12.05.2022

Aktuelles

Harald Kegel über Resilienz – Buchrezension

von Julia Treichel

Harald Kegler zeigt in seinem Werk „Resilienz: Strategien & Perspektiven für die widerstandsfähige und lernende Stadt“ vergangene Forschungen und den Status quo zur Resilienz in der Städteplanung auf und entwickelt Ansätze, wie Planungskunst gegenüber formeller Planung einen Weg für eine resiliente Transformation finden kann.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Abriss zu Begrifflichkeiten und theoretischen Positionen. Daran anschließend beleuchtet der Autor vier Beispiele näher, die jeweils eine Möglichkeit zu mehr Resilienz in der Stadtentwicklung erprobt haben. Abschluss gibt es einen Ausblick, welche Bausteine für eine resiliente Stadtregion und die Planung ebenjener grundlegend sein könnten.

Prof. Harald Kegler ist Diplom-Ingenieur der Stadtplanung. Seit circa 5 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Resilienz. Nach jahrelanger praxisnaher Tätigkeit in der stadt-regionalen Planung ist er seit 2013 an der Universität Kassel tätig, wo er am Institut für urbane Entwicklungen lehrt und forscht.

Resilienz: Beste Aussage

„Resilienz ist demnach kein Zustand, den es einmal zu erreichen gilt, sondern ein Vorgang des Suchens, des Lernens und der Innovation, also des Gewinns von Widerstand und Selbsterneuerung.“ S. 29

Harald Kegler: Aussage, die zum Nachdenken anregt

„Was moralisch gerechtfertigt ist und unumgänglich sein dürfte, kann praktisch kaum erreicht werden. Das „Nicht-Identität-Problem“, die Unmöglichkeit der Einflussnahme künftiger Generationen auf die heutigen Weichenstellungen, welche ihre zukünftige Lebenswelt dennoch nicht unwesentlich prägen werden, steht dem entgegen.“ S. 44

Klappentext

Der Klappentext wird zu Teilen erfüllt. Kegel gelingt es, einen Rundumüberblick über den derzeitigen Stand der Debatte zu geben und diverse Herangehensweisen abstrakt anzuführen.

Mit diesem Wissen aus dem Buch kann man angeben

Zum Beispiel, dass es Basisgüter einer Gesellschaft gibt, die deren Existenz gewährleisten und dabei über die gesellschaftlich notwendigen Dienstleistungen hinausgehen. Dazu gehören Gesundheit und Sicherheit aber auch Respekt, Persönlichkeit, Harmonie mit der Natur, Freundschaft und Muße.

Mehr Trend als Klassiker

…weil es wie eine Momentaufnahme scheint. Durch den Anspruch möglichst viele Aspekte einzubeziehen, wird Kegels Buch eher zum Verzeichnis statt zu einem alleinstehenden Werk.

Kurzer Satz zu:

Haptik

Wie weitere Bände der Reihe Bauwelt Fundamente ist das Buch im Format 14,0 × 19,0 cm mit Klebebindung publiziert.

Design

Das Design ist klar und übersichtlich in schwarz-weiß gehalten.

Lesefluss

Kegels Werk ist kein Buch, das sich eben so nebenher liest, sondern Aufmerksamkeit einfordert.

Bildsprache

Vereinzelt ergänzen Grafiken oder Bilder den Text.

Information

Es werden in Kürze viele Aspekte angesprochen, aber nicht immer tiefergehend erklärt.

Was sonst noch wichtig wäre

Das Buch regt dazu an, sich mit den angesprochenen Theorien und Beispielen nach der Lektüre noch weiter auseinanderzusetzen.

In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Die Rezension des Buchs „Die neue Völkerwanderung – Arrival Cities“ von Doug Saunders. Es untersucht sogenannte Ankunftsstädte auf eine journalistische und subjektive Art.

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