16.01.2024

Wettbewerb

Kramer-Areal Überlingen: Zweiphasiger Realisierungswettbewerb entschieden

von Laura Puttkamer
Das neue Kramer-Areal in Überlingen am Bodensee soll ein modernes Wohnquartier werden. Bildquelle: studio urbanek + BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur)
Das neue Kramer-Areal in Überlingen am Bodensee soll ein modernes Wohnquartier werden. Bildquelle: studio urbanek + BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur)

Der städtebauliche Wettbewerb zur Entwicklung des Kramer-Areals in Überlingen ist abgeschlossen. Neun Architekturbüros waren im Rennen – gewinnen konnte der Entwurf eines österreichischen Studios, der den Schwerpunkt auf ein Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen legt. Mehr über den Siegerentwurf hier.


„Ein enormes Raumprogramm“

Am 16. November 2023 tagte das Preisgericht in Überlingen und entschied nach einer intensiven, ganztägig andauernden Diskussion, den Entwurf des Stadtplanungsbüros Studio Urbanek für die Neugestaltung des Kramer-Areals zu wählen. Das Studio aus Wien arbeitet mit BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur) nun an der Umsetzung des neuen Kramer-Areals. Die Jury war von der sensiblen Rücksichtnahme des Entwurfs auf viele unterschiedliche Wohnformen sowie Grünflächen überzeugt. Unter dem Titel „Die Kramer-Gärten – von Promenaden und Hofplateaus“ setzte sich der Entwurf gegen acht andere Vorschläge durch. Nun soll der Beitrag in die formelle Bauleitplanung überführt werden.

Das Ziel der Stadt Überlingen besteht darin, auf dem ehemaligen Werkareal der Kramer-Werke ein qualitativ hochwertiges Quartier entstehen zu lassen. Die neun finalen Arbeiten wurden bereits im Juli 2023 im Rahmen eines ersten Preisgerichts ausgewählt. Sie würdigen die Überarbeitungshinweise aus erster Runde sowie die Ergebnisse eines Bürgerworkshops. „Das Stadtplanungsbüro Studio Urbanek, Wien hat das gesamte Preisgericht am Ende überzeugt, indem es schafft, auf erstaunlich selbstverständliche Weise ein enormes Raumprogramm auf dem Grundstück zu realisieren.“, so Markus Müller, Vorsitzender des Preisgerichts, Freier Architekt und Stadtplaner sowie Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg aus dem nahe gelegenen Meckenbeuren.

Ansicht der geplanten Gartenpromenade als Teil des Kramer-Areals. Bildquelle: studio urbanek + BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur)
Ansicht der geplanten Gartenpromenade als Teil des Kramer-Areals. Bildquelle: studio urbanek + BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur)

Bürgerbeteiligung als nächster Schritt

Eigentümerin des Kramer-Areals ist die Wacker Neuson Group, ein international tätiger Unternehmensverbund und Hersteller von Baugeräten und Kompaktmaschinen. Die Gruppe war neben elf Fachpreisrichter*innen und zehn Vertreter*innen der Stadt Überlingen in der Jury vertreten, ebenso wie unabhängige Expert*innen und zwei Vertreter*innen der Bürgerschaft. „Mit dem gestrigen Preisgericht hat ein Realisierungswettbewerb sein Ende gefunden, den wir als Stadt Überlingen in allen Phasen eng begleitet haben. So bin ich nun zuversichtlich und voller Vorfreude, dass wir den geschichtsträchtigen Überlinger Ort „Kramer-Areal“ als eigenständiges, nachhaltiges und qualitativ hochwertiges Quartier schon bald mit neuem Leben füllen werden“, freut sich Oberbürgermeister Jan Zeitler.

Im November und Dezember 2023 wurden die Architekturmodelle aller Finalist*innen im ehemaligen Kramer-Bürogebäude öffentlich ausgestellt. Für das Planungsverfahren sind weitere Anhörungen und Informationsveranstaltungen mit Bürgerbeteiligung geplant.

Um die Identität des Areals zu bewahren, ist eine Bebauung in verschiedenen Maßstäben geplant. Bildquelle: studio urbanek + BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur)
Um die Identität des Areals zu bewahren, ist eine Bebauung in verschiedenen Maßstäben geplant. Bildquelle: studio urbanek + BELT (Architektur) und studio boden (Landschaftsarchitektur)

Kramer-Gärten und Gartenpromenade als Verbindungselemente

Das Kramer-Areal in Überlingen ist etwa 5,7 Hektar groß. Seit 1952 gehörte es zum Unternehmen Kramer, das 1925 gegründet wurde. Maschinen wie kleine Motormäher und Traktoren sind die Spezialität von Kramer. Zu ihrer Zeit revolutionierten sie die Landwirtschaft. Heute hat das Unternehmen seinen Sitz in Pfullendorf. Dort gibt es mehr Platz für die Werke.

Seit 2008 ist das Kramer-Areal leer. Das geplante neue Quartier soll Wohnfläche, aber auch Platz für innovative Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen bieten. Es soll Wohnflächen für unterschiedliche Einkommensschichten, Altersgruppen und Haushaltsgrößen bereitstellen und so eine soziale Mischung erreichen.

Das Studio Urbanek plant außerdem die Pflanzung der sogenannten Kramer-Gärten, um die Uferlandschaft des Bodensees mit dem Siedlungsgebiet von Überlingen zu verbinden. Gebäude verschiedener Größen sollen die Identität der Kramer-Werke mit ihrem großen Maßstab erhalten, zugleich aber auch andere Körnungen schaffen und das Areal zur umgebenden Stadtstruktur hin öffnen. Eine neue Gartenpromenade setzt den Fokus auf sanfte Mobilität und stellt das grüne Rückgrat der Kramer-Gärten dar.

Weiterlesen: Im Jahr 2021 fand in Überlingen eine Landesgartenschau statt.

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