Bonn Rheinufer: Wettbewerb zur Umgestaltung entschieden

Viel Grün und Sitzgelegenheiten sollen künftig am Bonner Rheinufer zum Verweilen und Flanieren einladen.

Viel Grün und Sitzgelegenheiten sollen künftig am Bonner Rheinufer zum Verweilen und Flanieren einladen. Copyright: 2021 Bundesstadt Bonn

Gemeinsam mit der VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH (VCDB) überzeugte Planorama die Jury im Wettbewerbsverfahren zur Umgestaltung des Bonner Rheinufers und setzte sich so gegen acht weitere Einreicher*innen durch. Großzügige Grünflächen und Sitzgelegenheiten sollen bald am Rheinufer in Bonn künftig zum Flanieren am Fluss einladen. 

Bonn Rheinufer: soll hohe Aufenthaltsqualität bieten

Die Stadt Bonn will ihren Bürger*innen den Rhein wieder etwas näher bringen. 1,5 Kilometer entlang des linken Rheinufers werden zukünftig daher verkehrsberuhigt werden und zum grünen Uferboulevard werden, auf dem die Besucher*innen gerne Flanieren und Zeit verbringen. In Zusammenarbeit mit VCDB VerkehrsConsult Dresden-Berlin erarbeitete das Berliner Landschaftsarchitekturbüro Planorama die Pläne für die kommende Umgestaltung des Bonner Rheinufers zwischen Beethovenhalle und Bundesrechnungshof.

Demnach weicht der motorisierte Verkehr zugunsten eines durchgängigen Fahrradweges vom Bonner Rheinufer. Stattdessen entsteht eine grüne und schattige Baumallee entlang einer Uferpromenade mit freiem Blick auf den Rhein. Zahlreiche Sitzgelegenheiten laden dabei zum Verweilen ein.

Beginn der Bauarbeiten wahrscheinlich schon 2023

Finanziert werden die Projektkosten von insgesamt 17,2 Millionen Euro im Rahmen des Städtebauförderprogramms “Masterplan Bonn Innere Stadt”. Fokusziel der Maßnahme: Das hohe Potenzial der Aufenthaltsqualität dementsprechend auszuschöpfen, das die direkte Lage am Wasser bietet. Als angenehmen Nebeneffekt will man durch eine attraktive Uferpromenade so auch folglich den touristischen Wert Bonns fördern.

„Das Rheinufer ist das größte und wahrscheinlich auch wichtigste Projekt des Masterplans 2.0 Bonn Innere Stadt. Seine qualitätvolle Entwicklung hat eine enorme Bedeutung für die Öffnung der Innenstadt hin zum Rhein“, sagt Bonns Stadtbaurat Helmut Wiesner. Nach den Vertragsverhandlungen mit Planorama wird eine entsprechende Entwurfs- und Ausführungsplanung begonnen, die unter Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden soll. Der erste Bauabschnitt startet dann auch schon bald: 2023 ist der Beginn der Bauarbeiten zwischen Kennedybrücke und Alter Zoll geplant. In einem zweiten Bauabschnitt wird dann anschließend im Jahr 2027 auch der Bereich zwischen Alter Zoll und Fährgasse umgebaut.

Mehr Informationen zur Neugestaltung des Rheinufers in Bonn finden Sie auf der offiziellen Webseite der Stadt.

In diesem Zusammenhang auch interessant ist ein weiterer Wettbewerbserfolg von Planorama: die Landesgartenschau Schweinfurt.

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Was ist eine Epoch? – wie oft KI Städte lernen muss

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Fotografie einer stark befahrenen Stadtstraße neben hohen Gebäuden von Bin White

Städte, die nie schlafen, brauchen Algorithmen, die nie Pause machen: Willkommen im Zeitalter der urbanen KI – aber wie oft muss künstliche Intelligenz eigentlich neu lernen, damit Stadtmodelle aktuell, relevant und zukunftstauglich bleiben? Das Konzept der „Epoch“ entscheidet, wie schnell und wie gut unsere digitalen Stadtgehirne wirklich mit der Realität Schritt halten können. Wer heute mitreden will, sollte wissen, was eine Epoch ist – und warum sie die neue Taktzahl für Stadtentwicklung, Planung und urbane Resilienz vorgibt.

  • Definition und Bedeutung des Begriffs „Epoch“ im Kontext künstlicher Intelligenz und Stadtplanung
  • Wie Urban-KI-Systeme – von Digital Twins bis Szenario-Simulationen – mit Daten lernen und sich weiterentwickeln
  • Die kritische Rolle von Trainingszyklen (Epochs) für die Aktualität, Präzision und Resilienz von Stadtmodellen
  • Unterschiede zwischen statischen und dynamischen Lernprozessen in der urbanen KI
  • Typische Herausforderungen: Datenqualität, Datenmenge, Overfitting und die Balance zwischen Aktualität und Stabilität
  • Praxisbeispiele aus internationalen und deutschsprachigen Städten: Wie oft wird KI tatsächlich neu trainiert?
  • Risiken: Bias, Transparenzdefizite, algorithmische Verzerrung und politische Steuerbarkeit
  • Potenziale: Smartere Stadtentwicklung, schnellere Entscheidungsfindung, neue Formen der Bürgerbeteiligung
  • Governance-Fragen: Wer entscheidet über die Trainingszyklen und die Datenbasis?
  • Fazit: Die „Epoch“ als neue Währung der urbanen Intelligenz – und was das für Planer, Architekten und Städte bedeutet

Was ist eine Epoch? – Grundlagen aus der KI für die urbane Praxis

Wer sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, stolpert zwangsläufig über das Wort „Epoch“. Dabei handelt es sich nicht um einen der vielen Modebegriffe aus der Digitalisierungsblase, sondern um einen knallharten Grundbegriff des maschinellen Lernens. In der Fachsprache beschreibt eine „Epoch“ einen vollständigen Durchlauf aller verfügbaren Trainingsdaten durch ein KI-Modell. Anders gesagt: Die KI schaut sich alle vorhandenen Informationen einmal systematisch an, zieht daraus ihre Schlüsse und versucht, ihr Modell ein kleines Stück besser zu machen. Danach beginnt der Prozess von vorne – mit einer neuen Runde, einer neuen Epoch.

Wieso ist das relevant für Städte? Weil moderne Stadtmodelle längst nicht mehr mit Papier, Stift und CAD entstehen, sondern mit datengetriebenen, lernenden Systemen. Ob digitaler Zwilling, Verkehrsprognose, Hitze-Simulation oder Frühwarnsystem – überall stecken KI-Algorithmen, die regelmäßig mit neuen Daten gefüttert und upgedatet werden müssen. Und genau hier schlägt die Stunde der Epoch: Je häufiger eine KI ihre Trainingsdaten durchläuft, desto besser kann sie Muster erkennen, Prognosen verbessern und auf Veränderungen reagieren. Doch Vorsicht – mehr ist nicht immer besser. Zu viele, zu schnelle oder schlecht abgestimmte Epochs können zu Überanpassung („Overfitting“) oder zu fehlerhaften Ergebnissen führen. Zu wenige machen die KI träge und ungenau.

Der Begriff Epoch kommt ursprünglich aus der Welt der neuronalen Netze. Hier beschreibt er die kleinste Einheit, um Fortschritt im Lernprozess zu messen. Nach jeder Epoch weiß das System ein bisschen mehr – oder, im besten Fall, versteht es die komplexen Zusammenhänge im urbanen Raum tiefer. Für Stadtplaner bedeutet das: Wer die Lernzyklen seiner KI nicht im Griff hat, verliert den Anschluss an die Realität. Ein Digital Twin, der nur einmal im Jahr lernt, ist so nützlich wie ein Stadtplan von vorgestern.

Doch das Konzept der Epoch geht über die reine Technik hinaus. Es ist ein Symbol für dynamisches, kontinuierliches Lernen – für eine neue Haltung in Planung und Verwaltung, die sich nicht mehr mit starren Plänen zufriedengibt, sondern auf ständige Anpassung und Verbesserung setzt. In einer Stadt, die sich minütlich verändert, ist die Epoch die neue Taktzahl, nach der Planer, Architekten und Entscheider tanzen müssen.

Das bedeutet auch: Die Frage „Wie oft muss KI Städte lernen?“ ist keine rein technische, sondern eine strategisch-organisatorische. Sie betrifft Governance, Ressourcen, Datenhoheit und das Selbstverständnis der Stadt, digital und lernend zu sein. Wer das Prinzip der Epoch versteht, hat einen entscheidenden Vorsprung auf dem Weg zur truly smart City.

Wie KI Städte lernt: Von Datenflut zu urbaner Intelligenz

Die urbane Realität ist ein Datenmeer – und jede noch so kleine Bewegung, jede Wetteränderung, jeder Baustellenbeginn hinterlässt digitale Spuren. Für KI-basierte Stadtmodelle ist das ein gefundenes Fressen. Doch wie funktioniert das Lernen konkret? Im Zentrum steht der Kreislauf aus Datensammlung, Vorverarbeitung, Training und Evaluation. Eine Epoch ist dabei immer ein vollständiger Durchlauf dieses Kreislaufs mit dem aktuellen Datenbestand.

Im ersten Schritt sammeln Sensoren, IoT-Geräte, Geodatenplattformen und Verwaltungsdatenbanken riesige Mengen an Rohdaten. Diese werden aufbereitet, bereinigt und in ein Format gebracht, mit dem die KI arbeiten kann. Während ein Mensch sich vielleicht noch einen Querschnitt der wichtigsten Zahlen herauspicken würde, nimmt die KI alles – und sucht nach Mustern, Korrelationen, Ausreißern. So entstehen digitale Stadtmodelle, die weit mehr als klassische GIS-Karten leisten: Sie sind dynamisch, lernend und simulieren Alternativen in Echtzeit.

Mit jeder neuen Epoch werden die Algorithmen auf den neuesten Stand gebracht. Das Ziel: Prognosen, Empfehlungen und Simulationen, die der aktuellen urbanen Realität maximal nahekommen. Das betrifft ganz unterschiedliche Aufgaben – von der Verkehrssteuerung über Energieoptimierung bis zur Katastrophenvorhersage. Je nach Anwendungsfall unterscheiden sich die Trainingszyklen dramatisch: Manche Systeme laufen täglich oder sogar stündlich durch neue Epochs, andere werden monatlich oder quartalsweise aktualisiert. Die Frequenz hängt dabei von der Datenverfügbarkeit, der benötigten Präzision und den Ressourcen der Stadt ab.

Ein besonders spannendes Feld ist die Simulation von Szenarien: Was passiert, wenn eine neue Straßenbahnlinie gebaut wird? Wie verändert sich das Mikroklima durch eine neue Bebauung? Solche Fragen lassen sich nur beantworten, wenn die KI auf dem aktuellsten Stand ist und alle relevanten Variablen berücksichtigt. Die Qualität der Antworten steigt mit der Zahl der durchlaufenen, gut konfigurierten Epochs – solange die Datenbasis solide ist und die Algorithmen nicht ins „Überlernen“ geraten.

Doch das Lernen hat Grenzen: Wenn die Daten veraltet, fehlerhaft oder einseitig sind, helfen auch tausende Epochs nichts. Ebenso kritisch ist die Wahl der richtigen Algorithmen und Modellarchitekturen. Hier braucht es Know-how, Erfahrung und Fingerspitzengefühl – Eigenschaften, die in der Stadtplanung bislang selten mit KI-Expertise verknüpft wurden. Wer das Zusammenspiel von Daten, Modell und Epoch versteht, kann neue Maßstäbe für smarte, resiliente Stadtentwicklung setzen.

Epochs in der Stadtpraxis: Wie oft muss KI wirklich lernen?

Theorie ist schön und gut – doch wie sieht es in der Praxis aus? Die Antwort: Es gibt keine magische Zahl, die für alle Städte und alle Anwendungen gilt. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Datenverfügbarkeit, Systemarchitektur, Ressourcen und politischer Zielsetzung. Internationale Vorreiter wie Singapur, Helsinki oder Wien experimentieren längst mit unterschiedlichsten Trainingszyklen – von stündlichen Updates bei Verkehrsprognosen bis zu monatlichen Trainings für langfristige Stadtentwicklungsmodelle.

In Singapur etwa wird der digitale Zwilling der Stadt mit einer Vielzahl von Sensordaten fast in Echtzeit gefüttert. Hier laufen die Trainingsprozesse der KI-Modelle teilweise im Minutentakt, um auf Wetterumschwünge, Verkehrsstörungen oder akute Vorfälle reagieren zu können. Die große Herausforderung: Datenmengen und Rechenleistung müssen Schritt halten – und die Governance muss regeln, wann, wie und mit welchen Daten neue Epochs angestoßen werden.

Helsinki verfolgt einen anderen Ansatz: Dort werden bestimmte Teilmodelle des Urban Digital Twins täglich aktualisiert, andere – etwa zur Klimaanpassung – nur quartalsweise. So wird ein Kompromiss zwischen Aktualität, Ressourcenverbrauch und Modellstabilität gefunden. In Wien wiederum setzt man auf ein hybrides Modell: Echtzeit-Analysen für kurzfristige Prozesse, aber geplante, periodische Epochs für grundlegende Stadtentwicklungsfragen. Das Ziel ist stets, das Gleichgewicht zwischen Datenaktualität und Modellrobustheit zu wahren.

Und Deutschland? Hier ist die Szene noch im Experimentierstadium. Städte wie Hamburg, München oder Köln fahren meist mit vorsichtigen, halbautomatisierten Trainingszyklen. Oft werden Modelle alle paar Wochen oder Monate neu trainiert – je nach Projekt und Datenlage. Die Angst vor Fehlern, Overfitting oder Black-Box-Entscheidungen ist groß. Gleichzeitig fehlt es oft an klaren Zuständigkeiten: Wer entscheidet, wann eine neue Epoch gestartet wird? Wer prüft die Qualität der Daten, wer kontrolliert die Ergebnisse?

In der Praxis zeigt sich: Je komplexer und dynamischer das Anwendungsfeld, desto wichtiger sind flexible, bedarfsgerechte Trainingszyklen. Eine pauschale Antwort gibt es nicht – aber die Tendenz ist klar: Wer mit Echtzeitdaten und lernenden Modellen arbeitet, muss bereit sein, seine KI-Systeme häufiger zu trainieren als klassische, statische Stadtmodelle. Und das bedeutet für viele Kommunen: Umdenken, investieren – und einen Hauch Mut zum Risiko.

Risiken und Nebenwirkungen: Bias, Governance und die neue Planungskultur

So verheißungsvoll das Konzept der kontinuierlich lernenden Stadt klingt – es birgt auch Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen. Ein zentrales Problem ist der sogenannte algorithmische Bias: Wenn Trainingsdaten verzerrt, unvollständig oder einseitig sind, lernen KI-Modelle genau diese Fehler – und reproduzieren sie in ihren Prognosen. Je häufiger und automatisierter die Epochs durchlaufen werden, desto schneller können sich solche Verzerrungen im Stadtmodell verfestigen. Für Planer, Architekten und Entscheider bedeutet das: Die Qualität der Datenbasis ist das A und O. Falsche oder ungerechte Modelle können zu massiven Fehlplanungen, Diskriminierungen oder Akzeptanzproblemen führen.

Ein weiteres Risiko ist die mangelnde Transparenz. KI-Modelle, die in kurzen, automatisierten Zyklen neu trainiert werden, sind oft schwer nachvollziehbar. Wer hat wann welche Daten eingespeist? Wie wurden die Modelle verändert? Wer trägt die Verantwortung, wenn Simulationen zu falschen Planungsentscheidungen führen? Hier braucht es klare Governance-Strukturen, offene Dokumentation und eine neue Kultur der Rechenschaftspflicht. Der Einsatz von KI in der Stadtplanung ist kein Selbstläufer – er verlangt Kontrolle, Reflexion und, ja, auch Demut vor der Komplexität urbaner Systeme.

Die Steuerbarkeit der Trainingszyklen wirft weitere Fragen auf: Wer entscheidet eigentlich, wie oft und mit welchen Daten die städtische KI lernen soll? Liegt die Hoheit bei der Verwaltung, bei privaten Softwareanbietern, bei politischen Gremien oder gar bei den Bürgern? In der Praxis gibt es hier noch wenig Standards – und umso mehr Unsicherheit. Gerade in Deutschland bremst diese Unklarheit vielerorts den Fortschritt. Die Angst vor Kontrollverlust, Datenmissbrauch oder politischer Instrumentalisierung ist nicht unbegründet. Doch sie darf nicht zur Ausrede für Stillstand werden.

Schließlich stellt sich die Frage nach der Planungskultur. Die Einführung von Epoch-basierten KI-Systemen ist mehr als ein technisches Update – sie ist ein Paradigmenwechsel. Planung wird zum Prozess, zum ständigen Experiment, zur nie ganz abgeschlossenen Baustelle. Das verlangt Mut, Offenheit und die Bereitschaft, Fehler zu akzeptieren und daraus zu lernen. Wer immer nur auf Nummer sicher gehen will, wird von Städten überholt, die sich trauen, schneller und flexibler zu lernen. Die Zukunft gehört denen, die das Prinzip der Epoch als Chance begreifen – nicht als Risiko.

Und noch ein Punkt: Der Einfluss auf die Bürgerbeteiligung. Theoretisch könnten KI-Modelle mit regelmäßigen, transparenten Trainingszyklen die Grundlage für eine neue, datenbasierte Partizipation schaffen. Simulationen werden verständlicher, Szenarien greifbarer, Entscheidungen nachvollziehbarer. Doch das klappt nur, wenn die Systeme offen, erklärbar und zugänglich sind. Wer die KI hinter verschlossenen Türen laufen lässt, verspielt Akzeptanz und Vertrauen – und riskiert, dass Hightech zum Demokratieproblem wird.

Fazit: Die Epoch als neue Währung der urbanen Intelligenz

Die Frage, wie oft künstliche Intelligenz Städte lernen muss, ist weit mehr als ein technisches Detail. Sie ist zum strategischen Dreh- und Angelpunkt moderner Stadtentwicklung geworden. Die „Epoch“ ist dabei das Maß, mit dem urbane Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Resilienz gemessen werden. Wer verstanden hat, dass jede Epoch ein Schritt in Richtung aktueller, präziser und zukunftstauglicher Stadtmodelle ist, kann das volle Potenzial der digitalen Transformation ausschöpfen.

Doch der Weg ist steinig: Datenqualität, Governance, Transparenz und Partizipation sind die großen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Städte, die mutig experimentieren, flexibel lernen und offen kommunizieren, haben die Chance, Vorreiter einer neuen, lernenden Planungskultur zu werden. Wer auf alte Zöpfe, statische Modelle und lähmende Sicherheitsbedenken setzt, riskiert, von der Dynamik der Gegenwart abgehängt zu werden.

Die Epoch ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um die Stadt als lebendiges, lernendes System zu begreifen. Planer, Architekten, Verwaltung und Politik sind gefordert, gemeinsam neue Standards zu setzen, Wissen aufzubauen und Verantwortung zu übernehmen. Nur so kann die urbane KI zu einem Instrument werden, das nicht nur technische Exzellenz liefert, sondern auch gesellschaftlichen Mehrwert stiftet.

Am Ende entscheidet nicht die Technologie, sondern der Umgang mit ihr – also die Fähigkeit, Lernzyklen sinnvoll zu steuern, Risiken zu managen und Chancen für alle Beteiligten zu eröffnen. Die Stadt der Zukunft entsteht nicht im Reißbrett, sondern im permanenten Lernprozess. Die Epoch gibt den Takt vor. Die Richtung bestimmen wir.

Namibia, Foto: Unsplash
Namibia, Foto: Unsplash

In Namibia entsteht ein Projekt der Superlative. Eine neue Anlage zur Produktion grünen Wasserstoffes ist in Planung. Das Vorhaben stößt auf Zuspruch und Kritik gleichermaßen. 

Mammut-Projekt zu grünem Wasserstoff

Im Kampf gegen den Klimawandel und beim Ausbau erneuerbarer Energien ist auch grüner Wasserstoff vermehrt ein Thema. Dabei macht ein Vorhaben in Namibia derzeit besonders Schlagzeilen. Im Süden des Landes plant das Unternehmen Hyphen Hydrogen Energy ein Mammut-Projekt. Geht es nach den Verantwortlichen, soll die gigantische Anlage zur Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff, noch vor Ende des Jahrzehntes fertiggestellt werden. Fortan könnte sie dann jährlich zwei Millionen Tonnen Ammoniak produzieren und von dort aus in die ganze Welt verschiffen. Über 14 000 Quadratkilometer große Konzessionen im Tsau-Khaeb-Nationalpark sind dafür vorgesehen. Nicht nur die schiere Größe setzt Maßstäbe. Um die Prozesse der Spaltung und Weiterverbarbeitung zu ermöglichen, werden zukünftig rund 7 000 Megawatt Strom benötigt. Derzeit liegt der aktuelle Maximalverbrauch des gesamten Landes bei knapp über 600 Megawatt. Darüberhinaus werden weitere Infrastrukturen ausgebaut werden müssen. Beispielsweise eine neue Entsalzungsanlage, kilometerlange Pipelines und schließlich ein neuer Hafen in Lüderitz.

Wasserstoff ist ein Gas und tritt in Reinform nicht in der Natur auf – deshalb muss es erst aus Wasser gewonnen werden. Foto: Unsplash
Wasserstoff ist ein Gas und tritt in Reinform nicht in der Natur auf – deshalb muss es erst aus Wasser gewonnen werden. Foto: Unsplash

Von Inventionen und Teilhabenden

Es sind große Investitionen. Gleichsam hält das Projekt für Namibia enorme wirtschaftliche Chancen bereit. So James Mnyupe, der Wasserstoff-Sonderbeauftragte der namibischen Regierung: „Wir wissen, dass dieses spezielle Projekt fast 20 Prozent der heutigen Steuereinnahmen des Staates einbringen könnte“. Diese Zahl ist an Steuerabgaben, Lizenzgebühren und die Verpachtung der benötigten Gebiete im Nationalpark gekoppelt. Außerdem will Namibia mit 24 Prozent Anteilseignerin an dem Projekt zu werden. Bisherige Teilhaber von Hyphen sind die deutsche Aktiengesellschaft Enertrag sowie die britische Nicholas Holdings.

Namibia muss nun innerhalb der nächsten sechs Monate 90 Millionen US-Dollar investieren. Da sich das Projekt derzeitig noch im Entwicklungsstadium befinde, hielten sich die Kosten im erschwinglichen Rahmen. Sobald das Projekt zu einem Finanzierungsabschluss kommt, könnten die Kosten jedoch drastisch steigen. Mnyupe weist daraufhin, dass sich die Regierung dann entscheiden müsse, entweder die gesamten Anteile zu halten oder lieber Geld in die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur zur Nutzung von grünem Wasserstoff und Ammoniak in Namibia selbst zu investieren.

Bisher sind von den prognostizierten zwei Millionen Tonnen Ammoniak keine zur Nutzung vor Ort vorgesehen. Vielmehr hat Hyphen Hydrogen Energy bereits Absichtserklärungen zur Abnahme des Rohstoffes mit ausländischen Interessierten getroffen. So etwa mit dem deutschen Energieversorger RWE, dem südkoreanischen Wasserstoffunternehmen Approtium und einem nicht namentlich genannten europäischen Chemiekonzern. Die Investitionen in Namibia sind auch deshalb nicht unumstritten.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe?

Gerade Deutschland hat in Namibia eine unrühmliche Vergangenheit. Das Land war von 1884 bis 1915 unter deutscher Kolonialbesetzung. In dieser Zeit wurden grausame Verbrechen an der Bevölkerung verübt. Der Völkermord an den Herero und Nama durch die deutschen Truppen forderte schätzungsweise bis zu 100 000 Opfer – und wurde bis heute von der Bundesregierung nie als Genozid anerkannt. Ein Projekt wie die Wasserstofffabrik der Hyphen hat somit auch eine große politische Dimension. Bei gemeinsamen Regierungsverhandlungen sagten die Bundesregierung und das Entwicklungsministerium (BMZ) Unterstützung bei der Stadtplanung im Umfeld der geplanten Produktionsanlagen in Lüderitz und bei der Ausbildung von Fachkräften zu. Weitere Fördergelder sind für Klimaanpassungen, den Schutz der Artenvielfalt und Verbesserungen in der Wasserversorgung vorgesehen.

Kritik und Ausblick

Noch im vergangenen Jahr kritisierte zum Beispiel Joseph Isaacks, der Vorsitzende des Regionalrats der Kharas-Region, die fehlende Einbeziehung der regionalen Politiker bei der Entwicklung des Projekts. Nach einer Einladung zur Unterzeichnung der Machbarkeitsvereinbarung lobte er nun Namibias Staatspräsidenten Hage Geingob für seine Visionskraft rund um die geplante Wasserstoffindustrie. Bevor die Vision Realität wird, stehen in den kommenden zwei Jahren umfassende Umwelt- und Machbarkeitsstudien an. Obeth Kandjoze, Vorsitzende des namibischen Regierungsgremiums für grünen Wasserstoff ist zuversichtlich hinsichtlich der Zukunft seines Landes: „Namibia muss seinen rechtmäßigen Platz als Drehscheibe für saubere Energie in Afrika einnehmen!“

Auch andernorts sucht man nach nachhaltigen Energien für die Zukunft, und zwar mithilfe von Energieinseln in der Nordsee.