Isometrie mit urbaner und grüner Achse
So könnte der Kreuzungsbereich in Oberhausen zukünftig aussehen. Zeichnung: rethmeierschlaich architekten mit Rabe Landschaften

Nach mehr als 40 Jahren der räumlichen Trennung durch die Bundesstraße B448, lobte die Stadt Obertshausen im Juli 2022 einen Wettbewerb aus, um diesen Umstand zu lösen. Am Ende des Verfahrens konnten das Kölner Büro rethmeierschlaich architekten zusammen mit Rabe Landschaften aus Hamburg die Jury überzeugen. Mehr dazu hier. 

Obertshausen sucht innerstädtische Visionen 

Das hessische Dorf Obertshausen steht vor einer besonderen räumlichen Herausforderung. Mitten im Ort zerschneidet die vierspurige Bundesstraße B448 die Gemeinde. Nachdem im Jahre 1977 im Zuge der hessischen Gebietsreform die Ortsteile Hausen und Obertshausen zusammengelegt wurden, besteht diese außergewöhnliche Situation. Nach mehr als 40 Jahren der räumlichen Trennung lobte die Stadt im Juli 2022 einen Wettbewerb aus, um den Umstand zu lösen. Neben einer verbesserten Vernetzung stand auch die Innenverdichtung und Schaffung von neuem Wohnraum im Fokus. Denn Obertshausen liegt nur eine knapp halbstündige S-Bahnfahrt von Frankfurt am Main entfernt. Die Stadt zählt damit zum Einzugsgebiet der Initiative Großer Frankfurter Bogen. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, im 30-Minuten-Umkreis der Mainmetropole gegen den Siedlungsdruck in der Großstadt vorzugehen. Einerseits indem mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Andererseits indem wertvolle Erholungsflächen erhalten und vor Siedlungsflächenentwicklung geschützt werden.

Obertshausen ist eine der insgesamt 39 Kommunen, die sich an der Initiative beteiligen. Wälder, Wiesen und Auen, die als Aufenthaltsflächen fungieren, umgeben die Stadt. Folglich sah der Wettbewerb eine innerstädtische Entwicklung vor. Wo heute die B448 den Raum dominiert, erhoffen sich die Veranstalter*innen und Anwohner*innen nach jahrelanger Trennung die Entwicklung eines gemeinsamen Ortszentrums. In einer ersten Phase wurden dazu elf Beiträge eingereicht, von denen sich sechs für die Weiterbearbeitung in einer zweiten Phase qualifizierten. Am Ende des Verfahrens konnte das Kölner Büro rethmeierschlaich architekten zusammen mit Rabe Landschaften aus Hamburg die Jury überzeugen. Dabei setzten die Planer*innen sowohl auf urbane als auch grüne Qualitäten und inszenieren eine städtische und eine landschaftliche Achse. Der Entwurf ist in vier Phasen gegliedert, die sich an den Besitzverhältnissen der Parzellen orientieren.

Waldpark und Urbane Klammer- Entwurf für Obertshausen von rethmeierschlaich architekten PartG mbB mit Rabe Landschaften. Zeichnung: rethmeierschlaich architekten PartG mbB mit Rabe Landschaften
Waldpark und Urbane Klammer- Entwurf für Obertshausen von rethmeierschlaich architekten PartG mbB mit Rabe Landschaften. Zeichnung: rethmeierschlaich architekten PartG mbB mit Rabe Landschaften

Urbane und naturnahe Achse für Obertshausen

Grundsätzlich sieht das Konzept eine Neubesetzung der Kreuzung mit öffentlichen Nutzungen vor, wodurch ein gemeinsames urbanes Zentrum für die Ortsteile Hausen und Obertshausen entsteht. Damit dies gelingt, legt der Entwurf einige wesentliche Gestaltungsprinzipien fest. So setzen die Architekt*innen auf eine Bebauung mit kleinteiligem Gewerbe, sowie den Neubau einer Bibliothek als städtebauliche Raumkante des Platzes. Weiterhin schlagen sie einen multifunktionalen Marktplatz und einen „Platz des Spiels“, mitsamt einer Skateanlage vor. Neben dem urbanen Zentrum entsteht entlang der B448 ein naturnaher Korridor. Bestehende Waldstücke entlang der Straße werden zu einem verspringenden Waldpark ergänzt. Er übernimmt zukünftig ökologische Funktionen und bietet Retentionsflächen an. Gleichsam dient er als wohnungsnaher Erholungsort. Dazu sind Nutzungen wie Spielplätze, Pavillons und Aktivitätsräume an den Kreuzungspunkten in den Waldpark integriert. Weiterhin sind im nördlichen Teil des neuen Grünraumes Sport- und Spielplätze, aber auch Streuobstwiesen und Baumlehrpfade vorgesehen.

Details der Wohnbebauung in den verschiedenen Bereichen. Zeichnung: rethmeierschlaich architekten PartG mbB mit Rabe Landschaften
Details der Wohnbebauung in den verschiedenen Bereichen. Zeichnung: rethmeierschlaich architekten PartG mbB mit Rabe Landschaften

Das Auto ist hier nur zu Gast

Die Bundesstraße selbst soll zur zweispurigen Stadtstraße zurückgebaut werden. Weiterhin sind zahlreichen Querungsmöglichkeiten für den Rad- und Fußverkehr vorgesehen. Zusätzlich schlägt der Entwurf einen Radschnellweg durch den Waldpark vor. Er soll anstelle der bisher dominierenden Straße zum Rückgrat der städtischen Infrastruktur werden. Die Verfasser*innen betonen für ihren Entwurf: „Das Auto ist hier nur zu Gast“. Dies gilt auch für das neue Wohnquartier, welches im Norden gegenüber des Waldstücks geplant ist. Dort erfolgt die Erschließung ebenfalls über eine Fahrradstraße. Motorisierter Verkehr ist hingegen nur als Einbahnverkehr vorgesehen. Stattdessen sollen Mobility Hubs in den Eingangsbereichen des Quartiers zum Umsteigen animieren. Im Süden ergänzen Stadthäuser den Gesamtentwurf.

Zukunft statt B448

Nach dem Wettbewerbsgewinn dient der 1. Preis von rethmeierschlaich architekten und Rabe Landschaften nun als Grundlage für die weitere städtebauliche Planung. Nun gilt es, Kritikpunkte des Preisgerichtes einzuarbeiten. Weiterhin empfahl die Jury, einen projektbezogenen Gestaltungsbeirat einzurichten. So könnte der Wettbewerbsentwurf in der Zukunft tatsächlich aus der heute trennenden Bundesstraße B448 einen qualitätsvolles und dichtes Stadtzentrum entstehen lassen.

Weiterlesen: Auch zur Siedlung Ludwigsfeld in München wurde ein Wettbewerb entschieden.

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Was Forscher voraussagen, ist erschreckend: 2050 sollen mehr Tonnen Plastikmüll im Ozean schwimmen als Fische. Eine Initiative in Rotterdam bietet den Ansatz einer Lösung: Inseln aus recyceltem Plastik. Die Inseln filtern Abfall aus dem Fluss.

Die Neue Maas fließt 24 Kilometer lang durch die Niederlande. Der Flussarm entspringt dem Rheindelta. Er bildet einen wichtigen Handelsweg und passiert Rotterdam, dem drittgrößten Hafen der Welt. Bei Hock van Holland mündet der Fluss in der Nordsee. Seit dem 4. Juli 2018 schwimmen 28 Hexagone auf der Neuen Maas in Rotterdam. Manche der schwimmenden Inseln sind begrünt, auf anderen sitzen Passanten in der Sonne. Unter der Wasseroberfläche erfüllen die Inseln eine wichtige Aufgabe: Sie filtern Plastikabfall aus dem Gewässer. Das Projekt entwickelte die Recycled Island Foundation in Zusammenarbeit mit der Stadt Rotterdam. Nun testet die Stiftung in einem Zeitraum von anderthalb Jahren die Müllfallen, um sie gegebenenfalls zu optimieren. 

Abfallfallen

Die Recycled Island Foundation hat drei Inselgruppen entwickelt. Der Strom der Maas spült den Abfall in die Fallen. Sie sind so konzipiert, dass der Müll auch gefangen bleibt, wenn sich die Stromrichtung ändert. Die Stiftung leert die Inseln regelmäßig. Dann sortieren sie den Plastikfang nach reinen Materialen, um sie anschließend zu recyceln. Aus dem neu entstandenen Plastik gießt die Stiftung neuen Hexagone. 

Plastikbrühe

Flaschen, Einweggeschirr, Mülltüten gelangen über Flüsse in die Weltmeere. Der Initiator der Recycled Islands Foundation Ramon Knoester erklärt, dass weniger Abfall in den innerstädtischen Gewässern sich deshalb direkt auf die Weltmeere auswirkt. Rotterdam soll ein Beispiel für weitere Hafenstädte weltweit sein. 

 

Alle Bilder von der Recycled Island Foundation.

Naturkatastrophe: Auftreten, Ursachen & Vorsorge

Naturkatastrophen wie Tornados oder Fluten zählen schon lange nicht mehr zu Ausnahmefällen. Credit: Unsplash

Naturkatastrophen sind extreme Ereignisse, die das Leben von Menschen und die Umwelt erheblich beeinflussen können. Sie umfassen eine Vielzahl von Phänomenen wie Fluten, Starkregen, Dürre und Stürme. Ihre Ursachen sind komplex und reichen von natürlichen geophysikalischen Prozessen bis hin zu menschlichen Einflüssen. In diesem Artikel analysieren wir die Entstehung solcher Katastrophen, ihre regionale Manifestation und Maßnahmen zur Risikominderung.

Arten von Naturkatastrophen und ihre Ursachen

  1. Fluten und Starkregen

   – Natürliche Ursachen: Intensive Niederschläge, Schneeschmelze oder Sturmfluten können zu Überflutungen führen. Flüsse treten über ihre Ufer, wenn ihre Kapazitäten durch extreme Wetterereignisse überschritten werden.

   – Anthropogene Ursachen: Urbanisierung ohne ausreichende Entwässerungssysteme, Versiegelung von Böden und Entwaldung verstärken die Auswirkungen. Klimawandel führt zu häufigeren und intensiveren Niederschlagsereignissen.

  1. Dürre

   – Natürliche Ursachen: Lang anhaltende Perioden ohne signifikante Niederschläge, verursacht durch natürliche Klimaschwankungen wie El Niño.

   – Anthropogene Ursachen: Übermäßige Wasserentnahme für Landwirtschaft, Industrie und Haushalte sowie die Zerstörung von Ökosystemen, die Wasser speichern, wie Wälder und Feuchtgebiete.

  1. Stürme

   -Natürliche Ursachen: Tropische Wirbelstürme, Hurrikane und Tornados entstehen durch spezifische klimatische Bedingungen wie warme Meeresoberflächen und atmosphärische Instabilität.

   – Anthropogene Ursachen: Der Klimawandel erhöht die Temperatur der Ozeane, was zu stärkeren und häufigeren Stürmen führt.

Regionale Unterschiede bei Naturkatastrophen

Naturkatastrophen manifestieren sich je nach geografischer Lage unterschiedlich:

Asien: Besonders anfällig für tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdbeben. Länder wie Bangladesch sind aufgrund niedriger Küstenlagen stark betroffen.

Afrika: Dürre ist eine der häufigsten Katastrophen, insbesondere in der Sahelzone, wo der Klimawandel bestehende Wasserknappheiten verschärft.

Europa: Starkregen und Fluten treten häufiger auf, insbesondere in urbanisierten Gebieten.

Nord- und Südamerika: Hurrikane und Waldbrände sind häufige Phänomene, insbesondere in den USA und Brasilien.

Vorbereitung und Risikomanagement

  1. Frühwarnsysteme

   – Wettervorhersage und Monitoring: Moderne Technologien wie Satellitenüberwachung und Echtzeitdatenanalyse helfen, Wetterextreme frühzeitig zu erkennen.

   – Alarmierungssysteme: Mobile Benachrichtigungen, Sirenen und Radiosysteme informieren die Bevölkerung rechtzeitig.

  1. Präventive Infrastrukturmaßnahmen

   – Flutschutz: Dämme, Rückhaltebecken und verstärkte Deiche schützen gegen Überschwemmungen.

   – Trockenheitsresilienz: Aufbau von Wasserspeichern und Nutzung effizienter Bewässerungssysteme reduzieren die Auswirkungen von Dürre.

   – Sturmschutz: Widerstandsfähige Gebäude, unterirdische Stromleitungen und robuste Schutzwälle.

  1. Risikomanagement

   – Gefahrenkartierung: Identifizierung und Bewertung von Risikogebieten.

   – Notfallpläne: Entwicklung von Evakuierungsplänen und Bereitstellung von Hilfsgütern.

   – Aufklärung der Bevölkerung: Schulungen und Informationskampagnen zur Vorbereitung auf Notfälle.

Resilienzsteigerung: Strategien für Städte und Länder

Um die Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen zu erhöhen, müssen Städte und Länder langfristige Strategien entwickeln:

  • Grüne Infrastruktur: Aufforstung, Renaturierung von Flussläufen und Schaffung von Feuchtgebieten verbessern die natürliche Wasserregulierung.
  • Klimaangepasste Stadtplanung: Urbane Gebiete sollten mit durchlässigen Böden, Hochwasserschutz und Notunterkünften ausgestattet sein.
  • Internationale Zusammenarbeit: Der Austausch von Wissen, Technologien und Ressourcen hilft besonders gefährdeten Regionen, sich besser vorzubereiten.
  • Finanzielle Absicherung: Katastrophenfonds und Versicherungen mindern wirtschaftliche Verluste.

Fazit

Naturkatastrophen sind ein integraler Bestandteil unseres Planeten, werden jedoch durch menschliche Eingriffe und den Klimawandel zunehmend intensiver und häufiger. Durch vorausschauendes Risikomanagement, den Einsatz moderner Technologien und die Anpassung an klimatische Gegebenheiten können die Auswirkungen solcher Katastrophen erheblich reduziert werden. Es liegt in der Verantwortung von Regierungen, Organisationen und Individuen, gemeinsam an der Resilienz unserer Gesellschaft zu arbeiten.

Mehr zum Thema und unserer Kampagne STOP THE FLOOD hier