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Garten+Landschaft im März

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In der Märzausgabe beschäftigen wir uns mit dem Thema Licht im Außenraum. Obwohl künstliches Licht überwiegend positive Assoziationen auslöst und eine Vielzahl gesellschaftlicher Funktionen erfüllt, mehren sich Stimmen, die den negativen Einfluss der Beleuchtung auf Stadtbild, Landschaft und den Energieverbrauch kritisieren. Sie mahnen eine Reduzierung der “Lichtverschmutzung” an. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt “Verlust der Nacht” steht dabei exemplarisch für die Vielschichtigkeit dieser Thematik.

Aus dem Inhalt:

Leuchtendes Ensemble 
Der neue Bahnhof von Arnheim in den Niederlanden und sein Vorplatz bestechen durch ein beeindruckendes Zusammenspiel von Architektur und öffentlichem Raum. Die Lichtplanung trägt wesentlich dazu bei, dass der neue Komplex eine überwältigende Wirkung entfaltet.
Marieke Berkers

Verlust der Nacht
Wenn die Sonne untergeht, heißt das schon lange nicht mehr, dass es auch dunkel wird. Neueste Lichtsysteme lassen auch zu Schlafenszeit Fassaden, Wege und ganze Viertel gleißend hell erstrahlen. Was zum Sicherheitsgefühl beiträgt, hat auch eine Kehrseite: Tier und Mensch kommen aus dem Rhythmus, Lebenszyklen werden ausgehebelt. Wer Licht plant, muss sich bewusst sein, welche Verantwortung er hat.
Sibylle Schroer

Hauptrolle für den Hamburger Hafen
An prominenter Stelle hat Hamburg ein neues Stadtmöbelstück mit spektakulärer Beleuchtung bekommen: eine Uferpromenade als Hochwasserschutzanlage von den Landungsbrücken bis zur Speicherstadt. Das Lichtkonzept zu der prägnanten Architektur von Zaha Hadid Architekten stammt vom Planungsbüro Schlotfeldt Licht.
Olaf Bartels

Heilen mit Helligkeit 
Es gibt sie in jeder Stadt: Kälte und Kargheit verströmende Un-Orte. Sie werden gemieden und verkommen zu Schmuddelecken. Ein gutes Lichtkonzept hilft ihnen aus ihrem Schattendasein. Zwei Beispiele aus Neuwied in Rheinland-Pfalz und Moskau.
Susanne Stein

Ein Schimmern zwischen den Zeilen
Licht definiert sich physikalisch-schlicht als sichtbarer Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Tatsächlich ist es mehr als ein Sinnesphänomen. Schriftsteller wie T.C. Boyle zelebrieren in ihren Werken die Multidimensionalität des Lichts und spielen mit dem, was Licht und das Beschreiben von Licht in uns auslösen. Der öffentliche Raum ist dabei zentraler Akteur.
Folkert Degenring

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club loko und das lokomobil

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Urbane Liga ist ein Fan von club loko

Der FC Bayern München war gestern – jetzt kommt club loko und bringt mit dem „lokomobil“ die lokale Stadtgestaltung ins Rollen. Der club steht für mehr Teamspirit in der Stadtentwicklung, Einlass für alle, mehr Vielfalt unter den Dancemoves, eine gerechtere Platzverteilung und faire Schiedsrichter*innen. Die studentische Initiative club loko – der club für lokale Ko-Gestaltung in München – beschäftigt sich mit alternativen Ansätzen nachhaltiger Stadtentwicklung. Mit dem Projekt „lokomobil“, einem mobilen Kiosk, soll in München ein offener und niedrigschwelliger Raum für Dialog aufgespannt werden.

Die aktuelle Veränderung des urbanen Alltags ist stellvertretend für die Auswirkungen vieler weiterer Krisen in der Zukunft. Momentan ist noch ungewiss, welche neuen Realitäten beispielsweise die Folgen des Klimawandels konkret auslösen werden. Was es jedoch in der Gegenwart braucht, ist ein verstärktes Bewusstsein dafür, dass Stadträume umgestaltet werden müssen. Damit das urbane Zusammenleben weiterhin – beziehungsweise wieder – lebendig wird. Die Auswirkungen der Krisen sind vor allem im lokalen Umfeld zu spüren. So gewinnen dabei die kleinsten städtischen Einheiten, die Quartiere, als Handlungsebene wieder an Bedeutung.

Lokomobil als sozialer Treffpunkt

Alle Fotos und Grafiken: club loko

Der aus Architekturstudentinnen der TU München gegründete club loko will in die Planungsprozesse der gebauten und gelebten Umwelt einsteigen. Und einen Teil der Verantwortung für ihre notwendige Veränderung übernehmen. München soll zusammen mit der Stadtgesellschaft und der Verwaltung zum bisher unentdeckten Spielfeld für neue Experimente und mutige Handlungsansätzen werden. Angeknüpft an die aktuelle Dynamik der Stadtverwaltung sollen Planer*innen, Interessierte und Lai*innen in lebendigen Diskursen über neue Taktiken der Stadtentwicklung verhandeln. Die sechs jungen Planerinnen werden durch die Professur für Urban Design von Professor Benedikt Boucsein betreut und sind Teil des aktuellen Jahrgangs der Urbanen Liga – einem 2-jährigen Programm für junge Stadtmacher*innen des Bundesministeriums des Inneren.

In Großstädten fehlt es momentan noch häufig an niedrigschwelligen, konsumfreien Begegnungsräumen in den Nachbar*innenschaften, um über lokale Stadt- bzw. Quartiersgestaltung zu diskutieren. Die Beteiligung der Bürger*innen an der Gestaltung ihrer Stadt beschränkt sich auch in München noch auf wenige Formate. Mangelnde Transparenz, Hemmschwellen oder die Lage im Stadtraum, machen Partizipation oftmals für den Großteil der Stadtgesellschaft nicht zugänglich.

Die Umsetzung von alternativen – aber dringend notwendigen – Lösungsansätzen leidet oft noch unter veralteten Spielregeln der Verwaltung. Initiativen, Vereine, Institutionen und Bürger*innen Münchens sollen sich dennoch stärker vernetzten können. Um etwa wirksame Lösungen gemeinsam zu entwickeln und die Lücke zwischen Stadtgesellschaft und städtischer Verwaltung zu schließen. Um auf Augenhöhe über aktuelle Regeln zu diskutieren, braucht dieser Dialog Räume. Nur so kann es zu einer Entwicklung von neuen Positionen und Taktiken für München kommen. Das Konzept des Kiosks als sozialer Treffpunkt birgt das Potenzial, den Rahmen für ein zugängliches Format der Partizipation und Aktivierung zu schaffen.

Träume und Skizzen in Detailplänen werden die Realität umgesetzt

Mit dem lokomobil schafft der club loko deshalb einen offenen Kiosk für lokale Ko-Gestaltung in der Nachbarschaft. Er wird das Zusammenkommen der Stadtgesellschaft fördern, aber auch den Dialog öffnen. Das lokomobil soll als Ort der Interaktion und des Austauschs in der Nachbarschaft fungieren und ist sowohl in sozialer, als auch in struktureller und kultureller Hinsicht offen für alle Menschen und Ideen. Der Mission folgend, die Stadtgestaltung zum urbanen Alltag vieler zu machen, das lokomobil mehr Bewusstsein für die Verantwortung jede*r/s einzelnen an der aktiven Mitgestaltung der Stadt schaffen.

lokomobil bringt den lokalen Dialog ins Rollen

Alle Fotos: club loko

Nachdem der club loko im vergangenen Semester die theoretische Grundlage des lokomobils erarbeitete, welche in der ersten Ausgabe des lokomagazins festgehalten nachzulesen ist, liegt der Fokus aktuell im Entwurf. Um die einzelnen raumbildenden Elemente des lokomobils schnell, unkompliziert aber anschaulich darzustellen und deren Wirkung sowohl zu untersuchen, als auch zu messen, werden in den nächsten fünf Wochen jeweils Feldversuche an unterschiedlichen Orten im städtischen Raum stattfinden. Die Fusion der daraus resultierenden Erkenntnisse wird schließlich die Grundlage für die bauliche Realisierung des lokomobils darstellen.

Um die Vorteile des mobilen Charakters des lokomobils schließlich während der Nutzungsphase voll auszunutzen, soll es im Laufe der ersten Saison seinen Standort in der Stadt mehrmals wechseln. So kann es  in mehreren Quartieren und Projekten Impulse setzen. Andere aktive Stadtmacher*innen Münchens sollen zudem die Möglichkeit erhalten, das lokomobil als Instrument für ihre Aktionen zu nutzen.
In den jeweiligen Nachbar*innenschaften sollen zugängliche Beteiligungsformate zum Einsatz kommen. Damit soll wertvolles, lokales Wissen und Ressourcen gesammelt, geteilt und vermittelt werden. Aktuelle Regeln der Stadt sollen gemeinsam diskutiert und neue Positionen und Taktiken für das jeweilige Quartier und München Ko-gestaltet werden.

Im Laufe der Nutzungsphase sollen im Sinne der Ko-Gestaltung bereits gemeinsame Momente der Wirkungsmessung und Reflexion stattfinden. Dabei ist das Einbeziehen von Feedbacks, Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer*innen von besonderer Bedeutung. Nach Abschluss der ersten Saison sollen im Herbst 2021 notwendige Veränderungen des lokomobils definiert und in die Planungen für die nächste Saison 2022 übertragen werden.

Hier zeigen wir Ihnen eine Vision, wie sich das lokomobil in den städtischen Raum einfügt. Mehr dazu in der G+L Mai 2021.

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Zürich: Hotspot Schweiz

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Credit via pixabay
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Im Jahr 2022 setzte The Economist Zürich auf den dritten Platz der lebenswertesten Städte der Welt. Auch in Architektur und Landschaftsarchitektur macht die Schweizer Metropole immer wieder von sich reden. Jüngst durch ihren beispielhaften Umgang mit dem Thema Hitze. Was die Maßnahmen und Projekte in Kanton und Stadt ausmachen und warum sie dennoch auch kritisch beäugt werden – eine Übersicht.

Zürichs Klimaanpassungsprogramm zur Hitzeminderung 2020-2023: Strategien und Maßnahmen

Die Stadt Zürich hat mit der Umsetzungsagenda 2020-2023 ein umfassendes Klimaanpassungsprogramm zur Hitzeminderung entwickelt. Das Ziel dieses Programms ist es, Lösungen gegen die Überhitzung der Stadt zu finden, um die Lebensqualität zu erhalten und die Gesundheit der Bewohner*innen zu schützen. Hierfür arbeiteten mehrere städtische Abteilungen gemeinsam an diesem Programm, das drei Hauptziele verfolgt: Überwärmung im gesamten Stadtgebiet zu vermeiden, vulnerable Stadtgebiete gezielt zu entlasten und das bestehende Kaltluftsystem der Stadt zu erhalten.

 

Leitfaden

Die Agenda dient dabei als Leitfaden für die Umsetzung verschiedener stadt- und freiraumplanerischer Projekte. Sie klärt die Verbindlichkeiten und gibt einen umfassenden Überblick über die Ziele, Grundlagen, Kosten und Finanzierung. Ein Maßnahmenkatalog steht Verwaltung, Planenden und Bauenden zur Verfügung und zeigt durch Handlungsfelder, Handlungsansätze und Modellierungsgebiete auf, wie Klimaanpassung konkret aussehen kann und welche Effekte sie hat.

Teilpläne zur Hitzeminderung

  1. Hitzeminderung: Klimakarten und Analysen zeigen die Wärmebelastung in den Stadtgebieten. Je nach Stadtstruktur wird die richtige Mischung an Maßnahmen gefunden, die Ansätze für Tag und Nacht unterscheiden.
  2. Entlastungssysteme: Dieser Teilplan unterscheidet dichte Bereiche und Gebiete mit sensiblen Nutzungen, wie Schulen oder Alterszentren. Neue Grünflächen werden geschaffen und bestehende aufgewertet. Ein klimaoptimiertes Wegenetz verbindet die Grünräume.
  3. Kaltluftsystem: Der dritte Teilplan sichert die Nachtabkühlung durch Erhalt und Optimierung der Kaltluftströme.
Die Stadt Zürich versucht mit verschiedenen Maßnahmen, den Herausforderungen der Hitze entgegenzutreten. Credit via pixabay
Die Stadt Zürich versucht mit verschiedenen Maßnahmen, den Herausforderungen der Hitze entgegenzutreten. Credit via pixabay

Analog meets digital

Basierend auf Klimaanalysekarten hat die Abteilung Luft, Klima und Strahlung des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft ein zusätzliches Planungstool entwickelt. Bauträgerschaften, Entwickler*innen und Fachplaner*innen können sich hierüber Informationen zu Maßnahmen einsehen und in ihre Planungen integrieren. Das Tool „Hitze im Siedlungsraum“ schlägt Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung, Beschattung von Straßen und Flächen, Regenwasserrückhalt und -speicherung sowie die Umsetzung von Wasserflächen oder Entsiegelung vor.

Das Webangebot „Hitze im Siedlungsraum“ ergänzt dieses Planungstool. Hier finden Planende umfassende Informationen und Beispiele aus dem Kanton Zürich, die die Vorteile der Maßnahmen verdeutlichen. Die Website schlägt Maßnahmen für Städtebau, Gebäude und Freiraum vor, um die klimatischen Bedingungen in Siedlungsräumen nachhaltig zu verbessern.

Zwhatt: Ein Leuchtturmprojekt

Im Entwicklungsgebiet „Bahnhof Nord“ transformiert das Pionierprojekt Zwhatt das Areal im Rahmen des Pilotprogramms „Anpassung an den Klimawandel“. Zwhatt strebt eine autoarme Zone an, setzt auf ÖPNV und Fahrradstellplätze und nutzt erneuerbare Energien durch Photovoltaikanlagen und Grundwasser. Eine zentrale Promenade sorgt für die Kaltluftzirkulation, und Baumreihen bieten notwendige Beschattung. Das Projekt erfordert eine hohe Koordination und einen regelmäßigen Austausch aller Beteiligten. Konflikte wie Lärmschutz versus Durchlüftung werden kritisch reflektiert.

Turbinenplatz: Innovative Kühlmaßnahmen

Auf dem Turbinenplatz im Escher-Wyss-Areal hat die Stadt 2021 zusätzliche Bäume gepflanzt, um die Sommerhitze zu mindern. Kurzfristig hilft seit 2022 ein Aluminiumring mit Nebeldüsen, der bei Temperaturen über 30 Grad feinen Nebel versprüht und den Platz bis zu zehn Grad kühler macht. Das Pilotprojekt „Alto Zürrus“ läuft bis Herbst 2024 und sammelt Daten zur Luftqualität und Temperatur.

Auf einem der größten Plätze der Stadt versprüht die Installation „Alto Zürrus“ an heißen Tagen einen feinen Nebel, um kurzfristig die Hitze zu mindern. Credit: Tabea Vogel
Auf einem der größten Plätze der Stadt versprüht die Installation „Alto Zürrus“ an heißen Tagen einen feinen Nebel, um kurzfristig die Hitze zu mindern. Credit: Tabea Vogel

Cool down Zurich – Wir kühlen die Stadt

Eine Ausstellung in der Stadtgärtnerei zeigte, wie Pflanzen, Wasser, Schatten und helle Oberflächen für kühlere Temperaturen sorgen. Die hohe Bedeutung von Grünflächen, Bäumen und Kaltluftströmen wurde eindrucksvoll verdeutlicht. Besucher*innen konnten an verschiedenen Stationen Lösungen gegen die Erwärmung entdecken.

Zürich geht mit neuen Strategien und Maßnahmen aktiv gegen die Sommerhitze vor. Trotz Kritik an verzögertem Handeln setzt die Stadt auf innovative Lösungen und bleibt eine führende Metropole in der Hitzeminderung. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv die Maßnahmen sind und welche Erkenntnisse sich daraus ableiten lassen.

Fazit

Die Stadt Zürich hat mit ihrem Klimaanpassungsprogramm zur Hitzeminderung eine umfassende Strategie entwickelt, um die Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Die verschiedenen Maßnahmen und Projekte sollen die Lebensqualität der Bewohner*innen sichern und die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze machen. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird sich in den kommenden Jahren zeigen und dient als Vorbild für andere Städte.

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