Westbahnpark Wien: die Vision

Noch nutzt die Bahn die Gleise des Westbahnareals in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien. Doch sie zieht sich Stück für Stück zurück. Die Planerszene der Stadt zeigt nun mit visionären Ideen das Potenzial der Fläche auf, das in einer klimastrategischen Achse der Stadt liegt. Ein Park zum Beispiel würde auch den Zielen des Wiener Stadtentwicklungsplans STEP 2025 und seinen Klimaanpassungszielen entsprechen. Doch die Frage ist offen: Kann der Westbahnpark Realität werden, oder bleibt er Vision?

Geht es nach Michael Hofstätter und Wolfgang Pauzenberger alias PAUHOF Architekten, so sollte dieses Flächenpotenzial vorausschauend genutzt werden. So könnten etwa durch eine zeitgemäße Weiterentwicklung der gründerzeitlichen Matrix angrenzende Bezirke verbunden werden.

Der lineare Park der Zukunft

Das Büro für lustige Angelegenheiten BLA, ein Kollektiv bestehend aus der Landschaftsarchitektin Lilli Licka, der Architektin Karoline Seywald und dem Künstler und Landschaftsarchitekten Hannes Gröblacher, denken das Entwicklungsgebiet dagegen gänzlich über die Landschaft. In ihren Visionen für Wien-West sehen sie als wichtigstes Element einen etwa sieben Hektar großen Westbahnpark mit kühlenden Grün-, Natur- und Erholungszonen, Bewegungs-Highway und Kilometerschwimmbecken. Mit ihrem Büro fordern sie dazu auf, Ideen für den linearen Park der Zukunft zu entwickeln. Mit Plakataktionen und öffentlichen Begehungen des Areals macht Bla auf die Potenziale aufmerksam und zeigt, wie ein Park anstelle von Gleisanlagen  aussehen könnte.

Vom Überflutungsdruck befreit

Auch das Landschaftsarchitekturbüro bauchplan ).( hat sich Gedanken zur Zukunft des Westbahnareals gemacht. Die Planer folgten einem Wettbewerbsaufruf der Wirtschaftsagentur Wien und entwarfen auf den vermeintlich nutzbaren Flächen der Westbahntrasse einen Klima- und Regenwasserpark, mit viel Retentions- und Regenerationspotenzial. Im Entwurf von bauchplan ).( sollen die zurückgewonnenen Flächen zum durchgängigen Grünzug für sanfte Mobilitätsformen werden und zu einem einzigartigen Freiraum in einem Stadtteil, der bisher über wenig Grünräume verfügt. Ein intelligentes Regen- und Hochwassermanagement, so die Beschreibung des Büros, soll der Wienfluss mit dem Retentionsraum des Westparks vom Überflutungsdruck befreit werden. Lokales Oberflächenwasser soll inszeniert und der klimagerechten Verdunstung zugeführt werden.

 

Bei diesem Text handelt es sich um redaktionell ergänzte Auszüge des Artikels „Vision Westpark“ von Stephanie Drlik. Den gesamten Beitrag lesen Sie in der Garten + Landschaft 12/19.