21.07.2022

Projekt
netWORKS

Stadtplanungsspiel von ISOE, DIFU und Co.

von Laura Puttkamer
Foto: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Foto: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

22 Infokarten bilden in einem Spiel vom Forschungsprojekt netWORKS 4 wichtige Bausteine blauer, grüner und grauer Infrastrukturen ab und zeigen, wie Kommunen und Planer*innen sie einsetzen können.


Das Forschungsprojekt netWORKS 4

Die Folgen des Klimawandels in Städten sind vielseitig und voneinander abhängig. Um mit diesen Folgen umzugehen, ist eine vernetzte Stadt- und Infrastrukturplanung nötig. Denn neben technischen Lösungen sind auch grüne und blaue Infrastrukturen gefragt. Genau diesen Herausforderungen widmet sich das Stadtplanungsspiel vom Forschungsprojekt netWORKS 4. Es besteht aus einem Kartenset, das die vielfältigen Möglichkeiten zur kommunalen Klimaanpassung mittels Wasser- und Grüninfrastrukturen in der Stadt der Zukunft darstellt. Dabei geht es um partizipative Planungsschritte. Diese sollen es ermöglichen, gemeinsam mit der Bevölkerung Klimawandelrisiken zu identifizieren und über entsprechende Maßnahmen zu entscheiden.

Dieses Spiel basiert auf den Ergebnissen des netWORKS-Forschungsprojektes und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es besteht aus Projektpartnern wie dem Institut für sozial-ökologische Forschung, dem Deutschen Institut für Urbanistik, dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH, den Berliner Wasserbetrieben AöR und weiteren Akteuren. Gemeinsam forschen sie zum Thema „Resilient networks: Beiträge von städtischen Versorgungssystemen zur Klimagerechtigkeit“.

Die Autor*innen wünschen sich, dass Spielende die Erkenntnisse aus den Infokarten in die Praxis umsetzen. Daher gehören insbesondere Akteur*innen der kommunalen Planung zur Zielgruppe. Schwerpunkte sind dabei Quartiersentwicklung, Grün- und Wasserinfrastrukturplanung sowie Betreiber*innen der Wasserver- und -entsorgung. Die Infokarten aus dem Stadtplanungsspiel sollen die praktische Arbeit in kommunalen Entscheidungs- und Planungsprozessen unterstützen.

Foto: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Foto: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

Das Stadtplanungsspiel: Bausteine blauer, grüner und grauer Infrastrukturen

Die 22 Infokarten des Spiels von netWORKS bilden unterschiedliche Stadtbausteine in Form blauer, grüner und grauer Infrastrukturen ab. Auf jeder Karte sind Informationen über die besonderen Potenziale der Infrastruktur in Hinblick auf planerische Ziele sowie über die räumliche Skala zu finden. Auch die mit den Bausteinen einsetzbaren Wasserressourcen sowie die jeweils abgedeckten Nachhaltigen Entwicklungsziele werden aufgelistet. Die planerischen Ziele in dem Stadtplanungsspiel sind zum Beispiel Stadtklima, Aufenthaltsqualität, Gesundheitsförderlichkeit, Gewässerschutz und natürlicher Wasserhaushalt – wie in der echten Stadtplanung.

Die Infokarten enthalten Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünungen, Pflanzenkläranlagen und Wasserspielplätze. Sie sollen keine Vorschriften machen, sondern einen kreativen Prozess anregen um passende Maßnahmen für Klimawandelrisiken zu finden. Zugleich soll gezeigt werden, wie diese Maßnahmen zu sozialen und ökologischen Planungszielen beitragen. Auf diese Weise soll das Stadtplanungsspiel den Austausch zwischen Akteur*innen zu Grundlagen und Weiterentwicklung der Wasser- und Grüninfrastruktur in der Stadt ermöglichen. Die Anpassung an den Klimawandel steht dabei im Vordergrund.

Neben dem Kartenset gehören auch eine Nutzungsanleitung, Chips der Bausteine und Chips der vom Klimawandel besonders betroffenen Gruppen zum Spiel. Alle Informationen auf den Karten stammen aus einer umfangreichen Literaturstudie und ergänzenden Gesprächen mit Expert*innen. Detaillierte Informationen zu den Begrifflichkeiten und zum Spiel finden sich in der Nutzungsanleitung.

Foto: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Fotos: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
Foto: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

Ein Spiel für partizipative Planungsprozesse

Die Forschungsgruppe netWORKS hat die Karten bereits in verschiedenen partizipativen Planungsformaten mit verschiedenen Akteur*innen der Stadtplanung erprobt. Dabei zeigte sich laut eigenen Angaben, „dass der Einsatz der Infokarten eine Diskussion auf Augenhöhe zwischen den anwesenden jeweiligen Fachplaner*innen und fachfremden Akteur*innen für das zu beplanende Gebiet ermöglicht. Die Infokarten laden insbesondere dazu ein, verschiedene Bausteine grüner, blauer und grauer Infrastrukturen zu kombinieren und damit integrierte Konzepte zur Klimaanpassung zu entwerfen. Ergänzend lenken sie den Blick auch auf gesellschaftliche Gruppen, die besonders empfindlich gegenüber Starkregen und Überflutung, Hitze und Trockenheit sind.“

Die kostenlosen Infokarten lassen sich hier im Format DIN A5 ausdrucken. Zudem gibt es eine limitierte Anzahl an gedruckten Versionen, die beim Institut für sozial-ökologische Forschung erhältlich sind. Auf Wunsch stellt das Team zudem die offene Originaldatei zur Verfügung, um individuelle Anpassungen zu ermöglichen, die die Bedürfnisse vor Ort berücksichtigen.

Stadtplanungs-Spiele gibt es auch schon im digitalen Format: Lesen Sie hier alles über das Computerspiel Stadtplanung: VR-Spiel Little Cities.

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