Neue Wasserkante

Arouca 516

Mehr als Sonne, Sand und See

In Peschiera am Gardasee hat man lange darauf gewartet, dass die Piazza Ferdinando di Savoia und ihre Verbindung zum Wasser neu durchdacht wird. Über Jahrzehnte hinweg verkam der ehemalige Altstadthauptplatz zum wenig bemerkenswerten Parkplatz. Mit einer klaren Geste stellten die Architekten Federico Signorelli und CLAB Architettura 2017 den verlorenen Bezug wieder her. Ein Besuch der neuen/alten Wasserkante in Bildern.

Für viele Besucher ist die Kleinstadt mit rund 10 000 Einwohnern am südlichen Ufer des Gardasees nicht mehr als ein sonniges Urlaubsziel mit mediterranem Flair. Dabei hat die Stadt so viel mehr zu bieten als Sonne, Sand und See. Ihre jahrhundertelange Geschichte – erstmal als Teil der Republik Venedig und später unter Österreich-Ungarn – hat die Stadtlandschaft maßgeblich geprägt. Hinter der sternförmigen Festung verbarrikadiert, liegt die Altstadt auf einer Insel in strategischer Position im südlichsten Teil des Sees in Schlüsselposition zwischen Alpen und Po-Ebene. Die militärische Vergangenheit ist in der Stadt allgegenwärtig. Die meisten Relikte findet man am Piazza Ferdinando di Savoia, einer große Esplanade östlich der Altstadt. Mit 9 000 Quadratmetern stellt der Platz den größten offenen Raum innerhalb der venezianischen Festung dar. Nach der sukzessiven Reduktion der militärischen Aktivitäten in Italien wurde die Piazza in der Nachkriegszeit zum Parkplatz und verlor seine Funktion als Altstadthauptplatz. Mit dem Ziel den Platz zu revitalisieren, schrieb die Stadtverwaltung 2011 einen Wettbewerb für die Neugestaltung des Areals aus, in dem sich das junge Büro CLAB Architettura aus Peschiera mit dem Architekten Federico Signorelli durchsetzen konnte.

Alle Bilder von Davide Pretto

Den ganzen Artikel finden Sie der Augustausgabe 2018 der Garten+Landschaft. Hier geht es zum Heft!

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Die Momentaufnahme aus der Märzausgabe 2019 der Garten + Landschaft zeigt die Urban Ramp in Creil, Frankreich. Realisiert wurde das Projekt vom Landschaftsarchitekturbüro Espace Libre. Die Brücke verbindet zwei Stadtteile und schafft neue Freiraumstrukturen für Fußgänger und Radfahrer.

 

Ein Lichtstreif zieht durch die Nacht – auf 1,2 Kilometern windet sich die Brücke durch die urbane Landschaft von Creil, entlang des Flusses Oise im Norden Frankreichs. Mit der „Urban Ramp“ verbinden die Landschaftsarchitekten von Espace Libre das Stadtzentrum entlang des Flusses mit einem 40 Meter höher gelegenen und durch einen bewaldeten Hang abgetrennten Stadtteil. Die Brücke verläuft durch Baumkronen, die Aussichtspunkte schweben regelrecht über der Stadt und dem Fluss. Die Stahlbrücke mit einer Umrandung aus Eichen- und Lärchenholz führt beide Stadtteile nicht nur zusammen, sie bringt auch neue Freiraumstrukturen mit sich – für Fußgänger, Jogger, Radfahrer, die ihre Stadt bei Tag und Nacht nun aus einer ganz anderen Perspektive erleben können.

 

Dieser Beitrag ist in in der in der Märzausgabe 2019 der G+L erschienen.

Alle Fotos und Vision: Espace Libre.

Weitere Wettbewerbsergebnisse im Januar 2021

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Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen regelmässig über die spannendsten Wettbewerbe. Hier sind weitere Wettbewerbsergebnisse im Januar 2021.

Grünufer Nordmole am Zollhafen Mainz; 1. Preis SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin

Als innovativ und außergewöhnlich bewertet die Jury den Siegerbeitrag von SINAI für die Uferbegrünung der Nordmole am Zollhafen Mainz. Ein differenziertes Wechselspiel aus ebenen und geböschten Bereichen ermöglicht eine vielfältige, gut nutzbare Topographie des Rheinufers. Durch eine naturnahe Gestaltung mit vielen Baumpflanzungen im Mix mit urbanen Elementen schafft das Berliner Landschaftsarchitekturbüro einen deutlichen Kontrast zur Südmole. Rückgrat dieses Rheinreliefs bietet eine starke Promenade, die Stadt- und Uferlinie verknüpft. Klar definierte Bereiche differenzieren die neuen Orte am Ufer: Eine Parkwiese soll zukünftig als Liege und Freizeitfläche dienen, die sogenannte Sportsbay bietet Fitness- und Bewegungsangebote und der Stadtbalkon wird zum Treffpunkt und Aufenthaltsbereich. Der terrassierte Uferbereich „Urbane Aue“ ermöglicht den Zugang zum Wasser, gleichzeitig lässt die Höhenstaffelung unterschiedliche Wasser- und Hochwasserstände zu und verdeutlicht so die Veränderlichkeit der Flusslandschaft.

Die ersten Wettbewerbsergebnisse von Januar 2021 finden Sie hier.

Sportforum Berlin; 1. Preis Holzwarth Landschaftsarchitektur und yellow Z urbanism architecture, Berlin

Neben dem Olympiapark bildet das Sportforum Berlin den zweiten bedeutenden Sportstandort des Bundeslandes; zugleich zählt es zu den wichtigsten Leistungssportzentren Deutschlands. Der Siegerentwurf von Holzwarth Landschaftsarchitektur und yellow Z entwirft eine räumliche Neukonzeption, die das traditionsreiche Areal zu internationaler Bedeutung hin ausbauen soll. Für die dafür notwendige Strahlkraft, berücksichtigen die Planer*innen inhaltlich sowohl aktuelle Sporttrends als auch räumlich eine prägnante Struktur, die den Bestand nicht komplett negiert, sondern Wertvolles als Versatzstücke in das Neue integriert. Basis dafür bildet ein von den Rändern ausgehendes, stringentes Raster, das als einfaches Ordnungssystem dient. Als Rückgrat fungiert ein Gerüst aus drei Hauptachsen in Nord-Süd und Ost-West-Ausrichtung. Die einzelnen Rasterfelder sind dabei als „Spielsteine“ zu verstehen, die bestehende Bauten und Sportflächen aufnehmen und ebenso mehrfachcodiert sind wie der Forum-Park im Zentrum des Areals. Zu ihrer Multifunktion zählt dabei auch das Regenwassermanagement in Form von Wetlands und Versickerungsmulden. Der private motorisierte Verkehr entfällt zugunsten von Sharing-Angeboten.

Die ersten Wettbewerbsergebnisse von Januar 2021 finden Sie hier.

Quartier 12 – Gestaltung des Reininghausplatzes in Graz; 1. Preis studio boden, Graz

In Graz entsteht ein neuer Stadtteil samt Bildungscampus. Zentrale Mitte wird der Reininghausplatz, der das städtische Pendant zum gleichnamigen Park bilden soll. Der Siegentwurf besticht durch eine locker gesetzte Durchgrünung, die eine großzügige Raumbildung mit viel Entwicklungsoffenheit ermöglicht – ein Vorteil für einen gerade entstehenden Stadtteil. Dennoch stehen Platz und zukünftige Bebauung in starkem Bezug zueinander. Die zentralen Platzflächen sind mit großformatigen Betonplatten befestigt, die in den Randbereichen von einer baumbestandenen wassergebundenen Wegefläche abgelöst wird. Die Ränder und Übergänge erlauben in ihrer versetzten Anordnung eine spätere Konkretisierung ohne Verlust der gestalterischen Qualitäten. Die einzelnen Elemente wie die kreisrunde Wasserfläche von zwölf Metern Durchmesser erscheinen angemessen. Die Jury empfiehlt letzteres hinsichtlich funktionaler und kleinklimatischer Funktion weiter zu stärken.

Die ersten Wettbewerbsergebnisse von Januar 2021 finden Sie hier.