06.04.2022

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Wien gewinnt Lee-Kuan-Yew World City Preis 2020

von Laura Puttkamer
Die Stadt Singapur verleiht alle zwei Jahre den Lee-Kuan-Yew World City Preis. Für 2020 hat Singapur nachträglich Wien ausgezeichnet. Foto: Dimitry Anikin / Unsplash

Die Stadt Singapur verleiht alle zwei Jahre den Lee-Kuan-Yew World City Preis. Für 2020 hat Singapur nachträglich Wien ausgezeichnet. Foto: Dimitry Anikin / Unsplash


Preisträgerin Wien

Die Stadt Singapur verleiht alle zwei Jahre einen Preis für besondere Leistungen und Beiträge für das Schaffen lebenswerter, nachhaltiger und lebendiger urbaner Gemeinschaften. Für 2020 hat Singapur nachträglich Wien ausgezeichnet. Was von dem Preis zu halten ist und warum Wien hier überzeugte, lesen Sie hier.

Am 14. März wurde bekanntgegeben, dass die österreichische Hauptstadt die Gewinnerin des Lee-Kuan-Yew World City Preises für das Jahr 2020 ist. Alle zwei Jahre vergibt Singapur diesen Preis für herausragende Leistungen und Beiträge, die lebenswerte, nachhaltige und lebendige Städte kreieren. Die 2020-Preisträgerin wurde aufgrund der Pandemie verspätet angekündigt. Im Jahr 2022 soll zudem eine andere Stadt zur diesjährigen Gewinnerin gekürt werden.

Die Agentur Urban Innovation Vienna hatte im Auftrag der Stadt die Bewerbung für den Lee-Kuan-Yew World City Preis eingereicht. Die Kombination aus Geschichte und Moderne hat die Jury besonders überzeugt, denn Wien hat sowohl ein kulturell-historisches Fundament als auch eine nachhaltige, zukunftsorientierte Zukunftsvision.

„Ich bin sehr stolz und dankbar, dass Wien unter so vielen ambitionierten Städten als Siegerin hervorgegangen ist. Wir werden unseren konsequenten Weg der hohen Lebensqualität für alle bei größtmöglicher Ressourcenschonung durch soziale und technische Innovationen fortsetzen und dabei weiterhin ein verlässlicher Partner für andere bleiben“, erklärte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

(Foto: Dimitry Anikin / Unsplash)

Wien überzeugt mit seiner „Neuerfindung“

Die Jury des Lee-Kuan-Yew World City Preises erklärte, dass Wien den Preis für seine erfolgreiche Neuerfindung im 21. Jahrhundert erhalten habe. Dabei sei es der Stadt gelungen, ihre besondere Identität als Hauptstadt von Kultur, Musik und Geschichte zu bewahren. Zudem hob die Jury die führende Rolle von Wien als klimabewusste Stadt hervor. Der Stadtentwicklungsplan von Wien, STEP 2025, wurde als „Epitom eines holistischen Planungsansatzes“ bezeichnet, da er eine klare und gemeinsame Vision darstelle.

Schon im Jahr 1989 hat Wien einen 21 Kilometer langen Flutschutzkanal erbaut, der inzwischen auch für Freizeitaktivitäten genutzt werden kann und zugleich von einem großen Park umgeben ist. Durch diese und andere Maßnahmen ist es Wien gelungen, die Wasserqualität und den Fluss der Donau in der Stadt und der Umgebung zu verbessern. Dies hat wirtschaftliche, aber auch soziale Vorteile wie etwa die engere Verbindung zwischen Wien und den Vororten mit sich gebracht.

Soziales Wohnen, günstiger Nahverkehr und intelligente Stadt

Neben diesem Fokus auf Nachhaltigkeit betonte die Jury des Lee-Kuan-Yew World City Preises auch, dass Wien eine Vorreitern im Bereich soziales Wohnen sei. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es hier Pionierprojekte. Heute bietet Wien eine große Vielzahl an bezahlbaren Wohnungen und neuen Gemeinschaften, wie etwa in Aspern Seestadt und am Nordbahnhof.

Auch die aktive Förderung von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen in Wien durch ein großes Netzwerk an öffentlichen Verkehrsmitteln mit multimodalen Anknüpfungspunkten überzeugte die Jury. Das jährliche Nahverkehrsticket in der Stadt kostet 365 Euro, also 1 Euro am Tag. Seit 2018 besitzen mehr Wiener*innen das Jahresticket als ein Auto. 28 Prozent der Stadtbewohner*innen gehen zu Fuß, 7 Prozent fahren Fahrrad, 38 Prozent nutzen öffentlichen Nahverkehr und 27 Prozent motorisierte Transportmittel.

Ein weiterer Grund dafür, dass Wien den World City Preis gewonnen hat, ist laut Jury die Smart City Wien Framework Strategy. Seit 2011 hilft diese Strategie dabei, mithilfe von Smart-City-Technologien die Lebensqualität in Wien zu optimieren. Innovative Technologien werden dabei mit vorhandenen Infrastrukturen integriert, um langfristige soziale und nachhaltige, umweltfreundliche Ziele zu erreichen.

Zu guter Letzt lobte die Jury auch die vielen Grassroots-Initiativen in Wien, wie etwa die Grätzloase. Hier können Bürger*innen aktiv dazu beitragen, öffentliche Räume zu gestalten.

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Ein Video zeigt die diesjährige Preisträgerin Wien.

Die Preisverleihung

Der Lee-Kuan-Yew World City Preis wird dieses Jahr beim World Cities Summit in Singapur verliehen. Dieser findet vom 31. Juli bis 3. August 2022 statt. Wien wird neben einer Urkunde auch einen Geldpreis in Höhe von 300 000 Singapur-Dollar (ca. 201 000 Euro) sowie eine Goldmedaille im Wert von 50 000 Singapur-Dollar (ca. 33 600 Euro) erhalten.

Schon im Jahr 2016 war Wien gemeinsam mit Auckland, Toronto und Sydney in der Kategorie „Special Mentions“ von der Jury des Preises ausgezeichnet worden.

Der Lee-Kuan-Yew World City Preis

Der Lee-Kuan-Yew World City Preis ist nach dem ersten Premierminister von Singapur benannt. Er wird gemeinsam von der Städtischen Neugestaltungsbehörde Singapurs (URA) und dem Zentrum für lebenswerte Städte (CLC) organisiert und von der Keppel Corporation gesponsert. Seit 2010 wird der Preis alle zwei Jahre verliehen.

„Wir hoffen, dass wir durch den Preis Inspirationen erhalten, Erfahrungen austauschen und gemeinsam als globale Gemeinschaft vorankommen können“, sagte Dr. Cheong Koon Hean, Vorsitzender des Nominierungskomitees 2020. Laut Website möchte der Preis Städte und ihre Führungskräfte sowie wichtige Organisationen auszeichnen, die Weitsicht, gutes Regierung und Innovation bei der Bewältigung der zahlreichen urbanen Herausforderungen demonstrieren.

Dabei bevorzugt die Jury Best-Practice-Beispiele, die praktisch und kosteneffizient sind und sich leicht in anderen Städten nachmachen lassen. So soll es gelingen, Städte auf der ganzen Welt zu inspirieren und nachhaltige Stadtentwicklung zu befördern.

Dies sind die bisherigen Gewinner*innen des Lee-Kuan-Yew World City Preises:

 

Noch keinen Preis gewonnen, aber der erste seiner Art ist der neue, von Querkraft Architekten geplante IKEA Wien.

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