19.12.2023

Projekt
V-Locker

Fahrradparkhaus Bonn

von Julia Treichel
Das neue Fahrradparkhaus Bonn ist aus einzelnen Modulen hergestellt und mit Holz verkleidet. Im Inneren werden die Räder per Paternoster nach oben oder unten transportiert. Das Foto zeigt die Einweihung mit einer kleinen Menschenmenge vor dem Parkhaus.
Das neue Fahrradparkhaus Bonn ist aus einzelnen Modulen hergestellt und mit Holz verkleidet. Im Inneren werden die Räder per Paternoster nach oben oder unten transportiert. Credits: Martin Magunia für SWB Bonn

Die Stadt Bonn hat am 12. Dezember das erste vollautomatische Fahrradparkhaus eingeweiht. Mehr zu der neuen Abstellmöglichkeit am Beuel Bahnhof lesen Sie hier.

„Wir möchten ein CO2-freies Bonn“, verkündet die Stadt im Zuge der Kampagne „Emissionsfreie Innenstadt“. Es sei ein großes Ziel, die Klimakrise erfordere jedoch entschlossenes Handeln. Deshalb möchte Bonn es der eigenen Bevölkerung so einfach wie möglich machen, einen Beitrag zu diesem Ziel zu leisten. Dazu arbeitet sie derzeit konzentriert an drei Maßnahmenschwerpunkten. Zum Einen ist das die Errichtung von Mobilstationen, weiterhin der Bau von Radrouten und schließlich die Umrüstung des städtischen Fuhrparks auf Elektromobilität. Nach der erfolgreichen Einweihung der Mobilstationen vor rund einem Jahr entstand nun in Zusammenarbeit mit und unter der Regie der Stadtwerke ein neues Fahrradparkhaus am Bahnhof Beuel. 


Fahrradparkhaus als ein Schritt hin zur Mobilitätswende

„Es ist ein weiterer Baustein der Mobilitätswende in Bonn“, betont Oberbürgermeisterin Katja Dörner. Das erste intelligente und vollautomatische Fahrradparkhaus Bonn wurde am 12. Dezember feierlich eingeweiht. Das System stammt von dem Schweizer Hersteller V-Locker und soll zukünftig am Mobilitätsknoten Bahnhof Beuel die Möglichkeit bieten, das eigene Fahrrad diebstahlsicher, trocken und kostengünstig abzustellen. „So wird die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel erneut komfortabler, was wiederum allen Verkehrsteilnehmer*innen in Bonn zugutekommt“, führt Oberbürgermeisterin Katja Dörner weiter aus.


Einfache Anmietung per App

Das System ist denkbar einfach. Per App können potentielle Nutzer*innen, einen Platz in einem der Fahrradparkhäuser von unterwegs oder von Zuhause bereits im Vorfeld buchen. Das Öffnen, Schließen und Beenden des Mietvorganges vor Ort wird mit wenigen Klicks über das Handy gesteuert. Über die App ist auch einsehbar, ob noch ein freier Platz im Parkhaus zur Verfügung steht. Insgesamt bietet das Parkhaus Raum für 96 Fahrräder. Um in den circa 0,4 Quadratmeter großen Boxen unterzukommen, dürfen die Räder nicht schwerer als 30 Kilogramm sein. Weiterhin darf der Lenker nicht breiter als 73 Zentimeter und das Fahrrad nicht höher als 113,5 Zentimeter und nicht länger als 190 Zentimeter sein.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann das Rad ab einem Euro pro Tag im Fahrradparkhaus Bonn abstellen. Auch längere Mietzeiträume sind möglich, wobei die Preise sinken, je länger die Box angemietet wird. Für eine Woche liegt der Preis bei fünf Euro, für einen Monat bei 15 Euro, für ein Halbjahr bei 60 Euro und für ein ganzes Jahr bei 90 Euro. Um zu Stoßzeiten lange Warteschlangen zu vermeiden, verfügt das Fahrradparkhaus über insgesamt acht Zugangsportale. Gerade für Pendler*innen, die am Bahnhof in den Öffentlichen Nahverkehr umsteigen und ihr – hochwertiges – Rad nicht im Außenraum stehen lassen möchten, könnte das Angebot beispielsweise attraktiv sein.


Nur ein Baustein von vielen

Die Stadt ist sich jedoch bewusst, dass die – zwar preisgünstige, jedoch nicht kostenlose – Abstellmöglichkeit nicht die alleinige Lösung für die Parkproblematik von Fahrrädern in der Stadt sein kann. Deshalb werden neben dem Pilotprojekt am Bahnhof Beuel und drei Fahrradparkhäusern in gleicher Bauweise, auch weitere freie Parksysteme im Stadtbezirk realisiert. „Es gilt weiterhin, einfache und kostenlose Parkplätze für Räder aller Art anzubieten. Nur im Verbund mit anderen Parkplätzen und Systemen entsteht eine erreichbare, attraktive Beueler City“, betont Beuels Bezirksbürgermeister Guido Pfeiffer.

Für die Bonner*innen soll das Fahrradparkhaus am Beueler Bahnhof noch vor Weihnachten nutzbar sein. Dann wird sich zeigen, welchen Effekt es für die Mobilitätswende der Stadt erzielt.

Was andere Städte für die Verkehrswende tun, lesen Sie hier am Beispiel München und der Mobilitätsstation.

 

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