Erster Preis: Rheinboulevard, Köln-Deutz

Zum 13. Mal hat der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten den Wettbewerb zum Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgelobt. Ende September 2017 verlieh er den Ersten Preis und die neun Auszeichnungen im 13. Wettbewerb um den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis. 

30 Projekte standen zur Wahl, als die elf Preisrichter am 28. April 2017 über den ersten Platz und die Sieger in neun Kategorien entschieden. Anfang Mai 2017 verkündete sie die Gewinner. Besonders freuen kann sich die Stadt Köln: Die Jury zeichnete gleich drei lokale Projekte aus. Neben den Projekten am L.-Fritz-Gruber-Platz (Kategorie: Licht im Freiraum) und Ottoplatz (Kategorie: Landschaftsarchitektur im Detail) erhielt der “Rheinboulevard, Köln Deutz” sogar den Hauptgewinn, den ersten Preis. Entwurfsverfasser des Projekts sind Planorama Landschaftsarchitektur mit der Stadt Köln, Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, als Bauherr.

Nach acht Jahren Bauzeit nimmt heute eine 500 Meter lange Ufertreppe den Rhein in seine Mitte und verbindet das rechtsrheinische Ufer mit dem Stadtkern der Rheinmetropole. Laut der Jury schafften die Entwurfsverfasser es mit dieser Geste, vis-à-vis zum Kölner Dom, ein modernes baukulturelles einzigartiges städtisches Bauwerk zu entwickeln, das durch seinen integrierten Hochwasserschutz wie auch den spannungsvollen Umgang mit den historischen Schichten aus der über 200-jährigen Stadtgeschichte überzeugt.

Weitere Auszeichnungen

Auszeichnung in der Kategorie Pflanzenverwendung
– Projekt: Lohsepark, Hamburg, Hamburg
– Entwurfsverfasser: VOGT Landschaftsarchitekten, Zürich und Berlin

Auszeichnung in der Kategorie Grüne Infrastruktur als Strategie:
– Projekt: Zu neuen Ufern, Siegen
– Entwurfsverfasser: Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten, Berlin

Auszeichnung in der Kategorie Quartiersentwicklung / Wohnumfeld:
– Projekt: Dachgarten Wagnis 4, München
– Entwurfsverfasser: Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg

Auszeichnung in der Kategorie Partizipation und Planung:
– Projekt: wagnisART, München
– Entwurfsverfasser: bauchplan ).(, München

Auszeichnung in der Kategorie Naturschutz und Landschaftserleben:
– Projekt: Botanischer Volkspark Blankenfelde, Berlin
– Entwurfsverfasser: Fugmann Janotta Partner Landschaftsarchitekten und Landschaftsplaner bdla, Berlin

Auszeichnung in der Kategorie Sport, Spiel, Bewegung:
– Projekt: PLAY_LAND, Oberhausen-Holten
– Entwurfsverfasser: wbp Landschaftsarchitekten, Bochum

Auszeichnung in der Kategorie Klimaanpassung und Nachhaltigkeit:
– Projekt: terra nova BiosphärenBand, Rhein-Erft-Kreis
– Entwurfsverfasser: bbz landschaftsarchitekten und Ernst Scharf, Architekt, beide Berlin

Auszeichnung in der Kategorie Licht im Freiraum:
– Projekt: Gestaltung des L.-Fritz-Gruber-Platzes, Köln
– Entwurfsverfasser: scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf

Auszeichnung in der Kategorie Landschaftsarchitektur im Detail:
– Projekt: ʻOttoplatzʻ in Köln-Deutz, Köln
– Entwurfsverfasser: bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau, Berlin, mit ISAPLAN, Leverkusen

Zum Landschaftsarchitektur-Preis

Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis zeichnet beispielhafte Projekte und deren Verfasser aus. Sozial und ökologisch orientierte Siedlungs- und Landschaftsentwicklung und zeitgemäße Freiraumplanung sind das Hauptaugenmerk. Gewürdigt werden herausragende, auch konzeptionelle Planungsleistungen, die ästhetisch anspruchsvolle, innovative, ökologische Lösungen auf den Weg bringen. Verliehen werden die Preise bei einer abendlichen Festveranstaltung am 29. September 2017 in Berlin.

Mehr zu den nominierten Projekten finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren
hochwinkelfotografie-der-stadt-RvCbIQ0S-Lc
Wenn Bäume ausfallen – Notfallplanung für Hitzeschutzinfrastruktur
roter-bus-tagsuber-unterwegs-21HKIGtU9Xk
Was ist ein Urban Mobility Operating System? – Struktur digitaler Verkehrsplattformen
Der Rhein als grenzüberschreitende Verbindung
skyline-der-stadt-bei-nacht-BYkDmipQOFs
Automatisierte Lichtverschmutzungsanalyse
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Digitale Wegweisungssysteme mit personalisiertem Routing
Hügel mit Charakter
Wettbewerbsübersicht Juli 2020
Ausstellung “StadtLand” zur IBA Thüringen
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Ökologischer Fußabdruck von Stadtstrukturen – wie man ihn misst
Das Kingston University Town House.
Ein Flughafen für Vögel
durch den ein schwieriger innerstädtischer Raum nachhaltig belebt wird.

Das Haus der Statistik am Berliner Alexanderplatz stand 10 Jahre lang leer. Unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass in Berlin der Wohnraum knapp wird. Eine Initiative möchte das ehemalige Verwaltungsgebäude der DDR nun umnutzen: Studenten, Senioren, Künstler und Geflüchtete sollen darin wohnen. 

Haus der Statistik

Bilder: Raumlabor Berlin

Das Haus der Statistik am Berliner Alexanderplatz: Leerstand auf 40 000 Quadratmetern und das seit 10 Jahren. In Anbetracht der Wohnungsknappheit und der steigenden Mieten in Berlin ein verwunderlicher Zustand. Ursprünglich diente der Gebäudekomplex als Sitz für die staatliche Zentralverwaltung für Statistik der DDR. Obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, ist es ein kulturell wichtiger, geschichtsträchtiger Ort und viele Berliner fühlen sich emotional mit ihm verbunden. Auch städtebaulich liegt das Haus der Statistik an einem interessanten Ort: Der Alexanderplatz dient als Verbindungsstück zwischen den Bezirken Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg und ist einer der meist frequentierten Plätze Europas. Er vereint Wohngebiete mit Büroflächen und Einkaufszonen.

Neubewertung statt Abriss

Jahrelang diskutierte man, ob das Haus der Statistik abgerissen werden soll. Bis 2015 der Berliner Senat schließlich den Wert des Gebäudekomplexes erkannte und rief innerhalb eines öffentlichen Workshopverfahren dazu auf den Alexanderplatz neu zu bewerten. Im Zuge des Workshopverfahrens gründete sich die Initiative Haus der Statistik – ein bunt gemischtes Bündnis aus Politikern, kulturellen Einrichtungen, Künstlerkollektiven und Architekten. Zu den Gründern der Initiative gehören beispielsweise auch wichtige Berliner Institutionen wie das Zentrum für Kunst und Urbanistik und das Raumlabor Berlin. Und diese besondere Zusammensetzung soll sich auch im geplanten Konzept widerspiegeln.

Wohnraum für Geflüchtete

Ein Ziel der Initiative ist es, das Haus der Statistik zu einem Ort für vielfältige und zeitgemäße Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu machen. Die neuen Räume bieten einerseits Platz für die Verwaltung, wie beispielsweise das neue Rathaus für den Bezirk Mitte. Andererseits werden Wohnräume für Studenten, Geflüchtete und Senioren geschaffen. Gemeinsame Aktivitäten und offen gestaltete Räume sollen einen wechselseitigen Austausch zwischen den unterschiedlichen Parteien ermöglich. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Gebäudekonzepts sind Künstlerateliers sowie Arbeits- und Begegnungsräume für Kultur, Bildung und Kunst. 2023 sollen die ersten Mieter einziehen können. So soll in den nächsten Jahren ein Leuchtturmprojekt für Integration und Bürgerbeteiligung entstehen.

Landschaft Stimmung – Ein Stadtpark an der Donau

Eine Buchrezension

Mit dem Buch Landschaft Stimmung erschien nach der Ausstellung im Museum für konkrete Kunst und Design in Ingolstadt eine Dokumentation der Strategie Stadt-Park Donau und Donau-Loop, die das Ergebnis einer mehrjährigen Designstudie ist. Das Buch gibt einen kurzen und prägnanten Einblick in die detaillierte Studie. Untersucht wird das Potential der Donau als städtisches Verbindungsglied. Rückblenden erzählen die Geschichte der Donau in Ingolstadt. Daran schließen sich Analysen der Landschaft und ihrer Eigenheiten an, die Basis für das Konzept sind. Wie der Buchtitel bereits sagt, geht es vor allem um Atmosphäre, um Stimmung. So fand Oficinaa ihren ganz eigenen Zugang zur Donau-Landschaft. Das Ergebnis und den Weg dorthin zeigt und erzählt „Landschaft Stimmung“ – wie das ganze Projekt in Gold-Gelb gehalten.

Mehr zum Projekt Donau-Loop lesen Sie in Garten + Landschaft 02/2018

 

Bibliografische Daten:

Oficinaa – Silvia Benedito, Alexander Häusler (Hrsg.)

Landschaft Stimmung. Ein Stadtpark an der Donau

Actar, 2016

ISBN 978-1945150197