06.02.2024

Gesellschaft
Buchrezensionen

Paris 2024 – Die G+L im Februar 2024

von Theresa Ramisch
Drei große Ringe in Gelb, Schwarz und Grün überschneiden sich; hinter ihnen im Hintergrund ist der Eiffelturm zu erkennen. 2024 finden in Paris die Olympischen und Paralympischen Spiele statt. Coverbild: Luca Dugaro via Unsplash
2024 finden in Paris die Olympischen und Paralympischen Spiele statt. Coverbild: Luca Dugaro via Unsplash

Ab Juli finden in Paris die Olympischen und im Anschluss die Paralympischen Sommerspiele statt. 41 Wettkampfstätten, fast 15 000 Athlet*innen, unzählige TV-Zuschauer*innen. Die französische Hauptstadt bereitete sich jahrelang auf dieses Event vor und setzte hierfür zahlreiche Bauprojekte um. In unserer Februarausgabe werfen wir einen kritischen Blick über den Fernseherrand hinaus und fragen, wie sich die Spiele auf die Pariser Stadtgestalt und den urbanen Raum auswirken, wie es um die Mobilitätskonzepte für Zuschauer*innen steht und was eigentlich nach Ende der Spiele mit olympischen Sportstätten und Anlagen geschieht.


Auf dem Weg in eine begehbare, fahrradtaugliche und klimafreundliche Zukunft

Am Freitag, 26. Juli 2024, findet die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele zum ersten Mal in der Geschichte in keinem Stadion statt. Stattdessen werden in Paris die rund 10 500 qualifizierten Athlet*innen in zahlreichen Booten das Zentrum der französischen Hauptstadt auf der Seine durchqueren. Ihren Abschluss findet die Eröffnungszeremonie dann auf einer sechs Kilometer langen Strecke vor dem weltberühmten Trocadéro – vis-à-vis zum Eifelturm. Die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2024 rücken ihren Austragungsort in den Fokus wie keine Olympia zuvor.

Damit Paris im Sommer 2024 auch entsprechend glänzen kann, arbeitet die Stadt seit Jahren an einem städtebaulichen Transformationsprozess. In seinem Zentrum stets: Anne Hidalgo. Seit einem knappen Jahrzehnt führt die Pariser Bürgermeisterin die 2,16-Millionenstadt in eine begehbare, fahrradtaugliche und klimafreundliche Zukunft. Ende vergangenen Jahres ehrte das Urban Land Institute gar Anne Hidalgo mit dem Preis für Visionäre in der Stadtentwicklung 2023.


Ab 2025 sollen alle wieder in der Seine schwimmen dürfen

Dass die Sommerspiele 2024 einen weiteren Erfolg für Anne Hidalgo darstellen werden, ist derzeit jedoch alles andere als gewiss. Immer wieder gab und gibt es Probleme mit der Wasserqualität der Seine, in der die Olympioniken schwimmen sollen, und im November warnte die Bürgermeisterin selbst noch vor einem zu großen Ansturm auf die Pariser Metro, die für die Menschenmengen im Rahmen einer Olympia nicht bereit sei. Die Sicherheitsbedenken zur Ausrichtung der Spiele sind zudem derzeit so groß, dass erst Mitte Januar frankreichweit Tausende Polizisten gegen die Organisation auf die Straße gingen.

Die Welt, aber auch die planenden Disziplinen schauen dieses Jahr demnach absolut zu Recht mit enormer Vorfreude, aber auch großer Wachsamkeit nach Paris. Wir diskutieren deswegen im vorliegenden Heft, wie es tatsächlich um die aktuelle Stadtentwicklungspolitik der französischen Hauptstadt steht, welche Erfolge und Misserfolge die Stadt in den vergangenen Jahren verzeichnen konnte, ob die Pariser Verkehrswende tatsächlich so beispielhaft ist, wie sie deutschlandweit oftmals dargestellt wird, und vor allem welche Zukunft und welche Entwicklungsschritte nach 2024 auf die 2,16-Millionenstadt warten. Die große Ankündigung derzeit: Ein umfassender Klimaplan und die Pariser*innen sollen auch selbst ab 2025 wieder in ihrer Seine schwimmen dürfen. Nach 100 Jahren des Badeverbots und einem Invest von 1,4 Milliarden Euro in Kläranlagen und Kanalisation. Anne Hidalgo möchte im Übrigen diesen Juli noch als Erste selbst in die Seine springen. Das kündigte sie bei einem Neujahrsempfang an.

Die Februarausgabe gibt es hier im Shop.

In der Januarausgabe der G+L gehen wir der Frage nach, ob und wenn ja, wie tief Deutschland in einer Baukrise steckt. Einen Einblick im Heft gibt Chefredakteurin Theresa Ramisch im Editorial.

 

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