Buga 2029: Wettbewerb für Bacharach entschieden

Blick auf den Münzbach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Blick auf den Münzbach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Die Bundesgartenschau 2029 findet im Welterbe Oberes Mittelrheintal statt. Dies verläuft auf 67 Rheinkilometern und circa 620 Quadratkilometern von Bingen/Rüdesheim bis nach Koblenz. Mit dem Arbeitstitel „Willkommen am Wasser“ will man dort Menschen, Welterbe-Tal und BUGA verbinden. Die BUGA 2029 findet dabei an mehreren Orten gleichzeitig statt. Für einen der drei Schwerpunktbereiche, Bacharach im Kreis Mainz-Bingen, steht nun der Wettbewerbssieger fest. Aus zehn Entwürfen überzeugte das Landschaftsarchitekturbüro urbanegestalt (Köln) zusammen mit Hille und Tesch Architekten (Ingelheim). Lesen Sie hier mehr zum freiraumplanerischen Gestaltungswettbewerb.

Buga 2029 - Projektteam und Motto. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Buga 2029 – Projektteam und Motto. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Vom Kleinod zum Versprechen für die Zukunft

Bacharach ist eine historische Stadt mit Burg, Kloster und Fachwerkhäusern. Sie hat sich bereits einen Namen als poetischen, weltoffenen Treffpunkt gemacht. Doch nicht nur die Architektur und Kulturgeschichte des Ortes ist einen Besuch wert, sondern auch die Natur. So setzt sich die Stadt und die Buga 2029 das gemeinsame Ziel, die Verbindung zwischen Rheinanlagen und Altstadt stärker zu verknüpfen. Den Einheimischen und Besuchenden soll ein entschleunigtes Erlebnis geboten werden. Das 10 Hektar große Planungsgebiet verläuft dabei vom Werth bis zum Strand beim Campingplatz. Hier kommt also vieles zusammen: Altstadtcharme, Landschaftspark, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Strandbad sowie Camping. 

Die Landesbeauftragte für die Buga 2029, Staatssekretärin Simone Schneider, ist begeistert: „Ich freue mich, dass die Buga in Bacharach weiter Gestalt annimmt. Der Siegerentwurf verkörpert das erklärte Ziel der Buga, den Fluss erlebbar zu machen und kombiniert dies mit der einzigartigen mittelalterlichen Innenstadt und vielen kreativen Ideen aus der Stadt selbst“. Und laut Stadtbürgermeister Philipp Rahn beinhaltet der Siegerentwurf genau die eingebrachten Ideen der Bürger*innen Bacharachs. Insofern sagt er: „So können wir das Kleinod Bacharach bis zur Buga 2029 nicht nur im Hinblick auf unsere Geschichte, sondern auch für künftige Generation weiterentwickeln“.

So idyllisch ist Bacharach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
So idyllisch ist Bacharach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Robuster Rahmen für Poesie

Der Siegerentwurf bietet für die Ausstellungen und Veranstaltungen der Buga 2029 einen robusten Rahmen. So sagt der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner: „Die Buga-Konzeption baut auf den Grundlagen der dauerhaften Neugestaltung des Geländes auf. Künftige Buga-Besucher werden sich sicherlich auf viele farbenfrohe und fantasievolle Überraschungen freuen können, die von der Grünen Branche für die Besuchserlebnisse beim Sommerfestival Bundesgartenschau 2029 geschaffen werden“.

Der Arbeitstitel des Entwurfs zur Buga 2029 lautet dabei „Inseln der Poesie“. Auf den Inseln sollen besondere Orte mit verschiedenen, inspirierenden Funktionen geschaffen werden. Unter dem Überbegriff Poesie führt man verschiedene Themen zusammen: Kreativität mit Malerei und Ästhetik sowie Naturerlebnis mit Reise und Aufbruch. Das Gewinnerteam unterteilt die „Inseln der Poesie“ dabei in „Auenufer“, „Park“ und „B(e)acharach“.

Drei Freiraumtypologien für das Areal

Urbanegestalt und ihr Team gliedern den Bearbeitungsbereich der Buga 2029 in drei Freiraumtypologien: Auenpark, Landschaftspark sowie Sport- und Freizeitpark mit Strandbad. Jede dieser Typologien verspricht dabei eine andere Atmosphäre. Währenddessen verknüpft die am Rhein verlaufende Uferpromenade die Freiräume miteinander. 

Auenufer

Im Norden ist das „Auenufer“ zu finden. Hier wandelt man einen Teil der Landschaft in eine Auenlandschaft um. Der Weg schlängelt sich durch eine naturnahe Bepflanzung und kreiert so Nischen und Rückzugsorte. Die entspannte Atmosphäre ergänzt der Tonnenhof als gastronomisches Angebot.

Klimagarten samt Gewächshaus

Der Weg führt weiter zum sogenannten Klimagarten samt Gewächshaus. Der Bereich besteht aus Rasenflächen und trockenheitsresistenten Pflanzungen. Die Uferpromenade läuft entlang eines Fähranlegers. Hier kann man zum Bacharacher Werth übersetzen. Die Münzbachlagune verbindet dabei das „Auenufer“ mit dem Holzdeck am Fähranleger. Auf großen Steinen kann man hier über den Rhein laufen. Allgemein plant man einen aneignungsbaren Uferbereich entlang der Promenade — zum Beispiel mit Sitzstufen.

Landschaftsgarten

Der nächste Abschnitt führt in den sogenannten Landschaftsgarten. Hier, im historischen Teil des Parks, werden die ursprünglichen Wegeverbindungen der Rheinanlagen übernommen. Außerdem entsiegelt man den bisherigen Parkplatz, um den Landschaftspark fortzuführen. Dabei bieten Sitzgelegenheiten entlang der Wege idyllische Aussichten auf den Rhein beziehungsweise die Stadt.

Planausschnitt Nord. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Nord. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Camping mit Gruppenzeltplätzen oder Tiny Houses

Die zentrale Wiese im Planunsggebiet dient Sport und Veranstaltungen. Zusätzlich könnten Beachvolleyball Felder und eine Calisthenics Anlage den Bereich ergänzen. Und am Ufer gibt es einen mobilen Weinpavillon.

Im südlichen Planabschnitt entsteht ein großzügiger Bereich mit Aktivitäten für alle Altersgruppen. Die Fläche grenzt an das Standbad und den Campingplatz an. Sie hat demnach das Potential, Besuchende und insbesondere die jüngeren Generationen von Bacharach auch nach der Buga 2029 anzusprechen. Hier könnte der Campingplatz auf innovative Elemente setzen. Gruppenzeltplätze oder Tiny Houses würden eine vielfältige und nachhaltige Campingerfahrung ermöglichen.

Planausschnitt Mitte. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Mitte. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Süd. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Süd. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Wie es weiter geht

Der Realisierungsteil des freiraumplanerischen Wettbewerbs umfasst nur die Rheinanlagen. Der Übergang zur Altstadt und der B9 gehört zum Ideenteil. Dieser dient lediglich als stadtplanerischer Vorschlag. Hier berücksichtigt das Siegerteam weitestgehend die Vorgaben gemäß der Planung des Landesbetriebs Mobilität. Sie schlagen beispielsweise vor, beim künftigen Edeka-Markt mittels eines Mobilitäts-Hubs die Parkmöglichkeiten zu optimieren.

Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst jetzt. Buga-Geschäftsführer Sven Stimac sagte hierzu: „Gemeinsam mit der Stadt Bacharach und den Preisträgern werden wir intensiv beraten, welche Vorschläge aus dem Entwurf finanziert, umgesetzt und nachhaltig betrieben werden können. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“. Auch lobte man bereits zwei weitere Wettbewerbe für Abschnitte der Buga 2029 aus.

Schon gewusst? Die BUGA 2031 findet in Wuppertal statt. Mehr dazu hier.

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Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen
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Für Roth bei Nürnberg schreitet das größte Städtebauprojekt der letzten Jahrzehnte voran. Es handelt sich hierbei um die Konversion des stillgelegten Leoni-Fabrikgeländes in das sogenannte Rother Neuland. Dafür lobte die Stadt dieses Jahr einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb aus. Jetzt stehen der Siegerentwurf fest.

KlimaQuartier statt Fabrikgelände

Her mit der Transformation vom brachen Industriestandort zum lebendigen Zukunftsquartier Rother Neuland! Für dieses Vorhaben wird Roth seit 2022 durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr innerhalb „Landstadt Bayern“ gefördert. Des Weiteren gab es Anfang diesen Jahres eine enthusiastisch aufgenommene Büger*innenbeteiligung. Dabei kristallisierten sich die wichtigsten Themen heraus, zum Beispiel Mobilität und Ökologie. Darüber hinaus hat das Gelände eine besondere Lage. Es befindet sich im Stadtzentrum. Mit sieben Hektar liegt es außerdem zwischen Bahnhof und Marktplatz sowie an zwei Fließgewässern. Jetzt ging das Team um SCHIRMER Architekten + Stadtplaner, planetz Architektenpartnerschaft und deBuhr LA Landschaftsarchitektur als Sieger hervor. Wie überzeugte also der Entwurf „klimaPARKquartier“? 

Schwarz-Grün-Plan. Quelle: Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen
Schwarz-Grün-Plan. Quelle: Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen
Lageplan. Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen
Lageplan. Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen

Städtebauliche Struktur und Flexibilität 

Die Gebietsentwicklung des Rother Neulands wird über einen langen Zeitraum erfolgen. Deshalb ist die Grundstruktur robust. Aber es wird ausreichend flexiblen Entwicklungsspielraum geben. Die Jury lobte dabei die angemessen dichte, bauliche Struktur. Richtung Innenstadt präsentiert sich das Viertel mit urbaner Atmosphäre aus gefassten Räumen und Blockstrukturen. Die angrenzenden Wohnhöfe haben dagegen einen Gartenstadt-Charakter. Im Nordosten liegt ein großzügiges, freiräumliches Entree. 

Grünstruktur

Das Privatgelände wird zum öffentlichen Landschaftspark. Das Konzept des Rother Neulands sieht eine Bebauung in der Grundstücksmitte vor. Dafür wird es in ein breites, durchgehendes Landschaftsband eingebettet. Durch räumliche und visuelle Bezüge erhalten das Schloss, die Kulturfabrik und Fließgewässer so neue Wertigkeit im Stadtgefüge. Anstelle einer Zäsur gibt es nun eine Verbindung zwischen der Stadt, der Rednitzinsel und den umgebenden Landschaftsräumen. Der Entwurf führt dabei die bestehenden ökologisch und erholungstechnisch wertvollen Landschaftsstrukturen fort. „Mit den großzügigen Grünräumen und zusätzlichen Baumpflanzungen wird ein sehr guter Beitrag zur klimatischen Verbesserung der umliegenden Stadtquartiere geschaffen“ sagte das Preisgericht. Auch der Luftaustausch wird berücksichtigt. Die Wiesen sind gleichzeitig Überschwemmungszonen und die Belagsflächen dränfähig. Künftig interessant wird der detailliertere Umgang mit dem oberflächennahen Grundwasser. Auch das Thema Altlasten bereitet allen Beteiligten Sorgen.

Identität und Ressourcenschutz

Neben den Naturräumen bleibt auch die bauliche Geschichte des Ortes ablesbar. Zur Identitätsstiftung des Rother Neulands werden dafür Teile der Bausubstanz erhalten (zum Beispiel Drei-Bogenhalle, Pförtnerhaus). Deren Integration erhält aber nicht nur den Charakter des Ortes. So lässt sich auch die graue Energie nutzen.

Klima & Freiflächen. Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen
Klima & Freiflächen. Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen

Nutzungsmischung

Ein lebendiges Stadtquartier braucht Nutzungsmix. Um Arbeiten und Wohnen näher zu bringen plant das Siegerteam zum einen emissionsarme Produktionsprozesse und digitalisierte Arbeitsformen. Zum anderen schaffen sie soziale und kulturelle Angebote im Rother Neuland.

Mobilität

Einen weiteren vorbildlichen Umgang mit Ressourcen sieht man im nachhaltigen Erschließungskonzept. Die Infrastruktur baut nämlich auf dem Bestand auf. Dazu wird ein autofreies bzw. autoarmes Stadtquartier geschaffen. Hierfür plant man am Quartierseingang eine Großgarage als Mobilitätszentrale. Dagegen werden im Quartiersinneren der ÖPNV, Mobilitätsstationen und Sharing-Angebote ausgebaut. Außerdem schafft der Entwurf eine große innere Durchwegung und Verknüpfung mit der Umgebung.

Mobilität & Verkehr. Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen
Mobilität & Verkehr. Quelle: Kooperationspartner Schirmer Architekten + Stadtplaner GmbH, Würzburg, planetz architekten, München, DE BUHR LA Landschaftsarchitektur, Sommerhausen

Weiteres Vorgehen

Die sieben Wettbewerbsergebnisse sind bis zum 28. Juli 2023 in der Kulturfabrik Roths ausgestellt. Der Stadtrat beauftragte bereits das Planungsteam mit der Fortschreibung des Entwurfs. Die Ergebnisse aus einer Online-Umfrage im Rahmen von „Landstadt Bayern“ müssen dabei im weiteren Planungsprozess berücksichtigt werden.

Auch in einem ehemaligen Industriegebiet findet das „Quartier der tanzenden Paare“ in der Schweiz auf dem Erni-Areal Platz. Das Besondere: Studio Vulkan gestalten zusammen mit KCAP einen Raum in der Siedlung nach dem Schwammstadt-Prinzip.

Parc des Ateliers

Der spektakuläre Neubau der Stiftung Luma Arles ist ein Kunstwerk für die Kunst: Frank Gehrys Turm ist Museum und Atelierbau zugleich. Er bildet den Höhepunkt eines Kunst- und Kulturareals, das die Luma-Gründerin Maja Hoffmann im Verlauf von 15 Jahren verwirklicht hat.

Luma Arles eröffnet „Parc des Ateliers“

Arles und Kunst – da ist natürlich der erste Gedanke van Gogh, der hier seinen Traum vom Atelier des Südens im Künstlergemeinschaft mit Gauguin zu verwirklichen suchte. Doch der Aufenthalt in Arles wurde für van Gogh zum Debakel. Nicht nur, dass die Zusammenarbeit mit Gauguin im Zerwürfnis endete – in Arles begann er auch zunehmend an Wahnvorstellungen zu leiden, bis er sich schließlich in die Nervenheilanstalt im nahegelegenen Saint-Rémy begeben musste.

Fast erscheint es ein wenig, als habe sich Maja Hoffmann vorgenommen, van Goghs erlittenes Schicksal in Arles im Nachhinein zu heilen. Hoffmann, die der gleichnamigen Basler Großindustriellendynastie entstammt, ist eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen und -förderinnen weltweit. Seit beinahe 20 Jahren wirkt sie als Kulturinitiatorin und Mäzenin in Arles. Im Jahr 2004 gründete sie dort die Luma-Stiftung, die zeitgenössische Kunst fördert und beauftragt.

 

Drei Jahre später begann Maja Hoffmann gemeinsam mit dem Architekten Frank Gehry, dem Kurator Hans-Ulrich Obrist und einer Reihe bedeutender zeitgenössischer Künstler einen Arbeitsprozess. Die Beteiligten entwickelten gemeinsam Ideen für ein neuartiges Kunst- und Kulturzentrum für das 21. Jahrhundert. Als Standort für dieses Projekt wählte Hoffmann den „Parc des Ateliers“. Ein Gelände des seit den Achtzigerjahren aufgelassenen Bahnbetriebswerk der SNCF an Rande der historischen Altstadt von Arles. Die historischen Werkstattgebäude wurden in Verlauf der letzten Jahre von der Architektin Annabelle Selldorf renoviert. Nun beherbergt das Gebäude Ausstellungsräume, Künstlerateliers und -wohnungen sowie ein Restaurant.

Galerie, Atelier und eine öffentliche Aussichtsterrasse

Den krönenden Abschluss fand die Neugestaltung des „Parc des Ateliers“ nun mit der Eröffnung des „Towers“, eines 56 Meter hohen Ausstellungs- und Ateliergebäudes nach dem Entwurf von Frank Gehry. Die ersten Vorarbeiten zu dem Projekt begannen bereits 2009. 2013 begannen die Bauarbeiten. Das Ergebnis ist unübersehbar ein Werk Gehrys – der hier jedoch die für sein Werk so charakteristischen freien Formen mit gewaltigen geometrischen Volumina verbindet. So gestaltete der Architekt eine drei Stockwerke hohe Sockelzone als gewaltigen gläsernen Zylinder. Ein Verweis auf das römische Amphitheater von Arles.

Nachhaltige Baumaterialien entwickelt von Atelier Luma

 

Aus dem Zylinder empor wächst der eigentliche Turm. Dessen auf die Innenstadt ausgerichtete Seite präsentiert sich als glänzende und wild bewegte Metallhaut mit rechteckigen Fenstererkern. Auf der stadtabgewandten Seite scheint der Turm dagegen aus zwei kubischen Körpern zusammengesetzt, die leicht angewinkelt nebeneinanderstehen. Im Innern des Glaszylinders sind scheinbar frei im Raum verteilt die Volumina der unterschiedlichen Galerien untergebracht. Eine Organisationsform, die sich ähnlich auch in Gehrys Fondation Louis Vuitton in Paris findet. Auch mehrere Atelierräume für Künstler finden sich hier. Im Turm dagegen sind hauptsächlich die Verwaltungsräume der Stiftung untergebracht. Eine öffentliche Aussichtsterrasse bildet den oberen Abschluss.

Zahlreiche Kunstwerke, unter anderem von Philippe Parreno und Olafur Eliasson, sind wichtiger Bestandteil des Towers. Sie wurden speziell für diesen Ort geschaffen. Ebenfalls Teil der Arbeit der Luma-Stiftung ist übrigens das Atelier Luma. Diese Werkstätte hat verschiedene nachhaltige Bau- sowie Einrichtungsteile aus heimischen Materialien für das Projekt entwickelt: So finden sich im Gebäude unter anderem textile Wandverkleidungen aus Bioplastik, mit Algen gefärbte Fliesen und Akustikelemente aus Sonnenblumen.

Ein weiteres Museum geschmückt mit gelungenen architektonischen Details sehen Sie hier.