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Oceanix Busan – Prototyp einer schwimmenden Stadt

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Oceanix Busan kann auf bis zu 20 Plattformen erweitert werden. Foto: OCEANIX/BIG-Bjarke Ingels Group
Oceanix Busan kann auf bis zu 20 Plattformen erweitert werden. Foto: OCEANIX/BIG-Bjarke Ingels Group
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Das UN-Habitat und seine Partner stellen Oceanix Busan vor, den weltweit ersten Prototyp einer schwimmenden Stadt. Diese wurde von BIG entworfen und bietet eine bahnbrechende Technologie für Küstenstädte.

Ein neues Modell für Küstenstädte

Oceanix Busan ist der weltweit erste Prototyp für eine nachhaltige, schwimmende Stadt. Das Projekt wird von UN-Habitat, der Stadt Busan in der Republik Korea und von Oceanix betrieben. Letzteres ist ein Blue-Tech-Unternehmen, das sich auf schwimmende Städte spezialisiert hat. Mit Oceanix Busan wollen die Partner ein Beispiel für Küstenstädte geben, die mit schwerem Landmangel zu kämpfen haben. Dazu kommen oft noch klimatische Bedrohungen. Schwimmende Städte können den Lebensraum von Küstenstädten erweitern und verbessern.

Zwei von fünf Menschen leben nicht weiter als 100 Kilometer von der Küste entfernt. Zudem sind 90 Prozent der Megastädte durch den steigenden Meeresspiegel gefährdet. Überschwemmungen zerstören nicht nur Lebensgrundlagen, sondern auch Infrastrukturen im Wert von Milliarden von US-Dollar. Wie die jüngste Flutkatastrophe in Pakistan gezeigt hat, sind bereits Millionen von Klimaflüchtlingen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Gleichzeitig zwingt das rasante Wachstum der städtischen Bevölkerung in gefährdeten Städten wie Kalkutta, Dhaka, Mumbai, Lagos und Bangkok ärmere Menschen dazu, immer näher ans Wasser zu ziehen.

Die Oceanix-Stadt in Busan wird die erste ihrer Art sein. Auch andere gefährdete Gebiete wie die Malediven wollen ihr Gebiet durch schwimmende Städte erweitern. Sie setzen ihre Hoffnungen dabei auf Wohnungen und Infrastrukturen, die auf schwimmenden Pontons errichtet werden. Diese sind sowohl widerstandsfähig gegen den Anstieg des Meeresspiegels als auch gegen Stürme. Sie bieten somit eine Lösung für die Herausforderungen des Klimawandels. Oceanix will die schwimmende Erweiterung von Busan deshalb bis 2025 abschließen.

Oceanix Busan: Luftaufnahme vom Land aus. Foto: Oceanix/BIG-Bjarke Ingels Group.
Oceanix Busan: Luftaufnahme vom Land aus. Foto: Oceanix/BIG-Bjarke Ingels Group.

Die Architektur von Ocenix Busan

Im Jahr 2019 beschloss der UN-Rundtisch für nachhaltige schwimmende Städte also, einen Prototyp für eine schwimmende Stadt mit einer Gastgeberstadt zu bauen. Im April 2022 stellten die federführenden Architekten BIG-Bjarke Ingels Group und Samoo (Samsung Group) dann die detaillierten Pläne für Oceanix Busan vor.

Die neue schwimmende Stadt wird dabei ein zusammenhängendes Stadtviertel sein, das der zweitgrößten Stadt Südkoreas zusätzlichen Raum bietet. Derzeit leben 3,4 Millionen Einwohner in Busan, einer wichtigen maritimen Stadt, die vor allem für den Schiffsbau bekannt ist. Oceanix Busan wird demnach 6,3 Hektar groß sein und Platz für 12 000 Menschen bieten. Jedes Stadtviertel auf der schwimmenden Stadt wird außerdem einem bestimmten Zweck dienen, z. B. dem Wohnen, der Forschung oder der Unterbringung. Pro Viertel werden dabei 30 000 bis 40 000 Quadratmeter für gemischte Nutzungen zur Verfügung stehen.

Anpassung im Laufe der Zeit

Oceanix Busan wird zudem über Verbindungsbrücken mit dem Festland verbunden sein. Dank ihrer Lage in einer geschützten Lagune wird die schwimmende Stadt auch extremen Wettereinflüssen standhalten können. Gleichzeitig steht die soziale Nachhaltigkeit im Vordergrund: Jede der einzelnen Plattformen wird niedrige Gebäude mit weichen Linien, Terrassen für das Leben drinnen und draußen und ein Netz öffentlicher Räume beherbergen.

Mit der Zeit wird sich die Stadt verändern und anpassen. Oceanix Busan besteht zunächst aus drei Plattformen für 12 000 Einwohner*innen und Besucher*innen und kann später auf über 20 Plattformen erweitert werden. Produktive Außenstellen mit Photovoltaikanlagen und Gewächshäusern können im Laufe der Zeit je nach den Bedürfnissen der Stadt erweitert oder verkleinert werden. Um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen, ist die Stadt in sechs verschiedene Systeme unterteilt. Dazu gehören Abfallvermeidung, geschlossene Wasserkreisläufe, Lebensmittel, Energieeffizienz, innovative Mobilität und die Wiederherstellung von Lebensräumen an der Küste. Die schwimmende Stadt wird 100 Prozent der benötigten Energie selbst erzeugen. Außerdem wird jedes Viertel sein eigenes Wasser aufbereiten und wieder auffüllen, seine Ressourcen recyceln und städtische Landwirtschaft betreiben.

Schwimmende Infrastruktur als Weg in die Zukunft

„Der heutige Tag ist ein entscheidender Meilenstein für alle Küstenstädte und Inselstaaten, die an vorderster Front gegen den Klimawandel kämpfen. Wir sind auf dem besten Weg, Oceanix Busan zu realisieren und zu zeigen, dass schwimmende Infrastruktur neues Land für Küstenstädte schaffen kann, die nach nachhaltigen Möglichkeiten suchen, sich auf dem Meer auszudehnen und sich gleichzeitig an den Anstieg des Meeresspiegels anzupassen“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Oceanix, Philipp Hofmann.

Bei der Enthüllung der Pläne für Oceanix Busan im April 2022 sagte der Bürgermeister der Stadt, Park Heong-joon: „Als Bürgermeister der Metropolitan City Busan nehme ich unser Engagement für das Credo ‚The First to the Future‘ sehr ernst. Wir haben uns mit UN-Habitat und Oceanix zusammengetan, um diese mutige Idee als erste in die Tat umzusetzen, denn angesichts des Meeresspiegelanstiegs und seiner verheerenden Auswirkungen auf die Küstenstädte steht unsere gemeinsame Zukunft auf dem Spiel“. Der Bürgermeister hat sich für Busan eine ambitionierte Agenda gesetzt, zu der auch das Ziel gehört, die Stadt in eine intelligente grüne Stadt zu verwandeln und sich für die Weltausstellung 2030 zu bewerben.

Laut Bjarke Ingels, Gründer und Kreativdirektor der BIG-Bjarke Ingels Group, wird die schwimmende Stadt in Busan ein Vorzeigeprojekt sein: „Mit dem Entwurf einer Lösung für die am stärksten gefährdeten Küstengebiete an der Frontlinie des Klimawandels werden die neuen modularen maritimen Quartiere von Oceanix ein Prototyp für nachhaltige Gemeinschaften sein, die von Busans einzigartigem Nebeneinander von Alt und Neu geprägt sind. Oceanix Busan wird eine Verbindung zwischen der Stadt und dem Meer schaffen und diesen Geist auf das Hafengebiet ausdehnen“.

Das neue Stadtviertel von Busan wird waldähnliche öffentliche Räume umfassen. Foto: https://oceanix.com/media/
Das neue Stadtviertel von Busan wird waldähnliche öffentliche Räume umfassen. Foto: https://oceanix.com/media/

Oceanix Busan Partner

Blue-Tech-Unternehmen wie Oceanix sind auf Expansionskurs, denn die Nachfrage nach Lösungen für Städte, die vom steigenden Meeresspiegel bedroht sind, steigt. Itai Madamombe und Marc Collins Chen gründeten Oceanix im Jahr 2018. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, schwimmende Städte zu bauen, in denen Menschen nachhaltig auf dem Meer leben können. Für Oceanix Busan hat das Unternehmen mit berühmten Designern, Ingenieuren und Nachhaltigkeitsexperten zusammengearbeitet, um einen hochwassersicheren Prototyp zu entwickeln.

Die Unterstützung von UN-Habitat ist der Schlüssel zu Oceanix Busan. Die Organisation der Vereinten Nationen setzt sich für sozial und ökologisch nachhaltige Städte und Siedlungsräume ein. Ziel ist es, eine bessere Lebensqualität für alle Menschen in einer urbanisierten Welt zu erreichen, im Einklang mit dem sogenannten Ziel 11 für nachhaltige Entwicklung. Derzeit ist UN-Habitat in über 90 Ländern tätig, um durch Wissen, politische Beratung, technische Hilfe und Demonstrationsprojekte einen Wandel zu fördern.

Auch das Projekt „Malediven Floating City“ möchte sich mit einer schwimmenden Stadt den Herausforderungen des steigenden Meeresspiegels stellen. Lesen Sie hier mehr dazu.

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Die Mitte von Berlin bleibt grün

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Die Perspektive zeigt die geplanten Stufen am Ufer der Spree.

1. Preis an Büro RMP Lenzen: Stufen am Ufer der Spree mit Blick auf Dom (Visualisierung: RMP Lenzen)

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Es geht um eine prominente Fläche in Berlins historischer Mitte: Eingespannt zwischen dem neuen Humboldt-Forum und dem Fernsehturm bekommen das Rathaus- und Marx-Engels-Forum eine neue Gestaltung. Das Büro RMP Stephan Lenzen hat den Wettbewerb für die grüne Mitte von Berlin gewonnen.

Dort wo die Wurzeln der Stadt Berlin liegen, wird demnächst nicht wieder gebaut. Die Freifläche von Rathaus- und Marx-Engels-Forum bleiben Grün. Allerdings erhält das Areal eine neue Gestaltung, die in einer Freitreppe zur angrenzenden Spree mündet. Die Berliner Senatsverwaltung hat im Frühjahr zu einem Wettbewerb eingeladen. Nach einer ersten Phase durften die Bürger*innen mitreden. Daraufhin entwickelten insgesamt 21 Landschaftsarchitekturbüros ihre Ideen in der zweiten Phase des Wettbewerbs weiter. Die Landschaftsarchitek*innen vom Büro RMP Stephan Lenzen überzeugten schließlich die Jury. Sie schlugen ein zentrales Band vor, das denkmalgeschützte Bereiche des Rathausforums mit dem Marx-Engels-Forum verbindet. Dieses grüne Band endet in einer großen Treppe am Ufer der Spree. Gegenüber, auf der anderen Seite des Wasser, strahlt die Ostfassade des neuen Humboldt-Forums.

 

Viel Geschichte inmitten von Berlin

 

Früher hiess die Freifläche inmitten des alten Berlins „Park an der Spree“. Als eine der zentralsten Grünflächen im Ortsteil Mitte geht sie auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Der hatte das dortige Heilig-Geist-Viertel beschädigt, was schließlich die DDR-Führung veranlasst hat, es abzureißen. Seitdem ist die Fläche zwischen Karl-Liebknecht-Straße im Norden, dem Park am Fernsehturm im Osten, der Rathausstraße im Süden und der Spree im Westen unbebaut. Mittendrin stand lange ein Denkmalensemble, das jedoch beim Bau der U-Bahn an den nordwestlichen Rand rücken musste. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über die Zukunft des Marx-Engels-Forums diskutiert. Die Ideen waren vielfältig. Sie reichten vom Wiederaufbau des Heilig-Geist-Viertels bis zur Gestaltung eines Parks am Marx-Engels-Forum. Letztere hat sich schließlich durchgesetzt. 

Wettbewerbsaufgabe Marx-Engels-Forum

Die Gestaltung eines Parks auf dem Marx-Engels-Forum galt es nun, im Rahmen des Ideen- und Realisierungswettbewerb zu konkretisieren. Die Teilnehmer*innen waren gefragt, sich mit dem Gründungsort Berlins, mit den im Boden verborgenen historischen Schichten und der Umgebung auseinanderzusetzen. Am Ende der langen Debatte um die Zukunft dieses Ortes entstanden Bürgerleitlinien zur künftigen Entwicklung des Rathaus- und des Marx-Engels-Forums. Darin heißt es, dass ein Freiraum zu entwerfen ist, der den Dimensionen und der Bedeutung des Standortes gerecht wird und die Identität des Ortes stärkt. Darüber hinaus soll er die bewegte Geschichte erlebbar machen und gleichzeitig vielfältige und intensive Nutzungen ermöglichen. 

In der ersten Phase fragte der Wettbewerb zunächst nach einer Vision und einer Idee für das gesamte Marx-Engels-Forum. Erst die Teilnehmer*innen der zweiten Phase mussten ihre Vision herleiten. Darüber hinaus skizzierten sie im Ideenteil des Wettbewerbs einen Zwischenzustand für das Jahr 2030. In einem dritten Realisierungsteil war dann die konkrete Umsetzung für 2024 aufzuzeigen. Diese stufenweise Herangehensweise geht auf die angestrebte, schrittweise Realisierung des Projekts zurück. Die wird einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Entsprechend müssen die Ideen auf einer klaren Haltung basieren und viel Flexibilität für die prozesshafte Umsetzung bieten. 

 

Marx-Engels-Forum: überzeugender Entwurf von RMP Lenzen

 

Die Landschaftsarchitekt*innen vom Büro RMP Lenzen lieferten die überzeugendste Lösung für die neue Gestaltung von Rathaus- und Marx-Engels-Forum. Sie entwarfen einen Freiraum, der von einer markanten Figur geprägt ist. Er sieht vor, das Rathaus- und das Marx-Engels-Forum von Bebauung freizuhalten. Der grüne Raum verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität mit Flächen zum Flanieren, zum Ausruhen, zum Genießen von spektakulären Aussichten auf Dom, Humboldt-Forum und Fernsehturm. RMP Lenzen bestückt den neuen Raum mit viel Grün und mit vielen schattenspendenden Bäumen. Aber auch Wasser gehört dazu, das zur Kühlung beiträgt sowie Versickerungsflächen, die zu einem künftigen Regenwassermanagement passen. Insgesamt sieht der Beitrag zum Wettbewerb Marx-Engels-Forum einen modernen, klimaresilienten Stadtraum vor, der vielfältige Nutzungen ermöglicht. 

Gut Ding braucht Weile

Mit der Idee, zunächst einen Grünraum im Herzen des alten Berlin anzulegen, bleiben Chancen für nächste Generationen erhalten. Für die nahe Gegenwart hat das Preisgericht empfohlen, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit von RMP Lenzen zu realisieren. Damit geht eine kontroverse Debatte zu Ende. Wohl kaum ein Ort in Berlin hat mehr Planungen und Diskussionen erlebt als das Marx-Engels-Forum. Aber für den Bausenator steht fest, dass die Stadt Berlin richtig gehandelt hat. Sie hat hier nach dem Fall der Mauer keine überstürzte Planung realisiert. Nun kann vor dem Hintergrund aktueller Planungen für den Alexanderplatz und den Molkenmarkt und unter dem Vorzeichen von Klimaanpassung und Mobilitätswende in Ruhe gestaltet werden.

Sie möchten mehr über Projekte der Hauptstadt erfahren? Wir haben die nächsten Planungsschritte auf dem ehemaligen Flughafenareal Berlin Tegel für Sie zusammengefasst.

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Wettbewerbsübersicht Dezember 2018 (2/2)

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Bewegung und Begegnung. © KCAP GmbH mit Ramboll Studio Dreiseitl

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Kulturquartier Lagarde-Campus, Bamberg – 1. Preis hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, mit Sauerzapfe Architekten, Berlin

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen über die spannendsten Wettbewerbsergebnisse im Dezember.

Straßenräume in Wiehl – 1. Preis Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten, Bockhorn

Die Konversion der Lagarde-Kaserne soll in Bambergs Osten einen lebendigen, nutzungsgemischten Stadtteil schaffen – mit dem „Kulturquartier Lagarde“ als attraktive Quartiersmitte. Zwei Stadtplätze prägen zukünftig die neue Mitte und sollen mit ihrer frühzeitigen Schaffung einen wichtigen Baustein zur Entwicklung des Quartiers bilden. Der Siegerentwurf sieht zwei Baumhaine vor, welche die beiden Plätze verbinden, aber jedem einzelnen einen eigenen Charakter zugestehen. Der Lagarde-Platz südlich der Reithalle gestaltet sich als grüner Quartiersplatz, der stellvertretend für das gesamte Quartier, seine Transformation, sowie die nachhaltige Neuausrichtung steht. Der Platz ist Endpunkt der Grünverbindung Richtung Ostpark und zugleich urbanes Entrée des Quartiers. Als belebter Gegenpol dazu präsentiert sich der Kulturhof zwischen Reit- und Posthalle: Er ist unprätentiös und flexibel bespielbar, so die Jury. Außerdem bildet der Stadtplatz einen wichtigen Ankerpunkt für die Stadtverbindung zur Innenstadt.

Planungsdialog Hafner in Konstanz – 1. Preis KCAP, Zürich, mit Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen

Ein Transitraum wird zum Aufenthaltsraum, so die Entwurfsintention von Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten für das Zentrum von Wiehl. Ihr Siegerentwurf überwindet die starke Trennung des zergliederten Stadtraums und definiert Rathaus- und Hem-Platz als zentralen Platz am Kreuzungspunkt der Stadtachsen. Zukünftig prägt Naturstein das Zentrum – Farbnuancen und Materialwechsel berücksichtigen dabei die historische Differenzierung von Fahrbahn, Fußgängerbereich und Platzfläche. Der durchgehende Belag ermöglicht es, die angrenzenden Flächen anzubinden. Zusätzlich integriert eine breite winkelförmige Freitreppe die Kirche in den Stadtraum. Ein neuer Weg zwischen Rathaus und Kirche verbindet barrierefrei zur südlich gelegenen Wiehlaue. Um den Blick in die Flussaue zu ermöglichen, stellt der Entwurf die Wiehlbrücke frei. Zusätzliche Treppen und Bastionen vergrößern die Kontaktzone zum Fluss. Die neuen Stadtbäume bilden mit auffälliger Blüte und Herbstfärbung einen spannenden Kontrast zur Aue. Prägende Möblierungselemente wie die Baumbänke entwickeln die Planer in Anlehnung an regionaltypische Gestaltungselemente und Materialien.

In Konstanz soll mit rund 2800 Wohneinheiten der neue Stadtteil Hafner entstehen. Das Planungsteam aus KCAP und Ramboll Studio Dreiseitl überzeugte die Jury mit einer prägnanten Entwurfsidee, dem sogenannten „Hafner-Ring“. Zusätzlich zur großen grünen Mitte bildet das grüne Infrastrukturband eine freiraum- und städtebaulich relevante Struktur für den Stadtteil mit seinen zukünftig rund 8000 Bewohnern. Das grüne Band zieht sich mit robusten und multifunktional nutzbaren Erholungs- und Erlebnisräumen im Bogen durch das neue Stadtquartier und verbindet es mit dem historischen Kern Wollmatingen. Das Siegerteam sieht für das rund 60 Hektar große Areal keine strikte Trennung zwischen Wohnen und Gewerbe vor. Stattdessen mischen die Planer die Nutzungen. Das Quartier ist weitgehend autofrei konzipiert und stellt die Lebensqualität in den Vordergrund. Die Jury sieht in dem Entwurf das größte Innovationspotential, um den Stadtteil zukunftsfähig zu gestalten, sowie an Veränderungen der nächsten Jahre anzupassen.

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