24.05.2023

Porträt

Hamburg: Ein Stadtporträt

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Norbert Hentges auf Unsplash
Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Norbert Hentges auf Unsplash

Die zweitgrößte deutsche Stadt ist auch als Perle an der Elbe bekannt. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die Hansestadt Hamburg sowie vergangene, aktuelle und anstehende Projekte in der Stadtplanung.


Überblick zur Stadtentwicklung Hamburgs

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist neben Berlin und Bremen einer der drei deutschen Stadtstaaten. In der Metropolregion leben etwa 5,4 Millionen Menschen und über 1,8 Millionen in der Stadt selbst. Der Hafen der Stadt ist der drittgrößte in Europa nach Rotterdam und Antwerpen. Auch die Medienwirtschaft, die Informationstechnologie und der Luft- und Raumfahrzeugbau sind wichtige Industrien in Hamburg. Über 100 000 Studierende an 26 Hochschulen machen die Stadt darüber hinaus zu einem wichtigen Standort für Wissenschaft und Forschung.

Laut archäologischen Funden ist der Hamburger Raum schon seit etwa seit dem Jahr 13 000 v.Chr. besiedelt. Im siebten oder achten Jahrhundert errichteten die Sachsen eine Befestigungsanlage in der Alsterniederung, da die günstige Lage zwischen Alster, Bille und Elbe Schutz bot. Schon früh waren daher Fischfang und Handel wichtige Einnahmequellen in Hamburg. Die unter Karl dem Großen nach Norden drängenden Franken errichteten die Hammaburg, die der Stadt ihren Namen gibt. Das altsächsische Wort „Ham“ steht für Ufer oder Gelände am Fluss.

Hamburg wuchs schnell und nahm ab dem 12. Jahrhundert einen städtischen Charakter an. Die Stadt erhielt ein eigenes Domkapitel und die Neustadt wurde gegenüber der erzbischöflichen Altstadt gebaut. Gemeinsam mit Lübeck wurde Hamburg zu einem wichtigen Mitglied der Hanse. Aufgrund ihrer Lage diente die Stadt als Umschlagplatz zwischen Nord- und Ostsee.

Bildungsbürger*innen trieben die Aufklärung von Hamburg aus voran, und der Handel mit Kolonialwaren führte zu einer weltgewandten Ausrichtung. Bis heute ist Hamburg eine globale Hafen- und Handelsstadt.

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Moritz Kindler auf Unsplash
Foto © Moritz Kindler auf Unsplash

Wichtige Stadtentwicklungsprojekte

Elemente wie Wasser und Feuer beeinflussten Hamburgs Entwicklung wesentlich. Der große Brand von 1842 zerstörte große Teile der Innenstadt. Bei ihrem Wiederaufbau entstand eine moderne Bürostadt. Bisherige Bewohner mussten sich neue Quartiere am Stadtrand suchen, wodurch Arbeiterorte wie Barmbek entstanden. Im Gängeviertel ist noch zu erkennen, wie eng Hamburg früher bebaut war.

Auch die Sturmfluten von der Elbe beeinflussen Hamburg seit jeher. Jedes Jahrhundert gibt es mindestens eine große Flut. Die schlimmste Flut in jüngeren Jahren war 1962. Etwa 340 Menschen starben. Die heutige Stadtplanung berücksichtigt die Folgen des Klimawandels und rüstet Hamburg gegen häufigere Fluten. So ist etwa die neue Elbpromenade von Designerin Zaha Hadid überschwemmungsfähig.

Hamburg wurde stark vom Zweiten Weltkrieg getroffen, denn der große Hafen sowie die Industrie- und Rüstungsstandorte waren Ziele. Über die Hälfte aller Wohnungen, die es 1939 in Hamburg gab, waren im Mai 1945 zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis in die 1960er Jahre. In Folge des Wirtschaftswunders baute die Stadt viele neue, große Straßen, wodurch der Individualverkehr in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark zunahm. Auch dringend benötigter Wohnraum sowie neue U-Bahn-Linien waren Prioritäten.

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Pitua Sutanto auf Unsplash
Wasser spielt eine große Rolle in Hamburgs Stadtplanung, Foto © Pitua Sutanto auf Unsplash

Aktuelle Projekte in Hamburg

Im neuen Jahrtausend begann der Bau der HafenCity, ein neuer Stadtteil an der Elbe. Hier eröffnete 2017 die Elbphilharmonie, die trotz viel Kritik heute eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt ist. Auf einer Fläche von 157 Hektar entsteht ein moderner, nachhaltiger Stadtteil, der Teil der Smart City Hamburg werden soll. Schon jetzt ist die Infrastruktur in der HafenCity hervorragend, und auch Kunst und Kultur werden befördert. Sozialer Wohnungsbau ist noch ein umstrittenes Thema.

Die Investition in die HafenCity und ihre Umgebung schloss die Speicherstadt mit ein. Diese historische Gegend an der Elbe mit ihren großen Warenhäusern wurde aufwändig saniert und gehört heute zu den wichtigsten Attraktionen der Stadt. Auch das berühmte Miniatur-Wunderland, das einen guten Überblick über die heutige Stadt gibt, befindet sich in dem Lagerhauskomplex. Inzwischen gehört die Hamburger Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Jonas Tebbe auf Unsplash
Die Elbphilharmonie in Hamburg, Foto © Jonas Tebbe auf Unsplash

Aufbruchsgeist in Hamburg

Darüber hinaus entsteht in Grasbrook ein weiterer neuer Stadtteil für Hamburg. Er setzt die Entwicklung der HafenCity gen Osten fort. Auf etwa 45 Hektar entstehen hier Wohnungen für bis zu 6.000 Personen, wovon ein Drittel dem geförderten Wohnungsbau angehören. 16 000 Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsnagebote, Schulen, Sportmöglichkeiten sowie eine öffentliche Promenade komplettieren das Bild. Das Deutsche Hafenmuseum wird in Grasbrook ein neues Zuhause finden.

Die Diskussion um die Elbphilharmonie stieß auch gesellschaftlich eine neue Phase in der Hamburger Stadtentwicklung an. So spielt hier heute die Bürger*innenbeteiligung eine große Rolle. Beteiligungsprojekte wie „nexthamburg“ weisen auf einen Aufbruchsgeist hin.

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Robert Katzki auf Unsplash
Die Speicherstadt in Hamburg, Foto © Robert Katzki auf Unsplash

Ein Blick in die Zukunft

Megaprojekte wie die Elbphilharmonie und die HafenCity dominierten die letzten Jahre in Hamburg. Und die Stadt hat viele weitere Pläne. So soll etwa ein neuer Wolkenkratzer an der Elbe, ein Park über der Reeperbahn und ein Mini-Oxford am Volkspark entstehen. Auch in Bezug auf Infrastruktur hat die Stadt viel zu tun. Über 100 000 Wohnungen sind überflutungsgefährdet. Der Knotenpunkt Hamburg Hauptbahnhof ist an der Grenze seiner Belastbarkeit und soll erweitert werden; und im ehemaligen Arbeiterviertel Wilhelmsburg soll ein Park entstehen, der die Nord-Süd-Achse von Hamburg weiter unterstreicht.

Eines der aktuell wichtigsten Projekte in Hamburg ist der neue Eingang in die Stadt über die Elbbrücken. Denn nur drei Brücken verbinden Hamburg bisher mit dem Süden. Ebenso wie der Elbtunnel sind sie chronisch überlastet. Der neue Rahmenplan sieht eine Umdimensionierung der Brücken vor. So soll ein verbessertes Wegenetz entstehen. Auch der öffentliche Nahverkehr soll hier künftig mehr Optionen bieten. Davon wird unter anderem der bisher stark zerschnittene Stadtraum profitieren, etwa durch neue Zugänge zum Wasser und verbesserte Nutzungsvielfalt. Dies ist Teil des Projektes „Sprung über die Elbe“.

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Aeroid, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons,
Die Elbbrücken, Foto © Aeroid, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kobination aus Wasser und Grün

Der Stadtteil Altona wird erneuert, und auch die östlichen Bereiche der Stadt rücken zunehmend in den Fokus. An der Elbe und der Bille biete Stadtteile wie Hammerbrook, Rothenburgsort, Borgfelde, Hamm, Horn, Billbrook und Billstedt viel Potenzial. Neuer Wohnraum, moderne Gewerbestrukturen sowie eine Kombination aus Wasser und Grün sollen die Lebensqualität im Osten der Stadt erhöhen. Dafür gibt es elf Fokusräume.

Die Hafenstadt Hamburg, Foto © Moritz Lüdtke auf Unsplash
Blick auf Hamburg, Foto © Moritz Lüdtke auf Unsplash

Hamburg als Vorbild

Insgesamt geht Hamburg das Thema Stadtplanung in letzter Zeit sehr energetisch an. Damit hat die Stadt eine Vorbildfunktion für andere deutsche Städte. Aber gerade die ewige Konkurrentin Berlin lässt sich nur schwer von Hamburg inspirieren, was unter anderem an den deutlich unterschiedlichen Budgets der Städte liegt. Dabei besteht die Gefahr, dass Hamburg die Hauptstadt in Bezug auf Modernität, Smart City und Lebenswert abhängt.

Übrigens: Ausgrabungen am Hopfenmarkt in der früheren Altstadt zeigen die historische Keimzelle Hamburgs.

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