Vogelperspektive auf einen Park, in einem Felskrater aus hellgrauen und orangenen Felsen verläuft ein gewundener Pfad auf stegen. Der Tangshan Quarry Park in Nanjing von Z+T Studio erhält den Rosa Barba Prize 2023. Foto: Hai Zhang
Der Tangshan Quarry Park in Nanjing von Z+T Studio erhält den Rosa Barba Prize 2023. Foto: Hai Zhang

Gegen zehn weitere Finalist*innen hat sich der Tangshan Quarry Park in Nanjing von Z+T Studio durchgesetzt und den Rosa Barba Casanovas International Landscape Architecture Prize 2023 – kurz auch Rosa Barba Prize – gewonnen. Der Preis vergab eine Jury auf der 12. Internationalen Landschaftsbiennale in Barcelona.

Drei weitere Auszeichnungen neben dem Gewinnerprojekt

Verteilt auf fünf Kontinente und zehn Länder zeigten die Finalist*innen des Rosa Barbar Prize 2023 eine Bandbreite landschaftsarchitektonischer Ansätze rund um den Globus. Der Tangshan Quarry Park hat sich durch einen besonderen Narrativ zum Verhältnis von Natur, Mensch und Nicht-Menschen durchgesetzt. Neben dem Tangshan Quarry Park wurden aber auch noch anderen Projekte ausgezeichnet. Drei Projekte erhielten aufgrund ihrer hoffnungsvollen Ansätze eine Anerkennung: das Projekt Prado District of Medejean in Medellín (Kolumbien) von Edgar Mazo, Hope in Cape Town (Südafrika) von Tarna Klitzner Landscape Architect und West Midlands National Park bei Birmingham (England) von Kathryn Moore. Der Publikumspreis ging an den Park im Viertel Prado in Medellín von Edgar Mazo und wurde somit zweimal ausgezeichnet.

Vier Krater werden heute unterschiedlich genutzt

Z+T Studio gestalteten einen stillgelegten Steinbruch in einen öffentlichen Park um. Der 30 Kilometer östlich von Nanjing gelegene Longquan-Steinbruch war von 1990 bis 2004 in Betrieb. In 15 Jahren entstanden vier große Krater an der Südseite des Tangshan-Berges. Die Felswände haben Höhenunterschiede von 50 bis 250 Metern. Diese wurden stabilisiert und der Steinbruch anschließend für Besucher*innen zugänglich gemacht. Die Bergbaugeschichte des Ortes ist in das Bildungsprogramm des neuen Parks integriert. Die Besucher*innen können durch pädagogische Elemente die negativen Auswirkungen des Bergbaus erleben.

Das Projekt umfasst eine Fläche von 40 Hektar und besteht aus vier großen Kratern. Ein Krater wird als Spa für ein Hotel genutzt, ein weiterer für Camping und Musikfestivals und die beiden übrigen Krater sind Teil des Parks. Dieser ist von Spazierwegen und Aussichtspunkten durchzogen. Zudem umfasst der Entwurf eine Wiese, einen Spielplatz und einen See.

Ein Überblick über den Tangshan Quarry Park, Karte: Z+T Studio
Ein Überblick über den Tangshan Quarry Park, Karte: Z+T Studio
Schnitt und Spazierwege im Tangshan Quarry Park, Credits: Z+T Studio, Hai Zhang
Schnitt und Spazierwege im Tangshan Quarry Park, Credits: Z+T Studio, Hai Zhang

Potenzial für einen positiven sozialen Wandel

Ein großer Teil des Projektes befasste sich mit der Erhöhung der Artenvielfalt, die durch den Bergbau verloren gegangen ist. Dabei war es den Verfasser*innen wichtig, dass die Nutzer*innen des Parks die Erholung des Naturraums verfolgen und erleben können. Seit der Fertigstellung des Parks im Jahr 2019 habe sich der ökologische Zustand des ehemaligen Steinbruchs deutlich verbessert, so das Planungsteam.

Z+T Studio gelingt es, ein gut durchdachtes Konzept zu einem poetischen, artenreichen und pädagogischen landschaftsarchitektonischen Projekt zu übersetzen, so die Jury des Rosa Barbar Prize 2023. Dabei werden menschliche und nicht-menschliche Akteur*innen berücksichtigt. Dynamische Prozesse werden aufgedeckt und Umwelt- und Sozialökologie in das Projekt integriert. Besonders wichtig war der Jury die soziale Bedeutung des Projektes. Nachweislich habe es das Potenzial für einen positiven sozialen Wandel und einen Nutzen für verschiedene Bevölkerungsschichten. Außerdem wurden besonders die Regenerierung und Rückgewinnung des Naturraums sowie der kooperative Ansatz gelobt.

Rosa Barba Prize auf der zwölfte Landschaftsbiennale

Die Jury der diesjährigen zwölften Landschaftsbiennale in Barcelona waren die Landschaftsarchitektin Martha Fajardo, der Architekt und Forscher Julio Gaeta, der IFLA-Präsident Bruno Marques, die Landschaftsarchitektin Kotchakorn Voraakhom und der Harvard Professor Gareth Doherty.

225 internationale Projekte wurden eingereicht. Davon wurden elf Finalist*innen ausgewählt, die am ersten Tag der Biennale im Palau de la Música Catalana in Barcelona präsentiert wurden. Am letzten Tag der Biennale wurden die Gewinnerprojekte bekannt gegeben. Der Rosa Barba Prize ist mit 15 000 Dollar dotiert und wird an ein Projekt vergeben, das in den fünf Jahren vor der Ausschreibung gebaut wurde. Die Gewinnerprojekte und Finalist*innen werden im Buchkatalog der Biennale veröffentlicht. Organisiert wird die Biennale von dem Collegi d‘Arquitectes de Catalunya (COAC) und der Universitat Politècnica de Catalunya (UPC).

Der Rosa Barba Prize 2023 wurde auf der zwöflten Ausgabe der Landschaftsbiennale in Barcelona vergeben. Was die Biennale beim nächsten Mal noch besser machen könnte, lesen Sie hier

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Gärten des Jahres 2021 – Die Preisträger*innen

Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)
Gärten des Jahres 2021. Hanne Roth und Konstanze Neubauer (Hrsg.) (Callwey Verlag)

Bereits zum sechsten Mal haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre besonders gelungenen, realisierten Privatgärten beim Wettbewerb um den Garten des Jahres eingereicht. 50 davon haben es in die Publikation “Gärten des Jahres 2021” geschafft – und ein Projekt wurde von der renommierten Fachjury mit dem ersten Preis ausgezeichnet: Der Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover.

Vorzeigeprojekt für Biodiversität

Alle Fotos: Ferdinand Graf Luckner

Alle Jahre wieder ist es so weit: Die Publikation “Gärten des Jahres 2021” versorgt Gartenplaner*innen und Gartenbesitzer*innen mit neuer Inspiration. Das Kompendium zeigt die 50 schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum. Das Buch beinhaltet eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlichster Privatgärten anhand von über 400 Farbabbildungen und Gartenplänen. Detaillierte Angaben zu Besonderheiten des Grundstücks, des Konzepts, der verwendeten Materialien und der Auswahl der Pflanzen runden die 50 Gartenporträts ab.

Dem Buch zugrunde liegt der jährliche Wettbewerb “Gärten des Jahres”, der 2021 bereits zum sechsten Mal stattfindet. Dafür haben Landschaftsarchitekt*innen, Gartengestalter*innen sowie Garten- und Landschaftsbauende ihre schönsten, bereits realisierten Projekte eingereicht. Die renommierte Fachjury erkor daraus 50 Projekte und benannte aus diesen einen Preisträger und vier Anerkennungen. Dabei wurde Wert auf ganzheitliche Konzepte gelegt, die den Garten auf individuelle Weise zum erweiterten Wohn- und Genussraum der Nutzer*innen werden lassen. Es sollte eine starke Idee dahinterstecken, der sich Pflanzen, Materialien, Produkte etc. unterordnen.

Gärten des Jahres 2021: Siegprojekt in Hannover

Der erste Preis, dotiert mit 5 000 Euro, ging an das Büro Petra Pelz Design-natürlich und an GartenLandschaft Berg & Co. GmbH für den Garten „Ein Teil der Pflanzenwelt“ in der Nähe von Hannover. Die Jury findet lobende Worte: “Ein Vorzeigeprojekt für Biodiversität und Nachhaltigkeit in unserer Branche.”

Aus dem Juryurteil:

“Auf 1 900 begrünten Quadratmetern wirkt alles naturnah, und doch wurde nichts dem Zufall überlassen: Hier haben die Experten einen Rückzugsort für die Bewohner*innen des Holz-Bungalows geschaffen, in dem sie sich erholen und Natur als Teil ihres Zuhauses erleben können.

Verschiedene Bäume und Gehölze fassen den Garten schützend ein und spenden an heißen Tagen Schatten. Die Baumaterialien stammen aus der Region.Der Garten ist eine wahr gewordene Vision: Sie zeigt eindrucksvoll, was die naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung heute schon für den Natur- und Artenschutz leisten kann.

Hier wurde konsequent alles bepflanzt, inklusive der Dächer, die sogar begehbar sind und sich so harmonisch als zusätzlicher Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen in die Gartenlandschaft einfügen. Aus dem Panoramafenster des glänzenden Baumhaus-Kubus erblickt man den gesamten Naturgarten. Durch bodentiefe Fenster, Glastüren und einen ebenerdigen Zugang gehen Wohnraum und Garten des Bungalows eine nahtlose Verbindung ein.

Ein durchdachter Mix aus verschiedenen Pflanzenarten und -bereichen sorgt übers Jahr dafür, dass Insekten und andere Tiere möglichst lange Nahrung finden. Hier wirken ästhetisches Verständnis, Handwerkskunst, jahrzehntelange Erfahrung und ausgewiesene Pflanzen- und Pflanzexpertise mit Kreativität und einem visionären Blick auf das Thema Landschafts- und Gartengestaltung zusammen – und schaffen ein naturnahes Refugium für Menschen, Flora und Fauna.”

Gärten des Jahres 2021: Anerkennungen

Folgende Büros erhielten eine Anerkennung der Jury:

Hanne Roth / Konstanze Neubauer
Gärten des Jahres
Die 50 besten Privatgärten 2021
2021. 320 Seiten, über 400 farbige Abbildungen und Pläne
23 x 30 cm, gebunden
€ [D] 59,95; € [A] 61,70; sFr. 80,00
ISBN 978-3-7667-2507-3
Erhältlich beim Callwey Verlag

Partner*innen des Wettbewerbs sind BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatz-bau e. V., bdla Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, BSLA – Bund Schweizer Land-schaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen, DGGL Deutsche Gesellschaft für Gar-tenkunst und Landschaftskultur e.V., GaLaBau Verband Österreich, Jardin Suisse – GaLa-Bau-Verband der Schweiz, ÖGLA Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitekur, C-Side Pools, Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG, New Monday, Garpa und Schloss Dyck sowie der Callwey Verlag und die Medienpartner Garten + Landschaft, Mein schöner Garten und Gartenpraxis.

Hauptpreis beim Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022: Im Prinz Eugen Park in München verschmelzen Freiraum und Wohnraum miteinander. © Laura Loewel
Hauptpreis beim Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022: Im Prinz Eugen Park in München verschmelzen Freiraum und Wohnraum miteinander. © Laura Loewel

Am Freitag, den 11. November, fand die Preisverleihung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 in München statt. Zum zweiten Mal kürt der bdla Landesverband Bayern innovative Projekte und Planungen in Bayern, die Landschaftsarchitekt*innen in den letzten fünf Jahren umsetzten. Der Prinz-Eugen-Park in München von Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten war der Sieger des Abends.

Zum zweiten Mal vergab der bdla Landesverband Bayern den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis. Neben dem Hauptpreis würdigte er auch fünf Projekte in vorgegebenen Kategorien. Unter ihnen waren nicht nur „klassische“ Arbeitsfelder der Landschaftsarchitektur wie Spiel und Freizeit oder Bauwerksbegrünung, sondern auch Themen wie Experimentelle Landschaftsarchitektur oder Urbanität. Die Preisverleihung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022 fand am 11. November im Oberangertheater in München statt. Die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr Stadtbaurätin Elisabeth Merk inne.

Prinz-Eugen-Park erhält Hauptpreis und Anerkennung

Das Projekt „Prinz-Eugen-Park“ von Liebald + Aufermann Landschaftsarchitekten erhielt an dem Freitagabend nicht nur den Hauptpreis, sondern auch die Anerkennung in der Kategorie „Bauwerksbegrünung und Biodiversität“. Für die Biodiversitätsplanung und -pflanzung waren Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen von „Die Naturgartenplaner“ zuständig und somit maßgeblich am Projekt beteiligt. Der Prinz-Eugen-Park, ein Wohnungsbauprojekt in München, fange den Geist unserer Zeit ein, so die Jury des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis. Sie hob vor allem die Beteiligung der Bewohner*innen am Arbeits- und Planungsprozess hervor. Beim Anpflanzen und dem Pflegen der Grünanlagen packen die Bewohner*innen selbst mit an. Der Prinz-Eugen-Park verkörpere ein ideales Zusammenleben in der Stadt und im Einklang der Natur.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: liebald + aufermann landschaftsarchitekten & stadtplaner
  • Biodiversitätskonzept, Pflanzplanung sowie Pflanzungen, Ansaaten und Entwicklungspflege mit Bürgerbeteiligung: Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen (Die Naturgartenplaner)
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: mehrere Genossenschaften und Baugemeinschaften
  • Zeitraum: 2017 bis 2020

Auszeichnungen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022

In der Kategorie „Grüne und Blaue Infrastruktur“ wurde das Wörnitz Flussfreibad in Oettingen ausgezeichnet. Dem Dresdner Büro Storch Landschaftsarchitektur sei es gemeinsam mit Jordan Balzer Schubert Architekten gelungen, bestehende Elemente in die neue Gestaltung des Flussbades zu integrieren, so die Jury. Entstanden sei ein Ort, an dem sich Jung und Alt entspannen können.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: Storch Landschaftsarchitektur, Jordan Balzer Schubert Architekten
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: Stadt Oettingen in Bayern
  • Zeitraum: 2016 bis 2020
Das Wörnitz Flussfreibad in Öttingen, Foto © Laura Loewel
Das Wörnitz Flussfreibad in Öttingen, Foto © Laura Loewel

Das Container Collective in München wurde mit der Auszeichnung in der Kategorie „Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail“ gewürdigt. Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten entwarfen mit dem Container Collective eine Low Budget-Lösung für das Werksviertel. Die „Pop Up City“ sei ein ausgezeichnetes Experiment für eine erfrischende Stadtintervention, so die Jury.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: Jühling & Köppel Landschaftsarchitekten
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: OTEC GmbH & Co.KG
  • Zeitraum: 2016 bis 2019

Der Landschaftspark Paul-Gerhardt-Allee in München erhielt den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022 in der Kategorie „Tourismus, Freizeit, Spiel und Sport“. Als sehr gelungene Raumkomposition des Büros lohrer:hochrein lobte die Jury das Projekt. Den Landschaftsarchitekt*innen gelang es den Erholungsraum des umliegenden Wohnungsgebiets von den Emissionen der Bahn abzuschirmen.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: lohrer:hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: Aurelis Real Estate, ARTEC Wohnbau
  • Zeitraum: 2017 bis 2019

In der Kategorie „Urbanität, Bestand, Stadt und Platz“ wurde beim Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2022 ein Projekt ausgezeichnet, das sich dem Thema „Wasser“ widmet. Das Büro Marlene Heichele Wolfgang Weinzierl Landschaftsarchitekten nahm sich der Aufgabe an, in Regensburg Hochwasserschutz funktional und ästhetisch umzusetzen.

Projektübersicht:

  • Planverfasser*in: Marlene Heichele Wolfgang Weinzierl Landschaftsarchitekten
  • Bauherr*in, Auftraggeber*in: Stadt Regensburg
  • Zeitraum: 2014 bis 2019

Alle Nominierungen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 finden Sie hier.

Hochwasserschutz in Regensburg-Donaumarkt, Foto: © Laura Loewel
Hochwasserschutz in Regensburg-Donaumarkt, Foto: © Laura Loewel