20.07.2022

Wettbewerb
O&O Baukunst studio grüngrau

Botanikum München

von Laura Puttkamer
Das Gelände um das Botanikum in München, Plan: © studio grüngrau I O&O Baukunst GmbH
Das Gelände um das Botanikum in München, Plan: © studio grüngrau I O&O Baukunst GmbH

Studio grüngrau gewinnen gemeinsam mit O&O Baukunst den Wettbewerb „Südlich des Botanikums“ in München.

Die ersten drei Plätze des Wettbewerbs

Am 29. April 2022 entschied eine Jury über den Einladungswettbewerb zum Areal „Südlich des Botanikums“ in München. Der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb rief die acht teilnehmenden Büros dazu auf, eine bauliche Entwicklung für die heutigen Landwirtschaftsflächen vorzuschlagen. Auf dem 2,6 Hektar großen Gebiet soll ein attraktives Stadtquartier entstehen.

Der Wettbewerb haben O&O Baukunst GmbH aus Köln und das studio grüngrau Landschaftsarchitektur aus Köln gewonnen. Der gemeinsame Beitrag überzeugte die Jury durch seine gute Freiflächenvernetzung und den „klaren, aber abwechslungsreichen Städtebau“. Sie ernannte den Gewinner einstimmig, ebenso wie den zweiten und dritten Platz. su und z Architekten BDA aus München belegten gemeinsam mit studio B landschaftsarchitektur den zweiten Platz. ENEF Architekten und Stephan Huber Landschaftsarchitektur, beide aus München, gewannen den dritten Platz im Wettbewerb um die Fläche nahe des Botanikums.

In einer Ausstellung kann man vom 21. Juni bis zum 1. Juli 2022 im Referat für Stadtplanung und Bauordnung in der Blumenstraße 28b im Raum 017 in München die Ergebnisse des Wettbewerbs betrachten. Am 20. Juni eröffnete Sabine Steger, leitende Baudirektorin des Bezirks West, die Ausstellung zum Botanikum München.

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Lageplan südlich des Botanikums, Plan: © studio grüngrau I O&O Baukunst GmbH

Die Fläche südlich des Botanikums München

Das Planungsgebiet südlich des Münchner Botanikums befindet sich am nördlichen Rand des Stadtbezirks Moosach. Von den 7,4 Hektar Fläche wird voraussichtlich ein Teil für die Bebauung mit etwa 550 Wohnungen sowie als Grundschulstandort genutzt. Zudem schreibt die Stadt vor, dass das südlich angrenzende Siedlungsgebiet durch neue Infrastrukturen und Grünflächen angeschlossen werden soll. Dabei ist vor allem die Sicherung der ökologisch bedeutende Grünverbindungen südlich des Rangierbahnhofs und nördlich der ehemaligen Gleistrasse wichtig.

Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk schlug vor, den Flächennutzungsplan für die Fläche im Süden vom Botanikum München zu ändern. Der Bebauungsplan wurde im Rahmen des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs entwickelt. Dabei stellt das Wettbewerbsergebnis die Grundlage für das nun folgende Bebauungsplanverfahren dar. Zudem ist laut der Stadt München eine frühzeitige, umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit geplant.

Das Münchner Botanikum auf dem Gelände eines früheren Gärtnereibetriebs besteht sowohl aus Künstlerateliers als auch Veranstaltungsflächen zum Mieten. Hier sollen öffentliche Grundflächen und naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen, Maßnahmenflächen für den Artenschutz und ein überregionales jugendkulturelles Zentrum entstehen. Das Gelände gehört den Ausloberinnen des Wettbewerbs, der MünchenBau Holding GmbH und der Terrafinanz Projekt 2 GmbH.

 

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Plan: © studio grüngrau I O&O Baukunst GmbH

Der Siegerentwurf von O&O Baukunst und studio grüngrau

Der Beitrag von O&O Baukunst sowie studio grüngrau zeichnet sich durch eine hohe Nutzungsflexibilität der Baukörper, einen großen zusammenhängenden Innenhof und eine geschlossene Randbebauung aus. Diese soll Lärmimmissionen südlich des Botanikums München künftig gut abschirmen. Zwei Hochpunkte an der Feldmochinger Straße schaffen einen Stadteingang für die künftigen Bewohner*innen des Areals.

Das Preisgericht zeigte sich von der entstehenden hohen Wohnqualität des Entwurfs überzeugt. Insbesondere der große Innenhof mit seinem großen Potenzial für das Wohnumfeld begeisterte die Jury, da er sowohl eine hohe Aufenthaltsqualität als auch Klimaanpassung, Brandschutz, Kindergartenflächen und intensive Durchgrünung bieten kann.

Die Jury wies darauf hin, dass die beiden Hochpunkte etwas überinstrumentiert erscheinen und in der weiteren Bearbeitung stärker differenziert und kontrolliert werden sollen. Die hohe Nutzungsflexibilität der Baukörper wird in den weiteren Schritten präziser geplant. Dazu gehört auch eine Neubewertung der Bebauungsdichte inklusive einer möglichen Reduzierung der Geschossfläche. Insgesamt bezeichnete die Jury den Siegesentwurf als „sehr überzeugenden Beitrag“ und empfiehl einstimmig, studio grüngrau und O&O Baukunst mit der weiteren Planung gemäß der Auslobung für das Areal südlich des Botanikums München zu beauftragen.

Im Laufe der Stadmacher*innen-Konferenz in München sollen bald weitere innovative Ideen präsentiert sowie diskutiert werden – hier erfahren Sie mehr über die Konferenz: München Zukunft

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