Ein neuer Park in Wien Simmering

Gasometer in Wien Simmering: Nebenan entsteht die Bricolage City. Quelle: Friedrich Böhringer, CC BY-SA 3.0 AT , via Wikimedia Commons
Gasometer in Wien Simmering: Nebenan entsteht die Bricolage City. Quelle: Friedrich Böhringer, CC BY-SA 3.0 AT , via Wikimedia Commons

In Simmering, Wien, entsteht ein neuer Stadtteil: Bricolage City. Das Herzstück ist ein zentraler Park. Alles über die Entwürfe und den aktuellen Stand hier.

Der Bricolage City-Stadtteil in Wien Simmering

Zwischen den Wiener Bezirken Simmering und Landstraße soll ein neuer Stadtteil mit einem großen Park entstehen. Dieser befindet sich im Gasometervorfeld und soll „Bricolage City“ heißen. Dieser Begriff beschreibt, wie Design sich am Umfeld orientiert. Denn der neue Stadtteil soll sich nahtlos in das städtische Umfeld einfügen. Aktuell befindet sich hier ein Gewerbegebiet, das künftig Wohnungen weichen soll. Hinzu kommen geplante Bürogebäude und geförderte Wohnungen.

Der Gasometer-Stadtteil wird ein etwa drei Hektar großes Areal umfassen. Die Stadt Wien plant, das neue Wohn- und Erholungsgebiet mit einer neuen Buslinie und einem neuen Aufgang bei der U3-Station Gasometer an den Rest der Stadt anzubinden. Derzeit ist noch unklar, wie viel Verkehr durch den neuen Park im Gasometer-Stadtteil in Simmering fahren soll.

Das Stadtbild der Bricolage City soll aus fünf Höfen, einem großen Park und einem Panoramaweg bestehen. Schon seit 2019 liegt der Architekturentwurf von BWM Architekten und Carla Lo Landschaftsarchitektur vor. Bis zum 9. Juni 2022 konnten Wiener*innen Stellungnahmen an den Gemeinderat schicken. Dieser beschließt nun den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan, der für 2023 erwartet wird.

Der Zentralpark der Bricolage City

Herzstück der neuen Wohnsiedlung soll der Zentralpark sein. Mit einer Fläche von 4,5 Hektar wäre er größer als der Wiener Rathauspark. Die kleine Parkanlage Hallergasse soll der ambitionierten Grünfläche weichen. Laut dem Simmeringer Bezirksvorsteher Thomas Steinhart von der SPÖ handelt es sich hier um eine lang versprochene Umsetzung: „Mehr Grünraum neben neuen Wohnmöglichkeiten: Das ist eine Aufwertung.“

Bereits seit 2000 ist das Projekt Zentralpark genehmigt. Jedoch befinden sich noch nicht alle Gebäude der Umgebung im Besitz der Stadt. Entsprechend ist unklar, wann der Spatenstich stattfinden kann. Die Designer*innen von BWM hoffen auf eine schrittweise Umsetzung und möchten bereits damit beginnen, eine kleinere Parkfläche zu erstellen. Diese soll dann in den nächsten Jahren zum Zentralpark anwachsen.

Ein Streitpunkt ist derzeit noch der Verkehr, der den Zentralpark durchkreuzt: Momentan ist geplant, die Grünfläche nur für eine Buslinie passierbar zu machen. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass sich der Kfz-Verkehr dann auf die umliegenden Straßen verschieben könnte. Derzeit gibt es politische Diskussionen dazu, ob eine Seitenstraße im Park zur Verkehrsentlastung genutzt werden könnte.

Die Planungsgeschichte in Simmering

Schon seit dem Jahr 2005 gibt es Pläne für einen neuen Stadtteil am Gasometervorfeld. Daraus entstand 2016 der Strategieplan „Perspektive Erdberger Mais“, der die Basis für die Bricolage City darstellt. Die heutigen Architekt*innen konnten im Jahr 2019 den Wettbewerb der Stadt Wien für sich gewinnen. Danach wurde es ruhig um das Vorhaben, aber seit Ende des öffentlichen Beteiligungsprozesses kommt nun wieder Schwung in das Gasometervorfeld.

Der neue urbane Stadtteil für Arbeiten und Wohnen in Simmering folgt dem Konzept „moderner, leistbarer, grüner“. Er orientiert sich damit an den Vorgaben von STEP25, dem Stadtentwicklungsplan von Wien bis zum Jahr 2025. Besonders wichtig ist dabei das leistbare Wohnen, dem in der Bricolage City zahlreiche Einheiten gewidmet sind. So soll es möglich sein, der Wohnungsknappheit in der Stadt entgegenzuwirken.

Das Siegerprojekt für den Zentralpark in Simmering. Copyright: BWM Architekten und Carla Lo Landschaftsarchitektur
Das Siegerprojekt für den Zentralpark in Simmering. Copyright: BWM Architekten und Carla Lo Landschaftsarchitektur

Die Gasometer

Direkt neben den vier Gasometern entsteht mit Bricolage City ein neuer Stadtteil, der sich in die Umgebung einfügt. Als Teil des Gaswerks Simmering dienten die Gasometer früher dazu, die Gasversorgung der Stadt sicherzustellen. Sie stellen schon seit jeher ein wichtiges Wahrzeichen des 11. Gemeindebezirks von Wien dar. Aufgrund ihrer Größe sind sie schon von weitem zu sehen. Sie waren bis 1975 in Betrieb. Die ehemaligen Gasbehälter aus dem Jahr 1986 wurden bereits zwischen 1999 und 2001 revitalisiert.

Heute bilden die Wiener Gasometer bilden ebenfalls einen vitalen Stadtteil mit Entertainmentcenter, Wohnungen, Studentenheim und Veranstaltungshalle. Insgesamt 615 Wohnungen in unterschiedlichen Größen bieten leistbares Wohnen, das teils über Genossenschaften erhältlich ist. Die Lebens- und Versorgungsqualität der Wohnungen ist dank der Anbindung an die U3 und die Nähe zum grünen Prater hoch. Der angrenzende neue Stadtteil soll sich in die historische Umgebung einfügen und weiter zu ihrer Revitalisierung beitragen.

Auch interessant: Wien hat den Lee-Kuan-Yew World City Preis 2020 gewonnen. Die Stadt wurde 2022 nachträglich für die Kreation nachhaltiger, lebenswerter und lebendiger urbaner Gemeinschaften ausgezeichnet.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.