05.10.2022

Gesellschaft

Lichtplanung – Die G+L im Oktober 2022

von Theresa Ramisch
Coverbild: Linus Lintner
Coverbild: Linus Lintner

In der Oktoberausgabe der Garten + Landschaft wenden wir uns der „dunklen Seite“ zu. Anstatt wie sonst Projekte bei Tageslicht zu ana­lysieren, untersuchen wir in diesem Heft bei Nacht die Lichtkonzepte ausgewählter europäischer Großprojekte. Wir diskutieren die Bedeutung von Licht für Atmosphäre, Nutzung und Sicherheit und stellen zudem die Frage: Was können wir von anderen Kulturen, in der die Nacht eine ganz andere Rolle spielt, für die zentraleuropäische Gestaltung lernen?

Funktion und Symbolcharakter

“Darkness cannot drive out darkness: only light can do that. Hate cannot drive out hate: only love can do that.” – Dass dieses Zitat von Martin Luther King Jr. bis heute Bestand hat – und das wortwörtlich –, bewiesen erst jüngst die zahlreichen Licht­ installationen in Form ukrainischer Flaggen, die man weltweit als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine im städtischen Raum wiederfand. Und die gelb­blauen Farbkombinationen zeigten auch: Urbane Beleuchtung hat sowohl immer Funktion als auch Symbol­charakter. Sie bietet Licht in der Dunkelheit, dadurch Schutz sowie Sicherheit, und zeitgleich betont und formt sie Raum – und so auch manches Mal einen scheinbar unpolitischen Raum zu einem bewusst politischen.

Lichtgestaltung urbaner Plätze

Besonders spannend ist deswegen die Lichtgestaltung urbaner Plätze. Dem Platz als demokratischem Raum kann die ent­sprechende Beleuchtung nachts nochmal eine neue Bedeutung verleihen sowie neue und andere Nutzungen möglich machen. Welche Möglichkeiten hierbei konkret bestehen und in der zeitgenössischen Planung genutzt werden, das untersuchen wir mit dem vorliegenden Heft. Wir blicken dabei nach Berlin, London, Zürich und Zypern, wo namhafte Büros und Unter­nehmen – darunter Zaha Hadid und Selux – außergewöhnliche Lichtgestaltungen geschaffen haben.

Spannende Außenperspektive

Zudem freue ich mich sehr, dass Gareth Dorothy mit seinem Artikel „Arabische Nachtlandschaften“ noch eine vollkommen neue Außenperspektive mit in das Heft reinbringt und hier für uns diskutiert, inwiefern die europäische Planung in Sachen Beleuchtungskonzepte von der arabischen lernen kann. Denn fest steht: Angesichts der drohenden Energieengpässe, der längst überfälligen Energiewende und der immer weiter zunehmenden Lichtverschmutzung tun wir gut daran, die Herausforderungen im Bereich der städtischen Beleuchtung maximal bewusst und umsichtig zu behandeln. Smart City Approaches hin oder her.

Die G+L 10/22 zum Thema Lichtplanung ist bei uns im Shop erhältlich.

Im September ist unser Heft zum Thema „Zukunftsquartiere“ erschienen. In diesem beschäftigen wir uns mit verschieden Stadtentwicklungsprojekten und den damit verbundenen Herausforderungen. Mehr dazu hier.

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