11.03.2022

Projekte

Stachus: Chipperfield gewinnt mit Atelier LOIDL in München

von Arian Schlichenmayer
Das Gebäude zwischen Stachus und Hauptbahnhof soll zum "gläsernen Erlebnistempel" werden. © Filippo Bolognese Images

Das Gebäude zwischen Stachus und Hauptbahnhof soll zum “gläsernen Erlebnistempel” werden. © Filippo Bolognese Images

Der Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Stachus in der bayerischen Landeshauptstadt ähnelt aktuell einem Baustellen-Chaos. Nun steht fest, was hier in Zukunft entstehen soll – ein „gläserner Erlebnistempel“. Mehr dazu hier.

An Baustellen mangelt es im Gebiet des Münchner Stadtkerns wahrlich nicht. Allein der Neubau des Hauptbahnhofs, dessen alte Schalterhalle bereits dem Erdboden gleichgemacht worden ist, wird bis mindestens 2028 für eine Großbaustelle im Herzen der bayerischen Hauptstadt sorgen. Ganz nach dem Motto „wenn, schon, denn schon“, wird es in Kürze gleich über die Straße, ganz in der Nähe des Stachus, eine weitere Baustelle geben – und klein wird die auch nicht werden.

Statt des ehemaligen Hertie-Betonklotzes wird zukünftig ein Glasbau die Münchner Schützenstraße zieren. © Filippo Bolognese Images

Es geht um nichts geringeres als das „Warenhaus Hermann Tietz“, das Anfang des letzten Jahrhunderts in der Schützenstraße, einer etwa 200 Meter langen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Stachus, gebaut wurde. Besser bekannt dürfte das Haus jedoch wohl unter dem Kürzel seines Gründers sein: Hertie. Heute gehört das Haus zum Galeria-Konzern, einem Unternehmen der österreichischen, von René Benko gegründeten Signa Holding.

Selbstverständlich wird beim Neubau nicht an Grünflächen gespart werden. © Filippo Bolognese Images

Signa gestaltet Kaufhausareal am Stachus um

Ein Anbau aus den 70er Jahren ergänzt das historische Warenhaus. Das längliche, zweckmäßige Gebäude, erweiterte die Verkaufsfläche um mehr als das Doppelte und soll nun weichen. Das das denkmalgeschützte, historische Kaufhaus hingegen wird renoviert. Den Neubau am Stachus werden die Kollegen von David Chipperfield Architects gestalten. Die Pläne, die das Büro zusammen mit Atelier Loidl entworfen hatte, setzten sich in einem Ideen- und Realisierungswettbewerb gegen zehn andere Architekturunternehmen durch.

Die räumliche Staffelung der Kubatur der oberen Stockwerke begeisterte die Jury. © Filippo Bolognese Images

Gelungene Staffelung der Kubatur

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Statt abweisendem Beton wird es an der Schützenstraße in Zukunft jede Menge Glas geben. Die verschlossene Struktur des Erweiterungsbaus wird aufgebrochen. Das neue Gebäude hat im Gegensatz zum Bestandsbau keine Rückseite mehr. Dadurch öffnet es sich auch Richtung der parallel zur Schützenstraße verlaufenden Prielmayerstraße. Hinzu kommen mehrere Wegverbindungen, die quer und längs durch das Gebäude führen und demzufolge für eine stärkere Vernetzung im Viertel zwischen Hauptbahnhof und Stachus sorgen sollen.

Ein Dachgarten wird im neuen Gebäude zum Verweilen einladen. © Filippo Bolognese Images

Besonders angetan war das Preisgericht von der „sehr gelungenen räumliche Staffelung der Kubatur oberhalb des fünften Obergeschosses“. Sie spränge abwechslungsreich zurück und weite daher den Straßenraum sinnvoll auf. Insgesamt, so das Preisgericht, überzeugte der Entwurf von Chipperfield durch seine subtile Einfügung in den städtischen Kontext, durch seine Variabilität und die prägnante Architektur.

Den zweiten Preis des Planungswettbewerbs ging an BIG Partners Limited aus London mit realgrün Landschaftsarchitekten. Den dritten Preis gewannen Snøhetta aus Oslo mit Keller Damm Kollegen Landschaftsarchitekten Stadtplaner.

Durch seine offenere Gestaltung erlaubt der Neubau eine stärkere Vernetzung mit den Nachbargebäuden. © Filippo Bolognese Images

Mehr zum Entwicklungsprojekt an der Schützenstraße zwischen Münchner Hauptbahnhof und Stachus erfahren Sie auf der extra dafür eingerichteten Webseite oder auf der Webseite von Chipperfield.

Das Gebäude zwischen Stachus und Hauptbahnhof soll zum "gläsernen Erlebnistempel" werden. © Filippo Bolognese Images

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