um sie mit der Behörde oder den Bürgern zu besprechen. So zum Beispiel die langen Linien aus Weidenstecklingen. (Skizze: atelier le balto)

PARKS Hamburg

Das Berliner atelier le balto hat seine ganz eigene Herangehensweise an Projekte. Skizzen sind ihre Spezialität ebenso wie das Testen Ihrer Ideen vor Ort, die prozesshafte Transformation eines Ortes und das Hauptgestaltungselement ist die Pflanze. So arbeitet das Team um Marc Pouzol und Veronique Facheur derzeit an zwei Parkprojekten in Europa: PARKS, Hamburg und dem Jubiläumspark in Göteborg, Schweden. 

Zwischen den Hamburger Flüssen Alster, Bille und Elbe spannt sich ein industriell geprägter Grünzug, der diesen Sommer erstmals für die Öffentlichkeit als Alster-Bille-Elbe-PARKS erlebbar war. Das Verhandlungsverfahren, das die Behörde für Umwelt und Energie in Hamburg 2018 ausschrieb, gewann die Arge HALLO: Park, ein Zusammenschluss des lokal ansässigen HALLO: Vereins zur Förderung raum­öffnender Kultur e.V., des Studios umschichten und des ateliers le balto aus Berlin. Mit dem Ziel, die Potenziale des Grünzugs für Freizeit- und Erholung aufzuzeigen und Ideen für ein künftiges neues Parkformat für Hamburg zu sammeln, entwickelte die Arge gemeinsam mit An­wohnern Visionen für die PARKS der Zukunft und setzte sie temporär um. Die Ideen sollen in die weiteren Planungen für die Fläche einfließen. Wir sprachen mit Marc Pouzol vom atelier le balto, Dorothee Halbrock vom Verein HALLO: und Klaus Hoppe von der Behörde für Umwelt und Energie Hamburg über erste Erkenntnisse und die Übertragbarkeit auf andere Parks.

 

Was hat die Behörde für Umwelt und Energie dazu bewegt, bei der Frage zur künftigen Gestaltung des Alster-Bille-Elbe-Grünzugs nicht den klassischen Weg zu gehen, sondern zunächst den des Testens und Wünsche Abfragens …? 

Klaus Hoppe: Freiräume in der Stadt sollten immer auch als Freiräume des Denkens genutzt werden. Die Baustelleneinrichtung der Bahn, einerseits zwar ein Ärgernis, weil sie die Entsiegelung der alten Industriefläche auf Jahre verzögert, ist andererseits auch ein Geschenk. Damit haben wir Zeit gewonnen, länger über die Gestaltung der Fläche nachzudenken und intensiv mit den Akteuren vor Ort zusammenzuarbeiten. Denn es geht nicht nur um den Masterplan, der 1:1 umzusetzen ist, sondern um eine Lösung, die dem Ort und seinen Potenzialen gerecht 

“Auch das Grau hat enormes Potenzial”

Wie genau sieht der Weg aus, den Sie als ARGE gehen?

Dorothee Halbrock: „Aus dem Bestand heraus, und damit meinen wir vorhandene Nutzerinnen und Nutzer und Kümmererinnen und Kümmerer, Flora und Fauna, sowie bauliche Infrastruktur, entwickeln wir entlang des geplanten Grünzugs gemeinschaftlich Visionen der PARKS der Zukunft und testen diese temporär aus. Der Prozess soll dabei beispielhaft für eine offene, nachbarschaftliche Erschließung und Nutzung von Freiflächen sein und ein breites Publikum und die beabsichtigte Entwicklung des Alster-Bille-Elbe Grünzugs mit lokalem Wissen und Erkenntnissen inspirieren.“ 

Wie sehen die ersten Ergebnisse aus?

Marc Pouzol: Nach dem ersten Jahr unserer Forschung ist aus dem Grünzug eine Art Freiraumlabor geworden. Das Team hat mitten auf dem Gelände ein Haus, in dem ein Stammtisch, Sprech­stunden und Bauworkshops stattfinden. Wir arbeiten anders als bei normalen Beteiligungs­verfahren. Wir sehen uns als Kuratoren für diesen Ort und versuchen über die Dauer des Projekts aus dem, was wir vor Ort vorfinden, eine Dynamik zu entwickeln, die in den langfristigen Planungsprozess einfließen kann. Das Motto unseres Auftraggebers war: von Grau zu Grün. Wir sind der ­Meinung, dass beides gut zusammenpasst. Auch das Grau hat enormes Potenzial – befestigte Flächen bieten Platz zum Radfahren, Skaten etc. Ebenso das vorhandene ruderale Grün, ergänzt durch neue Pflanzen bei gleich­zeitiger Ver­besserung des industriellen Bodens. Das Spannende dort im Gebiet ist gerade die Mischung von Grau und Grün.

Die ersten Schritte auf dem Weg von Grau zu Grün sind gemacht. Auf dem ehemaligen Recyclinghof ist der Durchbruch zur Bille bereits geschaffen und der Blick zum Wasser offen. G+L wird das Projekt weiter beobachten und über das Ergebnis des Prozesses nach dem Projektende berichten.

Das ganze Interview zum Hamburger PARKS-Projekt und zu Parks der Zukunft lesen Sie in Garten + Landschaft 12/2019

 

Jubiläumspark Göteborg

Vor 100 Jahren, aus Anlass des Stadtjubiläums 1921, wurde eine der wichtigsten Straßen Göteborgs gebaut. Sie endet in einem kulturellen Ensemble aus Kunstmuseum, Konzerthalle und Theater. Zum Jahr 2021 bietet das 400-jährige Jubiläum der Stadtgründung erneut Gelegenheit für die Entwicklung wichtiger, wegweisender Projekte. Viele neue, markante Gebäude sollen entstehen, insbesondere das neue Wohn- und Parkviertel am „Frihamnen“. Dabei geht es um die Transformation des ehemaligen Industriehafens von Göteborg; früher ein Ort ‘auf der anderen Seite des Flusses’, heute ‘in der Mitte der wachsenden Großstadt’ Göteborg. Die Stadt plant den Bau von ca. 10.000 Wohneinheiten und sorgt auch für die Freiräume dieses neuen Viertels.


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Mit „erfinderischer Sparsamkeit“ testet das atelier le balto aktuell auf den ersten 7.000 Quadratmetern ihre Ideen für den Jubiläumspark in Göteborg. (Foto: atelier le balto)

Das atelier le balto und sein Partnerbüro in Göteborg, Mareld Lanscapsakitkter, versuchen durch die präzise Transformationen der vorgefundenen rauen und sterilen Hafenlandschaft, durch Recycling und Weiterverwendung bestehender Böden, das vergessene Areal in einen lebendigen und fertilen Park umzuwandeln. Die Pflanzungen, in ihren dichten und ungewöhnlichen Anordnungen, bilden die Essenz der prozessualen Entwicklung des Orts. Die Bewegungen der künftigen Parkbesucher durch die neu komponierte, weite und offene Landschaft und die Einbindung der reichen Stadt-, Industrie- und Landschaftssilhouette in diese, sollen den Park animieren.

Der aktuell entstehende erste Parkabschnitt mit 7,000 Quadratmetern ermöglicht den Planern das Sammeln spannender Erfahrungen vor Ort. Hier lässt sich prüfen und testen, wie es gelingen kann mit „erfinderischer Sparsamkeit“, gezielter Beteiligung von unterschiedlichen Akteuren und intensiver Kommunikation, das gesamte ehemalige Industrieareal von rund 30 Hektar schrittweise und sorgfältig in einen Park für Pflanzen, Tiere und Menschen umzuwandeln.

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Gartenschau Lindau: Biodiversität im Garten

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Die Gartenschau Lindau startet am 20. Mai und hat ihre Tore bis zum 26. September 2021 geöffnet. Ein zentrales Thema der Gartenschau Lindau ist die Biodiversität. In einem Themengarten, angelegt von Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau, werden Eigenheimbesitzer*innen erfahren, wie sie mit ihrem Garten zum Schutz und Erhalt der Flora und Fauna beitragen können.

Gartenschau Lindau: für Ordnungsliebende und Romantiker*innen

Der Themengarten “Biodiversität im Garten” an der Gartenschau Lindau soll wichtiges Wissen vermitteln: Gartenbesitzer*innen sollen darin erfahren, wie sich Artenschutz auf kleinstem Raum umsetzen lässt. Davon können sie selber nur profitieren – Vorteile eines biodiversen Gartens sind etwa ein besseres Mikroklima und eine gesteigerte Wohlfühlatmosphäre. Und natürlich das gute Gewissen, Tieren und Pflanzen ideale Lebensbedingungen zu schaffen.

Die Symbiose von Pflanzen- und Tierwelt gelingt durch die richtige Pflanzenwahl, die aber optimal platziert werden müssen, damit sie wachsen können. Bestenfalls bilden Hobbygärtner*innen sinnvolle Pflanzgemeinschaften und verwenden geeignete Materialien in ihrem grünen Reich.

Das alles ist im Themengarten “Biodiversität im Garten” an der Gartenschau Lindau beispielhaft zu beobachten. Und zwar aus zwei verschiedenen Blickwinkeln: „Bei der Planung des Themengartens waren uns zwei verschiedene Gestaltungsansätze wichtig: Der rund konzipierte Bereich spricht Naturliebhaber*innen und Romantiker*innen an, der klassisch angelegte Teil eher ordnungsliebende Gartenbesitzer*innen“, erklärt Viviane Weißmüller. Sie ist Landschaftsgärtner-Technikerin und hat die angehenden Landschaftsgärtner*innen, die den Bau des Themengartens verantworten, begleitet.

Biodiversität an der Gartenschau Lindau

Beim Eintritt in den Themengarten empfängt eine Duftesche und eine Totholzhecke, die als Rückzugsort für Insekten und Säugetiere dient, die Besucher*innen. Von da führt ein Weg in den organisch angelegten Bereich und stößt auf eine Staudenbepflanzung. Ein Pflasterweg zieht sich durch eine Blumenwiese und vorbei an einer Blasenesche – bis er schließlich an einer Terrasse endet. Daneben befindet sich ein Steinhaufen aus Findlingen für sonnenhungrige Tiere.

Eine Hainbuchenhecke säumt den Gang, der in den geometrisch angelegten Gartenteil leitet. Neben einer Müllcontainerbox mit Dachbegrünung führen Trittsteinplatten die Besucher*innen über eine Kräuterrasenfläche, hin zu einer weiteren Terrasse aus Naturstein. Eingerahmt wird der Platz von einer begrünten Trockenmauer und einem Quellstein mit Wasserpflanzen als Feuchtzone. Darüber hinaus sorgt ein Sommerflieder für eine angenehme Atmosphäre.

Sonnenplätze, Verstecke und Nahrungsquellen

Weitere Stauden ergänzen beide Gartenbereiche. Dazwischen bildet ein Staketenzaun aus Kastanienholz die natürliche Abgrenzung. Außerdem dienen Wurzelstöcke als Sonnenplatz, Versteckmöglichkeit und Nahrungsquelle für Insekten und Reptilien.

Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau setzen den Bau des Themengartens im Rahmen ihrer Ausbildung beim Fachbetrieb Garten- und Landschaftsbau Weißmüller aus Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz. Die Firma Herrhammer – Gärtner von Eden aus Heimenkirch unterstützt sie dabei. Gesamtverantwortlich für das Gemeinschaftsprojekt ist der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern), der die Arbeiten koordiniert.

Mehr zum Thema Gartenschauen 2021, lesen Sie unter anderem hier:

Naturstein und Keramik – so bleiben die Oberflächen lange schön

Naturstein und Outdoor-Keramik sind beliebte und robuste Materialien für die Außengestaltung in Gärten und Terrassen. Damit sie auch dauerhaft schön und sauber bleiben, ist die richtige Behandlung der Oberflächen unabdingbar.

Ist die Terrassenoberfläche – sei sie aus Naturstein oder Feinsteinzeug – erst einmal verlegt, sollten sich Eigentümer nicht allzu lange zurücklehnen. Trotz ihrer Robustheit sind beide Materialien auf eine regelmäßige und, besonders wichtig, auch sachgemäße Reinigung und Pflege angewiesen, sollen sie lange Freude bereiten.

Verschmutzung droht zu jeder Jahreszeit

Gerade über Herbst und Winter neigen die Oberflächen in Garten und Terrasse dazu, schnell unansehnlich zu werden. Algen, Reste von Laub und sonstige Verschmutzungen dämpfen dann zum Beginn der neuen Saison im Frühling die Freude an der neuen Natursteinterrasse.

Doch auch im Sommer ist die Gefahr hartnäckiger Verschmutzungen auf der Natursteinterrasse allgegenwärtig. Fettspritzer und Öltropfen von der letzten Grillparty etwa. Sie können tief ins Material eindringen und verharzen mit der Zeit unter dem Einfluss von Luftsauerstoff. Werden solche öligen Verschmutzungen nicht zeitnah aufgenommen, kann es unter Umständen unmöglich werden, die resultierenden Flecken aus dem Stein zu entfernen.

Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.
Ärgerlich: Die neue Natursteinterrasse ist von den Spuren des Gebrauchs und der Jahreszeiten gezeichnet.

Ebenfalls eine häufig, meist auf eher helleren Belägen, anzutreffende Verunreinigung sind hartnäckige, rostrote Schuhabdrücke und Flecken. Sie entstehen beim unvorsichtigen Hantieren mit eisensulfathaltigen Düngern. Der Staub solcher Dünger, die unter anderem durch Anhaftungen an den Schuhsohlen auf die Oberfläche des Terrassenmaterials gelangt, bildet schon bei geringster Dosierung in kurzer Zeit regelrechte Rostflecken aus.

Die Wahl des richtigen Mittels ist entscheidend

Innerhalb der Materialgruppe der Natur- und Keramiksteine für den Außenbereich steht eine große Vielfalt von Gefügen und folglich Texturen sowie Porositäten zur Auswahl. Das hat entscheidenden Einfluss auf die richtige Reinigungsmethode. Mechanische und chemische Behandlungen, wie sie etwa für die Reinigung einer robusten Granitoberfläche in Frage kommen, eignen sich beispielsweise für den weicheren Sandstein oft nicht. Die Behandlung mit dem Hochdruckreiniger verträgt Granit in der Regel problemlos, beim Sandstein jedoch kann der scharfe Wasserstrahl zum Abtrag feinster oberflächlicher Schichten führen. Polierter Kalkstein hingegen verzeiht die Behandlung mit säurehaltigen Reinigern eher schlecht, da er von diesen angelöst wird und mit der Zeit eine matte und leblose Oberfläche ausbildet.

Das Unangenehme dabei: Die Folgen solcher Anwendungsfehler zeigen sich nicht unmittelbar, sondern machen sich unter Umständen erst nach Jahren der Wiederholung bemerkbar. Stumpfe Oberflächen, an denen wegen ihrer zunehmenden Rauigkeit immer schneller und hartnäckiger Schmutz festsetzt, sind mitunter das unwillkommene und meist unumkehrbare Ergebnis unsachgemäßer Reinigung.

Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.
Die richtige und regelmäßige Pflege von Natursteinoberflächen – hier heller Travertin – trägt entscheidend zu deren Werterhalt bei.

Übersicht: Reinigung von Naturstein im Außenbereich

Entfernen von Zementschleiern, Kalkausblühungen und Mörtelresten: Hier eignet sich ein säurehaltiger Reiniger, wie der Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner. Auf rauen und gleichzeitig säureempfindlichen Oberflächen, etwa aus Marmor, Kalk- oder Betonwerkstein, dürfen säurehaltige Reiniger nur stark verdünnt eingesetzt werden. Sind die Oberflächen poliert oder feingeschliffen, dürfen säurehaltige Reiniger nicht zum Einsatz kommen.

Entfernen von Rostverschmutzungen: Zum Einsatz kann hier ein säurehaltiger Reiniger kommen, etwa der vorgenannte Lithofin MN Zementschleier- und Rostentferner oder ein säurefreies Produkt wie Lithofin Rost-EX. Hier gelten die gleichen Regeln zur Säureempfindlichkeit wie oben.

Gelbbraunen Verfärbungen, wie sie auf Natursteinen etwa durch die in Humus enthaltene Huminsäure entstehen, rücken Sie effektiv mit einem bleichenden Reiniger zu Leibe. Lithofin hält für diese Verschmutzungen den Lithofin MN Außenreiniger* bereit.

Allgemeine Verschmutzungen sowie Öl- und Fettflecken lassen sich mit mildalkalischen oder lösemittelhaltigen Reinigern entfernen. In besonders hartnäckigen Fällen können hier auch pastöse Reiniger zum Einsatz kommen, wie Lithofin OIL-EX.

Gegen oberflächliche Grünbeläge eignet sich ein chlorfreier Spezialreiniger wie Lithofin ALLEX*.

*Bitte verwenden Sie Biozidprodukte vorsichtig. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen.

Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.
Nach korrekt ausgeführter Imprägnierung hat Feuchtigkeit – selbst bei einem rauen Travertin wie diesem – keine Chance mehr, ins Material einzudringen.

Schutz von Naturstein im Außenbereich

Terrassen- und Gartenplatten aus Naturstein sowie aus Beton können wegen ihrer offenporigen Struktur Flüssigkeiten aufnehmen. Auch der sonst so unverwüstliche Granit weist mikroskopisch kleine Porentrichter und Kapillaren, feinste Hohlräume, die sich durch den Stein ziehen, auf. Durch Kapillarkräfte können unbehandelte Natursteinmaterialien Verunreinigungen unter Umständen bis tief unter die Oberfläche einsaugen. Das funktioniert auch entgegen der Schwerkraft. Gelangt Wasser unter den Bodenbelag und bleibt dort wegen unzureichender Drainage länger stehen, können Schäden und optische Beeinträchtigungen durch aufsteigende Feuchtigkeit die Folge sein. Lithofin empfiehlt daher die allseitige Behandlung der Platten mit Lithofin Fleckstop >W<.

Das Imprägniermittel bildet einen hauchdünnen Film auf den Wänden der Kapillaren und reduziert die Saugfähigkeit des Materials, ohne dabei jedoch dessen Poren zu verschließen. Die Atmungsfähigkeit des Bodenbelags bleibt so erhalten, während Feuchtigkeit und mit ihr verfärbende Fremdstoffe nicht mehr in den Stein eindringen können. Aufgrund des Einflusses der Imprägnierung auf die Haftkraft von Klebern, sollte die allseitige Behandlung des Bodenmaterials allerdings nur bei ungebundener Verlegung, etwa auf dem Splitt- oder Kiesbett, erfolgen.

Wichtig zu wissen: Auf die Säureresistenz und Witterungsbeständigkeit von empfindlichen Natursteinsorten hat eine Imprägnierung keinen Einfluss. Außerdem sollte beachtet werden, dass der Untergrund vor der Imprägnierung nicht nur oberflächlich an-, sondern die Platten gründlich durchgetrocknet sind. Ansonten können durch Restfeuchte nach der Behandlung mit lösemittelhaltigen Imprägnierungen dunkle Verfärbungen die Folge sein. Imprägnierungen auf Wasserbasis verzeihen höhere Restfeuchtegrade. Sie sind in der Lage, sich mit dem in den Kapillaren vorhandenen Wasser zu vermischen und sind deshalb das Mittel der Wahl, wenn eine vollständige Durchtrocknung des Untergrundes nicht gewährleistet werden kann.

Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.
Das Schadensbild aufsteigender Feuchtigkeit mit den typischen dunklen Flecken. Verhindert werden kann dies durch eine allseitige Imprägnierung der Terrassenplatten.

Bei den verschiedenen Imprägnierungen gilt es zwischen farbvertiefenden und nicht farbvertiefenden Produkten zu unterscheiden. Ähnlich, wie es beim Annässen von Steinoberflächen zu beobachten ist, können farbvertiefende Imprägnierungen die Farbe des behandelten Materials kräftigen. Der Effekt entsteht dabei nicht etwa, weil die Poren durch eine Schicht verschlossen werden, sondern durch Anlagerung von Wirkstoffen innerhalb der Kapillaren. Dadurch bleibt die Atmungsaktivität erhalten.

Für den Auftrag der Imprägnierung sollte ein Flächenpinsel oder eine Versiegelungsbürste verwendet werden. Keinesfalls ist der Einsatz von Malerrollen zu empfehlen, weil sich dabei eine Streifenbildung in den Überlappungsbereichen kaum vermeiden lässt.

Übersicht: Imprägnierungen für Naturstein im Außenbereich

Für eine Imprägnierung mit gleichzeitiger Farbvertiefung eignet sich ein hydrophobes Mittel wie Lithofin MN Farbvertiefer.

Soll die Imprägnierung nicht farbvertiefend wirken, kann Lithofin Grundschutz >W<, ebenfalls ein hydrophobes Präparat, zum Einsatz kommen.

Gegen Flecken, Öl und Fett hilft eine hydro- und oleophobe Imprägnierung auf wässriger Basis wie Lithofin Fleckstop >W<.

Spezialfall Outdoor-Keramik

Modernes Feinsteinzeug kommt in vielfältigen Texturen und Haptiken und ist dabei durch seine Robustheit besonders pflegeleicht. Eine Imprägnierung oder Schutzbehandlung etwa, wie sie für Naturstein empfohlen wird, erübrigt sich bei Outdoor-Keramik, da sich ihr Gefüge porenlos herstellen lässt. Das macht sie unempfindlich gegen tief eindringende Verschmutzungen. Auch bei Außenmaterialien aus Feinsteinzeug sind jedoch regelmäßige Reinigungsmaßnahmen angezeigt. Denn ihre Oberflächen sind – um die Rutschhemmung zu gewährleisten – mitunter extrem rau und ziehen Schmutz regelrecht an.

Für die regelmäßige Reinigung von Keramikoberflächen im Außenbereich eignet sich der Lithofin KF Intensivreiniger. Er beseitigt selbst hartnäckige Fett- und Ölflecken.

Allgemeinschmutz und Verfärbungen auf Outdoor-Keramik kann mit dem Lithofin Aktivreiniger begegnet werden. Er ist sowohl für Naturstein als auch für Keramik geeignet und greift das Fugenmaterial nicht an.

Mehr Informationen zu Pflege, Schutz und Reinigung von Naturstein- sowie Kermaikoberflächen finden Sie auf der Webseite von Lithofin.

Bilder: Lithofin

Ein Projekt mit viel Naturstein auf dem Boden ist das Areal des RheinMain CongressCenters und des Landesmuseums in Wiesbaden. Sehen Sie selbst hier: RMCC Wiesbaden