1965/2021 von Isamu Noguchi. Foto: Rheinisches Bildarchiv
1965/2021 von Isamu Noguchi. Foto: Rheinisches Bildarchiv

Isamu Noguchi war nicht nur Designer und Bildhauer, sondern auch Gartenkünstler. Einer seiner bekanntesten Gärten dürfte der Garten des Friedens auf dem UNESCO-Hauptquartier in Paris sein. Seine Werke können derzeit im Kölner Ludwig Museum gesichtet werden. Frank Maier-Solgk war für uns vor Ort.

Bildhauer, Designer, Gartenkünstler. Isamu Noguchi, als Sohn eines japanischen Dichters und einer amerikanischen Schriftstellerin 1904 in den USA geboren, war von jedem etwas und zugleich alles in einem. In Europa war er bisher in erster Linie als Designer bekannt; populär wurden seine verschieden gerundeten schwerelos wirkenden Akari-Lampenschirme (Akari, jap. Licht) aus Bambus und japanischem Washi-Papier, die dank eines schwedischen Möbelhauses früher in jedem zweiten Jugendzimmer von der Decke hingen. Dass Noguchi tatsächlich als Bildhauer einer avantgardistischen Moderne gelten kann und darüber hinaus auch ein wichtiger Gartengestalter war, dessen gärtnerische Spuren auf drei Kontinenten zu entdecken sind, davon kann man sich derzeit im Kölner Ludwig Museum überzeugen.

Kunst als soziale Praxis

Das Haus widmet dieser zwischen den Kulturen und Professionen wechselnden Künstlerfigur erstmals seit langem eine umfassende Retrospektive; rund 150 Arbeiten aus allen Schaffensphasen werden gezeigt, wobei die Ausstellung zwar die bildhauerische Seite betont (Kuratorin: Rita Kersting), dennoch aber auch die Schnittstellen zwischen den Professionen sichtbar werden lässt, die beileibe nicht so getrennt sind, wie es zunächst den Anschein hat: Ist ein Garten nicht auch designte Natur und spielen im Garten – jedenfalls nach traditioneller Zen-Auffassung – nicht Steine eine Hauptrolle? Steine, deren Formen sich wiederum die Bildhauer*innen der Moderne immer wieder zum Vorbild nahmen. Noch seine Lampen hat Noguchi denn auch weniger als Designprodukte begriffen denn als das Ergebnis formaler Auseinandersetzungen mit der Idee, die Verbindung von Tradition (Material) und moderner Technik (Elektrizität) in einer unangestrengten alltäglichen Weise zu erreichen – fast im Sinne eines Verständnisses von Kunst als soziale Praxis.

Das Vermeiden von gängigen kunsthistorischen Zuordnungen, der Versuch, Kunst in die soziale Lebenswelt zu integrieren, und die fast selbstverständlich wirkenden Verbindungen von angewandter und autonomer Kunst, all dies sind Konstanten im Werk von Noguchi. Man begegnet ihnen in der Kölner Ausstellung in unterschiedlichen Varianten: Schon zu Beginn im ersten Saal stößt man auf eine „Tsukubai“, eine fünfeckige Granitskulptur, die in ihrer Mitte eine mit Wasser gefüllte Vertiefung enthält. Die Arbeit, die erkennbar maschinell hergestellt ist, versteht sich als moderne Variation des in Japan zur Waschung vorgesehenen Beckens, das oft am Eingang heiliger Orte bereitgestellt wurde.

Zukunftsmobil für James Bond

Ganz am Ende der Ausstellung hat man im Ludwig Museum eine seiner berühmtesten Spielskulpturen aufgestellt, die 1965 entstandene „Play Sculpture“ (112,7 x 261,6 x 261,6 Zentimeter), ausgeführt aus glänzend rotem Stahl, die den jüngeren Besucher*innen in Köln zum Probesitzen oder Probeklettern zur Verfügung steht. Den Ursprung von Noguchis immer wieder gesuchter Verbindung von Bildhauerei mit benachbarten Professionen findet man bereits in seinen frühen Jahren. Ende der 1920er Jahre lernt er den Architekten und technischen Visionär Buckminster Fuller kennen, mit dem zusammen er das Modell eines schnittigen Zukunftsautomobils entwarf, das man sich auch in einem frühen James Bond Film vorstellen könnte. Noch intensiver war die Zusammenarbeit wenig später mit der legendären amerikanischen Tänzerin und Tanzpädagogin Martha Graham, für die ab den 1930er Jahren Bühnenbilder entwarf und auf diese Weise die theatralische Verbindung von Skulptur und Bühnenraum erprobte, die für spätere, größere Projekte wichtig wurde.

Spielskulpturen von Isamu Noguchi

Es ist vermutlich nicht übertrieben zu sagen, dass es dann vor allem seine wenn auch in der Zahl überschaubaren öffentlichen und privaten Gartenanlagen waren, die Noguchis Denken am „exemplarischsten“ verkörperten. Seinem ersten realisierten Garten aus dem Jahr 1951 in Japan (Readers Digest Building, Tokio) gingen bereits mehrere Entwürfe für Spielplätze in den USA voraus, darunter der Plan für einen großen „Play Mountain“ mit Rutschen und Schlittenläufen mitten in New York. In diese Phase fallen auch die von ihm entworfenen Spielgeräte, Klettergerüste und wiederum Rutschen, die Noguchi jenseits ihrer Funktion wiederum vor allem als Skulpturen begriff. In Großform realisierte der Künstler einen Spielplatz oder Spielpark nach seinen Vorgaben in den USA erstmals 1976 in Atlanta (Georgia), wo seine Playscapes-Skulpturen im Zentrum standen.

Ein japanischer Garten in Paris

Wenn man Noguchis Gartenkunst heute unmittelbar erleben will, fährt man am besten nach Paris. Hier legte Noguchi 1957 zur Eröffnung des UNESCO-Hauptquartiers an der Place de Fontenoy den 1 700 Quadratmeter großen Garten des Friedens an, der durch seine Erinnerung an Hiroshima zugleich den Zweck der gesamten Institution zum Ausdruck bringen sollte. Hier, auf der Ostseite des Gebäudes – gegenüber auf der Westseite, dem ehemaligen Haupteingang, stehen Skulpturen von Henry Moore und sind die unterirdischen Gärten von Burle Marx zu entdecken – verband er die Idee des japanischen Zen-Gartens mit westlichem Minimalismus, ließ aus Okayama und Shikoku Granitsteine einfliegen, legte eine Wassertreppe an, die zwei Ebenen miteinander verband und hüllte all diese steinernen und architektonischen Elemente mit japanischen Magnolienbüschen, Kirsch- und Pflaumenbäumen ein.

Sein Verhältnis zur Tradition der japanischen Gartenkunst beschrieb Noguchi folgendermaßen: „To learn but still to control, not to be overwhelmed by so strong a tradition, is a challenge. My effort was to find a way to link that ritual of rocks which comes down to us through the Japanese from the dawn of history to our modern times and needs.”

Moerenuma Park von Isamu Noguchi

Dem gärtnerischen Hauptwerk in Paris (das man besichtigen kann) folgten in Abständen weitere, oft bereits durch ihren Ort symbolisch aufgeladene Gartenanlagen: 1965 eröffnete sein „Bill Rose Art Garden“ für das damals neu errichtete Israel Museum in Jerusalem, ein bedeutender zwei Hektar großer Skulpturenpark, den er auf dem naturnah belassenen, mit Felsen und einheimischer Vegetation durchsetzten Hanggelände anlegen ließ. Es folgte eine Reihe von Gärten für amerikanische Unternehmen, darunter auch der „Sunken Garden“ für die Chase Manhatten Bank in New York (1961-1964). Sein letztes großes Werk, der Moerenuma Park, findet sich im japanischen Sapporo. Die weiträumige Anlage entstand auf einem ehemaligen Abfallgelände, mit der im Rahmen eines ausgedehnten sogenannten Land Reclamation Projekts Anfang der 1980er Jahre begonnen wurde; 2005 wurde er – posthum – fertig gestellt; ausgestattet war und ist er mit Noguchis Spielskulpturen: Ein Park, so Noguchi, „that is considered to be one complete sculpture“.

Endzeitvisionen von damals wieder aktuell

Am intensivsten in der Ausstellung wirkt jedoch – die Gärten Noguchis werden in Filmen und Fotografien präsentiert – jener Saal, in dem auf die Wand der Entwurf für eine von Noguchi geplante, aber nie realisierte Land Art-Arbeit mit dem Titel „Sculpture to be seen from Mars“ oder „Memorial to man“ aufgetragen wurde. (Das einzige existierende Dokument ist eine Fotografie.) 1947 entstand der Entwurf, nachdem Noguchi zuvor die zerstörten Städte Hiroshima und Nagasaki besucht hatte. Es handelte sich um den Plan eines mehrere Kilometer großen menschlichen Gesichts in der Wüste (allein die Nase sollte einen Kilometer lang sein), gedacht als künstlerisches Mahnmal in Erinnerung an eine Menschheit, die mit ihren ersten Atombombeneinsätzen damals ihrem Ende zuzuarbeiten schien. Heute sind es wiederum Kriege und nicht zuletzt eine Klimakrise, die den Gedanken an ähnliche Endzeitvisionen nahelegen können. Nicht nur an solchen Entwürfen sieht man Noguchis überaus weitgespannte kreative Fantasie, die an Aktualität kaum verloren hat.

Die Ausstellung Isamu Noguchi im Museum Ludwig, Köln, ist noch bis zum 31. Juli 2022 zu sehen.

Gerade nicht in Köln? In Zürich läuft noch bis September 2022 eine neue Plastik-Ausstellung im Vitra Design Museum.

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Gärten des Jahres 2021 – Die Preisträger*innen

Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)
Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)

Bereits zum sechsten Mal haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre besonders gelungenen, realisierten Privatgärten beim Wettbewerb um den Garten des Jahres eingereicht. 50 davon haben es in die Publikation “Gärten des Jahres 2021” geschafft – und ein Projekt wurde von der renommierten Fachjury mit dem ersten Preis ausgezeichnet: Der Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover.

Vorzeigeprojekt für Biodiversität

Alle Fotos: Ferdinand Graf Luckner

Alle Jahre wieder ist es so weit: Die Publikation “Gärten des Jahres 2021” versorgt Gartenplaner*innen und Gartenbesitzer*innen mit neuer Inspiration. Das Kompendium zeigt die 50 schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum. Das Buch beinhaltet eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand von über 400 Farbabbildungen und Gartenplänen. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts ab.

Dem Buch zugrunde liegt der jährliche Wettbewerb “Gärten des Jahres”, der 2021 bereits zum sechsten Mal stattfindet. Dafür haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre schönsten, bereits realisierten Projekte eingereicht. Die renommierte Fachjury erkor daraus 50 Projekte und benannte aus diesen einen Preisträger und vier Anerkennungen. Dabei wurde Wert auf ganzheitliche Konzepte gelegt, die den Garten auf individuelle Weise zum erweiterten Wohn- und Genussraum der Nutzer*innen werden lassen. Es sollte eine starke Idee dahinterstecken, der sich Pflanzen, Materialien, Produkte etc. unterordnen.

Gärten des Jahres 2021: Siegprojekt in Hannover

Der erste Preis, dotiert mit 5 000 Euro, ging an das Büro Petra Pelz Design-natürlich und an GartenLandschaft Berg & Co. GmbH für den Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover. Die Jury findet lobende Worte: “Ein Vorzeigeprojekt für Biodiversität und Nachhaltigkeit in unserer Branche.”

Aus dem Juryurteil:

“Auf 1 900 begrünten Quadratmetern wirkt alles naturnah, und doch wurde nichts dem Zufall überlassen: Hier haben die Experten einen Rückzugsort für die Bewohner*innen des Holz-Bungalows geschaffen, in dem sie sich erholen und Natur als Teil ihres Zuhauses erleben können.

Verschiedene Bäume und Gehölze fassen den Garten schützend ein und spenden an heißen Tagen Schatten. Die Baumaterialien stammen aus der Region.Der Garten ist eine wahr gewordene Vision: Sie zeigt eindrucksvoll, was die naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung heute schon für den Natur- und Artenschutz leisten kann.

Hier wurde konsequent alles bepflanzt, inklusive der Dächer, die sogar begehbar sind und sich so harmonisch als zusätzlicher Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen in die Gartenlandschaft einfügen. Aus dem Panoramafenster des glänzenden Baumhaus-Kubus erblickt man den gesamten Naturgarten. Durch bodentiefe Fenster, Glastüren und einen ebenerdigen Zugang gehen Wohnraum und Garten des Bungalows eine nahtlose Verbindung ein.

Ein durchdachter Mix aus verschiedenen Pflanzenarten und -bereichen sorgt übers Jahr dafür, dass Insekten und andere Tiere möglichst lange Nahrung finden. Hier wirken ästhetisches Verständnis, Handwerkskunst, jahrzehntelange Erfahrung und ausgewiesene Pflanzen- und Pflanzexpertise mit Kreativität und einem visionären Blick auf das Thema Landschafts- und Gartengestaltung zusammen – und schaffen ein naturnahes Refugium für Menschen, Flora und Fauna.”

Gärten des Jahres 2021: Anerkennungen

Folgende Büros erhielten eine Anerkennung der Jury:

Hanne Roth / Konstanze Neubauer
Gärten des Jahres
Die 50 besten Privatgärten 2021
2021. 320 Seiten, über 400 farbige Abbildungen und Pläne
23 x 30 cm, gebunden
€ [D] 59,95; € [A] 61,70; sFr. 80,00
ISBN 978-3-7667-2507-3
Erhältlich beim Callwey Verlag

Partner*innen des Wettbewerbs sind BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatz-bau e. V., bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, BSLA – Bund Schweizer Land-schaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen, DGGL Deutsche Gesellschaft für Gar-tenkunst und Landschaftskultur e.V., GaLaBau Verband Österreich, Jardin Suisse – GaLa-Bau-Verband der Schweiz, ÖGLA Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitekur, C-Side Pools, Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG, New Monday, Garpa und Schloss Dyck sowie der Callwey Verlag und die Medienpartner Garten + Landschaft, Mein schöner Garten und Gartenpraxis.

Naturstein und Keramik – so bleiben die Oberflächen lange schön

Naturstein und Outdoor-Keramik sind beliebte und robuste Materialien für die Außengestaltung in Gärten und Terrassen. Damit sie auch dauerhaft schön und sauber bleiben, ist die richtige Behandlung der Oberflächen unabdingbar.

Ist die Terrassenoberfläche – sei sie aus Naturstein oder Feinsteinzeug – erst einmal verlegt, sollten sich Eigentümer nicht allzu lange zurücklehnen. Trotz ihrer Robustheit sind beide Materialien auf eine regelmäßige und, besonders wichtig, auch sachgemäße Reinigung und Pflege angewiesen, sollen sie lange Freude bereiten.

Verschmutzung droht zu jeder Jahreszeit

Gerade über Herbst und Winter neigen die Oberflächen in Garten und Terrasse dazu, schnell unansehnlich zu werden. Algen, Reste von Laub und sonstige Verschmutzungen dämpfen dann zum Beginn der neuen Saison im Frühling die Freude an der neuen Natursteinterrasse.

Doch auch im Sommer ist die Gefahr hartnäckiger Verschmutzungen auf der Natursteinterrasse allgegenwärtig. Fettspritzer und Öltropfen von der letzten Grillparty etwa. Sie können tief ins Material eindringen und verharzen mit der Zeit unter dem Einfluss von Luftsauerstoff. Werden solche öligen Verschmutzungen nicht zeitnah aufgenommen, kann es unter Umständen unmöglich werden, die resultierenden Flecken aus dem Stein zu entfernen.

Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.
Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.

Ebenfalls eine häufig, meist auf eher helleren Belägen, anzutreffende Verunreinigung sind hartnäckige, rostrote Schuhabdrücke und Flecken. Sie entstehen beim unvorsichtigen Hantieren mit eisensulfathaltigen Düngern. Der Staub solcher Dünger, die unter anderem durch Anhaftungen an den Schuhsohlen auf die Oberfläche des Terrassenmaterials gelangt, bildet schon bei geringster Dosierung in kurzer Zeit regelrechte Rostflecken aus.

Die Wahl des richtigen Mittels ist entscheidend

Innerhalb der Materialgruppe der Natur- und Keramiksteine für den Außenbereich steht eine große Vielfalt von Gefügen und folglich Texturen sowie Porositäten zur Auswahl. Das hat entscheidenden Einfluss auf die richtige Reinigungsmethode. Mechanische und chemische Behandlungen, wie sie etwa für die Reinigung einer robusten Granitoberfläche in Frage kommen, eignen sich beispielsweise für den weicheren Sandstein oft nicht. Die Behandlung mit dem Hochdruckreiniger verträgt Granit in der Regel problemlos, beim Sandstein jedoch kann der scharfe Wasserstrahl zum Abtrag feinster oberflächlicher Schichten führen. Polierter Kalkstein hingegen verzeiht die Behandlung mit säurehaltigen Reinigern eher schlecht, da er von diesen angelöst wird und mit der Zeit eine matte und leblose Oberfläche ausbildet.

Das Unangenehme dabei: Die Folgen solcher Anwendungsfehler zeigen sich nicht unmittelbar, sondern machen sich unter Umständen erst nach Jahren der Wiederholung bemerkbar. Stumpfe Oberflächen, an denen wegen ihrer zunehmenden Rauigkeit immer schneller und hartnäckiger Schmutz festsetzt, sind mitunter das unwillkommene und meist unumkehrbare Ergebnis unsachgemäßer Reinigung.

Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.
Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.

Übersicht: Reinigung von Naturstein im Außenbereich

Entfernen von Zementschleiern, Kalkausblühungen und Mörtelresten: Hier eignet sich ein säurehaltiger Reiniger, wie der Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner. Auf rauen und gleichzeitig säureempfindlichen Oberflächen, etwa aus Marmor, Kalk- oder Betonwerkstein, dürfen säurehaltige Reiniger nur stark verdünnt eingesetzt werden. Sind die Oberflächen poliert oder feingeschliffen, dürfen säurehaltige Reiniger nicht zum Einsatz kommen.

Entfernen von Rostverschmutzungen: Zum Einsatz kann hier ein säurehaltiger Reiniger kommen, etwa der vorgenannte Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner oder ein säurefreies Produkt wie Lithofin Rost-EX. Hier gelten die gleichen Regeln zur Säureempfindlichkeit wie oben.

Gelbbraunen Verfärbungen, wie sie auf Natursteinen etwa durch die in Humus enthaltene Huminsäure entstehen, rücken Sie effektiv mit einem bleichenden Reiniger zu Leibe. Lithofin hält für diese Verschmutzungen den Lithofin MN Außenreiniger* bereit.

Allgemeine Verschmutzungen sowie Öl- und Fettflecken lassen sich mit mildalkalischen oder lösemittelhaltigen Reinigern entfernen. In besonders hartnäckigen Fällen können hier auch pastöse Reiniger zum Einsatz kommen, wie Lithofin OIL-EX.

Gegen oberflächliche Grünbeläge eignet sich ein chlorfreier Spezialreiniger wie Lithofin ALLEX*.

*Bitte verwenden Sie Biozidprodukte vorsichtig. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.

Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.
Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.

Schutz von Naturstein im Außenbereich

Terrassen- und Gartenplatten aus Naturstein sowie aus Beton können wegen ihrer offenporigen Struktur Flüssigkeiten aufnehmen. Auch der sonst so unverwüstliche Granit weist mikroskopisch kleine Porentrichter und Kapillaren, feinste Hohlräume, die sich durch den Stein ziehen, auf. Durch Kapillarkräfte können unbehandelte Natursteinmaterialien Verunreinigungen unter Umständen bis tief unter die Oberfläche einsaugen. Das funktioniert auch entgegen der Schwerkraft. Gelangt Wasser unter den Bodenbelag und bleibt dort wegen unzureichender Drainage länger stehen, können Schäden und optische Beeinträchtigungen durch aufsteigende Feuchtigkeit die Folge sein. Lithofin empfiehlt daher die allseitige Behandlung der Platten mit Lithofin Fleckstop >W<.

Das Imprägniermittel bildet einen hauchdünnen Film auf den Wänden der Kapillaren und reduziert die Saugfähigkeit des Materials, ohne dabei jedoch dessen Poren zu verschließen. Die Atmungsfähigkeit des Bodenbelags bleibt so erhalten, während Feuchtigkeit und mit ihr verfärbende Fremdstoffe nicht mehr in den Stein eindringen können. Aufgrund des Einflusses der Imprägnierung auf die Haftkraft von Klebern, sollte die allseitige Behandlung des Bodenmaterials allerdings nur bei ungebundener Verlegung, etwa auf dem Splitt- oder Kiesbett, erfolgen.

Wichtig zu wissen: Auf die Säureresistenz und Witterungsbeständigkeit von empfindlichen Natursteinsorten hat eine Imprägnierung keinen Einfluss. Außerdem sollte beachtet werden, dass der Untergrund vor der Imprägnierung nicht nur oberflächlich an-, sondern die Platten gründlich durchgetrocknet sind. Ansonten können durch Restfeuchte nach der Behandlung mit lösemittelhaltigen Imprägnierungen dunkle Verfärbungen die Folge sein. Imprägnierungen auf Wasserbasis verzeihen höhere Restfeuchtegrade. Sie sind in der Lage, sich mit dem in den Kapillaren vorhandenen Wasser zu vermischen und sind deshalb das Mittel der Wahl, wenn eine vollständige Durchtrocknung des Untergrundes nicht gewährleistet werden kann.

Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.
Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.

Bei den verschiedenen Imprägnierungen gilt es zwischen farbvertiefenden und nicht farbvertiefenden Produkten zu unterscheiden. Ähnlich, wie es beim Annässen von Steinoberflächen zu beobachten ist, können farbvertiefende Imprägnierungen die Farbe des behandelten Materials kräftigen. Der Effekt entsteht dabei nicht etwa, weil die Poren durch eine Schicht verschlossen werden, sondern durch Anlagerung von Wirkstoffen innerhalb der Kapillaren. Dadurch bleibt die Atmungsaktivität erhalten.

Für den Auftrag der Imprägnierung sollte ein Flächenpinsel oder eine Versiegelungsbürste verwendet werden. Keinesfalls ist der Einsatz von Malerrollen zu empfehlen, weil sich dabei eine Streifenbildung in den Überlappungsbereichen kaum vermeiden lässt.

Übersicht: Imprägnierungen für Naturstein im Außenbereich

Für eine Imprägnierung mit gleichzeitiger Farbvertiefung eignet sich ein hydrophobes Mittel wie Lithofin MN Farbvertiefer.

Soll die Imprägnierung nicht farbvertiefend wirken, kann Lithofin Grundschutz >W<, ebenfalls ein hydrophobes Präparat, zum Einsatz kommen.

Gegen Flecken, Öl und Fett hilft eine hydro- und oleophobe Imprägnierung auf wässriger Basis wie Lithofin Fleckstop >W<.

Spezialfall Outdoor-Keramik

Modernes Feinsteinzeug kommt in vielfältigen Texturen und Haptiken und ist dabei durch seine Robustheit besonders pflegeleicht. Eine Imprägnierung oder Schutzbehandlung etwa, wie sie für Naturstein empfohlen wird, erübrigt sich bei Outdoor-Keramik, da sich ihr Gefüge porenlos herstellen lässt. Das macht sie unempfindlich gegen tief eindringende Verschmutzungen. Auch bei Außenmaterialien aus Feinsteinzeug sind jedoch regelmäßige Reinigungsmaßnahmen angezeigt. Denn ihre Oberflächen sind – um die Rutschhemmung zu gewährleisten – mitunter extrem rau und ziehen Schmutz regelrecht an.

Für die regelmäßige Reinigung von Keramikoberflächen im Außenbereich eignet sich der Lithofin KF Intensivreiniger. Er beseitigt selbst hartnäckige Fett- und Ölflecken.

Allgemeinschmutz und Verfärbungen auf Outdoor-Keramik kann mit dem Lithofin Aktivreiniger begegnet werden. Er ist sowohl für Naturstein als auch für Keramik geeignet und greift das Fugenmaterial nicht an.

Mehr Informationen zu Pflege, Schutz und Reinigung von Naturstein- sowie Kermaikoberflächen finden Sie auf der Webseite von Lithofin.

Bilder: Lithofin

Ein Projekt mit viel Naturstein auf dem Boden ist das Areal des RheinMain CongressCenters und des Landesmuseums in Wiesbaden. Sehen Sie selbst hier: RMCC Wiesbaden