungen Ton gelingt es der Broschüre, wesentliche Regeln zu vermitteln, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.