„The Podium“ von MVRDV in Rotterdam: Vom Juni bis zum August soll die Dachfläche mit 143 pinken Stufen für die Öffentlichkeit begehbar sein. 143 pinke Stufen führen temporär auf das Dach des Het Nieuwe Instituut. (Foto: MVRDV)

143 pinke Stufen führen temporär auf das Dach des Het Nieuwe Instituut. (Foto: MVRDV)

Vom 1. Juni bis zum 17. August soll die Veranstaltungsfläche in 29 Meter Höhe mit 143 pinken Stufen begehbar sein. Alles zum neusten MVRDV Entwurf „The Podium“ hier.

Das niederländische Architekturbüro MVRDV hat angekündigt, dass es für den Rotterdamer Architekturmonat im Sommer 2022 eine neonpinke Treppe und Aussichtsplattform auf Het Nieuwe Instituut entwerfen wird. Dieser temporäre Veranstaltungsort mit dem Namen „The Podium“ wird eine Höhe von 29 Metern haben. The Podium von MVRDV wird über eine Treppe mit 143 Stufen erreichbar sein.

The Podium von MVRDV

 

Der 600 Quadratmeter große Veranstaltungsraum wurde vom Het Nieuwe Instituut in Auftrag gegeben, um die Dachfläche seines Gebäudes für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. The Podium wird neue Perspektiven auf die Stadt bieten und während des Rotterdamer Architekturmonats im Juni 2022 verschiedene Veranstaltungen sowie Aktivitäten durchführen. Es wird auch die Ambitionen von Het Nieuwe Instituut unterstützen, das öffentliche Wissen über Architektur zu erweitern.

Neben der charakteristischen Treppe wird das MVRDV-Podium über einen temporären Aufzug verfügen, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. Zu den Veranstaltungen gehören Vorträge, Filme und Kunstinstallationen. Auch einige temporäre Möbel wie Ess- und Speiseräume, eine Kinoleinwand, Ausrüstung für Sportveranstaltungen und Pflanzkübel sind vorgesehen. Die Struktur wird aus einem Gerüst und einem recycelbaren Bodenbelag bestehen.

Nach der Ausrichtung des Rotterdamer Architekturmonats im Juni wird The Podium im Juli und August für andere Aktivitäten wie Sportkurse, Abendessen auf dem Dach sowie Kinderprogramme geöffnet sein.

The Podium von MVRDV zeigt Potenzial von Dächern

MVRDV ist bekannt als ein innovatives Architekturbüro mit spektakulären Projekten. The Podium ist ein gutes Beispiel dafür: Seine auffällige rosa Farbe und sein Attribut als “parasitäre Struktur” werden noch mehr Kultur in das kulturelle Herz von Rotterdam bringen. Von hier aus ist es nur ein kurzer Weg zu einem anderen Projekt von MVRDV, dem öffentlich zugänglichen Depot Boijmans Van Beuningen.

MVRDV plant, die Idee der parasitären Architektur und das Potenzial der Dächer von Rotterdam weiter zu erforschen. Im Mai 2022 will das Büro eine Reihe von Dachspaziergängen und -strukturen in der Stadt schaffen, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein werden. Dieser Rotterdam Rooftop Walk, der am 26. Mai eröffnet wird, wird von MVRDV zusammen mit den Rotterdam Rooftop Days organisiert sowie gestaltet.

Die bessere Nutzung städtischer Dächer ist laut MVRDV „ein wichtiger Ansatz zur Verdichtung der Stadt, der es ihr ermöglicht, sich nachhaltig zu entwickeln, indem sie die Zersiedelung verhindert und gleichzeitig Möglichkeiten zur Begrünung, zum Wassermanagement und für dringend benötigte Gebäudefunktionen schafft“.

MVRDVs The Podium steht zudem für Rotterdams Bestreben, den vielen Flachdächern in der Stadt eine Funktion zu geben, wie zum Beispiel öffentliche Programmierung, Wasserspeicherung, Energieerzeugung oder Begrünung.

Der Rotterdamer Architekturmonat

The Podium von MVRDV wird im Mittelpunkt des Rotterdamer Architekturmonats stehen. In diesem Jahr steht der Juni unter dem Motto „Vista Rotterdam“. Gemeinsam mit Besucher*innen, Fachleuten sowie Studierenden wollen die Organisator*innen zeigen, wie ein angenehmes und nachhaltiges Lebensumfeld aussehen könnte. Sie werden sich auf die Schlüsselrolle von Design und Designer*innen konzentrieren, um räumliche Übergänge für die Gesellschaft zu erleichtern.

Über MVRDV

Am 1. Juni 2022 findet die Eröffnungsfeier des Rotterdamer Architekturmonats im The Podium statt, mit einer Eröffnungsrede eines bekannten Architekten. Es folgt ein Monat mit kulturellen Veranstaltungen im MVRDV-Podium und im Het Nieuwe Instituut sowie in der ganzen Stadt. Passend dazu wird in der Galerie 1 des Het Nieuwe Instituut die Hauptausstellung „(T)huis“ (Haus/Heim) zu sehen sein, die das Thema des Rotterdamer Architekturmonats unterstützt.

Das Festival findet jedes Jahr im Juni statt, wobei jedes Mal ein anderer Ort gewählt wird. Die Organisator*innen erklären, dass sich im Rotterdamer Architekturmonat die Kraft von Architektur und Design in Bezug auf dringende soziale Fragen präsentiert sowie erneuert. Mehr als 80 Partner*innen haben sich bereits an der Veranstaltung beteiligt.

Das Architekturbüro MVRDV wurde 1993 von Winy Maas, Jacob van Rijs und Nathalie de Vries gegründet. Es hat seinen Sitz in Rotterdam und arbeitet weltweit mit der Mission „Städte und Landschaften zu einer besseren Zukunft zu verhelfen“. Das Büro nutzt einen kollaborativen, forschungsbasierten Designstil, um Akteur*innen aus einer Vielzahl von Bereichen frühzeitig in den Prozess einzubeziehen.

The Podium von MVRDV ist das jüngste Projekt des Büros, das eine Lösung für zeitgenössische, städtische Probleme bieten soll. Im Einklang mit seiner Mission ist es schließlich ein weiteres mutiges Projekt, das die Nutzung nachhaltiger Dachflächen vorschlägt, um eine bessere urbane Zukunft zu schaffen.

250 Architekt*innen, Designer*innen und Stadtplaner*innen arbeiten bei MVRDV. Die Arbeiten des Büros werden weltweit ausgestellt sowie veröffentlicht und haben zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten. Zu den realisierten Projekten gehören der niederländische Pavillon für die Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover; die Markthalle, eine Kombination aus Wohn- und Geschäftshaus in Rotterdam; die Pushed Slab, ein nachhaltiges Bürogebäude im ersten Öko-Viertel von Paris; der Bürocampus Unterföhring bei München; der Wohn- und Stadtplan Ypenburg in Den Haag; sowie die ikonischen Wohnhäuser Mirador und Celosia in Madrid.

Auch ein neues Projekt: der Sun Rock von MVRDV in Taiwan. Das Projekt steht als Symbol für eine grüne, kohlenstofffreie Zukunft Taiwans.

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Eine Kuhweide war die Pfingstweid schon lange nicht mehr. Doch ihr Name rührt genau daher: Früher wurde das Vieh dort zu Pfingsten zum Weiden gebracht. Ursprünglich ist das bis zum Parkbau als Schrebergärten genutzte Areal trotzdem noch immer.

Es ist in Zürich-West der letzte Fleck, der auf dem niedrigeren Niveau der Hardallmend liegt. Rundherum wurde im heutigen Zürich-West, neben Oerlikon ehemals einer der bedeutenden Industriestandorte der Stadt, das Terrain aufgeschüttet, um Industrie und Gewerbe anzusiedeln. Östlich grenzt die City West an, südlich das Gleisfeld, nördlich soll eine Schule entstehen und westlich führt der Gleisbogen vorbei: eine 1,4 Kilometer lange Wegeverbindung durchs Quartier für Fußgänger und Radfahrer zwischen Hardturmstrasse und Bahnhof Hardbrücke. Der am 5. September eröffnete Pfingstweidpark vervollständigt als letzter Abschnitt nun das Projekt Gleisbogen.

Im Jahr 2010 entschieden das Büro antón & ghiggi landschaft architektur zusammen mit Baumann Roserens Architekten und der Ethnologin Flavia Caviezel, alle Zürich, den Projekt- und Ideenwettbewerb für sich. Ausgangspunkt für die Gestaltung des 1,2 Hektar großen Parks war es, die Freiraumversorgung von Zürich-West zu verbessern. Bisher gewährleisteten dies hauptsächlich vier Parks: Turbinenplatz, Josefwiese, Wipkingerpark und Hardhof.

Als Thema nahm das Siegerteam den Niveauunterschied als Sunken Garden und die ehemals vorherrschende Vegetation eines lichten Eichenwaldes auf. Die Jury lobte den „spielerischen Umgang mit der Grenze, die durchgehend mineralisch ausformuliert ist, jedoch ganz unterschiedlich in Erscheinung tritt, sei es als Mauer, Kies- und Lehmterrasse oder als Schulgebäude.“

Projektdaten Pfingsweidpark Zürich-West
Bauherr: Stadt Zürich, GrünStadtZürich
Landschaftsarchitekten: Antón & Ghiggi Landschaft Architektur, Zürich
Projekt- und Ideenwettbewerb 2010, 1. Preis
Fläche Park: 1,4 Hektar
Bauzeit: 2014 bis 2015

Mehr in Garten + Landschaft 10/2015 – Freiraum am Wasser. Zur Heftvorschau

akzentuieren runde Sitzbänke und ein weiterer Baum das Wasserspiel.

Neugestaltung der Haupteinkaufsstraße in Winsen (Luhe) – 1. Preis capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse der letzten zwei Wochen und was man über sie wissen muss.

Im Rahmen der Innenstadtsanierung plant Winsen die Haupteinkaufsstraße neu zu gestalten, um sie als Rückgrat einer funktionsfähigen Innenstadt zu stärken. Einstimmig kürte die Jury capattistaubach als ersten Preisträger unter zehn Teilnehmern. Die Berliner Landschaftsarchitekten überzeugten mit einem schlüssigen Stadtbodenkonzept, das die bisher verschieden geprägten Bereiche über eine einheitliche Gestaltsprache zu einem stadträumlichen Kontinuum verwebt und intuitive Wegeführungen stärkt. Der niveaugleich geführte Pflasterteppich aus Granit reicht von Fassade zu Fassade. Pflaster- und Entwässerungslinien zonieren als hell abgesetzte „Rinnenplatten“ und Schnurkanten Gebäudevorzonen, Flanierbereiche und Fahrgassen – sie bilden Leitlinien im Stadtraum und dienen zugleich als taktiles Leitsystem. Ein als „Stadtparkett“ konzipierter Flechtverband aus Granit akzentuiert die Aufenthaltsbereiche zwischen Kirchplatz und Rathaus. Fontänenfeld und Wasserbecken bilden zusätzlich Anziehungspunkte und prägen die beiden Platzbereiche.

Umgestaltung in Herrenberg – 1. Preis Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen, mit WICK + PARTNER, Stuttgart

Die Seestraße in Herrenberg soll sich in den nächsten Jahren von einer stark befahrenen Straße zum Boulevard für Flaneure wandeln, auf dem Autos – je nach Verkehrsaufkommen – nur noch Tempo 20 bis 40 fahren dürfen. Der Entwurf von Stefan Fromm Landschaftsarchitekten mit WICK + PARTNER überzeugte die Jury durch einheitlichen Stadtboden, lockerer Baumpflanzung und großzügigen Wasserspiegel im Bereich des Seelesplatzes. Die Planer leiten das langgezogene Wasserelement, das „Seele“, aus der historischen Situation ab, und fassen es bandartig mit Platten, Sitzbänken und Sitzstufen. Pavillons, genutzt als Café, Informations- und Mobilitätspunkte, strukturieren die längliche Platzfläche, die im südlichen Teil mit kleinem Wasserlauf anschließt. Der übergreifende Stadtboulevard integriert die Eingangsplätze in die Pflasterstruktur des neuen Stadtbodens und betont die Zugänge zur Altstadt. Dabei mindert er die trennende Wirkung zum Seeländer-Areal, auf dem bis 2019 ein neues Zentrum mit Einzelhandel, Büros, Gastronomie und Wohnen entsteht.

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Gladbeck setzt mit dem Workshopverfahren zur Neugestaltung des Willy-Brandt-Platzes auf die Revitalisierung der Innenstadt. FSWLA Landschaftsarchitektur siegte in der Mehrfachbeauftragung, die einen barrierefreien, familienfreundlichen und sicheren Platz forderte. Die Jury würdigt die behutsame Weiterentwicklung des Bestands – der Entwurf stärkt dabei vorhandene Qualitäten, ohne den Platz zu überladen. Leitmotive bilden großkronige Solitärbäume, Rundbänke und eine vielseitige Nutzbarkeit. FSWLA behält die zentralen Elemente Sitzbank und Wasser bei, jedoch in modifizierter Form. So gestalten die Planer die bestehende runde Sitzbank neu und versehen sie mit Sitzauflagen. Um den Aufenthaltscharakter zu verbessern, hebt FSWLA die Platzoberfläche an und umfasst das Wasserspiel vor dem Rathaus mit runden Sitzbänken. Ergänzende Bäume rhythmisieren den Platz in sonnige und schattige Bereiche. Die Oberflächen gestalten sich einheitlich bis zu den angrenzenden Gebäuden, die notwendige Fahrtrasse erfolgt im Sinne von Shared Space im selben Farbton.

 

Heike Vossen ist freie Landschaftsarchitektin und hat einen Abschluss der Freien Journalistenschule. Als Fachjournalistin schreibt sie über Themen für die Bau- und Planungsbranche. Ihr Fachbuch „Gärten am Hang“ erschien beim Verlag Eugen Ulmer. Kontakt: info@gruentext.de