Dortmund ist „Europäische Innovationshauptstadt 2021“: Die jährliche Anerkennung iCapital wird an die europäischen Städte vergeben. Das Dortmunder U ist ein Wahrzeichen der Stadt. Es steht für den gelungenen Strukturwandel

Dortmund ist „Europäische Innovationshauptstadt 2021“: Die jährliche Anerkennung iCapital wird an die europäischen Städte vergeben. Das Dortmunder U ist ein Wahrzeichen der Stadt. Es steht für den gelungenen Strukturwandel (Foto: Lemon Pepper Pictures

Die siebte Ausgabe des Preises für die Europäische Innovationshauptstadt

Die „European Capital of Innovation Awards in 2021“ sind eine jährliche Anerkennung, der an die europäischen Städte vergeben wird. Bei der siebten Ausgabe von iCapital wurde Dortmund als Europäische Innovationshauptstadt 2021 ausgezeichnet. Dublin und Malaga erhielten jeweils den zweiten Preis, Vilnius den dritten Platz. Alles dazu hier.

Am 24. November 2021 gab die Europäische Kommission während eines Gipfeltreffens des Europäischen Innovationsrates die Gewinner-Städte der siebten Ausgabe des Preises „Europäische Innovationshauptstadt“ bekannt. Der Wettbewerb ist auch unter dem Namen „iCapital“ bekannt. Die Jury verlieh der deutschen Stadt Dortmund den Titel „Europäische Innovationshauptstadt 2021“.

Dortmund: Europäische Innovationshauptstadt 2021

Neben Dortmund teilen sich Dublin (Irland) und Málaga (Spanien) den zweiten Preis. Vilnius (Litauen) erhielt den dritten Preis. Die zweit- und drittplatzierten Städte erhielten jeweils 100 000 Euro, während Dortmund eine Million Euro als Lohn bekam.

Der Preis für die Europäische Innovationshauptstadt 2021 wurde in zwei Kategorien vergeben: die Kategorie „Europäische Innovationshauptstadt“ und die Kategorie „European Rising Innovative City“. Letztere wurde von der Stadt Vantaa in Finnland gewonnen, die dafür 500 000 Euro erhielt. Cascais (Portugal) und Trondheim (Norwegen) belegten den zweiten und dritten Platz und erhielten jeweils 50 000 Euro.

Der iCapital-Preis wird im Rahmen des Programms Horizone Europa finanziert und von der Exekutivagentur des Europäischen Innovationsrates und der KMU (EISMEA) verwaltet.

Dortmund, Gewinnerin des Titels „Innovationshauptstadt Europas“, ist eine der größten Städte Deutschlands. Mit mehr als 580 000 Einwohner*innen ist sie nach Köln und Düsseldorf die drittgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen. Als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr blickt Dortmund auf eine lange Geschichte geprägt von Industrie und Handel zurück. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt stark bombardiert.

Eine Stadt im Zeichen der Start-ups

Historisch gesehen ist die Stadt bekannt für die Schwerindustrie wie Kohle und Stahl, die Bierbrauerei sowie den Fußballverein und Bundesligisten Borussia Dortmund. Die Stadtverwaltung ist jedoch bestrebt, dieses Image zu ändern. Die Auszeichnung als Europäische Innovationshauptstadt 2021 beweist, dass die Bemühungen erfolgreich waren: Der Erfolg Dortmunds ist mittlerweile vor allem auf innovative Unternehmen und insbesondere auf Start-ups zurückzuführen.

Mit 55 000 Studierenden, 2 500 Neugründungen allein im Jahr 2020, 20 Forschungseinrichtungen, 17 Gründerzentren und sieben verschiedenen Hochschulen profiliert sich Dortmund als Wissenschafts- und Technologiestadt. Der Wissenschafts- und Technologiecampus beherbergt mehr als 300 Technologieunternehmen und ist vom High-Tech-Campus in Eindhoven inspiriert.

Beliebte Branchen der vielen innovativen Dortmunder Start-ups sind IT, Logistik, Green Tech, Smart City und Produktionstechnologien. Die Comnovo GmbH ist beispielsweise ein erfolgreiches lokales Start-up-Unternehmen. Es entwickelte ein Fahrzeugortungssystem, das Arbeiter*innen in Hangars oder Lagerhallen mit Hilfe von Hochfrequenzen vor herannahenden Fahrzeugen warnt.

Die Stadt hat es geschafft, nicht nur eine Tech-Szene zu etablieren, sondern auch den Tech-Campus in ein lebendiges Stadtviertel zu verwandeln. Die vielen kleinen Start-ups selbst treiben die Stadt viel mehr an als ein einzelnes großes Unternehmen wie beispielsweise Siemens in München oder Daimler in Stuttgart. Deshalb verbreitet sich Wissen in Dortmund schnell und flexibel.

Eine Stadt mit starken Nachbar*innen

Abgesehen von dem innovativen Geist, der durch die Start-ups in Dortmund gefördert wird, ist die Stadt auch für ihre Widerstandskraft bekannt. Ihre Botschaft lautet: „Wir sind die Normalen“ – wenn wir es schaffen, kann es jede Stadt schaffen. Deshalb will Dortmund bei der Verleihung des Preises „Europäische Innovationshauptstadt 2021“ als Vorbild dienen und betonen, dass jede Stadt gewinnen kann, wenn sie genügend Innovationen hervorbringt.

Aber auch die Widerstandsfähigkeit spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg Dortmunds. Die Stadt hat sich bereits mehrmals selbst wieder aufgebaut. Im Jahr 1997 waren etwa 20 Prozent der Einwohner*innen arbeitslos. Heute sind weniger als zehn Prozent arbeitslos, eine erhebliche Verbesserung.

Die Widerstandsfähigkeit sowie der nachbarschaftliche Geist Dortmunds zeigen sich auch in der „Strategie der neuen Stärke“, die zu Beginn der COVID-19-Pandemie eingeführt wurde. „Wir stehen hinter dir“ war der Slogan der Stadtverwaltung für diese Strategie, die fast eine Million Euro zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft in der Stadt einbrachte.

Im Hinblick auf den Klimawandel will Dortmund seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Phänomenen wie langanhaltenden hohen Temperaturen und starken Regenfällen erhöhen. Freiwillige sind eingeladen, Pilotprojekte durchzuführen und Ideen einzubringen. Ein Ergebnis war etwa eine Informationskampagne zum Thema Hitze im Jahr 2021.

Städte als Spielwiese für Innovation

Der Preis „Europäische Innovationshauptstadt 2021“ soll zeigen, wie Städte gesellschaftliche und nachhaltige Herausforderungen durch innovative Lösungen bewältigen. Die Jury sieht Städte als „eine Spielwiese, auf der bahnbrechende Innovationen gedeihen können. Mit ihrer Fähigkeit, Menschen, Orte, öffentliche und private Akteure miteinander zu verbinden, können städtische Gebiete die Innovation in Europa erheblich fördern, die Lebensqualität der Bürger*innen verbessern und ein Terrain für die Erprobung neuer Technologien und Produkte in einem realen Umfeld bieten.“

Mit der siebten Ausgabe des Preises „Europäische Innovationshauptstadt 2021“ wird der Beitrag von Städten zur Entwicklung lokaler Innovationsökosysteme gewürdigt, die sowohl den Innovator*innen als auch den Bürger*innen zugutekommen. Die Juror*innen suchten nach den innovativsten städtischen Praktiken, die bahnbrechende Innovationen fördern, wie es in Dortmund der Fall ist.

Die nächste Ausgabe der iCapital European Capital of Innovation Awards wird im Jahr 2022 stattfinden.

Quellen:
https://eic.ec.europa.eu/eic-funding-opportunities/eic-prizes/european-capital-innovation-awards_en
https://innovationorigins.com/en/dortmund-where-innovation-drives-community-spirit/

Auch interessant: Indonesien plant eine neue Hauptstadt. Anfang Januar 2022 rückten das Megaprojekt mit dem Namen „Nusantara“ einen Schritt näher heran.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.