Königsallee Düsseldorf: Ein neues Image für die Kö

Calatrava Architects designt ein neues Gebäude für die Düsseldorfer Kö. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Calatrava Architects designt ein neues Gebäude für die Düsseldorfer Kö. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Die Königsallee, oder „Kö“, wie Einheimische sagen, prägt das Image von Düsseldorf. Bald könnte die Kö aber mehr sein als die teuerste Straße der Stadt: In den nächsten Jahren soll sich hier einiges ändern. Mehr Gastronomie, andere Geschäfte und vor allem: mehr Fußgänger*innen.

Neubelebung der Düsseldorfer Königsallee

Die Düsseldorfer Königsallee ist eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt. Die Straße prägt das Image von Düsseldorf, besteht aber vor allem aus teuren Läden und Elite-Bankhäusern. Kann so eine Ikone aussehen? Die Stadtregierung hat gemeinsam mit den Architekt*innen von Calatrava einige Änderungen geplant. So soll die „Kö“ künftig schöner und lebenswerter werden. Weniger Autos, andere Geschäfte und mehr Gastronomie sind einige der Ziele für die nächsten Jahre. Dafür sollen mehrere Millionen Euro investiert werden.

Am 23. Januar 2023 präsentierten Uwe Reppegather, Gründer der CENTRUM-Gruppe, Bürgermeister Dr. Stephan Keller und Architekt Dr. Santiago Calatrava ein Projekt für ein neues Gebäude an der Königsallee. Das sogenannte Calatrava Boulevard-Gebäude soll sich an der Kreuzung zwischen Königsallee, Königstraße und Steinstraße befinden. Das Ziel des Projektes besteht darin, die Kö als majestätischen Boulevard wiederzubeleben.

Calatrava Boulevard soll eine Top-Adresse für internationale Flaggschiff-Läden werden und zugleich Platz für Büroräume bieten. Dabei sollen die traditionellen Kö-Fassaden erhalten bleiben. Der Boulevard verläuft parallel zur Königsallee und verknüpft sie mit der Steinstraße. Das umgebende Grün sowie das offene Glasdach und die Skulptur-artige Architektur sollen ein Platz für internationale und lokale Restaurants und Läden bieten, die vom Wetter geschützt sind. Durch die wellenförmige innere Fassade soll eine neue Einheit zwischen Königstraße und Steinstraße entstehen.

Das neue Gebäude an der Kö soll Fußgänger*innen einladen und einen Raum zum Verweilen bieten. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Das neue Gebäude an der Kö soll Fußgänger*innen einladen und einen Raum zum Verweilen bieten. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Das Hauptgebäude des Calatrava Boulevard

Das Zentrum des Designs von Calatrava ist der Gebäudeabschnitt gegenüber vom Martin-Luther-Platz. Hier wird sich ein geschwungenes, gewölbtes Dach mit einer Höhe von etwa 41,2 Metern befinden. Es bleibt damit unter der typischen Bauhöhe von Hochhäusern in Düsseldorf. Die dreieckige zentrale Axe bietet direkten Zugang zum Boulevard, der weiter mit den Büro-Lobbys und den Restaurants und Läden verknüpft ist.

Die begehbaren Dachterrassen des Calatrava Boulevards sollen grün und attraktiv gestaltet sein, um Besuch einzuladen und zur Nachhaltigkeit der Kö beizutragen. Integrierte Solarpanels versorgen das neue Gebäude mit nachhaltig erzeugtem Strom.

Das Projekt hat bereits mit dem Bau des Kö 36-Gebäudes und dem Bezug durch die Marken Moncler und Fendi begonnen. Die Stadt sieht eine schrittweise Modernisierung vor, um die Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb entlang der Königsallee so gering wie möglich zu halten. 2028 soll das Bauprojekt an der Kö abgeschlossen sein.

Europas schönste Einkaufsstraße

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, sagte bei der Projektvorstellung im Januar: „Der Calatrava Boulevard unterstreicht einmal mehr die Internationalität unserer Stadt. Ich bin sehr froh, dass die CENTRUM die von der Königsallee abgewandten Flächen mit herausragender Architektur umfassend neu entwickelt und damit dem weltberühmten Boulevard einen ganz neuen, zusätzlichen Glanz verleiht. Die Investition von über 1 Milliarden EUR an diesem Standort ist ein klares Bekenntnis zu unserer Stadt, für das ich Uwe Reppegather sehr dankbar bin. So viel Mut ist notwendig, um unsere Stadt in die Zukunft zu führen. Die Entwürfe zeigen, dass dies unter Beibehaltung der historischen Architektur gelingen kann.“

Uwe Reppegather, Geschäftsführer der CENTRUM, kommentiert den Entwurf: „Wir wollen die Königsallee zu einem der Premium-Einzelhandelsplätze in Europa machen. Dazu haben wir lange und intensiv mit dem internationalen Luxuseinzelhandel diskutiert und den Dialog der Stadt über die Zukunft der Königsallee intensiv begleitet. Das daraus resultierende Konzept sieht eine innovative Kombination von zeitgemäßen Einzelhandelsflächen für internationale Flagship-Stores mit gehobener Gastronomie vor, die zum Verweilen und Flanieren einlädt. Dieses Projekt mit seiner internationalen Ausstrahlung kann zu einem neuen Wahrzeichen als Europas schönste Einkaufsstraße werden!“

CENTRUM ist ein inhabergeführtes Unternehmen aus dem Jahr 1998, das sich auf die Entwicklung zeitgemäßer Einzelhandelsflächen in Top-Lagen deutscher Großstädte konzentriert. Das Gesamtvolumen der abgeschlossenen Entwicklungen liegt bei über 5 Milliarden Euro.

Diese Visualisierung zeigt, wie sich das Boulevard-Gebäude in die Königsallee einfügen würde. Bild: © Santiago Calatrava LLC
Diese Visualisierung zeigt, wie sich das Boulevard-Gebäude in die Königsallee einfügen würde. Bild: © Santiago Calatrava LLC

Über die Königsallee

Die Königsallee, gern auch kurz als Kö bezeichnet, ist ein nordsüdlicher Boulevard im Düsseldorfer Stadtzentrum. Sie gehört zu den bekanntesten Luxuseinkaufsstraßen in Europa. Der Stadtgraben oder Kö-Graben ist charakteristisch für die Gestaltung der Straße. Zudem zeichnet sie sich durch einen eindrucksvollen Baumbestand und eine Breite von fast 87 Metern aus. Damit ist sie die breiteste Straße in Deutschland.

Schon heute gibt es vier Gehwege an der Königsallee, jeweils an den Seiten des Grabens und entlang der Häuserzeile. Die westliche Seite hat insgesamt weniger Besuchende und wird in ihrem Nordteil daher auch als „stille Seite“ bezeichnet. Insgesamt ist auf der Ostseite der Kö mehr los. Im Sommer 2004 feierte die Straße ihr 200-jähriges Bestehen. Übrigens: Bekannt ist der Kö-Bogen vom polnisch-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, der hier 2013 entstand.

Der neue Calatrava Boulevard soll die Straße wieder zu ihrem alten Ruhm zurückführen. Zugleich hoffen die Architekt*innen sowie die Stadt, dass die neue Attraktion mehr Besuchende anzieht. Insbesondere für Fußgänger*innen soll es hier angenehmer werden. Und ein weiterer Anziehungspunkt soll die erhöhte Umweltfreundlichkeit der Straße durch die Grünflächen am Calatrava Boulevard sein.

In Düsseldorf tut sich viel: Tadao Ando und Enzo Enea arbeiten derzeit an dem Campus und Tower im Eingangsbereich der Stadt.

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G+L im Juli 2019: Prozesse

Sektorales Denken überwinden

Ein Projekt ohne Prozessgestaltung? Heutzutage kaum vorstellbar. Jeder Projektablauf muss von Anfang an geplant sein – realistisch, ökonomisch, und dennoch flexibel. Die Basis ist immer eine gute und kooperative Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten. Wie diese aussehen kann und sollte, zeigen wir anhand beispielhafter Projekte und Gespräche. Redakteurin Tanja Gallenmüller stellt die Juli-Ausgabe 2019 der G+L vor.

Es geht um Prozesse in diesem Heft. Ums „Vorwärtsgehen“ also, so die Übersetzung des lateinischen Ursprungswortes procedere. Die Wege, ein Projekt erfolgreich voranzubringen sind unterschiedlich. Das übergreifende Ziel aber ist stets die Optimierung. Das heißt: Hürden aus dem Weg räumen und Reibungsverluste vermeiden, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen. Wer täglich plant weiß, dass gerade die Zusammenarbeit mit vielen Projektbeteiligten und deren unterschiedlicher Interessen zu großen Reibungsverlusten führen kann.

Dass zu viele Köche den Brei aber nicht verderben müssen, sondern auch zu einem hochwertigen und vor allem langfristig akzeptierten Ergebnis führen können, zeigen wir in dieser Ausgabe. Darüber, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ausmacht, unterhielten wir uns mit Andrea Gebhard, Partnerin im Münchner Büro mahl gebhard konzepte und Florian Hochstätter, Leiter des Münchner Gartenbaureferats. Vieles davon gilt auch für die Zusammenarbeit mit anderen Projektbeteiligten: Klare Regeln und Vereinbarungen sind ebenso wichtig wie die Kommunikation auf Augenhöhe und das damit verbundene gegenseitige Verständnis, das sich durch den regelmäßigen Austausch, auch projektunabhängig, noch verbessern ließe.

Was in der Theorie leicht klingt, kann in der Praxis mitunter schwer sein. Der Prozess, den das Weissbuch Stadtgrün durchläuft, zeugt davon. Die Herausforderung bei diesem Gemeinschaftswerk vieler Akteure liegt vor allem darin, das sektorale Denken zu überwinden. Nur so kann das vernetzte, ressourcenübergreifende Arbeiten, das das Weißbuch über seine Inhalte hinaus auszeichnet, sichergestellt werden. Das erfordert Offenheit, aber auch Mut, Neues zu wagen oder Altbewährtes auf den Kopf zu stellen. Die IBA Thüringen, oder das Projekt “Girona Vora” machen es vor.

Prozessoptimierung par excellence.

Das Vehikel IBA hilft dabei, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu testen und diese Partnerschaften nicht als notwendiges Übel, sondern als wesentliche Grundlage zu verstehen – mit dem Ziel, das einst bei Touristen beliebte, nun aber von Leerstand gezeichnete Schwarzatal wieder zu beleben und zukunftsfähig zu machen. Dem Landschaftsarchitekten Mart. Franch gelang es gemeinsam mit dem Grünpflegeteam und Ökologen ganz ohne IBA und klassische Planung die ungenutzte Landschaft rund um die katalanische Stadt Girona zu einem multifunktionalen Freiraum zu entwickeln. Ohne starre Rollenverteilung diskutiert und realisiert das Team notwendige Maßnahmen direkt vor Ort. Das spart Zeit und Geld und führt dank der kontinuierlichen Zusammenarbeit, bei der jeder von den Kompetenzen des anderen profitiert, zu einem hochwertigen Ergebnis: Prozessoptimierung par excellence.

Apropos vorwärtsgehen: Das neue Online-Jobportal „New Monday“ des Callwey Verlags optimiert die Suche nach dem richtigen Job oder Mitarbeiter. Die intelligente Stellenbörse basiert auf einem Matching-Tool, das Arbeitgeber und Bewerber zusammenbringt, die wirklich zusammenpassen. Statt lange suchen zu müssen, werden Sie ab jetzt gefunden.

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Vandersanden Linge: Der Pflasterklinker für ambitionierte Projekte

Der große Pflasterklinker im Linge ®-Format von Vandersanden: Ruhige Ausstrahlung, Nachhaltigkeit und ein authentischer Charakter. Mehr dazu lesen Sie hier.

Vandersanden Linge – verschiedene Basisvarianten

Nachhaltigkeit und Authentizität haben sich als bleibende Trends in der Gestaltung des öffentlichen Raums etabliert. Das Linge®-Format von Vandersanden greift die aktuellen Entwicklungen auf und bietet dafür kreative Lösungen. Die Pflasterklinker im speziellen Großformat sorgen dabei für eine rustikale und ruhige Optik. Gleichzeitig decken sie den Nachhaltigkeitsaspekt bestens ab.

Nachhaltig durch Langlebigkeit

In den Nachbarländern bereits sehr erfolgreich, ist das außergewöhnliche Format auch in Deutschland immer mehr auf dem Vormarsch. Gerade für die Stadtarchitekten bietet es viele Facetten. Denn neben den verschiedenen Formaten unterscheiden sich die Steine auch durch ihre Eigenschaften. Vandersanden liefert sie in vier Basisvarianten, die jeweils über individuelle Merkmale verfügen:

Der Linge®-Pflasterklinker im Format 80/80 (L 245 x B 80 X H 80 mm) ist der robusteste Stein in dieser Serie. Er verfügt über drei besandete Seiten in Formback, die sich alle als Sichtseite eignen. So kann er bis zu drei Mal wiederverwendet werden und sorgt stets für ein einzigartiges und frisches Straßenbild.

Der Linge®-Pflasterklinker im Format 80/70 (L 245 x B 80 X H 70 mm) ist eine Spezialausführung mit einem nach hinten versetzen hohen Rand. Dieser verhindert unter anderem Absplitterungen bei schwerer Verkehrsbelastung. So behält der Straßenbelag sowohl Optik als auch Haptik.

Das Linge®-Format 80/60 (L 245 x B 80 X H 60 mm) hat eine geringere Höhe von 60 mm. So werden bei der Herstellung weniger Rohstoffe benötigt. Die geringe Höhe ist bei der Gestaltung von Plätzen, Bürgersteigen und Fahrradwegen mehr als ausreichend.

Der Linge®-Klinker im Format 60/80 (L 245 x B 60 X H 80 mm) ist der große und starke Bruder des klassischen Waalformats Riegel.

Durch das große Format der Linge ®-Steine von Vandersanden verringert sich die Anzahl der Fugen auf Plätzen, Straßen und Wegen. Der rustikale Look der Klinker verleiht ihnen eine authentische Ausstrahlung. Zudem untermauern ihre hohe Lebensdauer, die Wiederverwendbarkeit und die geringe Anzahl an Fugen das Nachhaltigkeitskonzept von Vandersanden. Die innovativen Klinker sind als Formback, Wasserstrich oder zum Teil auch als Strangpress sowie besandet oder unbesandet erhältlich.

Die innovativen Klinker sind als Formback, Wasserstrich oder zum Teil auch als Strangpress sowie besandet oder unbesandet erhältlich. Mehr Informationen finden Sie unter www.vandersandengroup.de.

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