Am 1. Oktober 2021 eröffnete die EXPO 2020 in Dubai.

Am 1. Oktober 2021 öffnete die EXPO 2020 in Dubai endlich ihre Pforte. Foto: Suneesh Sudhakaran/Expo 2020 Dubai

Mit rund einem Jahr Verspätung ist am 1. Oktober 2021 die Expo 2020 mit dem Motto „Connecting Minds, Creating Future“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestartet. Der deutsche Pavillon auf der Expo ist als eine Art gestapelter Wissenscampus angelegt. Mehr dazu hier.

 

Ursprünglich sollte die EXPO 2020 vor rund einem Jahr eröffnen, Covid-19 machte aber bekanntermaßen einen dicken Strich durch diesen Termin. Mit fast einem Jahr Verspätung also öffnete die EXPO 2020 in Dubai am 1. Oktober 2021 ihre Pforten und wird bis zum 31. März 2022 stattfinden. 25 Millionen Besucher*innen werden für die Weltausstellung in der Wüste erwartet.

Der Deutsche Pavillon auf der Expo 2020

 

Auf den fast 440 Hektar des Veranstaltungsgeländes im Südwesten Dubais präsentieren sich über 200 Teilnehmer*innen, darunter über 190 Nationen mit mal mehr, mal weniger aufwändigen Pavillons und Informationsständen. Das Motto der EXPO 2020, die übrigens die erste Länderausstellung in einem arabischen Land ist: Connecting Minds, Creating the Future. Dabei steht die Weltausstellung unter den drei Hauptthemen Nachhaltigkeit, Mobilität und Chancen.

Der Deutsche Pavillon trägt den Namen „Campus Germany“, wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) verantwortet und ist im Themenbereich „Nachhaltigkeit“ der EXPO 2020 zu finden. Er ist als Ensemble verschiedener kubischer Baukörper aufgebaut, die ein überdachtes Atrium umschließen und unter anderem den Föderalismus Deutschlands widerspiegeln sollen.

Tickets und Preise

 

Das Atrium verbindet die Ebenen des Pavillons, in denen sich die Besucher*innen auf dem Weg durch ihr Curriculum bewegen. Ganz im Sinne eines Unicampus werden die nämlich am Eingang „immatrikuliert“ und erkunden dann die drei Themenbereiche im deutschen Nachhaltigkeitspavillion zu Energie, Städten und Biodiversität. Am Schluss erwartet die Besucher*innen dann eine Abschlusszeremonie in der „Graduation Hall“.

Eine Tageskarte für die EXPO 2020 in Dubai kostet ca. 24 Euro, die Mehrtageskarte für 30 aufeinanderfolgende Tage kostet etwa 48 Euro. Für ungefähr 122 Euro gibt es den Zugang für die vollen sechs Expo-Monate. Kinder bis 17 Jahre, Senior*innen ab 60 Jahren, Student*innen und Menschen mit Behinderung erhalten freien Eintritt. Voraussetzung für den Zugang zum Gelände ist ein Impfnachweis oder ein PCR-Test.

Übrigens, 2022 findet die Internationale Gartenbauausstellung Floriade Expo 2022 in Almere, Niederlande statt. Hier informieren wir Sie über das Konzept des Deutschen Garten.

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Das diesjährige Greentech Festival fand vom 14.-16. Juli in Berlin statt. credits: Greentech Festival
Das diesjährige Greentech Festival fand vom 14.-16. Juli in Berlin statt. © Greentech Festival

Vom 14. bis 16. Juli fand in Berlin das Greentech Festival 2023 statt. Dort tauschen sich Akteur*innen aus der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu nachhaltigen Themen aus. Über eine Veranstaltung zwischen Innovation und Greenwashing.

Kurze Historie des Greentech Festival

Es war im Jahre 2018 als bei Ex-Rennfahrer und Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg die Idee eines Greentech Festivals aufkam. Es sollte als Plattform dienen, um interdisziplinär Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft zu ergründen. Dazu suchte sich Rosberg Gleichgesinnte und fand diese in den beiden Ingenieuren und Unternehmern Marco Voigt und Sven Krüger. Bereits ein Jahr später, 2019, veranstalteten sie in Berlin mit dem Greentech Festival Europas größtes Nachhaltigkeitsfestival. Akteur*innen aus der Wirtschaft, Politik und der Gesellschaft debattierten zu Themenbereichen wie Ernährung, Energie, Infrastruktur und Mobilität. 

Die letztgenannten dürften ein besonderer Anreiz für den Beitritt eines weiteren Aktionärs gewesen sein. Denn im Jahr 2020 stieg niemand geringerer als die Deutsche Bahn als zusätzlicher Unterstützer ein. Drei Jahre später ersetzte Serienunternehmer Tobias Assies das Gründungsmitglied Sven Krüger. Und damit stand das Team für das diesjährige Greentech Festival 2023 fest. Das Motto: Net Zero vor 2050. Um dieses Ziel zu erreichen, luden die Veranstalter erneut große Industrieunternehmen und kleine Start Ups nach Berlin ein um sich über Netto-Null-Strategien auszutauschen. Rund um die Talkrunden und Präsentationen bietet das Greentech Festival den Besucher*innen ein buntes Unterhaltungsprogramm. Bands und Künstler*innen steuerten musikalische Untermalung bei. Als weiteres Highlight gelten die Green Awards, bei denen Persönlichkeiten ausgezeichnet werden sollen, die sich in besonderer Weise für nachhaltige Themen stark machten. Darunter finden sich in der noch jungen Historie des Festivals illustre Namen wie Bob Geldof, Elon Musk, Robert Redford oder Vivienne Westwood. 

© Greentech Festival
© Greentech Festival

Programm des Greentech Festival 2023

Diesjährig setzte das Greentech Festival noch eine Schippe drauf und expandierte nach Singapur und Los Angeles. In Deutschland fand es vom 14. bis zum 16. Juni im ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel TXL statt. Diesjährig fanden sich im Programm beispielsweise der Direktor des Potsdam-Insti­tuts für Klima­folgen­forschung, Johan Rock­ström. Er referierte in seinem Panel-Talk über das 1,5-Grad-Ziel. Weiterhin das Schweizer Start-up Planted, welches Fleischersatz-Produkte auf pflanzlicher Basis herstellt. Judith Wemmer, Head of Product Development des Unternehmens, ging in ihrem Vortrag der Frage nach, wie die Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden könne. Insgesamt spricht das Greentech Festival von über 150 Vortragenden und 190 Aussteller*innen innerhalb der drei Tage. Darüberhinaus verzeichneten sie rund 15 000 Besucher*innen.

Von innovativen Ansätzen…

Darunter diesjährig Beispielswiese erstmalig das Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Dieses stellte einen Photobioreaktor vor, um zu veranschaulichen, wie sich CO2 nutzen lässt, um Algen zu züchten, die das Treibhausgas wiederum binden können. Ebenso innovativ ist das Projekt des Diplom-Physikers Franz Philipps vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Er präsentierte den sogenannten Zedu-1. Das bis dato umweltfreundlichste E-Auto der Welt, welches mittels eigens entwickelter Filtertechnologie sowohl Mikroplastik durch Reifenabrieb als auch Feinstaub eliminiert.

…und Greenwashing

Die lange Liste an Partner*innen und Unternehmen stößt jedoch auch auf Kritik. Denn während Shell, E.ON, die Lufthansa oder Audi auf dem Greentech Festival zwar grüne Ansätze präsentierten, agieren sie in ihrem Unternehmensalltag nicht immer nach den Vorsätzen, die das Festival propagiert. Shell etwa bewarb Recharge-Ladestationen für E-Autos. Gleichzeitig lehnt Shell eine Emissionsreduktion ab, da dies angeblich gegen Aktionärsinteressen verstieße. Auch dass mit der Lufthansa eine der größten Fluggesellschaften der Welt über die Reduzierung von Plastikmüll und Klimaneutralität bis 2050 referiert, hat einen faden Beigeschmack. Das Tech-Portal „Basic Thinking“ resümiert das Greentech Festival mit den Worten: „Was nach dem Greentech-Festival 2023 bleibt, sind zwar einige nette Ideen, aber wenige innovative Konzepte und Aussteller. Dafür aber umso mehr Selfies, Greenwashing und Selbstbeweihräucherung unter dem Deckmantel „Mission to net Zero“.“

Auch andernorts feilt man an umstrittenen Strategien gegen die Klimakrise. Zum Beispiel mit genveränderten Bäumen. Mehr dazu und über das StartUp Living Carbon hier.

Parc des Ateliers

Der spektakuläre Neubau der Stiftung Luma Arles ist ein Kunstwerk für die Kunst: Frank Gehrys Turm ist Museum und Atelierbau zugleich. Er bildet den Höhepunkt eines Kunst- und Kulturareals, das die Luma-Gründerin Maja Hoffmann im Verlauf von 15 Jahren verwirklicht hat.

Luma Arles eröffnet „Parc des Ateliers“

Arles und Kunst – da ist natürlich der erste Gedanke van Gogh, der hier seinen Traum vom Atelier des Südens im Künstlergemeinschaft mit Gauguin zu verwirklichen suchte. Doch der Aufenthalt in Arles wurde für van Gogh zum Debakel. Nicht nur, dass die Zusammenarbeit mit Gauguin im Zerwürfnis endete – in Arles begann er auch zunehmend an Wahnvorstellungen zu leiden, bis er sich schließlich in die Nervenheilanstalt im nahegelegenen Saint-Rémy begeben musste.

Fast erscheint es ein wenig, als habe sich Maja Hoffmann vorgenommen, van Goghs erlittenes Schicksal in Arles im Nachhinein zu heilen. Hoffmann, die der gleichnamigen Basler Großindustriellendynastie entstammt, ist eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen und -förderinnen weltweit. Seit beinahe 20 Jahren wirkt sie als Kulturinitiatorin und Mäzenin in Arles. Im Jahr 2004 gründete sie dort die Luma-Stiftung, die zeitgenössische Kunst fördert und beauftragt.

 

Drei Jahre später begann Maja Hoffmann gemeinsam mit dem Architekten Frank Gehry, dem Kurator Hans-Ulrich Obrist und einer Reihe bedeutender zeitgenössischer Künstler einen Arbeitsprozess. Die Beteiligten entwickelten gemeinsam Ideen für ein neuartiges Kunst- und Kulturzentrum für das 21. Jahrhundert. Als Standort für dieses Projekt wählte Hoffmann den „Parc des Ateliers“. Ein Gelände des seit den Achtzigerjahren aufgelassenen Bahnbetriebswerk der SNCF an Rande der historischen Altstadt von Arles. Die historischen Werkstattgebäude wurden in Verlauf der letzten Jahre von der Architektin Annabelle Selldorf renoviert. Nun beherbergt das Gebäude Ausstellungsräume, Künstlerateliers und -wohnungen sowie ein Restaurant.

Galerie, Atelier und eine öffentliche Aussichtsterrasse

Den krönenden Abschluss fand die Neugestaltung des „Parc des Ateliers“ nun mit der Eröffnung des „Towers“, eines 56 Meter hohen Ausstellungs- und Ateliergebäudes nach dem Entwurf von Frank Gehry. Die ersten Vorarbeiten zu dem Projekt begannen bereits 2009. 2013 begannen die Bauarbeiten. Das Ergebnis ist unübersehbar ein Werk Gehrys – der hier jedoch die für sein Werk so charakteristischen freien Formen mit gewaltigen geometrischen Volumina verbindet. So gestaltete der Architekt eine drei Stockwerke hohe Sockelzone als gewaltigen gläsernen Zylinder. Ein Verweis auf das römische Amphitheater von Arles.

Nachhaltige Baumaterialien entwickelt von Atelier Luma

 

Aus dem Zylinder empor wächst der eigentliche Turm. Dessen auf die Innenstadt ausgerichtete Seite präsentiert sich als glänzende und wild bewegte Metallhaut mit rechteckigen Fenstererkern. Auf der stadtabgewandten Seite scheint der Turm dagegen aus zwei kubischen Körpern zusammengesetzt, die leicht angewinkelt nebeneinanderstehen. Im Innern des Glaszylinders sind scheinbar frei im Raum verteilt die Volumina der unterschiedlichen Galerien untergebracht. Eine Organisationsform, die sich ähnlich auch in Gehrys Fondation Louis Vuitton in Paris findet. Auch mehrere Atelierräume für Künstler finden sich hier. Im Turm dagegen sind hauptsächlich die Verwaltungsräume der Stiftung untergebracht. Eine öffentliche Aussichtsterrasse bildet den oberen Abschluss.

Zahlreiche Kunstwerke, unter anderem von Philippe Parreno und Olafur Eliasson, sind wichtiger Bestandteil des Towers. Sie wurden speziell für diesen Ort geschaffen. Ebenfalls Teil der Arbeit der Luma-Stiftung ist übrigens das Atelier Luma. Diese Werkstätte hat verschiedene nachhaltige Bau- sowie Einrichtungsteile aus heimischen Materialien für das Projekt entwickelt: So finden sich im Gebäude unter anderem textile Wandverkleidungen aus Bioplastik, mit Algen gefärbte Fliesen und Akustikelemente aus Sonnenblumen.

Ein weiteres Museum geschmückt mit gelungenen architektonischen Details sehen Sie hier.