Schrebergarten, Kleingarten: Deutschland im Vergleich

Der Schrebergarten gewinnt mehr denn je an Beliebtheit. Quelle: shutterstock
Der Schrebergarten gewinnt mehr denn je an Beliebtheit. Quelle: shutterstock

In urbanen Räumen bleibt der Schrebergarten für viele ein Herzenswunsch. Er ist heiß begehrt und wird innig gepflegt. toom Baumarkt hat hierzu eine Studie zu Deutschlands Kleingärten veröffentlicht. Welche Stadt führt das Ranking der meisten Kleingartenparzellen an? Wie sieht der durchschnittliche Kleingarten aus und wo ist er am teuersten? Mehr zum Phänomen und der Definition eines Schrebergartens lesen Sie hier.

Kleingartennation Deutschland

Der Schrebergarten in Deutschland erfreut sich aktuell über alle Altersklassen hinweg großer Beliebtheit. Deshalb wird so eine kleine grüne Oase zunehmend zum Wunschort. Somit kann man dem Alltag entfliehen, besitzt ein Stückchen Natur und wird etwas autarker. In ländlichen Regionen ist dies normal. In urbanen Räumen ist das jedoch am ehesten in Form eines Kleingartens möglich.

toom Baumarkt hat den Trend um den Schrebergarten deswegen näher untersucht. Die Ergebnisse wurden jetzt als Studie „Deutschlands Kleingartenvergleich“ veröffentlicht. Die Datenerhebung erfolgte im November und Dezember 2022. Hierzu hat toom Baumarkt die fünfzehn einwohnerstärksten Städte Deutschlands bezüglich ihrer Kleingartenvereine und Stadtverbände untersucht. Dies fußte auf den Faktoren Pachtzinsen, Pachtflächen und -größen sowie auf dem Vergleich der Anzahl von Vereinen und Parzellen. Zudem hat toom Baumarkt eine nicht-repräsentative Umfrage in Foren für Kleingärten sowie über die Vereine und Verbände von Schrebergärten durchgeführt. Achtzig Kleingärtner*innen wurden hierfür zu ihren Aktivitäten im Schrebergarten gefragt … und zu ihrer Meinung zu Gartenzwergen. 

Leipzig als Kleingarten-Hauptstadt. Quelle: toom Baumarkt
Leipzig als Kleingarten-Hauptstadt. Quelle: toom Baumarkt

Wer sind die aktuellen Kleingarten-Hauptstädte?

Der Gewinner von toom’s Schrebergarten-Ranking lautet Leipzig. In dieser Kleingartenhochburg zahlen die Kleingärtner*innen für ihren Schrebergarten am wenigsten. Platz zwei geht an die Hansestadt Bremen. Beide Städte haben einen geringen Durchschnittspreis pro Parzelle (0,12 beziehungsweise 0,18 Euro pro m2 Pachtzins). Frankfurt am Main überrascht als drittplatzierte Stadt. Die vermeintlich graue Stadt überzeugt, indem sie die durchschnittlich größte Parzellenfläche bietet. 

Deutschlands fünfzehn größten Städte können soweit circa 270 438 Parzellen vorweisen. Leipzig hat dabei einen Anteil von 32 000 Parzellen. In Hannover machen die Kleingartenparzellen mit 1 000 Hektar sogar fast 5 Prozent des Stadtbildes aus. In den Großstädten Berlin und München ist die Verteilung der Parzellen im Hinblick auf die Einwohner*innenzahl dagegen noch sehr gering.

Doch nicht mehr spießig? Das Ranking der Studie verdeutlicht eine zunehmende Beliebtheit der Kleingärten. Die Anzahl der Vereine verdeutlicht, dass das Interesse an einem Schrebergarten weiterhin groß ist beziehungsweise sogar noch zunimmt. Insgesamt kann Deutschland momentan 2 950 Kleingartenvereine vorweisen. Die meisten davon sind in Dresden.

Im unteren Rankingbereich befinden sich Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Denn in Nürnberg, Dresden und Hannover werden die höchsten Pachtzinsen fällig. Diese sind teilweise bis zu sechsmal höher als in Leipzig oder Bremen.

Anzahl der Vereine Stadt/Kopf. Quelle: toom Baumarkt
Anzahl der Vereine Stadt/Kopf. Quelle: toom Baumarkt

Ein Stück deutsche Geschichte: Schrebergarten und Gartenzwerg

Der Schrebergarten ist ein typisch deutsches Phänomen. Denn kein anderes Land in Europa besitzt so viele Kleingärten wie Deutschland. Hier lassen sich fast 900 000 Schrebergärten vorweisen. Auch interessant — sowohl Schrebergarten als auch der oft damit assoziierte Gartenzwerg haben ihren Ursprung in Deutschland. Der Gartentyp ist dabei historisch mit den sozialen Missständen der Industrialisierung im neunzehnten Jahrhundert verknüpft. Damals führten Faktoren, wie Lebensmittelknappheit und Armut, dazu, dass in der Stadt lebende Menschen versuchten, selbst Obst und Gemüse anzubauen. 

Er darf nicht (oder doch?) fehlen – der Gartenzwerg. Quelle: pixabay
Er darf nicht (oder doch?) fehlen – der Gartenzwerg. Quelle: pixabay

Das lange Warten auf den Garten

Wer an einen Schrebergarten denkt, sieht wahrscheinlich schnell eine Laube und einen Gartenzwerg vor dem inneren Auge. Doch diese Klischees sind längst überholt. Der Kleingarten erfährt momentan einen Wandel. 

Wer heutzutage einen Schrebergarten besitzen möchte, muss sich jedoch in Geduld üben. Gerade in Großstädten, wie München oder Berlin, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Wartezeit mindestens vier Jahre beträgt. Teilweise kann man bis zu zehn Jahre warten. 

Die Hälfte der befragten Kleingärtner*innen besuchen täglich ihren Schrebergarten. Über ein Drittel geht am meisten der Pflege des Gartens an sich nach. Obst und Gemüse wird auch zunehmend angebaut. Mehr als ein Viertel der Befragten nutzt die Fläche aber auch gerne als sogenanntes „Gardening Office“.

Anteil von Parzellen an der Stadtfläche. Quelle: toom Baumarkt
Anteil von Parzellen an der Stadtfläche. Quelle: toom Baumarkt

eins werden mit der Natur — aber unter Vorschriften

Was Kleingartenanlagen in Deutschland außerdem ausmacht, ist das umfangreiche Regelwerk, welches es zu beachten gilt. Die ausführlichen Regelungen sind einer der Gründe, warum Schrebergärten oft mit Wörtern, wie konservativ und spießig, assoziiert werden. 

Deutschlands Kleingartenvereine unterliegen dem Bundeskleingartengesetz (BKleingG). Das BKleingG trat im Jahr 1983 als offizielles Gesetz der Bundesregierung in Kraft. Hier wird unter anderem die Größe und die Einrichtung des Schrebergartens geregelt. Besucher*innenzeiten sind auch festgelegt. Darüber hinaus ist sogar der Anbau des Obsts und Gemüses vorgeschrieben.

Warum ist das so? Der Sinn dahinter ist, Kleingartenanlagen unter Schutz zu stellen. So können sie soziale und ökologische Funktionen erfüllen. Robby Müller gilt als Repräsentant der gekürten Kleingarten-Hauptstadt Leipzig. Er ist dort Vorsitzender des Stadtverbandes „Leipzig der Kleingärtner“ und engagiert sich für den Erhalt und die Entwicklung der Schrebergärten. Er sieht in dem BKleingG ein aktuelles Hilfsmittel. Kleingartenanlagen können schnell dem rasanten Flächenverbrauch und der Suche nach Bauland unterliegen. In diesem Zusammenhang ist der Erhalt der Schutzfunktion des BKleinG nützlich – gerade zu Zeiten des Klimawandels.

Weiterlesen: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Pietsch und Dr.-Ing. Heino Kamieth stellen in Hamburg ein Substrat aus Kompost und Pflanzenkohle vor, das sowohl Kleingärtner*innen als auch dem Klima hilft.

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Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – Auslobung

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte (Foto: Laura Loewel)

Am 24. Januar 2022 startet erneut die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022. Ihre Projekte können Sie noch bis zum 07. März 2022, 12:00 Uhr einreichen. Alles dazu lesen Sie hier.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis findet im zweijährigen Turnus statt – und dieses Jahr ist es wieder so weit: Zum zweiten Mal wird der bdla Bayern den Preis Ende Januar ausloben. Er richtet sich an alle Landschaftsarchitekt*innen sowie Arbeitsgemeinschaften aus dem In- und Ausland, die innovative, nachhaltige und klimagerechte Projekte in Bayern innerhalb der letzten fünf Jahre (1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021) realisierten. Der bdla Bayern möchte mit dem Preis insbesondere junge Planer*innen zu einer Teilnahme ermutigen. Die Auszeichnung soll schließlich dazu dienen, ihren Ideen und Visionen eine Bühne zu geben. Die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 sowie den Upload für ihre Projekte finden Sie auf bdla.de.

Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – ein Hauptpreis und sieben Kategorien

Warum es neben den vielen anderen auch einen Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis braucht? Bayern steht vor teils widersprüchlichen Herausforderungen, die direkt die Landschaftsarchitektur-Profession betrifft: Ein starker Zuzug in die Metropolregionen fordert smarte Nachverdichtungs- sowie Mobilitätskonzepte. Bevölkerungsrückgang in ländlichen Regionen hinterlassen Leerstände sowie leere Kommunalhaushalte. Die zunehmend heißen Sommer in den Städten werden ohne grüne Freiräume nur bedingt zu genießen sein. Die Herausforderungen kennen wir alle, gute Lösungen allerdings nicht immer. Mit der „Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022“-Auslobung möchte der bdla Bayern die guten Lösungen aus der Landschaftsarchitektur-Praxis würdigen. Der bdla Bayern wird deswegen neben dem Hauptpreis Preise für Projekte in sieben Kategorien verleihen:

Die Projekte werden zudem an den Kriterien Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Flächensparen, Biodiversität und Pflanzenverwendung, Materialität sowie Innovation gemessen. Den Landschaftsarchitekt*innen steht es offen, mehrere Projekte einzureichen – allerdings höchstens fünf Beiträge und pro Kategorie ein Projekt. An dem Auswahlprozess sind die Mitglieder des bdla Bayern im Sommer 2022 per Online-Voting sowie ein neunköpfiges Preisgericht beteiligt. Teil des Preisgerichts werden unter anderem die beiden Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 sein: Andrea Gebhard sowie Prof. Tilman Latz.

Die Termine auf einem Blick

 

Als Schirmherrin konnte der bdla Bayern Prof. Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Stadt München, gewinnen. Sie ist tagtäglich mit den Herausforderungen der Landeshauptstadt konfrontiert und eignet sich für die Schirmherrschaft des Preises deswegen besonders. Außerdem wird der Preis wie im Jahr zuvor in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer ausgelobt. Die G+L, als Medienpartner, wird zudem den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis begleiten sowie Sie hier auf dem Laufenden halten.

Alle detaillierten Informationen erhalten Sie dort: Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises.

Letztes Jahr gab es gleich zwei erste Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises: Latz+Partner und mal gebhard konzepte. Zu allen Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 geht’s hier.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung hat den Städtebaupreis 2014 ausgelobt. Für den Preis können städtebauliche Projekte eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2009 für Orte in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Konzeption und Entwurf können weiter zurückliegen. Teilrealisierte Projekte können eingereicht werden, soweit es möglich ist, von den realisierten Abschnitten auf das Ganze zu schließen.

Die Projekte werden nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewertet. Den Projekten sollen integrierte Konzepte und beispielhafte Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zugrunde liegen. Bei Projekten die aufgrund einer ersten Beurteilungsrunde in eine engere Wahl aufgenommen wurde, werden sich Mitglieder der Jury durch eine Ortsbesichtigung im Sommer 2014 einen Eindruck verschaffen. Die Qualität und die Urbanität des öffentlichen Raums sind wesentliche Elemente der Attraktivität der Städte: Die Mobilität prägt ihn in besonderer Weise. Sie folgt dabei keinem Naturgesetz; sie ist ein zu gestaltender Prozess. Dabei geht es überwiegend um Neugestaltung im Bestand. Noch immer prägen primär auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs ausgelegte Verkehrsschneisen oder notdürftige, gestalterisch in der Regel wenig befriedigende Schutzmaßnahmen – etwa Lärmschutzwände – sowie zunehmend auch verödende Erdgeschosszonen unser Stadtbild.

Neue Entwicklungen im Verkehr in konzeptioneller und technischer Hinsicht stellen einerseits neue Anforderungen an den Raum und erhöhen die Komplexität im Abwägungsprozess der unterschiedlichen Ansprüche: Beschleunigung des Öffentlichen Verkehrs, Ausdifferenzierung der Formen des Radverkehrs, Infrastruktur für Elektromobilität, veränderte Erscheinungsformen der Außengastronomie, Gestaltung von Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Altersgruppen, um nur einige Faktoren zu nennen, beanspruchen den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum. Gleichzeitig bieten die neuen Impulse aber die Chance, den öffentlichen Raum für die Stadt und damit für ihre Bürger zurückzugewinnen. Um diese Chance zu nutzen bedarf es integrierter, innovativer und damit kreativer Konzepte, entwickelt mit hoher Prozessqualität unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.

Der Sonderpreis zum Deutschen Städtebaupreis 2014 sucht in Städten und Gemeinden nach besonders gelungenen Beispielen einer funktional und gestalterisch anspruchsvollen Aufwertung öffentlicher Verkehrsräume, die einen Beitrag für eine Stadt der Zukunft leisten. Ausschlaggebend ist die Qualität der ganzheitlichen Betrachtung – also das “Ausbalancieren” der unterschiedlichen Interessen – und der Prozesskultur. Die Maßnahmen sollen Baukultur im besten Sinne widerspiegeln, der Maßnahmeumfang ist nicht von Bedeutung.

Die Preisträger werden im Rahmen der Preisverleihung im Oktober 2014 bekannt gegeben, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.