Verschiedene blühende Pflanzen. Landesgartenschau Torgau, Themengärten, Foto: Landesgartenschau Torgau
Foto: Landesgartenschau Torgau

Die 9. Sächsische Landesgartenschau in Torgau erlebt eine tolle Eröffnung. Bis zum 9. Oktober sind Gäste nun auf dem 24 Hektar großen Gelände am Rande der kleinen Stadt Torgau im nördlichen Sachsen willkommen. 

Die Landesgartenschau im sächsischen Torgau ist eröffnet. Wie auch an anderen Orten heißt die Veranstaltung Interessierte aus nah und fern willkommen. Sie lockt sie mit aufgewerteten und neugestalteten Freiräumen in sowie an den Rand der Stadt. Hier prägen reichhaltige Vegetation, Lebensräume für Tiere und Pflanzen, aber auch der enge Bezug zu Elbe und Altstadt die Situation. Mit der Entwicklung der Landesgartenschau wurden die Potentiale von Torgau aufgegriffen, behutsam weiter entwickelt und auf neue Weise nutzbar gemacht. 

Elbbalkon, Foto: Landesgartenschau Torgau
Elbbalkon, Foto: Landesgartenschau Torgau

Wettbewerb zur Landesgartenschau Torgau

Vor diesem Hintergrund stellt die Gartenschau 2022 einen Einstieg in eine moderne sowie familienfreundliche Stadterneuerung dar. Diese bringt Torgau seinem Ziel näher, ein Star under den sächsischen Mittelzentren zu werden. Auf dem Weg in diese neue Zukunft spielt aber auch die Vergangenheit eine Rolle. Denn die Stadt der Reformation und der Renaissance hofft mit der Landesgartenschau ein weiteres Kapitel für seine Geschichtsbücher schreiben zu können.

Schon beim Wettbewerb zur Landesgartenschau im sächsischen Torgau bekamen die Teilnehmer*innen das Motto Natur, Mensch und Geschichte mit auf den Weg. Denn die Natur prägt die Stadt Torgau und ihre Umgebung. Sie gab und gibt dem Gartenschaugelände den Rahmen. Darüber hinaus stehen die Menschen im Mittelpunkt, für die die Landesgartenschau neue Möglichkeiten des Miteinanders eröffnet. Ihnen bietet die Gartenschau Chance zur Aneignung neuer Flächen sowie zu bürgerschaftlichem Engagement.

Aber auch die Geschichte ist in Torgau so präsent, wie in kaum einer anderen Stadt der Region. Sie lockt Besucher*innen an und bereichert das gesamte Projekt Landesgartenschau Torgau 2022. Die Grundlage dafür ist der Entwurf des Teams von Station C23 – Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau. Sie konnten die Jury des Wettbewerbs überzeugen, gewannen den ersten Preis und begleiteten fortan die Gestaltung des Gartenschaugeländes.

24 Hektar Gartenschau

Die drei Themen – Mensch, Natur und Geschichte – sind auf der Landesgartenschau Torgau räumlichen Schwerpunkten zugeordnet. Dennoch gibt es keine scharfe Trennung, denn alle Aspekte sind überall mit dem Freiraum und der gesamten Stadt verknüpft. Das 24 Hektar große Areal der 9. Sächsischen Landesgartenschau in Torgau spannt sich zwischen dem historischen, noch zu Festungszeiten im 19. Jahrhundert angelegten Stadtpark Glacis und dem Landschaftsraum Elbe auf. Die darin eingebetteten vier Bereiche, der Glacis, der Junge Garten, die Eichwiese und der Konzertplatz, locken die Besucher*innen in diesem Jahr an.

Ein zwei Kilometer langer Hauptweg schlängelt sich zudem durch das neu gestaltete Areal der Gartenschau. Auf diesem können die Besucher*innen inmitten einer grünen Oase Kraft tanken sowie sich von der Schönheit der Natur leiten und inspirieren lassen. Darüber hinaus verbindet ein regelmäßig verkehrender Shuttlebus die Ein- und Ausgangsbereiche mit den wichtigen Orten der Gartenschau und dem Bahnhof sowie Parkplätzen. Selbstverständlich hält der Bus ebenfalls in der historischen Innenstadt Torgaus, die noch heute von der Schönheit der Renaissance zeugt.

Blumenhalle, Foto: Landesgartenschau Torgau
Blumenhalle, Foto: Landesgartenschau Torgau

Eisbahnwiese im Stadtpark Glacis

Der Stadtpark Glacis bildet mit seinen zwei nördlichen Abschnitten das Herz der Landesgartenschau Torgau. Sein historisch gewachsenes Terrain, das auf den im 19. Jahrhundert erstmals modellierten Stadtpark zurückgeht, hat viel zu bieten. Im Bereich der Eisbahnwiese lockt zum Beispiel ein moderner, an den Entdeckergeist von Kindern angelehnter Kranichspielplatz. Auch der zum Teil neugestaltete Uferbereich ist ein Magnet. Darüber hinaus lädt der nahe gelegene Ornis-Steg zu Natur- und Vogelbeobachtungen ein. 

Die Verbindung vom Glacis bis zur neu entdeckten Eichwiese schafft der circa 12 000 Quadratmeter große Junge Garten. Wo früher Gewerbe war, befindet sich heute der EZEL Sport- und Spielpark, also ein Freizeitareal für alle Altersgruppen.

Interaktive Eichwiese

Im Bereich der Eichwiese erwartet die Besucher*innen ein interaktiv gestalteter Bereich. Hier kann man vom Aussichtsturm Deichgucker die Elbaue überblicken oder die in der Torgauer Arche heimischen Tierarten unter anderem aus dem Leipziger Zoo bestaunen. Wer lieber tobt, kommt auf dem HIT-Holz-Eichenspielplatz ebenfalls auf seine Kosten. Aber auch ein Barfußpfad oder der Elbe Beach laden ein. Zu den Highlights im Bereich der Eichwiese gehört der Konzertplatz, der auf dem ehemaligen Schlachthofgelände entstand. Hier warten zudem Blumenhallen und verschiedene Themengärten auf die Besucher*innen. 

Die alte Bastion VII wieder zugänglich

Die Landesgartenschau Torgau reicht bis in die Bastion VII hinein. Diese war Teil des ehemaligen Hauptwerkes der Landes-Haupt-Festung. Damit zählt sie zu dem noch erhaltenen Abschnitt der historischen Befestigung aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, als sie als Soldatenunterstand diente. Nachdem die Bastion in den vergangenen Jahren im Dornröschenschlaf lag, wurde die Flankenkasematte mit ihren fünf Tonnengewölben schrittweise saniert. Auf der Landesgartenschau 2022 ist sie erstmalig für Besucher*innen wieder zugänglich. 

Die Landesgartenschau Torgau begeistert

Bereits bei der Eröffnung der Landesgartenschau in Torgau war die Begeisterung groß. Die Gartenschau bot bereits am ersten Wochenende die Gelegenheit, Kraft und Zuversicht zu tanken, die die Region auf dem Weg in die Zukunft braucht. Bis Oktober 2022 stehen die Türen in Torgau nun auf. 

In der Juliausgabe der G+L blicken wir auf die verschiedenen Gartenschauen des Jahres – unter anderem auch die Landesgartenschau Torgau. Das Heft finden Sie in unserem Shop. Was wir in der Ausgabe zudem noch vorstellen, schreibt Chefredakteurin Theresa Ramisch in ihrem Editorial.

Das könnte Sie auch interessieren
Zum Tod von Richard Bödeker
IBA und igs 2013: Der Stand der Dinge
luftaufnahmen-von-gebauden-und-baumen-bei-tag-MznZHTQ0XDo
Integration von Mobilität und Bauleitplanung – neue Schnittstellen
eine-hauserzeile-mit-bewolktem-himmel-im-hintergrund-MQKn_JFfVlM
Bodenentsiegelung als Hitzeschutzmaßnahme – Priorisierung durch Daten
eine-luftaufnahme-einer-stadt-JSRekW1fRfY
Stadt als Wasserspeicher – Planung im Schwammstadtprinzip konkret umsetzen
Nachhaltigkeit (sustainable) und Inklusion (together)
New European Bauhaus Prizes 2022
hochwinkelfotografie-der-stadt-RvCbIQ0S-Lc
Wie viel Gestaltung verträgt das Recht? – juristische Spannungsfelder
Mehr Sicherheit für Kinder im öffentlichen Raum
„In London bauten wir für die Zukunft.”
Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?

Lärmschutzschalen für Berliner Mauerpark

„Acoustic Shells“

Die Acoustic Shells sind 5

Die sogenannten „Acoustic Shells“ sollen musikalische Einlagen verbessern und gleichzeitig den Lärmpegel im Berliner Mauerpark reduzieren. Der Verein Freunde des Mauerparks e.V. und das Bezirksamt Pankow stellten die Lärmmuscheln nun vor. Alles zum Konzept lesen Sie hier.

Erste “Acoustic Shell” im Berliner Mauerpark aufgestellt

Sie sieht aus wie eine kleine Konzertmuschel aus Birkenholz und soll den umliegenden Anwohner*innen des Berliner Mauerparks endlich akustische Linderung verschaffen. Seit Jahren nämlich klagen die über die laute Musik der Feiernden, vor allem wenn es nachts oder Sonntag ist.

Die Form der Acoustic Shells nähert sich einem Parabolspiegelausschnitt von 5,75 Metern Breite und drei Metern Höhe. Damit soll diese gleich zwei Dinge bewirken, um die Schallemissionen auf die Nachbarschaft im Mauerpark zu reduzieren. Die Konstruktion kann die nach hinten gerichteten Schallwellen folglich reflektieren und Richtung Publikum bündeln, was den Schalldruck auf die Gebäude hinter der Muschel verringert. Gleichzeitig sollen sich die Musiker durch einen Rebound-Effekt in der Acoustic Shell besser hören können, wodurch diese leiser spielen könnten.

Lärmschutzschalen sollen Akzeptanz erhöhen

 

Die Acoustic Shell entstand auf Initiative des Vereins Freunde des Mauerparks und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Pankow. Fast 19 000 Euro der Gesamtkosten von 23 000 Euro steuerte die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr in Form einer Förderung bei. Die Konzertmuschel ist zerlegbar und der Mauerpark testet die Schale künftig “an geeigneten Tagen” und an verschiedenen Stellen auf dem Gelände.

Gegen nächtliche Ruhestörungen werden die Shells so zwar nichts ausrichten können, es ginge laut den Verantwortlichen aber auch vielmehr darum, zunächst unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen und die Akzeptanz der Straßenmusik zu erhöhen. Wie sich die akustischen Auswirkungen der Shells bemerkbar machen, das soll nach Ende der Saison ausgewertet werden. Für das Jahr 2022 ist dann geplant, weitere der mobilen Akustikmuscheln im Mauerpark aufzustellen.

Wenn sich das Konzept bewährt, sei nicht ausgeschlossen, dass auch eine feste Installation im Mauerpark zum Einsatz komme. Und die Idee soll Schule machen. Alexander Puell, der Vorsitzende des Vereins Freunde des Mauerparks e.V. dazu: „Wir zeigen mit den Acoustic Shells wie innovativer Lärmschutz und Kulturförderung in Pankow zusammengeht und hoffen, dass das Konzept nicht nur im Mauerpark erfolgreich ist, sondern dass dieser innovative Ansatz auch in anderen Parks und Städten Schule macht”

Mehr Informationen zu der Acoustic Shell im Berliner Mauerpark finden Sie auf der Webseite des Freunde des Mauerparks e.V.

Noch mehr Neuigkeiten rund um die Hauptstadt und ihre Parks? Der Spreepark in Berlin wird nicht nur gebaut sondern zusammen mit Bürger*innen und Interessent*innen entwickelt. Mehr zu den Beteiligungsprozessen erfahren Sie bei uns.

Landesgartenschau Wangen im Allgäu: Seit 26. April 2024 eröffnet

Vom 26. April bis zum 6. Oktober 2024 öffnet die Landesgartenschau in Wangen ihre Tore. Credits: Landesgartenschau Wangen im Allgäu 2024
Vom 26. April bis zum 6. Oktober 2024 öffnet die Landesgartenschau in Wangen ihre Tore. Credits: Landesgartenschau Wangen im Allgäu 2024

Schon zum 30. Mal findet in Baden-Württemberg eine Landesgartenschau statt, dieses Mal in Wangen. Die Stadt im Allgäu geht dabei weit über Blumenmeere hinaus: Sie zeigt, wie sich ein altes Industrieviertel zu neuem Leben erwecken lässt.

Am 26. April 2024 hat die Landesgartenschau in Wangen im Allgäu eröffnet. Bereits über 100.000 Besucher*innen waren nach 16 Tagen vor Ort, die höchste Besucherzahl auf einer Landesgartenschau innerhalb der letzten zehn Jahre. Geschäftsführer Karl-Eugen Ebertshäuser erklärt sich diesen Rekord einerseits durch die hohe Anzahl an Gästen mit Dauerkarten und andererseits durch das gute Wetter Ende April und Anfang Mai. Als Ziel hat sich das Organisationsteam eine Marke von 600.000 Besucher*innen gesetzt.

Bis zum 6. Oktober ist es möglich, die Landesgartenschau Wangen zu besuchen. Das Gelände umfasst 46 Hektar, wovon sechs Hektar die neuen Stadtquartiere ERBA und Auwiesen umfassen. Die Revitalisierung des Flusses Argen ist ein Höhepunkt der Landesgartenschau Wangen, ebenso wie die Revitalisierung des Industrieviertels ERBA, die neuen Parks sowie zahlreiche Sport- und Bewegungsangebote und Spielplätze. Hinzukommen Schaugärten, Blumenschauen, ein Aussichtsturm und insgesamt 2.000 Veranstaltungen.

Wangen als touristische Destination

Die Eröffnungsfeier fand auf der Sparkassen-Kulturbühne in der ERBA statt. Sie war öffentlich und begann um 11 Uhr. Lokale Prominenz aus Kultur und Politik sowie viele Wangener Talente waren vor Ort, um zu feiern, dass die Schau nach gut 14 Jahren Planung nun beginnen konnte. Besucher*innen sind dazu angehalten, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Ein kostenloser Landesgartenschau-Shuttlebus fährt alle 20 Minuten vom Bahnhof zu den verschiedenen Eingängen.

Mit der Landesgartenschau erhofft sich Wangen nicht nur eine Revitalisierung der Stadt, sondern auch mehr Tourismus im Allgäu. In Zusammenarbeit mit der Stadt Rottweil, die 2028 eine Landesgartenschau ausrichten wird, sowie unterstützt von vielen Gemeinden der Umgebung, zeigt Wangen, warum sich eine Reise ins Allgäu lohnt.

Als „das längste Sommerfest im Allgäu“ wartet die Landesgartenschau Wangen auch mit über 2.000 Veranstaltungen auf. Dazu gehören unter anderem Rockkonzerte, Pop, Klassik, Hiphop, Lesungen, Fachvorträge zu Gartenthemen, Sportangebote wie Tanz und Yoga, Thementage und Bildungsangebote wie das Grüne Klassenzimmer. Für Kinder bis 14 Jahre ist der Eintritt zur Landesgartenschau frei, für Erwachsene kostet die Tageskarte 19 Euro.

Kinderspielplätze, wie etwa dieser hier rund um das Thema Wasser, machen Wangen künftig attraktiver und lassen den Fluss erlebbar werden.
Kinderspielplätze, wie etwa dieser hier rund um das Thema Wasser, machen Wangen künftig attraktiver und lassen den Fluss erlebbar werden.

Wasser in der Stadt wieder erlebbar machen

Städtebaulich hat die Stadt viel erreicht, denn im Zuge der Landesgartenschau Wangen hat sie einem alten Industrieareal neues Leben eingehaucht. Im ERBA-Areal, einer früheren Weberei und Spinnerei, sind Wohnungen für rund 1.500 Menschen sowie etwa 500 Arbeitsplätze und Kulturräume entstanden. Mehrere hundert Menschen sind bereits eingezogen, wobei die Neubauten in nachhaltiger Bauweise entstehen. Eine neue Reithalle, ein Kletterturm und ein Sportpark bieten sportliche Attraktionen. Und in den Auwiesen neben dem ERBA-Gelände entsteht unter anderem ein städtischer Kindergarten.

Das zweite wichtige Revitalisierungsprogramm der Landesgartenschau Wangen konzentriert sich auf den Fluss Argen, der in den Bodensee mündet. Er hat im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten mehr Raum für eine natürliche Entwicklung erhalten. Nun verbindet er das mittelalterliche Stadtzentrum von Wangen mit der Landesgartenschau und den neuen Wohnquartieren auf dem ERBA-Gelände. Fünf neue Brücken unterstützen die Verbindung, die auch im Logo der Landesgartenschau Wangen sichtbar ist.

Die revitalisierte Obere Argen sowie der Argenpark als grünes Band mit Zugängen zum Fluss machen das Wasser in der Stadt wieder erlebbar. Entlang des Flussufers gibt es neue Parks mit blühenden Landschaften und vielen Angeboten für Spiel, Bewegung und Erholung. Dazu gehören auch Abenteuerspielplätze sowie ein hölzerner Aussichtsturm, der einen Blick über das ganze Gartenschaugelände und bei gutem Wetter sogar bis in die Alpen bietet.

Das Münchner Büro lohrer-hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH gemeinsam mit Löhle und Neubauer Architekten aus Augsburg haben den Wettbewerb zur Planung und Umsetzung der Landesgartenschau Wangen gewonnen.
Das Münchner Büro lohrer-hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH gemeinsam mit Löhle und Neubauer Architekten aus Augsburg haben den Wettbewerb zur Planung und Umsetzung der Landesgartenschau Wangen gewonnen.

Floristenspinnerei

Die textile Geschichte von Wangen geht bis ins Mittelalter zurück und umfasst beispielsweise Rosshaar-Spinnereien. Im Jahr 1992 wurde der Betrieb der Weberei und Spinnerei ERBA eingestellt. Die üppigen Blumenmeere der Landesgartenschau 2024 werden auf die Textilindustrie eingehen. Wie bunte Bänder ziehen sie sich über das Gelände und erinnern an die Muster und Fäden der Weberei ERBA. Insgesamt zwölf Blumenausstellungen werden im Baumwolllager stattfinden. Unter dem Titel „Floristenspinnerei“ kommen regionale und überregionale Florist*innen zusammen.

Als Wangen im Jahr 2010 den Zuschlag für die Landesgartenschau 2024 erhielt, begannen die Vorbereitungen sofort. Um Ziele wie die Nutzungsvielfalt im Gebiet ERBA/Auwiesen, die Stärkung der Wohnnutzung und die Erlebbarmachung der Oberen Argen umzusetzen, lobte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Stadt einen EU-weiten, offenen landschaftsarchitektonischen und städtebaulichen Realisierungswettbewerb aus. Der Zuschlag ging 2014 an das Münchner Büro lohrer-hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH gemeinsam mit Löhle und Neubauer Architekten aus Augsburg, die die Pläne seither umsetzen.

Bunte Blumenbänder erinnern an die Muster und Fäden der früheren ERBA-Weberei in Wangen.
Bunte Blumenbänder erinnern an die Muster und Fäden der früheren ERBA-Weberei in Wangen.

Gartenschauen als nachhaltige Stadtentwicklungsmaßnahmen

Die Landesgartenschau in Wangen ist bereits die 30. baden-württembergische Landesgartenschau. 164 Tage lang wird das Großereignis stattfinden. Gefördert wird es vom Landesprogramm „Natur in Stadt und Land“, das die Grün- und Freiraumgestaltung in Gartenschaustädten in Baden-Württemberg vorantreibt und unterstützt. Das zentrale Förderprogramm ist daran interessiert, auch die soziale Komponente zu fördern, indem es etwa eine Beteiligungskultur schafft. Außerdem sollen Gartenschaustädte das Stadtklima verbessern und einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten. Für Städte wie Wangen sind Gartenschauen ein Jahrhundertereignis, das gebührend gefeiert wird.

„Gartenschauen sind keine Strohfeuer für ein halbes Jahr, sondern nachhaltige Stadtentwicklungsmaßnahmen. Wangen hat diese große Chance mit der Realisierung einer vorbildhaften Landesgartenschau hervorragend genutzt und wird noch lange von ihr profitieren“, so Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk. Das Land Baden-Württemberg ist mit einem Forstpavillon sowie dem „Cantilever“-Pavillon zur Holzbau-Offensive vertreten. Dabei zeigt das Bundesland die vielfältigen Aufgaben seiner Wälder und wie diese als Klimaschützer, Rohstofflieferanten und Lebensraum erhalten werden.

Weiterlesen: Eine Übersicht der drei Gartenschauen im Jahr 2024 finden Sie hier.