Aufgabenfeld Landschaftsarchitektur: Alles was Sie wissen müssen

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Landschaftsarchitektur: Ein vielfältiges Aufgabengebiet, Foto © Victor Lu via Unsplash

Das Aufgabenfeld der Landschaftsarchitektur ist vielfältig. Es geht weit über die Gestaltung von Freiräumen und Grünzügen, von Parks und Gärten, Landschaften und Vegetationen hinaus. Vielmehr wagt die Profession sich immer wieder in unbekanntes Terrain vor.

Landschaftsarchitektur früher und heute

Schon jetzt hat das Aufgabenfeld Landschaftsarchitektur viele verschiedene Facetten. Die Vertreter*innen der Profession tragen mit ihrer technischen und ästhetischen Expertise wesentlich zur Gestaltung von Freiräumen in Stadt und Land bei. Dabei sind die Anforderungen an Landschaft und Freiraum heute größer denn je. Der Blick in die Zukunft lässt weitere Herausforderungen erwarten. Deshalb übertitelt die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ihre neue Broschüre zur Landschaftsarchitektur mit Terra Icognita, mit „unbekanntes Terrain“.

Viele Räume in unseren Städten und Regionen wurden und werden von Landschaftsarchitekt*innen gestaltet. Gärten, Parks, Plätze, Wasserflächen, Grünanlagen und deren intelligente Vernetzung gehören dazu. Nun schlummern neue Aufgabe und Potenziale in der Neugestaltung und dem Umbau des dichten Netzes von Verkehrsräumen. Hier treffen problematische Aspekte wie Verkehrsdichte, Flächenversiegelung, Feinstaubbelastung, Lärm und hohe Temperaturen aufeinander. Neue Alleen, begrünte Boulevards, sichere Bewegungsräume für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, Alltagswege in der Nachbarschaft und wohnraumnahe Versorgung können wesentliche Beiträge zu einer lebenswerten Stadt leisten. Auch Dächer und Fassaden gehören zu den Orten, die verstärkt in den Blick der Landschaftsarchitektur und ihr Aufgabenfeld rücken. Grün gestaltet leisten sie wichtige Beiträge zur Resilienz und Attraktivität von Städten.

Jenseits der Stadt

Aber nicht nur in urbanen Räumen liegen Aufgabenfelder für Landschaftsarchitekt*innen. Auch vor den Toren unserer Städte warten große Herausforderungen. Nachdem schon in den 1990er Jahren Industrieareale erfolgreich in neue Stadtlandschaften transformiert wurden, warten nun neue Industriefolgelandschaften. Riesige Areale geschundener Natur bedürfen der Revitalisierung. Hier liegt die Chance für Landschaftsarchitektur, neue, ökologisch ambitionierte Hochleistungslandschaften zu entwerfen, die den Anforderungen unserer Gesellschaft entsprechen und gleichzeitig den natürlichen Ressourcen Rechnung tragen.

Darüber hinaus ist Landschaft weiterhin als Produktionsraum für die Gewinnung erneuerbarer Energien zu denken. Landschaft ist auch der Raum, in dem unsere Nahrungsmittel wachsen, in dem die zentrale Grundlage menschlichen Lebens gedeiht. Bei allen Überlegungen zur Nutzung und Gestaltung von Freiräumen und Landschaftsräumen ist vor allem Flexibilität mitzudenken. Räume müssen multicodiert, anpassungsfähig und vielfältig nutzbar sein. Nur dann sind sie resilient und können auf zukünftige Herausforderungen reagieren.

Berufsfeld Landschaftsarchitektur

Technisch gesprochen liegt die Berufsaufgabe von Landschaftsarchitekt*innen in der Planung von Freiräumen, Gärten und Landschaften unter Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher, gestalterischer, gesellschaftlich-sozialer und ökologischer Gesichtspunkte. Dazu gehören traditionelle Aufgaben wie die Entwicklung von Park- und Gartenanlagen, von Plätzen, Straßenräumen und Fußgängerzonen, von Innenhöfen und Dachgärten, von Sport-, Spiel- und Freizeitanlagen, Freibädern, Schwimmteichen und Naturbädern, von Außenanlagen, an privaten und öffentlichen Gebäuden. Aber auch die Gestaltung von Gartenschauen sowie die Gartendenkmalpflege, Dorf- und Stadtentwicklung, naturschutzfachliche Eingriffe und Kompensationen gehören zum Aufgabenfeld Landschaftsarchitektur.

Freiräume sind die zentrale Lebensgrundlage aller Lebewesen und dementsprechend müssen Landschaftsarchitekt*innen in langfristigen Zeiträumen und nachhaltigen Zyklen denken. Sie müssen nachhaltige, multifunktionale, gut vernetzte und vielgestaltige Freiflächensysteme in Stadt und Land entwickeln. Dabei braucht es das Fachwissen der Landschaftsarchitektur in vielen Bereichen. Landschaftsarchitekt*innen müssen aber auch als Mittler*innen und Mediator*innen im Spannungsfeld vieler Akteur*innen interdisziplinär arbeiten.

Alle mitnehmen

Landschaftsarchitekt*innen waren schon immer kompetente Planungspartner*innen. Aber vermehrt reden viele weitere Stimmen mit. Auf die eine oder andere Weise haben alle Menschen etwas beizutragen, denn die gute Gestaltung von Freiräumen ist für jeden wahrnehmbar, schafft Identität und sorgt für Wertschätzung. Das Aufgabenfeld Landschaftsarchitektur muss hier mit Funktionsverteilung und Gestaltung helfen, Übernutzungen zu vermeiden. Das hat die Pandemie deutlich gezeigt. In Zeiten der Lockdowns ist sichtbar geworden, wie wichtig vielgestaltige, bewegungsfördernde Angebote in öffentlichen Freianlagen und auf Plätzen in direkten Lebensumfeld sind. Hier findet mehr als Freizeitnutzung statt. Hier wird einer selbstbestimmten Gesundheitsvorsorge Rechnung getragen, hier kommen Kinder und Jugendliche in Bewegung, hier treffen Menschen ungezwungen aufeinander.

Landschaft von Anfang an mitdenken

Für eine sozial- und klimaresiliente Umgestaltung unserer Städte und Gemeinden ist das Aufgabenfeld Landschaftsarchitektur unverzichtbar. Schon in ersten Überlegungen zu einem Projekt, in der sogenannten Phase Null, müssen Projektträger und Landschaftsarchitekt*innen über die Folgen für Umfeld und Klimaschutz sprechen. Dabei gilt es nicht nur, schädliche Eingriffe zu verhindern. Vielmehr ist in der Neuausrichtung aller Grün und Freiräume, aller Gärten, Parks und Plätze zu prüfen: Was kann für den Schutz des Klimas und der natürlichen Ressourcen getan werden? Wie können bessere Lebensbedingungen entstehen?

Die Komplexität dieser Aufgaben macht es in der Landschaftsarchitektur zwingend erforderlich, vermehrt interdisziplinär zu arbeiten. Insbesondere die Akteure der grauen Infrastruktur sind wichtige Partner*innen, um sinnvolle und produktive Umnutzungen bestehender Strukturen zu entwerfen. Darüber hinaus kommt der „Dreifachen Innenentwicklung“ große Bedeutung zu.

Das Aufgabenfeld Landschaftsarchitektur muss die bauliche Nachverdichtung genauso im Blick halten, wie die Menge an Urbanität, die funktionsfähige Freiflächensysteme vertragen können. Außerdem kann jede Stadt und Region mehr Grün und mehr Wasser gebrauchen. Dafür braucht es aber Raum. In diesem Kontext müssen Landschaftsarchitekt*innen die fortschreitende Ökonomisierung des urbanen Raums verhindern. Sie sind gefragt, eine alltagstaugliche, vielgestaltige und uneingeschränkt zugängliche Stadt für alle zu bewahren.

Landschaftsarchitektur heute und in Zukunft

Die urbanen Gesellschaften werden zunehmend diverser. Auch darauf muss Landschaftsarchitektur reagieren. Sie muss deshalb inklusive, ambitioniert gestaltete und robuste Freiräume gestalten, die alle Menschen willkommen heißen. Darüber hinaus ist viel zu tun, um den Artenrückgang von Flora und Fauna zu stoppen und eine robuste Biodiversität wiederherzustellen. Auf den Wandel des Klimas ist ebenfalls zu reagieren. Extreme Wetterereignisse häufen sich und hinterlassen große Schäden, wodurch Überflutungs- und Hitzevorsorge notwendig sind. Die gestresste Stadt braucht gut vernetzte, klimaaktive Stadtplätze und Parks, Gewässer, Regenrückhalte- und Versickerungsflächen. Hierzu kann Landschaftsarchitektur viel beitragen. Sie kann dabei helfen, ein gesünderes Stadtklima und ein besseres Mikroklima im unmittelbaren Wohnumfeld zu schaffen und damit insgesamt eine widerstandsfähigere Stadt zu kreieren.

Auch andere, globale Gefahren sind zu lebensbestimmenden Faktoren im Aufgabenfeld der Landschaftsarchitektur geworden. So legt beispielsweise die Covid-Pandemie viele Missstände offen. Sie macht unmissverständlich deutlich, dass Menschen die Natur nicht nach Belieben steuern können. Umso wichtiger wird die Aufgabe von Landschaftsarchitekt*innen, die gebaute Umwelt und Kulturlandschaft mit Bedacht zu gestalten. Als Generalist*innen sind sie aufgefordert, viele Stränge zusammenzuführen, vernetzt zu denken und auf Augenhöhe mit den anderen Fachdisziplinen zu agieren. Diese Kompetenz ist in Landschaftsarchitektur gegenwärtig stärker gefragt denn je.

Nachwuchs und Unterstützung gewinnen

Auf das Aufgabenfeld der Landschaftsarchitektur warten große Herausforderungen. Um diesen weiterhin gewappnet zu sein, ist qualifizierter Nachwuchs vonnöten. Ohne gut ausgebildete Landschaftsarchitekt*innen in Planungsbüros und in den öffentlichen Verwaltungen, ohne Partner*innen und engagierte Macher*innen in kommunalen Verwaltungen bleibt die die Wirkung von Landschaftsarchitektur beschränkt. Neben Fachwissen und Engagements in der Profession der Landschaftsarchitektur bedarf es auch politischen Willens. Es bedarf einer engagierten Politik, die weit über Legislaturperioden hinausdenkt und verlässliche planungsrechtliche Rahmenbedingungen für gute Landschaftsarchitektur schafft.

Weiterlesen: Wie ist eigentlich das Gehalt im Aufgabenfeld der Landschaftsarchitektur?

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Lärmschutzschalen für Berliner Mauerpark

„Acoustic Shells“

Die Acoustic Shells sind 5

Die sogenannten „Acoustic Shells“ sollen musikalische Einlagen verbessern und gleichzeitig den Lärmpegel im Berliner Mauerpark reduzieren. Der Verein Freunde des Mauerparks e.V. und das Bezirksamt Pankow stellten die Lärmmuscheln nun vor. Alles zum Konzept lesen Sie hier.

Erste “Acoustic Shell” im Berliner Mauerpark aufgestellt

Sie sieht aus wie eine kleine Konzertmuschel aus Birkenholz und soll den umliegenden Anwohner*innen des Berliner Mauerparks endlich akustische Linderung verschaffen. Seit Jahren nämlich klagen die über die laute Musik der Feiernden, vor allem wenn es nachts oder Sonntag ist.

Die Form der Acoustic Shells nähert sich einem Parabolspiegelausschnitt von 5,75 Metern Breite und drei Metern Höhe. Damit soll diese gleich zwei Dinge bewirken, um die Schallemissionen auf die Nachbarschaft im Mauerpark zu reduzieren. Die Konstruktion kann die nach hinten gerichteten Schallwellen folglich reflektieren und Richtung Publikum bündeln, was den Schalldruck auf die Gebäude hinter der Muschel verringert. Gleichzeitig sollen sich die Musiker durch einen Rebound-Effekt in der Acoustic Shell besser hören können, wodurch diese leiser spielen könnten.

Lärmschutzschalen sollen Akzeptanz erhöhen

 

Die Acoustic Shell entstand auf Initiative des Vereins Freunde des Mauerparks und in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Pankow. Fast 19 000 Euro der Gesamtkosten von 23 000 Euro steuerte die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr in Form einer Förderung bei. Die Konzertmuschel ist zerlegbar und der Mauerpark testet die Schale künftig “an geeigneten Tagen” und an verschiedenen Stellen auf dem Gelände.

Gegen nächtliche Ruhestörungen werden die Shells so zwar nichts ausrichten können, es ginge laut den Verantwortlichen aber auch vielmehr darum, zunächst unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen und die Akzeptanz der Straßenmusik zu erhöhen. Wie sich die akustischen Auswirkungen der Shells bemerkbar machen, das soll nach Ende der Saison ausgewertet werden. Für das Jahr 2022 ist dann geplant, weitere der mobilen Akustikmuscheln im Mauerpark aufzustellen.

Wenn sich das Konzept bewährt, sei nicht ausgeschlossen, dass auch eine feste Installation im Mauerpark zum Einsatz komme. Und die Idee soll Schule machen. Alexander Puell, der Vorsitzende des Vereins Freunde des Mauerparks e.V. dazu: „Wir zeigen mit den Acoustic Shells wie innovativer Lärmschutz und Kulturförderung in Pankow zusammengeht und hoffen, dass das Konzept nicht nur im Mauerpark erfolgreich ist, sondern dass dieser innovative Ansatz auch in anderen Parks und Städten Schule macht”

Mehr Informationen zu der Acoustic Shell im Berliner Mauerpark finden Sie auf der Webseite des Freunde des Mauerparks e.V.

Noch mehr Neuigkeiten rund um die Hauptstadt und ihre Parks? Der Spreepark in Berlin wird nicht nur gebaut sondern zusammen mit Bürger*innen und Interessent*innen entwickelt. Mehr zu den Beteiligungsprozessen erfahren Sie bei uns.

Gärten des Jahres 2027 – Jetzt mitmachen!

Preisträger 2026: Daniel Berg, Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft, Foto: Ferdinand Graf Luckner

Der Callwey Verlag ruft gemeinsam mit seinen namhaften Partnern erneut zur Teilnahme am Wettbewerb „Gärten des Jahres“ auf. Bereits zum zwölften Mal werden die herausragendsten privat gestalteten Gärten im deutschsprachigen Raum gesucht – entworfen von Landschaftsarchitekt*innen sowie Garten- und Landschaftsbauunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Landschaftsarchitekt*innen und Gartenbauprofis können bis zum 17. Juli 2026 ihre Projekte einreichen.

Hochkarätige Partner und Fachjury

Unterstützt wird der Wettbewerb von einer breiten Allianz aus Fachverbänden und Medien, darunter der bdla, BGL, DGGL, ÖGLA, BSLA, GALABAU Österreich, Jardin Suisse, sowie die Messe GaLaBau und Giardina. Die Zeitschriften Garten + Landschaft, Mein schöner Garten, Gartenpraxis, Gärten, zoll+, BSLA-Journal, G’plus und das GaLaBau Journal stellen die Siegerprojekte vor.

Die eingereichten Arbeiten werden von einer unabhängigen Jury bewertet, der unter anderem Thomas Banzhaf (BGL), Prof. Stephan Lenzen (BDLA), Dirk Ebben (Baumschule Ebben) und Daniel Berg, Gewinner der Gärten des Jahres 2026, angehören.

Einreichung und Preisverleihung

Teilnehmer*innen können bis zum 17. Juli 2025 ihre Projekte hier einreichen. Die Einreichgebühr beträgt 390 Euro für das erste Projekt und 195 Euro für jedes weitere. Die feierliche Preisverleihung findet am 25. Februar 2027 in der Baumschule Ebben statt.

50 beste Gärten im Bildband und in der Ausstellung

Die besten 50 Gärten werden im hochwertig gestalteten Callwey-Jahrbuch „Gärten des Jahres 2027“ veröffentlicht und in einer begleitenden Ausstellung präsentiert. Die prämierten Werke erhalten zusätzlich mediale Aufmerksamkeit durch Beiträge in führenden Garten- und Landschaftsmedien.

Zusätzliche Auszeichnungen: Newcomer, Architects’ Choice und Gartenfotografie

Neben dem Hauptpreis werden auch 2027 wieder drei Sonderauszeichnungen vergeben:

  • Newcomer des Jahres: Bereits zum dritten Mal wird ein Preis für junge Büros vergeben, die nicht vor 2023 gegründet wurden.

  • Gärten des Jahres – Architects‘ Choice: „Gärten des Jahres – Architects‘ Choice“ ist die Auszeichnung für Unternehmen, die mit ihren Produkten einen wichtigen Beitrag zu den schönsten Gartenprojekten leisten. Der Sieger unter den eingereichten Produkten wird durch ein Online-Voting auf www.gaerten-des-jahres.com durch die Top 100 Gärten des Jahres Planer*innen bestimmt. Zum Voting-Start wird eine Gebühr für das Medienpaket in Höhe von 3.900,- Euro (zzgl. MwSt.) pro eingereichtem Produkt fällig. Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2026.

  • Gartenfotografie des Jahres: Zum achten Mal wird 2027 die Gartenfotografie des Jahres ausgezeichnet: Unter den 50 Gärten im Jahrbuch wird von der Jury eine Fotostrecke ausgewählt, welche sich besonders abhebt. Kriterien dabei sind: Perspektive auf den Garten, allgemeiner Eindruck, Bildsprache, gewählte Bildausschnitte, Repräsentation des Gartens.

Jetzt mitmachen!

Der Wettbewerb Gärten des Jahres ist nicht nur ein Schaufenster für exzellente Gartengestaltung, sondern auch eine einzigartige Plattform zur Vernetzung innerhalb der Branche. Weitere Informationen, Teilnahmebedingungen und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte auf der offiziellen Website hier.

Lesen Sie hier mehr zu den Gewinner*innen Gärten des Jahres 2026.